DE239092C - - Google Patents
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- DE239092C DE239092C DENDAT239092D DE239092DA DE239092C DE 239092 C DE239092 C DE 239092C DE NDAT239092 D DENDAT239092 D DE NDAT239092D DE 239092D A DE239092D A DE 239092DA DE 239092 C DE239092 C DE 239092C
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C09—DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- C09B—ORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
- C09B7/00—Indigoid dyes
- C09B7/10—Bis-thionapthene indigos
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Heat Sensitive Colour Forming Recording (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 239092 KLASSE 22 e. GRUPPE
KALLE & CO. AKT-GES. in BIEBRICH a. Rh. Verfahren zur Darstellung von Küpenfarbstoffen.
Zusatz zum Patente 237680 vom 3. Juni 1906.*)
Patentiert im Deutschen Reiche vom 13. November 1906 ab. Längste Dauer: 2. Juni 1921.
Es wurde gefunden, daß der 4, 6-4', 6'-Tetramethylthioindigo ein besonders wertvoller
Farbstoff ist. Er zeichnet sich vor dem blauroten Thioindigo durch eine bedeutend gelbere
Nuance aus, welche es gestattet, mit ihm alizarinähnliche Färbungen herzustellen. Außerdem
sind die Färbungen des 4,6- 4', 6'-Tetramethylthioindigos wasch- und bleichechter als
die des Thioindigos. Die Methylgruppen bewirken somit in dem Thioindigo eine überraschende
und vorteilhafte Veränderung der Eigenschaften.
Den neuen Farbstoff kann man gewinnen, indem man die Carbonsäure des 4 ■ 6-Dimethyl-3-oxythionaphtens
oder dieses selbst mit Oxydationsmitteln behandelt.
Er ist ein rotes Pulver, läßt sich leicht verküpen und färbt Wolle und Baumwolle in
alizarinähnlichen Nuancen. Die 4 · 6-Dimethyl-3-oxythionaphtencarbonsäure
ist durch Alkalischmelze der Dimethylphenylthioglykol-o-carbonsäure
[S-CH2COOH: C00H:CH3:CHs^= X-2-3-S)
zu erhalten, und diese Säure kann aus m-Xylidin gewonnen werden, wie nachstehend beschrieben
ist.
i6,6 Teile o-Nitro-m-xylidin ■
[CH3: CH3:NH2:NO2 = 6:4:1:2)
werden mit 6,9 Teilen Nitrit und 40 Teilen Salzsäure von 20° Be. diazotiert und die
filtrierte Diazolösung in der Wärme in eine aus 25 Teilen Kupfersulfat und 28 Teilen
Cyankalium hergestellte Lösung von Kupfercyanür eingetragen. Unter Stickstoffentwicklung
scheidet sich das Nitril ab. Nach kurzem Erwärmen läßt man erkalten, saugt
ab und löst den Filterrückstand in heißem Alkohol. Beim Erkalten oder auf Zusatz von
Wasser fällt das Nitroxylonitril
(CH3: CH3: CN:NO2 = 6: 4: 1:2)
in gelb gefärbten Nädelchen aus. Es ist mit Wasserdampf etwas flüchtig, löst sich leicht
in heißem Alkohol und in viel kochendem Wasser; aus diesen Lösungsmitteln kristallisiert
es in Nadeln, welche bei 126 ° schmelzen.
Zur Überführung in die Säure werden 17 Teile des Nitroxylonitrils mit 85 Teilen 80 prozentiger
Schwefelsäure etwa 12 Stunden bei. 100°
digeriert, bis vollkommene Lösung eingetreten
*) Frühere Zusatzpatentc: 239089, 239090 und 239091.
ist. Hierauf gibt man in ungefähr 140 Teile heißes Wasser und läßt unter Rühren unter
die Oberfläche der heißen Flüssigkeit allmählich eine konzentrierte Lösung von 18 Teilen
Nitrit einlaufen. Nach beendetem Einlaufen erhitzt man noch eine halbe Stunde auf 100°,
kühlt sodann ab und filtriert die abgeschiedene Nitroxylylsäure
(CJi3: CH9: COOH: NO2 = 6: 4:1: 2)
ab. Die Säure ist schwer löslich in Wasser, leicht löslich in Alkohol; sie kristallisiert in
gelblichen Nadeln und schmilzt bei i8o°.
