DE2807394C2 - Verfahren zum Konzentrieren und Reinigen von wäßrigen Schwefelsäurelösungen - Google Patents
Verfahren zum Konzentrieren und Reinigen von wäßrigen SchwefelsäurelösungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Konzentrieren und Reinigen von wäßrigen Schwefelsäurelösungen
mit einem Gehalt an Magnesium und gegebenenfalls anderen Verunreinigungen, insbesondere Aluminium,
Eisen, Chrom, Vanadium und/oder Mangan.
Wäßrige Schwefelsäurelösungen, beispielsweise mit Konzentrationen von mehr als 65 Gew.-%, können
durch Eindampfen von verdünnten schwefelsäurehaltigen Lösungen jeglichen Ursprunges und jeglicher Konzentrationen
erhalten werden.
Im allgemeinen sind die am häufigsten verfügbaren Lösung?ji diejenigen, welche von Verfahren zur Herstellung
von Titandioxyd über das Sulfat oder von Beizbehandlungen von Metallen herkommen.
Solche Lösungen enthalten üblicherweise 5 bis 25 Gew.-% Schwefelsäure sowie verschiedene Verunreinigungen,
wie Magnesium und gegebenfalls Aluminium, Eisen, Calcium, Chrom, Vanadium und/oder Mangen.
Beispielsweise haben die von der Herstellung von Titandioxyd über das Sulfat herkommenden Lösungen im
allgemeinen die folgende Zusammensetzung:
15 bis 23 Gew.-o/o H2SO4;
0,07 bis 0,4 Gew.-% Mg,
1 bis 5 Gew.-% Fe und
0,06 bis 0,6 Gew.-% TiO2
sowie auch andere Verunreinigungen, wie Calcium, Mangan, Aluminium, Vanadium und Chrom.
Wenn eine verdünnte wäßrige Schwefelsäurelösung mit einem bestimmten Gehalt an Magnesium unter Verwendung
von irgendwelchen bekannten Verfahren (beispielsweise durch Konzentrieren durch Eindampfen unter
Vakuum oder mittels einer Unterwasserflamme) über 65 Gew.-% konzentriert wird, ergibt sich daß die
Fällung des Magnesiums mit der Zeit sehr langsam erfolgt
Dieselbe Erscheinung kann, obschon in kleinerem Ausmaß, beobachtet werden, wenn Aluminium, Eisen,
Vanadium, Chrom und/oder Mangan zugegen sind.
Im besonderen wird, wenn Aufschlämmungen mit einer Schwefelsäurekonzentration von 65 bis 75 Gew.-%,
welche 0,1 bis 0,5 Gew.-% Magnesium enthalten, filtriert
werden, ein Filtrat, welches am Ende des Filtrierarbeitsganges klar erscheint, jedoch anschließend wieder trüb
wird und oft sogar eine gelartige Konsisterz annimmt,
erhalten. Im Filtrat fallen nämlich fortgesetzt während mehrerer Tage feste Stoffe, welche überwiegend aus
Magnesiumsulfaten bestehen, aus.
Die so ausgefallenen festen Stoffe sind in Form von Kristallen mit einer Höchstgröße von nicht über 10 μ,
das heißt, sie sind äußerst fein und voluminös, weshalb ein etwaiges Filtrieren sich als schwierig erweisen und
Kuchen mit einer sehr ausgeprägten Quellung ergeben würde.
Andererseits ist die konzentrierte Schwefelsäure praktisch unbrauchbar, wenn das in der Suspension vorliegende
feste Material nicht abgetrennt wird.
Ferner ist aus der DE-AS 11 03 902 ein Verfahren zum Konzentrieren und Reinigen von salzhaltigen
Schwefelsäurelösungen bekannt, bei dem die Schwefelsäure bei 50° C filtriert wird. Dieses Verfahren ist ebenfalls
mit den vorstehend beschriebenen Nachteilen behaftet.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, unter
Behebung der Nachteile des Standes der Technik ein Verfahren zu schaffen, welches das Filtrieren der wäßrigen
Schwefelsäureaufschlämmungen mit einem Gehalt an Magnesium und gegebenenfalls anderen Verunreinigungen,
insbesondere Aluminium, Eisen, Chrom, Vanadium und/oder Mangan, und damit die Herstellung von
Schwefelsäurelösungen, beispielsweise mit Konzentrationen von 65 bis 70 Gew.-% gestattet, wobei die Lösungen
zeitlich beständig klar bleiben.
Diese Aufgabe wird durch das Verfahren gemäß Patentanspruch 1 gelöst.
