DE2854309C3 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Siliziumelektrostahlblech durch Warmwalzen, anodisch/kathodisches
Beizen in neutraler wäßriger Lösung, Wärmebehandlung, Kaltwalzen, Überziehen
mit Glühseparatoren, Glühen und abschließende Wärmebehandlung.
Ein warmgewalztes Band ist bekanntlich oxidiert und mit einer Zunderabdeckung behandelt, die durch
verschiedene Oxidschichten erheblicher Dicke, die mehr oder weniger haften, gebildet ist.
Die Entfernung der Oxide in feiner Schk hl sowie des
Zunders werden vor dem Walzen gewöhnlich mittels Säurebeizens entfernt.
Da das Elektroblech jedoch besonders empfindlich für Oxidation ist und bei seiner Herstellung die
langsamen Stufen die der thermischen Behandlung sind, ist es Kleist nur eine Frage der Zeit, daß die
warmgewalzten und gebeizten Bunde aus Elektrostahlblech einen erheblichen Zeitraum warten müssen, bevor
sie kaltgewalzt werden können. Während dieser »Totzeiten« reoxidiert das gebeizte Material. Es
ergeben sich erhebliche technische und wirtschaftliche Schwierigkeiten, da ein abschließendes Beizen notwendig
wird.
Eine bereits angewandte Maßnahme, das warmgewalzte
Band durch Liberzüge zu schützen, hat sich nicht nur als unwirtschaftlich wegen der notwendigen
Modifizierung der Walzstraßen zum Aufbringen des Isolierüberzugs erwiesen, sondern auch nur als Teillösung
herausgestellt. Die Isolierung muß vor dem Kaltwalzen entfernt werden; das Problem des Oxidierens
stellt sich erneut während der unvermeidlichen Verzögerungen im Kaltwalzverfahren.
Andererseits ist es jedoch unbedingt notwendig, das Oxidieren des Elektrostahlbandes von dem Augenblick,
in dem es vom Beizvorgang kommt bis zu dem Augenblick zu verhindern, wenn nach dem Warmwalzen
es endgültig mit permanent auf dem Band verbleibenden Produkten isoliert wird und damit unter
anderem seine Oxidation verhindert wird.
Eine erste Lösung dieses Problems schien sich als Nebenvorteil aus der Maßnahme der französischen
Patentanmeldung 23 14 274(76 17 273) zu ergeben. Dort
ist ein Verfahren zum neutralen elektrolytischen Beizen von Stählen beschrieben. Es wird dort ein Stahlband
veranlaßt, durch eine Lösung aus Natriumsulfat mit einer Konzentration von 0,5 bis 2,5 M bei einem nahezu
neutralen pH-Wert zu gehen. Nach diesem Verfahren wird ein Stromdurchgang bei festgelegter Stromdichte
bei Behandlungstemperaturen und -zeiten veranlaßt, so daß praktisch ausgedrückt, die Elektrolyse des Wassers
erhalten wird. Da das Band alternativ die Funktionen von Kathode und Anode übernimmt, werden Wasserstoff
und Sauerstoff jeweils von der Oberfläche des Bandes abgegeben. Dieser Elektrolysezustand des
Wassers wird bei der vorher erwähnten Patentanmeldung als bindend für das korrekte Durchführen des
Beizvorgangs angesehen. In dieser Patentanmeldung ist auch ausgeführt, daß im Falle von Elektroblechcn das
beschriebene Verfahren einen passivierenden Schutz der Stahloberfläche verleiht.
Nachfolgende Studien hinsichtlich des Beizens von Elektroblechen erlaubten jedoch die Feststellung, daß
die Bedingungen für einen stabilen Schutz während der Anwendung des oben genannten Verfahrens nur bei
langen Behandlungszeiten und bei sehr hohem Energieverbrauch gewährleistet waren, d. h. auf eine Art und
Weise, bei der das Verfahren wirtschaftlich unattraktiv wird. Zusätzlich und im Gegensatz zu dem was in der
oben genannten Patentanmeldung gesagt ist, führen diese Bedingungen zu einem sehr hohen Grad eines
Überbeizens des Bandes mit folglichen Gewichtsverlusten, was unannehmbar erscheint.
