DE2507063B2 - Verfahren zur Herstellung von gefärbtem, anodisierten Aluminium in Bandform - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von gefärbtem, anodisierten Aluminium in BandformInfo
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Description
Es ist bekannt, anodisiertes Aluminium durch einen Wechselstromfluß zwischen dem anodisierten Aluminium
und einer in einem Elektrolyten, welcher bestimmte metallische Verbindungen enthält, eingetauchten
Gegenelektrode zu färben. Der Elektrolyt kann Salze von Nickel, Kobalt, Kupfer, Zinn, Chrom,
Silber, Eisen, Blei oder ein Manganat, Selenit oder Tellurit enthalten und ist auf einen sauren pH-Wert
eingestellt, der von der Badzusammensetzung abhängt. In einigen Fällen enthält das Bad Salze von
zwei oder mehr Metallen, wie Kobalt- und Nickelsalze.
Die Wirkungsweise des Verfahrens wird mit der Annahme erklärt, daß infolge der Isolierwirkung des
anodischen Oxidfilms nur dann eine Gesamtladung übergeht, wenn die Intervalle, in denen das Aluminium
kathodisch ist, größer sind als diejenigen, in denen das Aluminium anodisch ist, so daß die Menge
des während der kathodischen Phase aus dem Elektrolyten abgeschiedenen Materials größer ist als die
Menge, die während der anodischen Phase wieder aufgelöst wird. Es ist schon lange bekannt, daß das
Fließen eines Wechselstromes zwischen anodisierten Aluminiumwerkstücken in diesen Elektrolyten im besten
Falle zu sehr schwachen Färbungen führt, da unter solchen Umständen die Wellenform des Stromes
symmetrisch ist.
In der DT-AS 1496714 wird ein Verfahren zur kontinuierlichen Anodisierung eines Aluminiumbandes
beschrieben, wobei das Band, während es in die turbulente Strömung eines Schwefelsäureelektrolyten
eingetaucht ist, zuerst eine oder mehrere Anoden passiert, die denjenigen Teil der Oberfläche kathodisch
machen, welcher den Anoden gegenüberliegt und das Band anschließend eine Reihe von Kathoden passiert,
die in Länsrichtung gesehen, einen gewissen Abstand von der oder den Anoden haben und welche die ihnen
zugekehrte Oberfläche anodisch im Verhältnis zu den
ίο Kathoden machen.
Wenn ein sich bewegendes Band aus anodisiertem Aluminium durch ein Wechselstromverfahren gefärbt
werden soll, ist es offensichtlich erwünscht, daß es keinen Kontakt zwischen dem anodisierten Aluminium
und einer stationären Elektrode gibt. Es ist bekannt, bei der kontinuierlichen Anodisierung eines Aluminiumbandes
ein bipolares System anzuwenden. Wenn jedoch dieses System in einem elektrolytischen Färbeverfahren
mit Wechselstrom angewandt wird, wird nur sehr wenig Farbe erzeugt. Es wird angenommen, daß
das nahezu völlige Fehlen von Farbe aus der symmetrischen Natur der Wellenform resultiert, was davon
herrührt, daß Wechselstrom von einer ersten Elektrode durch den Elektrolyten zu dem anodisierten
Aluminium fließt und von dem anodisierten Aluminium durch den Elektrolyten zu einer zweiten Elektrode,
die von der ersten Elektrode räumlich entfernt ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein kontinuierliches
jo Färbeverfahren für anodisiertes Aluminium in Bandform aufzuzeigen, bei dem das Anodisieren und Färben
gleichzeitig an einem Band vorgenommen werden kann.
Die Erfindung wird in den Patentansprüchen definiert.
Wenn das Band nur auf einer Oberfläche anodisiert ist, ist es natürlich möglich, den Wechselstromkreis
durch Elektroden zu schließen, die in direktem Kontakt mit der nicht-anodisierten Oberfläche des Bandes
stehen oder dieser gegenüberliegen, so daß das elektrolytische Färben in Linie mit der Stufe der anodischen
Oxidation ausgeführt werden kann oder ein bereits anodisiertes endloses Band, das nur an einer
Oberfläche anodisiert ist, angefärbt werden kann.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform wird der Wechselstromkreis für die elektrolytische Zelle durch
eine Elektrode in der Oxidationszelle, welche einer nicht-oxidierten Fläche des Aluminiumbandes gegenüberliegt,
geschlossen. Dabei ist es möglich, daß über die in der Oxidationszelle befindliche Elektrode für
den Wechselstromkreis gleichzeitig der Gleichstromkreis für die anodische Oxidation geschlossen wird.
