Die Erfindung bezieht sich auf eine Werkzeugschnellwechseleinrichtung
für eine Stufenpresse nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Eine solche ist aus
der DE-OS 28 16 928 bekannt.
Die in Stufenpressen vorgesehenen Greiferschienen, die den Transport der Werkstücke zwischen den
Pressenwerkzeugen übernehmen, sind mit Greifern versehen, die in Gestalt und Spannweite an die
Werkstücke in ihrem unterschiedlichen Bearbeitungszustand angepaßt sind. Es ist daher erforderlich, beim
Austausch eines Werkzeugsatzes auch die Greiferschienen mit auszutauschen. Bei der bekannten Stufenpresse
haben daher die Greiferschienen eine solche Länge, daß sie zwischen den Pressensäulen quer zur üblichen
Transportrichtung zusammen mit dem Werkzeugsatz herausgefahren werden können.
In der Praxis ist es jedoch wünschenswert, daß die Greiferschienen eine größere Länge aufweisen, d. h. sich
zu beiden Seiten über die Einspannplatte hinaus verlängern, um die von ihnen ausgeführte Bewegung
auch dazu auszunutzen, die Werkstückrohlinge in die erste Preßform zu fördern und die fertigen Werkstücke
aus der letzten Preßform abzufordern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Werkzeugschnellwechseleinrichtung der eingangs genannten
Art so auszugestalten, daß trotz einer die lichte Weite zwischen den Pressensäulen überschreitenden
Länge der Greiferschienen die für den Transport der Werkstücke zwischen den einzelnen Werkzeugen des
Werkzeugsatzes notwendigen Greiferschienen zusammen mit dem Werkzeugsatz quer aus der Presse
ausgefahren werden können.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs ί gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die Erfindung sieht demnach relativ lange Greiferoder Transportschienen vor, die jeweils dreigeteilt sind,
von denen die mittleren Segmente eine geringe Länge
ίο haben als der lichten Weite zwischen den Säulen der
Presse entspricht Die sich daran anschließenden Segmente erfüllen ebenfalls Transportfunktion und sind
zweckmäßigerweise derart gestaltet, daß eine Anpassung derselben an die Rohlinge bzw. Werkstücke nicht
erforderlich ist.
Die Erfindung soll nachfolgend unter Bezugnahme auf ein Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnungen
näher erläutert werden. Es zeigt
F i g. 1 eine schematische Vorderansicht einer Stufenpresse;
F i g. 2 eine Draufsicht auf den Transportmechanismus
für die Rohlinge, wobei über der Mittellinie das zurückgeführte Ende der Schubstange und des Überführungsrahmens
und unter der Mittellinie deren vorgeschobenes Ende gezeigt ist;
F i g. 3 eine Vorderansicht des Rohling-Transportmechanismus, wobei der Transportrahmen seine zurückgeführte
Steiiung erreicht hat;
F i g. 4 eine schematische Draufsicht auf die Greiferschienen;
F i g. 5 eine Vorderansicht der Verbindungsvorrichtung für die Greiferschienen mit einem Mittelsegment
und einer Hilfstransportstange, die miteinander verbunden sind;
F i g. 6 eine Vorderansicht mit Mittelsegment und Hilfstransportstange in voneinander gelöstem Zustand;
F i g. 7 einen Schnitt durch eine andere Ausführungsform für die Kupplungseinrichtung für die Greiferschienen;
F i g. 8 eine Draufsicht auf die Vorrichtung nach Fig.7.
F i g. 1 zeigt eine schematische Vorderansicht der Stufenpresse. Eine Zuführeinrichtung 10 für Rohlinge,
beispielsweise passend zugeschnittene Blechtafeln, ist auf der linken Seite der Presse 1 angeordnet. Zwischen
dieser Zuführeinrichtung 10 und der Presse 1 befindet sich eine Transportvorrichtung 20 für die Blechtafeln. In
der Presse erkennt man mehrere Formwerkzeuge 6 auf einer Spannplatte 5, die zusammen einen Werkzeugsatz
bilden, sowie Greiferschienen 7 für den Transport der Werkstücke zwischen den einzelnen Werkzeugen. Die
Transportvorrichtung 20 und die Greiferschienen sind im Arbeitstakt der Presse von deren Antrieb angetrieben.
Die F i g. 2 und 3 zeigen, wie die Transportvorrichtung und die mit Greifern 71 besetzten Greiferschienen
7 miteinander verbunden sind und zusammenwirken. Man erkennt in F i g. 5 zwei Spannvorrichtungen 150,
151, die die Spann- und Lösebewegungen der Greiferschienen 7, 153, 304 hervorrufen. Diese Spannvorrichtungen
sind an den Säulen 81, 82 der Presse befestigt und mit Führungen 152 für die Greiferschienen
verbunden.
Wie aus den Fig. 2 und 4 ersichtlich, bestehen die Greiferschienen jeweils aus einem mittleren Segment 7
und sich zu beiden Seiten daran anschließenden äußeren Segmenten, die nachfolgend Hilfsförderstangen 153,
304 genannt werden sollen und mit den mittleren
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Segmenten 7 mittels einer spater noch zu erläuternden Zapfenverbindung lösbar verbunden sind.
Gemäß F i g. 2 ist ein Antriebsstift 157 an jeder Hilfsförderstange 153 von einem Loch in einem
Schlitten 156 aufgenommen, der an einem Führungsstab geführt ist, der an einem Transportrahmen befestigt ist
In den F i g. 3 ist erkennbar, daß der Transportrahmen 154 Arme 158 und an diesen gelagerte Rollen 161
aufweist, die in Führungsrillen geführt sind, die in Schienen 159 ausgebildet sind Die Schienen 159 sind
ihrerseits an Trägerbrücken 160 befestigt, die ihrerseits über Zylinder 162 am Rahmengestell 111 der Blechtafelzuführungsvorrichtung
und an den Säulen 81 und 82 der Presse befestigt sind.