Es wurde nun festgestellt, daß während der anodischen Behandlung des Elektroblechs bis zu einer Anfangsstufe der Stabilisierung des Potentials aktiver Auflösung, die wesentlich langer bei vergleichbaren Stählen als für Kohlenstoffstähle ist, eine Stire sehr schneller Entwicklung des; Arbeitspotentials des Stahls gegen höhere Werte unter Bildung hochpassivierender Filme und jnschließend der Beginn der Elektrolyse des Wassers folgt. Letztere neigt langsam dazu, nach einer ersten Phase, die durch allmähliche Potentialabnahme und durch eine Änderung in der Ar; des Filmes charakterisiert wird, sich zu stabilisieren. Es ist nicht vollkommen klar, was während der sehr schnellen Zwischenphasen geschieht; klar ist jedoch, daß während dieser Zwischenphasen die Schwierigkeiten auftreten, die das in der oben erwähnten Patentanmeldung beschriebene Verfahren unzufriedenstellend werden lassen. Während der Phase sehr schneller Potentialentwicklung nimmt der Passivierungsfilm ein gräuliches ziemlich unattraktives Aussehen an und reichert sich an Silikat (vermutlich in Form von Fayalit) an, wonach in der ersten instabilen Stufe der Elektrolyse der Film wieder, jedoch nicht in gleichförmiger Weise, modifi ziert wird. In diesem Falle läßt sich eine Rückgewinnung der Homogenität der Oberfläche nur dadurch erreichen, daß man die Behandlung übermäßig verlängert. Die Behandlung an dieser Stelle zu unterbrechen bedeutet, daß nicht nur ein Blech fleckenartigen und nicht gleichförmigen Aussehens erzeugt wird, sondern auch eine mit einer Passivierungsschicht bedeckte Oberfläche
Es wurde nun festgestellt, daß während der anodischen Behandlung des Elektroblechs bis zu einer Anfangsstufe der Stabilisierung des Potentials aktiver Auflösung, die wesentlich langer bei vergleichbaren Stählen als für Kohlenstoffstähle ist, eine Stire sehr schneller Entwicklung des; Arbeitspotentials des Stahls gegen höhere Werte unter Bildung hochpassivierender Filme und jnschließend der Beginn der Elektrolyse des Wassers folgt. Letztere neigt langsam dazu, nach einer ersten Phase, die durch allmähliche Potentialabnahme und durch eine Änderung in der Ar; des Filmes charakterisiert wird, sich zu stabilisieren. Es ist nicht vollkommen klar, was während der sehr schnellen Zwischenphasen geschieht; klar ist jedoch, daß während dieser Zwischenphasen die Schwierigkeiten auftreten, die das in der oben erwähnten Patentanmeldung beschriebene Verfahren unzufriedenstellend werden lassen. Während der Phase sehr schneller Potentialentwicklung nimmt der Passivierungsfilm ein gräuliches ziemlich unattraktives Aussehen an und reichert sich an Silikat (vermutlich in Form von Fayalit) an, wonach in der ersten instabilen Stufe der Elektrolyse der Film wieder, jedoch nicht in gleichförmiger Weise, modifi ziert wird. In diesem Falle läßt sich eine Rückgewinnung der Homogenität der Oberfläche nur dadurch erreichen, daß man die Behandlung übermäßig verlängert. Die Behandlung an dieser Stelle zu unterbrechen bedeutet, daß nicht nur ein Blech fleckenartigen und nicht gleichförmigen Aussehens erzeugt wird, sondern auch eine mit einer Passivierungsschicht bedeckte Oberfläche
erzeugt wird, die weder in Dicke noch in Zusammensetzung gleichförmig ist und die zu einer Nichtgleichförmigkeit
in der Bildung und der Adhäsion des Glasfilms, der anschließend erzeugt wird, führt und somit eine
Verschlechterung in den endgültigen magnetischen Eigenschaften des Stahls herbeiführt
Zusätzlich führt eine solche Ungleichförmigkeit in der Oberfläche auch dazu, während des Kaltwalzschrittes
eine Ungleichförmigkeit in der Dicke des Bleches selbst hervorzurufen, die zu Schwankungen in den magnetischen
Eigenschaften führen kann. Diese ungünstigen Schwankungen in den magnetischen Eigenschaften sind
aber von großer Wichtigkeit und können dazu führen, die Qualität des Stahlblechs in vielen Fällen herabzusetzen.
Es ist somit klar, daß zur Erzeugung der Bedingungen für die Elektrolyse des Wassers auf dem Band während
der anodischen Behandlung übermäßig lange Behandlungszeiten erforderlich sind, ein starkes übermäßiges
Beizen mit hohen Gewichtsverlusten sich einstellt, während die Folge für die Oberflächenqualität des
Stahlblechs auch sind, daß diese weniger zufriedenstellend werden.
