DE269692C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01F—COMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
- C01F15/00—Compounds of thorium
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 269692 KLASSE Mm. GRUPPE
in BERLIN.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 22. März 1912 ab.
Die beiden bis jetzt bekannt gewordenen Verfahren zur Gewinnung von Thor-X haben
zur Grundlage radiothorhaltige Substanzen. Rutherford und Soddy (Journal of the chemical
society Transactions 8i, 1902, Rutherford, »Die Radioaktivität«, Verlag Julius Springer
1907, S. 230) benutzen entweder radiothorhaltiges Thoroxyd, welches sie mit Wasser
durch Schütteln auslaugen, dabei erhalten sie jedoch keine quantitative Ausbeute und müssen
erhebliche Wassermengen anwenden, oder sie gehen von radiothorhaltigen Salzen aus, die
sie mit Ammoniak fällen (vgl. Soddy, »The Chemistry of the Radio-Elements«, London
1911, S. 72/73). Im Filtrat befindet sich dann
mit sehr erheblichen Mengen von Ammonsalzen Thor-X, während auf dem Filter ein
überaus voluminöser Niederschlag verbleibt. Will man aus diesem Niederschlag das gesamte
Thor-X auswaschen, so braucht man wiederum ganz erhebliche Wassermengen, und es ist unmöglich,
das Thor-X frei von Ammonsalzen zu erhalten. Nach den beiden bekannt gewordenen Verfahren läßt sich Thor-X also
nur in sehr verdünnten Lösungen bzw. mit Ammonsalzen verunreinigt gewinnen.
Der Gegenstand der Erfindung betrifft ein Verfahren, bei dem die radiothorhaltigen Stoffe
in Hydroxyde übergeführt werden, die nicht voluminös sind, vielmehr sehr hohe Dichte
besitzen. Dabei haben diese Hydroxyde die Eigenschaft, an äußerst geringe Wassermengen
quantitativ das Thor-X abzugeben. Es wird hierdurch möglich, das Thor-X ohne Ammonsalze
und in äuf3erst konzentrierten Lösungen zu gewinnen. Die radiothorhaltigen Substanzen
werden zu diesem Zwecke wie folgt behandelt :
Sie werden auf chemischem Wege möglichst vollkommen von allen Verunreinigungen befreit,
insbesondere von Barium, Calcium, Eisen, Blei, Phosphorsäure und womöglich von Ceriterden.
Die Lösung des so gereinigten radiothorhaltigen Materials wird sodann mit chemisch
reinem Ammoniak niedergeschlagen, vollkommen ausgewaschen und in verdünnter Salpetersäure
gelöst. Die überschüssige Säure wird durch Verdampfen auf dem Wasserbade bis zur Trockne entfernt. Der Rückstand
wird in destilliertem Wasser gelöst und wiederum mit einem Überschuß an chemisch
reinem Ammoniak versetzt. Die radiothorhaltigen Substanzen fallen als Hydroxyde aus,
und die überstehende Flüssigkeit wird, ohne daß der Niederschlag entfernt wird, unter
Umrühren bis zur Trockne vorsichtig eingedampft. Nach vollständigem Erkalten zerreibt
man den Rückstand mit destilliertem Wasser oder verdünnter kohlensäurefreier Kochsalzlösung,
läßt absitzen und hebert die überstehende trübe Lösung ab. Dieses wiederholt man so lange (zweckmäßig in einem hohen,
schmalen Zylinder), bis alle Ammonsalze ausgewaschen sind und die radiothorhaltigen Oxyde
sich klar absetzen.
Auf die so gewonnenen Hydroxyde, die sehr
dicht sind und ein sehr hohes spezifisches Gewicht haben, wird Wasser oder verdünnte
kohlensäurefreie Kochsalzlösung aufgegeben und das' Gemenge so lange stehen gelassen, bis
sich eine genügende Menge Thor-X gebildet hat. Durch Schütteln erhält man dann eine
.mit Thor-X angereicherte Lösung, die z. B. zu therapeutischen Zwecken verwendet wird.
Bekanntlich findet die Entwicklung von
Bekanntlich findet die Entwicklung von
ίο Thor-X aus der Muttersubstanz (Radiothor)
nur allmählich statt. Gleichzeitig tritt auch Zerfall von Thor-X ein. Man hat nun festgestellt,
daß die besten Resultate erreicht werden, wenn die Lösung vor dem Gebrauch
Γ15 ein bis zwei Tage über dem Radiothor stehen
gelassen wird. Bei kürzerer Zeitdauer werden / schwächere Lösungen erhalten, bei längerer
hingegen nehmen die rationellen Ausbeuten infolge des gleichzeitig stattfindenden Zerfalls
ab.
Da das nach dem oben angegebenen Verfahren hergestellte Radiothor mit ganz geringen
Mengen destillierten Wassers oder Salzwassers quantitativ ausgelaugt werden kann,
so erzielt man dadurch den großen Vorteil, kpnzentrierte reine Lösungen von Thor-X erhalten
zu können, im Gegensatz zu den nach dem bekannten Verfahren gewonnenen stark verdünnten bzw. ammonsalzhaltigen Lösungen.
Schließlich wird noch bemerkt, daß die Verwendung von kohlensäurefreier, sehr schwacher
Kochsalzlösung zur Herstellung von thor-X-haltiger Lösung gegenüber der Verwendung
von destilliertem Wasser den" Vorteil erreichen läßt, daß eine kolloidale Auflösung des Radiothorniederschlages
verhindert wird, die zur Trübung der Lösung führen und erhebliche Verluste der Muttersubstanz bedingen würde.
An Stelle von Kochsalzlösungen können natürlich Lösungen äquivalenter neutraler Salze
zur Verwendung gelangen.
Claims (2)
1. Verfahren zur Gewinnung von Radiothor oder radiothorhaltigen Stoffen, die
zur Herstellung von thor-X-haltigen Lösungen verwendet werden, dadurch gekennzeichnet,
daß mit Ammoniak gefälltes Radiothor oder mit Ammoniak gefällte radiothorhaltige
Stoffe zusammen mit den Ammonsalzen zur Trockne eingedampft und darauf die Ammonsalze durch wiederholtes
Waschen mit destilliertem Wasser oder verdünnter kohlensäurefreier Kochsalzlösung
entfernt werden.
2. Verfahren zur Herstellung von thor-X-haltigen Lösungen, dadurch gekennzeichnet,
daß das nach Anspruch 1 hergestellte Radiothor oder die radiothorhaltigen Stoffe mit
reinem destilliertem Wasser oder schwacher kohlensäurefreier Kochsalzlösung so lange
in Berührung gelassen werden, bis sich eine genügende Menge Thorium-X in der
Lösung gebildet hat.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE269692C true DE269692C (de) |
Family
ID=526528
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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