DE261027C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
- M 261027 KLASSE 12 f. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 18. Mai 1911 ab.
Bekanntlich erhält man beim Einleiten von nitrosen Gasen, welche einen geringen Überschuß
an Stickoxyd im Verhältnis zum Stickstoffdioxyd enthalten, in eine konzentrierte
Lösung von Alkalien, Carbonaten der Alkalien usw. bei Abschluß der Luft reine Lösungen
von Nitriten (vgl. Gmelin-Krauts Handbuch der anorg. Chemie, VII. Aufl., Bd. II, Abt. I,
Seite 303).
Enthalten dagegen die nitrosen Gase Luft, so werden die Absorptiohsverhältnisse komplizierter,
wie Le B la nc (Zeitschrift für Elektrochemie, Bd. 12 [1906], Seite 543 und 544) gezeigt
hat, und es entstehen neben Nitriten auch Nitrate in nicht unbeträchtlichen Mengen.
Besonders bei der Oxydation des Stickstoffs im elektrischen Ofen erhält man derartige,
diese Verhältnisse komplizierende, nitrose Gase, indem man es nicht in der Hand hat, die Gase gerade zu der Zeit mit Alkali
zusammenzubringen, in welcher die Oxydation eines Teiles des Stickoxydes zu Stickstorfdioxyd
sich so vollzogen hat, daß ein zur reinen Nitriterzeugung notwendiges molekulares Gemenge
von NO + NO2 —-v -ZV2O3 vorhanden
ist.
Das Verfahren gemäß Patentschrift 188188
will diese Übelstände vermeiden, indem die z. B. dem elektrischen Ofen entstammenden
nitrosen Gase nur so weit (300°) abgekühlt werden, daß bei dieser Temperatur eine weitere
chemische Bindung von Sauerstoff über das Verhältnis N2 '■ O3 hinaus nicht stattfinden
soll.
Indessen löst auch dieses bekannte Verfahren die Schwierigkeiten nicht vollständig. In der
Praxis, wo es sich um eine möglichst quantitative Absorption der nitrosen Gase und
möglichst vollständige Neutralisation des Absorptionsmittels handelt, ist immer eine Anzahl
unter sich in Verbindung stehender Apparate notwendig. · Die bei dem erwähnten Verfahren erreichten günstigen Verhältnisse
bestehen nur im ersten Absorptionsapparat oder in einem Teile des ersten, während sich
weiterhin infolge Abkühlung die Zusammensetzung der Gase immer mehr zugunsten von
NO2 vermindert und dementsprechend die Bildung von Nitrat zunimmt (vgl. Förster
und Blich, Zeitschrift f. angew. Chemie 1910, Seite 2017).
Vorliegendes Verfahren ermöglicht es nun in einfacher Weise, nitrose Gase mit nahezu
quantitativer Ausbeute in Nitrite von hohem Reinheitsgrade an salpetrigsaurem Salze überzuführen.
Dieses Verfahren besteht darin, daß man die zur Absorption gelangenden, beispielsweise
aus dem elektrischen Ofen stammenden nitrosen Gase in zwei oder mehrere Gasströme geteilt
der-Absorptionsanlage zuführt, einen Teil dieser Gasströme durch entsprechende Behandlung
(Abkühlung, genügende Reaktionszeit) in der Hauptsache in NO2 überführt, während beim.
anderen Teil durch Innehaltung geeigneter Temperaturen und eines möglichst kurzen
Weges die Bildung von Stickstoffdioxyd verhindert bzw. vorhandenes Stickstoffdioxyd in
Stickoxyd zurückverwandelt wird, und nun diese Gasströme unmittelbar beim Zusammentreffen
mit dem absorbierenden Mittel derart mischt, daß an jeder Stelle des Absorptionssystems das Verhältnis NO: NO2 = ι: ι be-
steht, ev. sogar ein kleiner Überschuß an NO
vorhanden ist.
Um die Bedingung für die reine Nitritbildung NO -f NO2
■>- 2V2O3 zu gewährleisten,
vermischt man das 2V0-haltige Gas nicht nur an einer Stelle mit dem 2VO2-haltigen Teile,
sondern es wird entsprechend der fortschreitenden Absorption das iVO-hnltige Gas an
verschiedenen Stellen der Apparatur eingeführt, bei mehreren hintereinander geschalteten
Apparaten z. B. in jeden derselben entsprechend der Menge des dort vorhandenen Stickstoffdioxyds,
oder bei einem großen Apparate an verschiedenen Stellen desselben. Hierbei ist es zweckmäßig, an geeigneten Stellen des
Absorptionssystems mit einem kleinen Überschuß von NO zu arbeiten, weil hierdurch die
reine Nitritbildung sicher gewährleistet wird. Das Verfahren hat, wie Versuche gezeigt
haben, den großen Vorteil, daß die gesamten nitrosen Gase in Nitrit übergeführt werden
können, während bisher die aus den Nitritabsorptionsapparaten abziehenden sogenannten
Restgase durch besondere Absorption mittels Kalk u. dgl. in Form eines weniger wertvollen
Nitrat-Nitritgemisches erhalten werden konnten.
Selbstverständlich ist das Verfahren auch anwendbar für nitrose, luft- und sauerstoffhaltige
Gase anderer Herkunft.
Nachfolgend sei ein Beispiel zur Ausführung des Verfahrens angegeben: Leitet man die
aus z. B. einem elektrischen Luftverbrennungsofen stammenden nitrosen Gase nach erfolgter
Abkühlung in Alkalilösungen, z. B. in Natronlauge, so erhält man in der Lauge Gemische
von Nitrit und Nitrat, in welchen das Verhältnis von Nitrit : Nitrat sich in weiten Grenzen
verhalten kann und im günstigsten Falle einige go Prozent· Nitrit zeigt.
Es wird nun von den Gasen nur ein Teil gekühlt, und dadurch, daß man diesem Teil
durch die Länge der Leitungen Zeit genug läßt, wird vor Eintritt in die Absorptionsapparatur alles 2VO oder
2V2O8
in NO2 um
gewandelt. Den anderen Gasteil leitet man, nur auf etwas unter Dunkelrotglut gekühlt,
auf dem kürzesten Wege in die mit dem ersten Teil gemeinsamen Gaseintritte der Absorptionsapparate ; es entstehen Laugen, die auf 97 bis
99 Prozent Nitritstickstoff nur 3 bis 1 Prozent Nitratstickstoff enthalten.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren zur Erzeugung reiner Nitrite aus nitrosen, luft- oder sauerstoffhaltigen Gasen und Alkalien oder alkalisch wirkenden Mitteln, dadurch gekennzeichnet, daß man die zur Einwirkung auf die Alkalien bestimmten Gasmengen in Gasströme geteilt der Absorptionsanlage zuführt, in ^0 einem Teil dieser Gasströme die nitrosen Bestandteile durch Zeit und Abkühlung in Stickstoffdioxyd überführt, in dem anderen dagegen die Bildung von Stickstoffdioxyd verhindert bzw. vorhandenes Stickstoffdioxyd durch Einhaltung einer geeigneten Temperatur bzw. eines kurzen Weges in Stickoxyd, überführt, und diese Gasströme im Augenblick der Absorption derart mischt, daß ein molekulares Verhältnis von NO: NO2 (N2OJ an jeder Stelle des Absorptionssystems vorhanden ist.
Applications Claiming Priority (1)
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