20 Teile der Nitroxylylsäure löst man in 5,6 Teilen Soda, setzt eine konzentrierte Lösung von 11 Teilen Natriumdisulfid Na2 S2 hinzu und kocht einige Stunden. Hierauf wird mit Essigsäure sauer gemacht und stark eingedampft. Den Rückstand versetzt man mit verdünnter Salzsäure in der Kälte bis zur sauren Reaktion und filtriert. Die Lösung enthält die o-Aminoxylylsäure
20 Teile der Nitroxylylsäure löst man in 5,6 Teilen Soda, setzt eine konzentrierte Lösung von 11 Teilen Natriumdisulfid Na2 S2 hinzu und kocht einige Stunden. Hierauf wird mit Essigsäure sauer gemacht und stark eingedampft. Den Rückstand versetzt man mit verdünnter Salzsäure in der Kälte bis zur sauren Reaktion und filtriert. Die Lösung enthält die o-Aminoxylylsäure
[CH3: CH3: COOH:NH2 = 614:1:2),
welche aus der salzsauren Lösung durch Zugabe von Natriumacetat abgeschieden werden kann.
Durch Kristallisation aus Wasser kann man sie reinigen und gewinnt sie als gelbes Kristallpulver,
das bei 126 ° unter Zersetzung schmilzt.
Man diazotiert diese Säure mit 25 Teilen Salzsäure und 6,9 Teilen Nitrit und läßt die
Diazolösung in eine Lösung von 18 Teilen Kaliumxanthogenat und 40 Teilen Soda einfließen.
Nach mehrstündigem Rühren setzt man 15 Teile Natriumchloracetat und 25 Teile
Natronlauge hinzu und erhitzt mehrere Stunden auf ioo°. Nach dem Erkalten fällt man die
Xylylthioglykol-o-carbonsäure .
(CHS:CH3: COOH-,SCH2C0OH = 6:4:1:2)
40
durch Salzsäure. Sie scheidet sich als braunrote weiche Masse ab, die nach einiger Zeit fest wird;
sie konnte durch Kristallisation nicht gereinigt werden. Durch mehrmaliges Auflösen in Soda
und Wiederausfällen mit Salzsäure wird ein gelbes mikrokristallinisches Pulver erhalten,
das bei 158 bis 1590 schmilzt.
Zur Darstellung der 4 · 6-Dimethyl-3-oxythio-
naphten-2-carbonsäure werden 20 Teile Xylylthioglykol-o-carbonsäure
mit einem Gemisch von 120 Teilen Ätznatron und 12 Teilen
Wasser kurze Zeit auf 180 bis 190 ° erhitzt. Die anfangs rötlich gefärbte Schmelze färbt
sich allmählich gelblichbraun. Um die entstandene Carbonsäure abzuscheiden, löst man
die Schmelze in Wasser, stumpft einen Teil des freien Alkalis durch Zugabe von Salzsäure
ab und filtriert. Aus der kalten Lösung fällt bei weiterem Zusatz von Salzsäure die
4, 6-Dimethyloxythionaphtencarbonsäure in schwach rötlich gefärbten Flocken aus, welche
sich in kohlensauren und ätzenden Alkalien leicht lösen. Durch Erhitzen mit Salzsäure
erhält man aus dieser Säure unter Kohlensäureabspaltung das 4, 6-Dimethyloxythionaphten.
Es scheidet sich in feinen Nadeln ab, die sich an der Luft schnell oxydieren;
es ist mit Wasserdampf flüchtig und schmilzt bei 930. Es ist löslich in heißem Wasser und
in Alkohol. -
Um den Küpenfarbstoff aus der 4, 6-Dimethyloxythionaphtencarbonsäure
zu gewinnen, ist ihre Isolierung nicht notwendig, man kann direkt die Lösung der Alkalischmelze verarbeiten.
Man löst die Alkalischmelze in Wasser und setzt eine Lösung von Ferricyankalium hinzu, bis dieses im Überschuß vorhanden
ist. Der Farbstoff scheidet sich in leuchtend roten Flocken aus. Er bildet in trockener Form ein rotes Pulver, welches sich
in alkalischem Hydrosulfit unter Bildung des entsprechenden Leukokörpers auflöst. Aus
dieser Küpe werden Wolle und Baumwolle mit einer Nuance ähnlich dem Alizarinrosa
und in hervorragender Waschechtheit gefärbt. Als Oxydationsmittel, um die neuen Thionaphtenderivate
in den entsprechenden Farbstoff überzuführen, kommen z. B. in Betracht: neben Ferricyankalium, Hypochlorit, Eisenchlorit,
Kaliumbichromat, Luft in ammoniakalischer Lösung unter Zusatz von Kupfersulfat.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Besondere Ausführungsform des durch Patent 237680 geschützten Verfahrens zur Darstellung von Küpenfarbstoffen, darin bestehend, daß man die Carbonsäure des 4 · 6-Dimethyl-3-oxythionaphtens oder dieses selbst mit Oxydationsmitteln behandelt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE239092C true DE239092C (de) |
Family
ID=498564
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT239092D Active DE239092C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE239092C (de) |
-
0
- DE DENDAT239092D patent/DE239092C/de active Active
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