DE272292C - - Google Patents

Info

Publication number
DE272292C
DE272292C DENDAT272292D DE272292DA DE272292C DE 272292 C DE272292 C DE 272292C DE NDAT272292 D DENDAT272292 D DE NDAT272292D DE 272292D A DE272292D A DE 272292DA DE 272292 C DE272292 C DE 272292C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
formaldehyde
parts
aniline
diaminodibenzyl
acid
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT272292D
Other languages
English (en)
Publication of DE272292C publication Critical patent/DE272292C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Landscapes

  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
272292 KLASSE \2q. GRUPPE
Bekanntlich werden Diaminodibenzylsulfide, z. B.
CH2
2642 H^NH2
durch Einwirkung von Schwefelalkali auf Nitrobenzylchloride oder von Schwefelwasserstoff auf Aminobenzylalkohole gewonnen (vgl. Berichte 28 [1895], S. 1337 und S. 879 bzw. S. 914/915).
Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, daß man ebenfalls zu Diaminodibenzylsulfiden und deren Derivaten in sehr einfacher Weise gelangen kann, wenn man auf aromatische Amine mit freier p-Stellung, wie z. B. Anilin, o-Toluidin, o-Chloranilin, m-Phenylendiamin oder a-Naphtylamin, Formaldehyd und Alkalithiosulfat in Gegenwart von Säuren einwirken läßt. Die erhaltenen Basen lösen sich unzersetzt in verdünnter Salzsäure, lassen sich, soweit sie sich von primären Aminen ableiten, leicht diazotieren und liefern dann mit den üblichen Komponenten Farbstoffe. Sie zeigen ferner alle charakteristischen Reaktionen der Diaminodibenzylsulfide, d. h.
sie spalten beim Behandeln mit Schwermetallsalzen leicht Schwefelwasserstoff ab und geben bei Einwirkung von Anilin Diphenylmethanderivate (vgl. a. a. O. S. 1340/1341).
Die Einwirkung von Formaldehyd auf wäßrige Thiosulfatlösung in Gegenwart von Säuren ist bekannt; auch sind durch das Zusammenwirken von Formaldehydthioschwefelsäure und Anhydroformaldehyddimethyl - ρ - phenylendiarninmercaptan
r ,N(CH3U
C8 H3^N :CH2
L \SH J,
35
wohlcharakterisierte Salze bekannt geworden, die aber keine freien Aminogruppen enthalten (vgl. Berichte 39 [1906], S. 2406 bis 2419). In der gesamten Literatur ist also keine Angabe zu finden, daß durch Einwirkung von Formaldehydthioschwefelsäure auf aromatische Amine mit freier p-Stellung Diaminodibenzylsulfide entstehen können, denn es fehlte bisher die Beobachtung, daß durch diese Einwirkung zunächst intermediär ein Aminobenzylalkohol entsteht, der bei weiterem Eingriff von Thiosulfat oder Formaldehydthioschwefelsäure in Diaminodibenzylsulfid übergeht.
Da nun diese neue Methode zur Darstellung von Diaminodibenzylsulfid und dessen Derivaten durch Einwirkung von Formaldehydthioschwefelsäure auf salzsaures Anilin oder dessen Derivate in sehr glatter Weise und in einem durchlaufenden Arbeitsgang zum Ziele führt, so liegt auch darin ein gewerblicher Fortschritt gegenüber den bisher bekannten Verfahren.
Beispiel I.
Eine Lösung von 500 Teilen Natriumthiosulfat in 500 Teilen Wasser wird mit 205 Tei-
len Formaldehyd (30 prozentig) und dann bei ο bis 5 ° / mit 400 Teilen konzentrierter Salzsäure versetzt. Dazu wird in der Kälte eine Anilinsalzlösung gegeben, die aus 190 Teilen Anilin, 500 Teilen Wasser und 220 Teilen konzentrierter Salzsäute bereitet ist. Es wird 4 Stunden zum Sieden erhitzt. Beim Erkalten scheiden sich gelbe Flocken des Chlorhydrates aus, die abgesaugt und mit Natronlauge in die Base übergeführt werden. Diese wird durch Umkristallisieren aus Alkohol in Form glänzender Blättchen vom Schmelzpunkt 103 bis 104° erhalten. Sie ist leicht löslich in Alkohol, Toluol, Aceton und Essigester.
Wird die Base mit Essigsäureanhydrid di-
., acetyliert, so erhält man ein weißes Produkt, das sich aus*Essigester Umkristallisieren läßt und den konstanten Schmelzpunkt 188 bis 10.00 zeigt (vgl. Berichte 24 [1891], S. 726; 28 [1895], S. 915).
Die Base aus Äthylanilin und Formaldehydthioschwefelsäure schmilzt bei 52,5°, das salzsaure Salz bei 218 bis 220°.
Beispiel II.
100TeileNatriumthiosulfat werden in 250Teilen Wasser gelöst. Zu der lauwarmen Lösung werden 50 Teile Formaldehyd (30 prozentig) und nach dem Erkalten die entsprechende Menge Salzsäure zugesetzt. Nun wird eine salzsaure Lösung von o-Toluidin, bestehend aus 70 Teilen o-Toluidin und 80 Teilen Salzsäure (von 20° Be.), zugesetzt. Es entsteht eine klare Lösung, die sich nach kurzer Zeit trübt. Dann wird aufgekocht, wobei sich ganz geringe Mengen Schwefel abscheiden. Die heiß filtrierte klare Lösung wird alkalisch gemacht, und der abgeschiedene Körper kann durch Wasserdampfdestillation vom überschüssigen o-Toluidin befreit werden.
Die zurückbleibende Base wird getrocknet und zeigt nach dem Umkristallisieren aus Benzol oder Alkohol den Schmelzpunkt von 142 bis 145 °.
Die Analyse ergab folgende Zahlen:
Gefunden:
C = 70,25 Prozent,
H= 7,4 -
N = 10,0
S = 10,9
Berechnet für C10 A20 N2 S: C = 70,5 Prozent,
N = 10,3
S = 11,4 - .
Beispiel III.
Das Kondensationsprodukt von o-Chloranilin mit Formaldehydthioschwefelsäure wird in gleicher Weise wie das Anilinderivat hergestellt. Sein Schmelzpunkt liegt bei 125 bis 1270.
Nach gleicher Vorschrift gewinnt man auch die Kondensationsprodukte aus Formaldehydthioschwefelsäure und m-Phenylendiamin, Metanilsäure oder a-Naphtylamin.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von 4 · 4'-Diaminodibenzylsulfid und dessen Derivaten, dadurch gekennzeichnet, daß man Formaldehyd und Alkalithiosulfat in Gegenwart von Säuren auf aromatische Amine, deren Homologe und Substitutionsprodukte mit freier p-Stellung zu der (den) Aminogruppe (η), wie Anilin, Äthylanilin, o- oder m-Toluidin, ο Chloranilin, Metanilsäure, m-Phenylendiamin oder a-Naphtylamin, einwirken läßt.
DENDAT272292D Active DE272292C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE272292C true DE272292C (de)