Die Erfindung beruht daher auf der überraschenden Feststellung, daß dann, wenn passend g-^teuerte Zeiten und Temperaturstufen zum Verringern der Temperatur der durch das Konzentrieren erhaltenen Aufschlämmung von der Temperatur des Konzentrierens (welche vorzugsweise größer als 100° C ist) auf die Filtriertemperatur sowie zweckmäßig auch beim Filtrieren der Aufschlämmung selbst und beim Herabsetzen der Temperatur des Filtrats von der Filtertemperatur auf die Lagertemperatur eingehalten werden, die vorstehend genannte Aufgabe gelöst wird.
Die Erfindung beruht daher auf der überraschenden Feststellung, daß dann, wenn passend g-^teuerte Zeiten und Temperaturstufen zum Verringern der Temperatur der durch das Konzentrieren erhaltenen Aufschlämmung von der Temperatur des Konzentrierens (welche vorzugsweise größer als 100° C ist) auf die Filtriertemperatur sowie zweckmäßig auch beim Filtrieren der Aufschlämmung selbst und beim Herabsetzen der Temperatur des Filtrats von der Filtertemperatur auf die Lagertemperatur eingehalten werden, die vorstehend genannte Aufgabe gelöst wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren bringt vor allem den großen technischen Fortschritt mit sich, daß es zeitlich
beständig klare Schwefelsäurelösungen, beispielsweise mit Konzentrationen von 65 bis 70 Gew.-%, erreichen
läßt. Außer dem Vorteil der Erzielung eines zeitlieh
beständig klaren Filtrates gestattet das erfindungsgemäße Verfahren als weiteren Vorteil die Durchführung
des Filtrates mit einer ziemlich hohen Geschwindigkeit in irgendeiner bekannten Art von Vorrichtun-
gen; so werden in der Praxis Filtriergeschwindigkeiten von mindestens 300 l/Stunden · M2 Filterfläche erzielt
Vorzugsweise wird das Abkühlen der Aufschlämmung auf 10 bis 25° C während einer Zeitdauer von
mindestens 3 Stunden durchgeführt.
Es ist auch bevorzugt, das Halten der Temperatur der
Aufschlämmung auf 10 bis 25° C während einer Zeitdauer
von mindestens 20 Stunden durchzuführen.
Vorzugsweise wird als Temperatur, auf welche die Aufschlämmung abgekühlt wird, und als Temperatur,
auf welcher sie gehalten wird, 15 bis 200C gewählt
Das Abkühlen kann durch Obergehen von der Temperatur
des Konzentrieren auf die Temperatur von 10 bis 25° C in einer einzigen Stufe durchgeführt werden,
wobei besonders bei dieser Alternative vorzugsweise dafür Sorge getragen wird, daß die Dauer des Abkühlens
mindestens 3 Stunden berägt, oder es kann in mehreren Stufen durchgeführt werden.
So wird nach einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens das Abkühlen der
Aufschlämmung yon deren Anfangstemperatur auf 10 bis 25=C in der Weise durchgeführt, daß sie zunächst
höchstens 1 Stunde auf 40 bis 500C abgekühlt wird,
diese Temperatur während mindestens 3 Stunden gehalten wird und dann die Aufschlämmung in höchstens 1
Stunde auf 10 bis 25° C abgekühlt wird.
Das Filtrieren der Aufschlämmung£rfolgt in der Weise,
daß sie auf 40 bis 500C erhitzt wird, wobei dieses Erhitzen und das Filtrieren während einer Gesamtdauer
von höchstens 1 Stunde durchgeführt werden. Nach dem Filtrieren wird das Filtrat vorzugsweise höchstens
1 Stunde auf 10 bis 25° C abgekühlt
Die folgenden Beispiele erläutern d^ Erfindung.
72,75 Gew.-% H2SO4,
0,12 Gew.-% Mg,
. 0,067 Gew.-% Fe,
030 Gew.-% Al
0,05 Gew.-o/o V,
0,12 Gew.-% Mg,
. 0,067 Gew.-% Fe,
030 Gew.-% Al
0,05 Gew.-o/o V,
0,06Gew.-% Cr und
0,007 Gew.-o/o Mn.
0,007 Gew.-o/o Mn.
Seine Trübung begann erst nach etwa 100 Stunden, es
blieb aber in einem Zustand, der als im wesentlichen
klarer Zustand anzusehen ist.
Vergleichsbeispiel A
Das Beispiel wurde unter Verwendung derselben Vei fahrensweise bis zur Erzielung der Aufschlämmung
wiederholt
Die so erhaltene Aufschlämmung wurde in 20 Minuten auf 15° C abgekühlt und dann 1 Stunde lang auf
dieser Temperatur gehalten. Daraufhin wurde sie 20 Minuten lang auf 45° C erhitzt und dann in 30 Minuten
nitriert
Die Filtriergeschwindigkeit ergab sich zu 0,4 mVStunde · m2 Filterfläche. Schon nach etwa 3 Stunden
nach dem Filtrieren begann die Trübung des Filtrates und nach 12 Stunden nahm es eine gelartige Konsistenz
an.