Es wurde nun gefunden, daß Siliziummagnetbleche einen ausreichend gleichförmigen Schutzfilm auf ihren
Oberflächen bilden können, ohne daß auf den Vorgang der Elektrolyse des Wassers während der anodischen
Phase zurückgegriffen werden müßte. Andere unerwartete Nebeneffekte haben sich außer dieser unerwarteten
und überraschenden Tatsache eingestellt, außerdem eine erhebliche Einsparung an Zeit und Energie. Solche
Vorteile bestehen in den besseren Gegebenheiten für das Kaltwalzen der erfindungsgemäß behandelten
Bänder bei besserer Gleichförmigkeit in der Banddicke; auch wird ein Hochqualitätsbeizen sowie die Möglichkeit
eine bessere Bildung und Haftung des Glasfilms am Substrat erreicht, wobei der Glasfilm sich während des
Glühens im Haubenofen anschließend an das Kaltwalzenbildet. Λ
Durch die Maßnahme nach der Erfindung ioll mittels elektrolytischer Behandlung in neutraler Umgebung der
Schutz der Siliziumelektrostahlbänder gegen Oxydation während der Stufen des Auslagerns und Bearbeitens
sichergestellt werden, die zwischen der elektrolytischen Behandlung selbst und dem Überziehen des kaltgewalzten
Bandes mit Glühseparatoren auftreten.
Auch soll der Kaltwalzvorgang vereinfacht, die Gleichförmigkeit in der Dicke des gewalzten Stahls
verbessert werden. Die Bildung des »Glasfilms« während des Glühens im Haubenofen anschließend an
das Kaltwalzen soll gleichförmiger und kompakter erfolgen; die Haftung des aus den beim Glühvorgang
verwendeten Separatoren hergestellten Glasfilms am Substrat soll verbessert werden.
Schließlich sollen Zeit und Energie während des elektrolytischen Verfahrens wesentlich eingespart werden.
Es soll somit ein Beizen ausgezeichneter Qualität, selbst bei verminderter Behandlungszeit erreicht, der
Stromverbrauch am Band herabgesetzt werden..
Hierzu geht die Erfindung aus von einem Verfahren zur Herstellung von Siliziumelektrostahiblech durch Warmwalzen, anodisch/kathodisches Beizen in neutraler wäßriger Lösung, Wärmebehandlung, Kaltwalzen, Überziehen mit Glühseparatoren, Glühen und abschließende Wärmebehandlung.
Hierzu geht die Erfindung aus von einem Verfahren zur Herstellung von Siliziumelektrostahiblech durch Warmwalzen, anodisch/kathodisches Beizen in neutraler wäßriger Lösung, Wärmebehandlung, Kaltwalzen, Überziehen mit Glühseparatoren, Glühen und abschließende Wärmebehandlung.
Gelöst wird die vorgenannte Aufgabe überraschend dadurch, daß während der anodischen Phase der beiden
Behandlungen ein Potential kleiner als +1 Volt, insbesondere kleiner als +0,8VoIt, bezogen auf die
Wasserstoffnormelektrode angelegt wird.
Die oben gestellte Aufgabe, Siliziumelektrostahlbänder gegen Oxidation während der Stufen des Auslagerns
und Bearbeitens, insbesondere Walzens zu schützen, wird also voll gelöst.
Vorzugsweise wird in der anodischen Phase zunächst eine Stromdichte zwischen 20 und 60 A/dm2 eingestellt
und anschließend wird auf niedrigere Werte abgesenkt. Hierbei kann sich die Stromdichte frei gegen niedrigere
Werte während des Ablaufs der anodischen Phase entwickeln, um den oben genannten Zustand im
Hinblick auf das Arbeitspotential des Stahls aufrecht zu erhalten.
Zweckmäßig wird eine Gesamtbehandlungsdauer unter 60 Sekunden gewählt, wobei sie sich aus einer
Vielzahl von kathodischen und anodischen Phasen zusammensetzt, von denen jede weniger als 20
Sekunden dauert.
Zweckmäßig liegt bei einer vollständigen elektrolytischen Behandlung während der ersten anodischen
Phasen die zunächst an das Band gelegte Stromdichte zwischen 40 und 60 A/dm2, wogegen während der
letzten anodischen Phase die zunächst an das Band gelegte Stromdichte zwischen 20 und 30 A/dm2 beträgt.
