DE234584C - - Google Patents

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DE234584C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C1/00Chemical treatment prior to tanning
    • C14C1/08Deliming; Bating; Pickling; Degreasing

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Storage Of Fruits Or Vegetables (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 234584 KLASSE 2Ba. GRUPPE
Verfahren zum Beizen von Häuten. Patentiert im Deutschen Reiche vom 18. April 1909 ab.
Die auch heute noch vielfach in der Gerberei verwendeten Mistbeizen zeigen eine ganze Reihe von Nachteilen, die jedem Fachmann bekannt sind. Man ist deshalb seit langer Zeit bestrebt, einen Ersatz für diese Beizen zu finden, und hat Versuche mit verschiedenen chemischen Substanzen, vor allem anorganischen und organischen Säuren, . gemacht. Diese Versuche hatten einen mehr oder weniger großen Erfolg. Besonders hat sich die technische Milchsäure in der Lederindustrie bestens bewährt; sie hat sich als unschädlich für die Hautsubstanz erwiesen und hat in vielen Fällen die Kot- und Kleienbeizen verdrängt. Ein Nachteil jedoch, der sich bei den stärkeren Säuren, Essig- und Salzsäure, noch viel mehr bemerkbar macht, ist auch bei der Verwendung der Milchsäure fühlbar, wenn nicht vorsichtig gearbeitet wird; es wird
ao nämlich der Narben der Blöße, namentlich bei feineren Häuten, manchmal zusammengezogen und unansehnlich und fühlt sich dann rauh und spröde an. Dies rührt daher, daß die Säure, nachdem sie dem Beizbad zugesetzt ist, sich nicht sofort vollständig mit dem Kalk der Blöße verbindet, sondern erst allmählich die Blöße durchdringt, so daß eine gewisse' Zeitlang freie Säure in dem Beizbad vorhanden ist. Dieser Übelstand kann auch dadurch, daß man die Säure nach und nach zusetzt, nicht in allen Fällen behoben werden. *
Es ist nun von anderer Seite vorgeschlagen worden, an Stelle von freier Säure die Anhydride, Lactone und Lactide der Fettsäuren zu verwenden; es soll bei diesem Verfahren
eine schädliche Einwirkung der freien Säuren auf die Haut nicht stattfinden, sondern diese Verbindungen werden bei einer Temperatur von 40° C, die als Optimum für den Beizprozeß angegeben · wird, durch den Kalkgehalt der Blößen allmählich in die freie Säure aufgespalten, die sich ihrerseits sofort mit dem Kalk zu dem löslichen Kalksalz verbindet. Das Beizbad erhält dadurch keine saure Reaktion.
Nun sind aber bekanntlich die zur Verwendung gelangenden Produkte, z. B. Milchsäureanhydrid und Lactid, in Wasser praktisch unlöslich ; auch Lacton geht erst beim Kochen mit Wasser oder Soda langsam in die Säure über (vgl. Beilstein, Handbuch der organischen Chemie 1893, I, S. 554, 555, 563). Es muß deshalb das Lactid mit Kieselgur, Sägespänen usw. vermischt werden, um es auf diese Weise gleichmäßig im Beizbade zu verteilen. Dadurch wird aber unter Umständen ein gleichmäßiges Durchdringen der Blöße mit der Beizflüssigkeit verhindert.
Vorliegende Erfindung hat nun ein Ver- 60, fahren zum Gegenstand, bei dem dieser Übelstand dadurch verhindert wird, daß eine Lösung von Milchsäureanhydrid in milchsaurem Ammon verwendet wird.
Diese Lösung läßt sich der Beizflüssigkeit ohne weiteres zusetzen, und man erreicht dadurch, daß nur sehr wenig freie Säure (Milchsäureanhydrid hat ja Säurenatur) vorhanden ist. Diese freie Anhydridsäure wird aber in dem Beizbade durch den Kalkgehalt der Blöße sofort abgestumpft, und es erfolgt dann weiterhin durch den Kalk eine langsame Zersetzung
des milchsauren Ammons bzw. des Milchsäureanhydrids in freie Säure, die sich ihrerseits sofort mit dem noch vorhandenen Kalk verbindet.
Das neue Verfahren hat den Vorteil, daß sich freie Säure überhaupt nicht bilden kann; denn in dem Moment, in dem der Kalk ans der Blöße entfernt ist, kann keine weitere Aufspaltung mehr stattfinden, so daß also
ίο auch ein eventueller Überschuß an Beizmittel unschädlich ist.
Zur Herstellung dieser dem Beizbade zuzusetzenden Flüssigkeit werden etwa 600 g milchsaures Ammon, technisch 50 Prozent, auf 60 bis 700 C. erwärmt und hierin unter stetem Umrühren etwa 300 g Milchsäureanhydrid, aus technischer Milchsäure hergestellt, eingetragen, bis eine vollständige Lösung erfolgt ist.
Diese Zahlen sollen nur ganz allgemein ein Beispiel geben zur Herstellung der Lösung; das Verfahren ist nicht auf eine bestimmte Konzentration der Lösung beschränkt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Beizen von Häuten, gekennzeichnet durch die Verwendung einer Auflösung von Milchsäureanhydrid in milchsaurem Ammon.
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