Der Wechselstromkreis und der Gleichstromkreis vor der Oxidationszone können über eine Kontaktrolle
geschlossen werden.
Die Gleichstromkomponente ist vorzugsweise von solcher Größe, daß der durchschnittliche Strom in
dem Teil des Zyklus, in dem das Band in dem elektrolytischen Färbebad kathodisch ist, zwei- bis zehnmal,
vorzugsweise drei- bis sechsmal größer ist als der
durchschnittliche Strom, wenn das Band anodisch ist. Die überlagerte Gleichstromkomponente kann
zweckmäßigerweise von einem Gleichrichtersystem stammen, das für die Anodisierungsstufe verwendet
wird, wo der Gleichstrom mittels in Längsrichtung mit Abstand angeordneter Kathoden und Anoden unter
Verwendung der »Flüssigkontakte-Technik in das Band eingeleitet wird.
Nachstehend ist eine Ausfiihrungsform der Erfindung
anhand der Zeichnungen beispielsweise beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 die schematische Darstellung einer Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von anodisierten
und gefärbten Aluminiumbänderr,
Fig. 2 ein Blockschaltbild des Gleichstromkreises nach Fig. 1,
Fig. 3 das Blockschaltbild des Gleichstrom kreises einer anderen Ausfiihrungsform,
Fig. 4 die schematische Anordnung zur kontinuierlichen Anodisierung und Färbung einer Oberfläche
eines Aluminiumbandes, und
Fig. 5 die schematische Darstellung einer weiteren Ausfiihrungsform zur Anodisierung und Anfärbung
beider Oberflächen eines Aluminiumbandes.
In Fig. 1 wird ein Aluminiumband von einer Vorratshaspel
(nicht gezeigt) in eine Eloxierzelle derjenigen Art gezogen, wie sie in der DT-AS 1496 714 beschrieben
ist, in welcher ein Strom eines ScüwefelsäureelektroJyten,
z. B. 15gewichtsprozentige Schwefelsäure,
durch zwei Einlasse 2 eingeführt und durch Auslässe 3 für eine Rezirkulation abgezogen wird. Die
dargestellte Zelle 1 hat fünf Paare von im Abstand voneinander angeordneter Elektroden 4. Zur Durchführung
des Anodisierverfahrens werden die ersten beiden Paare der Elektroden 4 mit dem positiven
Ausgang einer Gleichrichteranordnung 5 verbunden und die restlichen drei Paare von Elektroden mit dem
negativen Ausgang. Andere Anodisierelektrolyten, wie Oxalsäure oder Chromsäure können an Stelle der
Schwefelsäure in der Eloxierzelle ebenfalls verwendet werden.
Nach dem Verlassen der Anodisierstufe läuft das anodisierte Band durch eine Spülstation, die schematisch
mit 6 bezeichnet ist, und die dazu dient, den Schwefelsäureelektrolyten zu entfernen. Der Streifen
läuft dann in die elektrolytische Färbezelle 7 ein, in welcher er ein Feld von Gegenelektroden 8 passieren
muß. Die Gegenelektroden 8 sind mit einem Anschluß einer regelbaren Wechselstromquelle 9 verbunden,
deren anderer Anschluß mit den Anoden 4 der Zelle 1 verbunden ist, von wo der Strom zu einer
im wesentlichen nicht anodisierten Stelle auf der Oberfläche des Aluminiumbandes fließt. Betrachtet
man Fig. 2, so sind die Widerstände A1, R2 und R3
die Widerstände des Stromweges zwischen dem Band und den Gegenelektroden 8, dem Band und den Kathoden
4 bzw. dem Band und den Anoden 4. Wegen des Anwachsens des anodischen Oxidfilmes in der
Zelle 1 und der niedrigeren Leitfähigkeit des Elektrolyten in der Färbestufe, verglichen mit der Eloxierstufe,
gilt Rt>R2>R3 und konsequenterweise wird
auch der Gleichstrom ι, in der elektrolytischen Färbestufe viel kleiner sein als der Gleichstrom, der in der
Eloxierstufe verwandt wird.