Gemäß Fig.2 sind Saugnapfheber 164 der Transportvorrichtung
an Verbindungsstangen 163 des Rahmens 154 befestigt Sie weisen untereinander den
gleichen Teilungsabstand auf, wie die verschiedenen Werkzeuge in der Presse.
Nach den Fig.2 und 3 ist parallel zu den Greiferschienen oberhalb der Spannvorrichtungen 150,
151 eine Auflage 165 angeordnet. An Stellen, die den sogenannten leeren Stufen zwischen den Werkzeugstellen
der Presse entsprechen, sind Saugnapf heber 166 angeordnet.
Eine Blechtafel 106 wird von dem ersten Saugnapfheber 164 in horizontaler Richtung um ein Tra'isportintervall
entsprechend der Bewegung des Rahmens 154 fortbewegt. Durch Betätigung der Zylinder 162 wird die
Blechtafel 106 dann abgesenkt und wird von Saugnäpfen 166 aufgenommen, die am Bett 165 der Maschine
befestigt sind. Nach dem Lösen des Saugnapfhebers 164 von der Blechtafel 106 steigt der Rahmen 154 mit den
Saugnapfhebern 164 wieder an und der Rahmen 154 läuft in seine Ausgangsstellung zurück. Sodann wird
durch die Zylinder 162 der Rahmen 154 erneut abgesenkt, so daß der zweite in der Folge der
Saugnapfheber 164 jetzt auf die Blechtafel 106 absinkt und sich an der Blechtafel 106 festsaugt. Gleichzeitig ist
der erste Saugnapfheber 164 der Folge auf die nächste, aus dem Blechtafelstapel abgehobene Blechtafel 106
abgesunken und hat sich an dieser festgesaugt. Sodann wird mit Hilfe der Zylinder 162 der Rahmen 154 mit den
Saugnapfhebern 164 wieder angehoben. Der Rahmen 154 wird dann wieder um das schon beschriebene
Transportintervall vorbewegt und anschließend wieder abgesenkt. Auf diese Weise werden die Blechtafeln 106
abgehoben, weitertransportiert und abgelegt, wieder abgehoben, transportiert und wieder abgelegt.
Die Fig.4 bis 8 zeigen die Greiferschienen-Aus-
tauchvorrichtung, die die Segmente 7 zwischen den rechten und linken Säulen 82 bzw. 81 lösen und sie zum
Zeitpunkt der Werkzeugaustauschurg zusammen mit diesen austauschen.
In F i g. 4 ist eine Transfereinheit 300 zum Vor- und
Zurückbewegen der Schienensegmente 7 und von Spannvorrichtungen 301 und 302 an der rechten Säuie
82 vorgesehen. An der linken Säule 81 ist eine Spannvorrichtung 151 vorgesehen. Schienenführungen
303 und 152 sind entsprechend mit den Spannvorrichtungen 301,302 und ISl verbunden. Hilfsförderstangen
304 und 153 (in dieser Figur nicht dargestellt) sind ebenfalls entsprechend in den Rillen der Schienetiführungen
303 und 152 angeordnet. Die abgestuften Enden der Hilfsförderstangen 153, 304 und der Schienensegmente
7 si.id zusammengefügt und miteinander durch Zapfen 307 in Bohrungen 73 verbunden.
Die Schienenführungen sind mit Kerben in ihrem Boden versehen, mit deren Hilfe der Schlitten 306 für
den Fördervorgang und die Hilfsförderstangen 304 miteinander verbunden sind. Die anderen Komponenten
der Greiferschienen-Austauschvorrichtung können durch konventionelle Förder- und Spannvorrichtungen
gebildet werden. Die vorgenannten Merkmale finden sich entsprechend an den linken Hilfsförderstangen 153.
Gemäß Fig. 5 ist in der Einspannplatte 5 ein Hubzylinder 65 befestigt, der eine gemeinsame Platte 63
für die unteren Preßstempel 62 trägt. Eine Konsole 66, die an dieser Platte 63 befestigt ist, trägt die
Förderstangen 7.
Wenn der Werkzeugsatz ausgetauscht werden soll, dann werden die Schienensegmente 7 durch die
gemeinsame Platte 63 angehoben und so von den Verbindungszapfen 307 gelöst (F i g. 6).
Die F i g. 7 und 8 zeigen eine Anordnung, mit welcher verhindert werden kann, daß sich die Schienensegmente
7 und die Hilfsförderstangen 304 bzw. 153 voneinander lösen, wenn die Schienen sehr schnell bewegt werden.
Ein Öldruckzylinder 310 und ein Kolben 313 sind der Hilfsförderstange 304 zugeordnet, und ein elastischer
Körper 315 ist zwischen den unteren Teil der Stufe an der Hilfsförderstange 304 und den Boden einer
Kopfplatte 316 eingesetzt, die an der Kolbenstange des Kolbens 313 befestigt ist. Wenn man den Kolben 313
unter Öldruck setzt, der über die Leitung 318 zugeführt wird, dann wird der elastische Körper 315 in axialer
Richtung zusammengedrückt, wobei er sich in radialer Richtung verbreitert und sich am Lochrand 312 der
Greiferschiene 7, der sich nach oben leicht konisch erweitert, festklemmt.
Hierzu 6 Blatt Zeichnungen