Im Produktionszyklus unmittelbar nach der Warrriwalzphase
ergeben sich also erhebliche Vorteile, so daß eine längere Lagerung des warmgewalzten Bleches
ohne Oxydation des Stahlbleches selbst erreichbar wird und auch eine Verbesserung in der Kaltwalzphase
möglich wird. Durch die Maßnahme nach der Erfindung wird die Phase des Säurebeizens anschließend an das
Warmwalzen in vorteilhafter Weise substituiert. Die Maßnahme hat weder Verstaubung noch Gefahr zur
Folge.
Die Erfindung soll nun anhand einer Reihe von im industriellen Maßstab durchgeführten Versuchen einschließlich
Vergleichsversuchen näher erläutert werden, wobei in der folgenden Tabelle Beizversuche nach der
Erfindung (A und B); Beizversuche nach der italienischen Patentanmeldung 50 043 A/75 (C) und Versuche
nach der üblichen Säurebeizbehandlung (D) aufgenommen sind.
Charakteristiken
Art des Beizens
A
A
Erstes Auftreten von Rost (h)
Walzlast in % der Walzlast D
Haften des Glasfilms, mm Biegeradius bei 180 C
Walzlast in % der Walzlast D
Haften des Glasfilms, mm Biegeradius bei 180 C
| > 1000 | >25OO | >1500 | < 1 |
| <85 | 90 | 100 | 100 |
| 7,5 | 5 | 10 | >25 |
l'ortscuunn
Charakteristiken
| Art des Beizens | B | C | D |
| A | <1 | >20 | >30 |
| iO | ±2 | ±4 | ±5 |
| ±2 | 40 | 120 | 80 |
| 50 | 0,28 | 1,25 | 0,40 |
| 0,30 | |||
Kontinuität des Glasfilms, % Pore iioberfläche
auf dem Überzug
auf dem Überzug
Schwankung der magn. Eigenschaften um d.
Mittelwert (%)
Mittelwert (%)
Behandlungszeiten, in Sekunden bei 60rC
Gewichtsverlust, g/dm2
Gewichtsverlust, g/dm2
In dieser Tabelle bestand die Behandlung A aus einer Reihe von fünf kathodischen-anodischen Wechseln,
wobei jeder der Halbwechsel eine Dauer von 5 Sekunden hatte. Während jeder anodischen Phase
(anodischer Halbwechsel) variierte das Arbeitspotential des Bandes zwischen +0,80 und +03-» V, bezogen auf
die SHE.
Während des ersten Wechsels lag die Dichte des Anfangsstroms jedes Halbwechsels bei 60 A/dm2;
während des zweiten Wechsels bei 50 A/dm2 und während des dritten und vierten bei 30 A/dm2; während
des fünften bei 20 A/dm2.
In diesem Falle hatte die Aufteilung der Behandlung in einer Reihe von Kathoden-Anodenwechseln oder
Perioden das Ziel, die Beizwirkung des Verfahrens zu erhöhen, während die verminderte Dauer dieser
Perioden das Ziel hatte, sicherzustellen, daß in keiner Stufe während der anodischen Phasen sich irgendwie
Sauerstoff von der Oberfläche des Bandes entwickeln konnte, wobei dieses Phänomen, wie vorher erwähnt,
der Beweis für ein übermäßiges Beizen und eine nicht-gleichförmige Dicke in den passivierten Schichten
war. Die Begrenzung hinsichtlich der Potentialdifferenz zwischen Band und Gegenelektrode hat auch zum Ziel,
die Entwicklung von Sauerstoff von der Oberfläche des Bandes zu verhindern und stellt in diesem Falle einen
Sicherheitshilfsfaktor dar.
Dadurch, daß die Dichte des Anfangsstroms auf einem hohen Niveau in den ersten Perioden gehalten
wird und in den Folgeperioden dann abgesenkt wird, soll Strom gespart werden, während Zunder während
der ersten zwei bis drei Perioden fast vollständig entfernt wird und in den späteren Perioden das Band
ausreichend geschützt wird.