In einem Beispiel hat die Anodisierstufe 1 eine Länge von 3,66 m und die Färbezetle 7 eine Länge
von 2,74 m. Das Band (etwa 50 mm breit) wurde mit einer Geschwindigkeit von 3,66 m pro Minute durchgezogen,
was zu einer Verweilzeit von 1 Minute in der Anodisierungsstufe und von 45 Sekunden in der
Färbestufe führte. Bei Verwendungeines 15gewichtsprozentigen
Schwefelsäurelektrolyten mit 60° C und einer Gleichspannung von 25 Volt wurde gefunden,
daß sich bei einer Gesamtstromstärke von 500 Ampere ein anodischer Film mit einer Dicke von 5 μηι
ergab. Mit einem Wechselstrom von 30 Ampere und einer Verweilzeit von 45 Sekunden in Zelle 7 war es
möglich, einen dunkelbronzefarbenen Farbton zu erzeugen, wobei ein Nickelektrolyt folgender Zusammensetzung
verwendet wurde:
NiSO.-7H2O 25 g/l
(NH4J1SO4 15 g/l
MgSO4-7 H1O 20 g/I
H3BO3 " 25 g/l
pH-Wert 5,7
ίο Andere bekannte und alternativ zu verwendende
Bäder, wie diejenigen, die Zinn- oder Kobaltsalze enthalten, können ebenfalls zur elektrolytischen Färbung
von Aluminiumoxidfilmen mittels Wechselstrom mit überlagertem Gleichstrom verwendet werden.
Die Gegenelektroden 8 wurden von Bleistreifen gebildet und hatten eine Abmessung in Richtung der
Bewegung des Bandes von 5,08 cm. In dem oben beschriebenen System betrug das Verhältnis des durchschnittlichen
kathodischen Stromes zum durchschnittlichen anodischen Strom in Zelle 7 ca. 4 : 1 bei
Ausmessung der Flächen unter Kurve des Oszillogramms.
Bei einer modifizierten Ausführungsform, wie sie in Fig. 3 gezeigt ist, haben R1 und R2 die
gleiche Bedeutung wie in Fig. 2. R4 und /?4' bedeuten
die Widerstände des Stromweges zwischen dem Band und dem ersten Paar von Elektroden 4 und zwischen
dem Band und dem zweiten Paar von Elektroden 4. In dieser Anordnung ist der veränderbare Widerstand
R5 mit einem Leiter 10 in F i g. 1 verbunden. Wie noch
jo gezeigt werden wird, ermöglicht diese Anordnung,
daß der Gleichstrom in Zelle 7 durch eine geeignete Verstellung des Widerstandes 5 veränderbar ist.
Wenn Leiter 10 abgetrennt wird, wird der Widerstand R5 unendlich groß und dem Wechselstrom in der elektrolytischen
Färbestufe wird keine Gleichstromkomponente überlagert.
In einem weiteren Beispiel wird die Vorrichtung nach Fig. 1 ohne eine Verbindung zwischen den zwei
Paaren von Anoden 4 betrieben, wenn ein Kupferelektrolyt in der elektrolytischen Färbestufe eingesetzt
wird. Die Anodisierung wurde unter denselben Bedingungen wie im vorausgegangenen Beispiel
durchgeführt, jedoch wurde kein Gleichstrom in der elektrolytischen Färbestufe überlagert. Es wurde festgestellt,
daß ein gewünschter rotbrauner Farbton in diesem Film mit einem Wechselstrom von 27 Ampere
und einer Spannung von 23 Volt in einer Verweilzeit von 45 Sekunden mit einem Kupfer enthaltenden
Elektrolyten folgender Zusammensetzung erzielt
so werden konnte.
CuSO4SH2O 35 g/l
MgSO4 · 7H,O 20 g/l
pH-Wert 1,3
(durch Zugabe von Schwefelsäure).
(durch Zugabe von Schwefelsäure).
Ein bekanntes System zur Anodisierung einer Oberfläche eines Aluminiumbandes ist in der US-PS
3 296114 beschrieben. Eine Anodisierungszelle 11, die nach diesem System arbeitet, ist schematisch in
Fig. 4 dargestellt. In der Anodisierungszelle 11 ist die Rückseite des Bandes in Kontakt mit einer Kohlebürste
12, die mit dem positiven Anschlu3 einer Gleichstromquelle verbunden ist, und eine Kathode 14 ist
mit dem negativen Anschluß verbunden. Der Elektrolyt wird durch ein perforiertes Sieb auf das Band
aufgesprüht, wobei die Fäden des Elektrolyten den Stromweg zwischen der Kathode 14 und dem Band
darstellen, welches während seines Durchganges durch die Zelle in ein etwas gewölbtes Profil gebracht
wird, um zuviel Kontakt zwischen dem Elektrolyten und der Rückseite des Bandes zu verhindern. Die
elektrolytische Färbung wird in einer ähnlichen Zelle 16 ausgeführt. Der Wechselstromkreis für die elektrolytische
Färbestufe wird dort zwischen der Elektrode 12 und einer Gegenelektrode 15 in dem elektrolytischen
Färbebad 17 geschlossen. Es ist vorteilhaft, dem so aufgebauten Wechselstromkreis eine Gleichstromkomponente
zu überlagern, wenn ein geeigneter Elektrolyt in der Elektrofärbestufe verwendet
wird.