Es wurd
wurde eine Lösung der folgenden Zusammenset
55,0 Gew.-% H2SO4,
0,20 Gew.-% Mg,
0,20 Gew.-% Fe,
0,26 Gew.-% Al,
0,04 Gew.-o/o V,
0,04 Gew.-% Cr und
0,05 Gew.-% Mn
| 72,83 Gew.-% | H2SO4, |
| 0,19 Gew.-o/o | Mg, |
| 0,12 Gew.-o/o | Fe, |
| 033 Gew.-o/o | Al, |
| 0,06 Gew.-o/o | V, |
| 0,06 Gew.-o/o | Cr und |
| 0,02 Gew.-% | Mn. |
Vergleichsbeispiel B
Das Beispiel wurde unter Verwendung derselben Verfahrensweise bis zur Erzielung der Aufschlämmung
wiederholt
Die so erhaltene Aufschlämmung wurde in 10 Minuten auf 45° C abgekühlt und dann 3 Stunden lang auf dieser Temperatur gehalten, worauf sie in 10 Minuten auf 15° C abgekühlt und 1 Stunde lang auf dieser Temperatur gehalten wurde. Schließlich wurde die Aufschlämmung in 10 Minuten auf 45° C erhitzt und dann während 40 Minuten filtriert
Die so erhaltene Aufschlämmung wurde in 10 Minuten auf 45° C abgekühlt und dann 3 Stunden lang auf dieser Temperatur gehalten, worauf sie in 10 Minuten auf 15° C abgekühlt und 1 Stunde lang auf dieser Temperatur gehalten wurde. Schließlich wurde die Aufschlämmung in 10 Minuten auf 45° C erhitzt und dann während 40 Minuten filtriert
Die Filtriergeschwindigkeit betrug 0,6 m3 Stunde · m2 Filterfläche. Schon nach etwa 4 Stunden nach
dem Filtrieren begann die Trübung des klaren Filtrates und nach 12 Stunden war eine häufige Menge von abgeschiedenem
festem Material vorhanden.
durch Eindampfen bei 115° C konzentriert, bis eine Aufschlämmung
erhalten wurde. Die Flüssigkeit dieser Aufschlämmung hatte die folgende Zusammensetzung:
Die so erhaltene Aufschlämmung wurde in 15 Minuten auf 45°C abgekühlt und dann 3 Stunden lang auf
dieser Temperatur gehalten, worauf sie in 15 Minuten auf 15°C weitergekühlt und 20 Stunden lang auf dieser
Temperatur gehalten wurde. Schließlich wurde die Aufschlämmung 15 Minuten lang auf 45°C erhitzt und in 30
Minuten filtriert.
Das in 15 Minuten auf 20°C gekühlte Filtrat hatte die folgende Zusammensetzung:
Claims (5)
1. Verfahren zum Konzentrieren und Reinigen von wäßrigen Schwefelsäurelösungen mit einem
Gehalt an Magnesium und gegebenenfalls anderen Verunreinigungen, insbesondere Aluminium, Eisen,
Chrom, Vanadium und/oder Mangan, durch Eindampfen,
Kühlen und Filtrieren der dabei erhaltenen Aufschlämmungen bei 40 bis 500C, dadurch ge.-,
kennzeichnet, daß man die durch das Konzentrieren erhaltene Aufschlämmung auf eine Temperatur
von 10 bis 25° C abkühlt und während einer Zeitdauer
von mindestens 12 Stunden auf dieser Temperatur von 10 bis 25° C hält, vor dem Filtrieren die
Aufschlämmung auf 40 bis 50° C erhitzt und dieses Erhitzen und das Filtrieren während einer Gesamtdauer
von höchstens 1 Stunde bewerkstelligt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man das Abkühlen der Aufschlämmung auf 10 bis 25° C während einer Zeitdauer von
ttiitiuvOlCtlS *S OLUtIUCIl UUI Uli Ulli U
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man das Halten der Temperatur
der Aufschlämmung auf 10 bis 25° C während einer Zeitdauer von mindestens 20 Stunden durchführt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als Temperatur, auf welche
man die Aufschlämmung abkühlt und als Temperatur, auf welcher man sie hält, 15 bis 20° C wählt
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man das Abkühlen der Aufschlämmung
auf 10 bis 25° C in der Weise durchführt, daß man sie zunächst höchstens 1 Stunde auf 40 bis
50° C abkühlt, diese Temperatur während mindestens 3 Stunden hält und dann die Aufschlämmung in
höchstens 1 Stunde auf 10 bis 25° C abkühlt.
Applications Claiming Priority (1)
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