Family

ID=528874

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT272292D Active DE272292C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE272292C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE272292C (de)
EP0212345A2 (de) Wässrige Farbstoffzubereitung, ihre Herstellung und Verwendung
DE484360C (de) Verfahren zur Darstellung von organischen Rhodanverbindungen
DE107718C (de)
DE88013C (de)
DE541474C (de) Verfahren zur Darstellung von basisch substituierten Derivaten aromatischer Aminooxy-und Polyamino-Verbindungen
DE270663C (de)
DE70678C (de) Verfahren zur Darstellung basischer säureechter Azofarbstoffe aus Diazobenzyldialkylaminen
DE99542C (de)
DE254438C (de)
DE727697C (de) Verfahren zur Herstellung von Derivaten schwer- bis unloeslicher, mindestens eine Hydroxylgruppe enthaltender Azofarbstoffe
DE821253C (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Farbstoffen
DE580519C (de) Verfahren zur Darstellung von 2-Oxy-3-arylaminonaphthalinen
DE81509C (de)
DE244789C (de)
DE452009C (de) Verfahren zur Herstellung von harzartigen Kondensationsprodukten aus Aminen der aromatischen Reihe und Formaldehyd
DE269542C (de)
DE92991C (de)
DE75296C (de) Verfahren zur Darstellung von substituirten cn /Jz-Naphtylendiaminen bezw. deren Sulfosäuren
DE455586C (de) Verfahren zur Darstellung von substituierten Guanidinen
DE526799C (de) Verfahren zur Darstellung von trisubstituierten Thioharnstoffen
DE285637C (de)
DE601720C (de) Verfahren zur Darstellung von Nitrofarbstoffen
DE228797C (de)
DE496979C (de) Verfahren zur Herstellung von schwefel- und stickstoffhaltigen Kondensationsprodukten