Nach einer weiteren Ausf Jhrungsform wird eine Kohleelektrode zusätzlich zur Elektrode 12 in Kontakt
mit der nicht anodisierten Seite des Bandes in Zelle 16 gebracht. In diesem Fall wird der Wechselstromkreis
durch diese zweite Kohleelektrode geschlossen. Die in Fig. 4 gezeigte Ausführungsform
wird jedoch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit bevorzugt, da diese Kohlebürsten durch den Kontakt mit
dem Band abgenutzt werden und eine periodische Erneuerung erfordern.
Fig. 5 zeigt eine Anordnung zur kontinuierlichen Anodisierung und elektrolytischen Anfärbung eines
Aluminiumbandes, wobei eine Kontaktrolle zur Einleitung des Stromes in das Band in der Anodisierungsstufe
angewandt wird. In dieser Anordnung ist die Kontaktrolle 21 mit dem positiven Anschluß einei
Gleichstromquelle, und die Kathoden 23 in eine Anodisierungszelle 22 sind mit dem negativen AnschluE
verbunden. Die Rolle 21, die in Kontakt mit dem nich!
anodisierten Aluminium steht, ist mit einem AnschluO
einer Wechselstromquelle mit überlagerter Gleichstromkomponente verbunden, während der entgegengesetzte
Anschluß mit den Gegenelektroden 8 dei elektrolytischen Färbezelle 7 verbunden ist.
ι η Eine Einrichtung zur Erzeugung von Wechselstrom mit einer asymmetrischen Wellenform (was einem
Wechselstrom mit einer überlagerten Gleichstromkomponente gleichwertig ist) ist in Fig. 5 gezeigt und
besteht aus einem Transformator 24, der mit Dioder 25 in gezeigter Art und Weise verbunden ist. Da ein
Spannungsabfall in der Größenordnung von 2 Voll an jeder Diode 25 auftritt, wird bewirkt, daß in dem
Halbzyklus, in welchem das Band in Zelle 7 kathodisch ist, mehr Strom fließt als in dem Halbzyklus.
2(i in welchem es anodisch ist.
In einigen Fällen kann es wünschenswert sein, die elektrolytische Färbestufe mit reinem Gleichstrom zu
betreiben. In einem solchen Fall kann die Wechselstromkomponente eliminiert werden, und das Verhältnis
von Gleichstrom zu Wechselstrom wird unendlich.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von gefärbtem, anodisierten Aluminium in Bandform, in dem das
sich bewegende Band zuerst durch Gleichstromeinwirkung anodisiert wird und sodann durch
Wechselstromfluß zwischen dem anodisierten Aluminiumband und einer Gegenelektrode gefärbt
wird, die in einen Färbeelektrolyten eingetaucht ist, der wenigstens eines der Salze von Kupfer,
Zinn, Kobalt, Nickel, Chrom, Eisen, Silber oder Blei, oder ein Manganat, Tellurit oder Selenit
enthält, dadurch gekennzeichnet, daß das anodisierte Aluminium in kontinuierlicher Bandform durch den Färbeelektrolyten gezogen und
der Wechselstrom kreis durch Stromeinfiihrung in das Band durch einen im wesentlichen unanodisierten
Bereich geschlossen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wechselstromkreis für die
elektrolytische Zelle durch eine Elektrode in der Oxidationszelle, welche einer nicht oxidierten
Fläche des Aluminiumbandes gegenüberliegt, geschlossen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß über die in der Oxidationszelle
befindliche Elektrode für den Wechselstromkreis gleichzeitig der Gleichstromkreis für die anodische
Oxidation geschlossen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wechselstromkreis und der
Gleichstromkreis vor der Oxidatiqnszone über
eine Kontaktrolle geschlossen wird.
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