De Behandlung B bestand in nur einer Periode oder einem kathodischen-anodischen Wechsel, wobei jede
Halbperiode eine Dauer von 20 Sekunden hatte. Die Dichte des Anfangsstroms der Halbperiode lag bei
60 A/dm2. Die zwischen Band und Gegenelektrode gelegte Potentialdifferenz in der anodischen Halbperiode
war derart, daß das Band bei einem Fotential von etwa +1 V/SHE arbeitete. Hier hatte die Aufteilung der
Behandlung in nur eine kathodische und eine anodische Phase das Ziel, in der anodischen Periode die Phase der
Anfangsstabilisierung des vom Band angenommenen Potentials zu überwinden und in der folgenden sehr
schnellen Entwicklungsphase des Potentials gegen erheblich höhere bzw. edlere Werte zu gehen. Die
Aufrechterhaltung des Arbeitspotentials des Bandes, das als Anode wirkt, auf +1 V/SH E hat das Ziel, das
Erreichen von Potentialniveaus zu verhindern, die in der Lage sind, die Elektrolyse des Wassers mit folglicher
Sauerstoffentwicklung von der Oberfläche des Bandes
herbeizuführen. Auf diese Weise wird es möglich, auf dem Band eine passivierte gräuliche, siliziumreiche
Schicht, bei der es sich vermutlich um Fayalit handelt, herbeizuführen. Diese passivierte Schicht stellt nicht nur
einen erheblichen Schutz für das Band dar, führt vielmehr auch zu anderen wichtigen Vorteilen. Trotz
der Talsache, daB in der Kailwalzphase sie aufbricht und wahrscheinlich vom Band gelöst wird, bleibt das Band
gegen Oxydation über einen erheblichen Zeitraum geschützt und kann einen extrem gleichförmigen
Glasfilm, der kompakt und haftend ist, während der Glühzeit im Haubenofen bilden. Diese Wirkung ist noch
nicht vollständig klar; eine plausible Erklärung ist aber, daß auf der Oberfläche des Bandes nach dem
Kaltwalzen eine große Anzahl sehr kleiner Partikel eben dieser gräulichen Oberflächenschicht verbleiben.
Diese Partikel werden dann während des entkohlenden oder dekarburierenden Glühens, in dem sie als
Wachstumskerne wirken, die Bildung von Fayalit begünstigen, die ihrerseits in Reaktion mit den
Glühseparatoren im Haubenofen leicht einen ausgezeichneten Glasfilm bilden.
Die Kontinuität des Glasfilms selbst wurde als prozentuale Oberflächenüberdeckung gemessen, indem
als Elektrodenteil die Oberfläche des überzogenen Bandes in der Elektrolytzelle verwendet und die
Strommenge gemessen wurde, die über solch eine Elektrode bei gegebenem angelegtem Potential fließen
kann.
Die Behandlung C bestand, wie mehrfach in der oben
erwähnten Patentanmeldung dargelegt, in einer kathodischen Phase, gefolgt von einer anodischen Phase, mit
derartiger Verfahrensführung, daß die Elektrolyse des Wassers auf der Oberfläche des Bandes stattfand, wobei
Wasserstoff in der kathodischen Phase und Sauerstoff in der anodischen Phase sich entwickelten.
Trotz des glänzenden Aussehens der ßandoberfläche und trotz des ausgezeichneten auf diese Weise
erhaltenen Oberflächenschutzes stellte sich heraus, daß die Behandlungszeiten, selbst wenn sie wesentlich
länger als die in der Patentanmeldung waren, unzureichend waren, um die notwendige Gleichförmigkeit der
passivierten Schicht sicherzustellen. Darüber hinaus waren die Kaltwalzlasten nicht nur gleich denen für
Bänder, die in Schwefelsäure gebeizt waren; vielmehr führte die Ungleichförmigkeit des passivierten Films zu
einer Ungleichförmigkeit in der Dicke des Bandes. Dies führte andererseits zu Schwankungen in den magnetischen
Eigenschaften, was merkliche Qualitätsverschlechterungen ergab.
Die Behandlung D bestand in einem traditionellen Beizen in Schwefelsäure.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Siliziumelektrostahlblech durch Warmwalzen, anodisch/kathodisches
Beizen in neutraler wäßriger Lösung, Wärmebehandlung, Kaltwalzen, Überziehen mit Glühseparatoren,
Glühen und abschließende Wärmebehandlung, dadurch gekennzeichnet, daß während der anodischen Phase der Beizbehandlung ein
Potential kleiner als +1 Volt, insbesondere kleiner + 0,8VoIt, bezogen auf die Wasserstoffnormelektrode,
angelegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der anodischen Phase zunächst eine
Stromdichte zwischen 20 und 60 A/dm2 eingestellt und anschließend auf niedrigere Werte abgesenkt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Gesamtbehandlungsdauer unter
60 Sekunden gewählt wird, wobei sie sich aus einer Vielzahl von kathodischen und anodischen Phasen
zusammensetzt, von denen jede weniger als 20 Sekunden dauert.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in der ersten anodischen Phase eine
Stromdichte zwischen 40 und 60 A/dm2 und in der letzten anodischen Phase zwischen 20 und 30 A/dm2
gewählt wird.
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