DE238596C - - Google Patents

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DE238596C
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JV! 238596 KLASSE 22 a. GRUPPE
Es wurde gefunden, daß man Farbstoffe von bemerkenswerten Echtheitseigenschaften erhält, wenn man die Diazoverbindungen von Chlor-, Nitro- oder Chlornitroderivaten des 5 o-Aminophenols auf die Sulfosäuren III und IV des m-Aminophenols [N H2: O H: S O3H = 1:3:6 oder 1:3:4) einwirken läßt.
In der Patentschrift 169579 ist ein Verfahren beschrieben, wonach man u. a. aus Diazoverbindungen von o-Aminophenolen und m-Aminophenol Farbstoffe erhält, die sowohl in saurem Bade als auch unter Anwendung von Beizen aufgefärbt werden können.
Aus dieser Patentschrift ließ sich in keiner Weise voraussehen, welche Eigenschaften diejenigen Farbstoffe aufweisen würden, in denen an Stelle des m-Aminophenols dessen Sulfosäuren enthalten sind. Es hat sich denn auch gezeigt, daß, je nachdem man als zweite Komponente die Ammophenolsulfosäure III oder IV mit den erwähnten o-Aminophenolderivaten kombiniert, man zu zwei Reihen gänzlich voneinander verschiedener Farbstoffe gelangt. So erhält man aus Säure III und diazotiertem p-Nitro-o-aminophenol einen Farbstoff, der Wolle im sauren Bade gelb anfärbt; diese äußerst unscheinbare Nuance schlägt beim Nachbehandeln mit Bichromat in ein sattes,, sehr lebhaftes gelbstichiges Rot um.
Läßt man dagegen an Stelle der Säure III die Säure IV treten, so erhält man auf Wolle in saurem oder neutralem Bade ebenfalls ein Gelb, das aber durch Nachchromieren in ein tiefes Schwarzbraun von hervorragenden Echtheitseigenschaften übergeht. Mittels m-Aminophenol gewinnt man auf dieselbe Weise einen wenig ansehnlichen braunroten Farbstoff, der außerdem schwerer löslich und demnach für die Apparatenfärberei unbrauchbar ist. Außerdem ist dieser Farbstoff vollkommen pottingunecht. Er färbt baumwollene Effektfäden stark an, während der nach vorliegendem Verfahren hergestellte Farbstoff sich durch hervorragende Pottingechtheit auszeichnet und baumwollene Effektfäden rein weiß läßt, eine Eigenschaft, die einen bedeutenden technischen Fortschritt darstellt.
Die überraschende Tatsache, daß aus den beiden isomeren Säuren gänzlich verschiedene Farbstoffe entstehen, läßt sich wohl so erklären, daß die Diazogruppe verschieden eingreift.
Der Aminophenolsulfosäure III kommt nach G. Schultz (Ber. 39, S. 3345) die folgende Konstitution zu:
NH.
HO« S-
OH
55
60
Der Diazorest greift hier vermutlich in die 4-Stellung, also die p-Stellung zur Amino- und in die o-Stellung zur Hydroxylgruppe ein.
Die Säure IV dagegen hat die folgende Konstitution:
NH,
SO3H
Hier ist die 4-Stellung durch die Sulfogruppe bereits besetzt; es bleiben also für die eintretende Diazogruppe nur die Plätze 2 und 6 frei; welche von beiden Stellen besetzt wird, konnte bisher nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden. Beim m-Aminophenol ist dagegen keine der Stellungen 2, 4 und 6 besetzt. Der Diazorest kann also in verschiedenen Stellen eintreten, was anscheinend auch der Fall ist; denn die Nuancen der Farbstoffe aus m-Aminophenol liegen gerade zwisehen denjenigen der Farbstoffe aus der Säure III und IV, was für die Annahme spricht, daß das m-Aminophenol keine einheitlichen Farbstoffe liefern kann.
Beispiel I.
2,87 kg p-Chlor-o-aminophenol werden in 25 1 Wasser und 5 kg Salzsäure von 200 Be. gelöst und unter Zusatz von Eis mit 1,4 kg Nitrit in 25 1 Wasser bei etwa 30 diazotiert.
Die Diazoverbindung gibt man zu einer Auflösung von 4,64 kg m-aminophenolsulfosaurem Natrium (NH2-.OH: SO3H = 1:3:6) (Säure III) in 25 1 Wasser. Man macht das Ganze ■ hierauf mit Soda schwach alkalisch und läßt die Masse etwa 10 Stunden stehen, worauf man sie noch etwa 2 Stunden auf 40 ° und ungefähr 1Z2 Stunde auf 70 ° erwärmt. Schließlich wird der Farbstoff mit Kochsalz ausgesalzen, gepreßt und getrocknet.
Man kann ihn auch , durch Aussäuern aus der Lösung ausfällen, wobei man ohne Kochsalz auskommt, da die freie Farbstoff säure in kaltem Wasser ziemlich schwer löslich ist.
Der erhaltene Farbstoff färbt Wolle in

Claims (1)

  1. Paten t-An s PRU c H:
    saurem Bade gelblich. Die Färbung geht beim Nachbehandeln mit Bichromat in ein schönes blaustichiges, sehr egales Rot über, das vollständig walk- und lichtecht ist.
    Beispiel II.
    7,7 kg p-Nitro-o-aminophenol werden in 1001 ' Wasser und 20 kg Salzsäure von 20 ° Be. heiß gelöst. Die Lösung wird eventuell filtriert, ahgekühlt und bei etwa 50 unter Zusatz von Eis mit 3,5 kg Natriumnitrit in 25 1 Wasser versetzt.
    Die Diazoverbindung gibt man zu einer Auflösung von 11,5 kg aminophenolsulfosaurem Natrium (NH2: OH: SO3H = 1: 3: 4) (Säure IV) in 25 1 Wasser. Hierauf wird die Masse mittels Natronlauge schwach alkalisch gemacht und etwa 10 Stunden sich selbst überlassen. Nachdem sie noch etwa 2 Stunden auf 40 ° und Y2 Stunde auf 70° erwärmt ist, wird sie mit Salzsäure schwach angesäuert, worauf die ausgeschiedene Farbstoffsäure nach dem Erkalten abfiltriert und getrocknet wird.
    Der Farbstoff färbt Wolle in saurem Bade gelbbraun, beim Nachchromieren tief schwarzbraun mit sehr lebhaftem Schein. Walkechtheit, Pottingechtheit, Egalisierungsvermögen und Lichtechtheit sind sehr gut.
    Man kann bei der Anwendung von Nitroaminophenol auch die sehr schwer lösliche Diazoverbindung vor dem Kuppeln absaugen. Ein Zusatz von Alkali ist in diesem Falle nicht nötig, da die Kupplung auch in neutraler Lösung vonstatten geht.
    Verfahren zur. Herstellung roter bis brauner nachchromierbarer Azofarbstoffe, dadurch gekennzeichnet, daß man die Diazoverbindungen der Chlor-, Nitro- oder Chlor nitroderivate des o-Aminophenols auf die Aminophenolsulfosäuren III und IV (NH2: OH: SO3H = 1:3:6, bzw. 1:3:4; einwirken läßt.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2098337A1 (de) * 1970-07-11 1972-03-10 Bayer Ag

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