DE219912C - - Google Patents

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DE219912C
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    • GPHYSICS
    • G04HOROLOGY
    • G04BMECHANICALLY-DRIVEN CLOCKS OR WATCHES; MECHANICAL PARTS OF CLOCKS OR WATCHES IN GENERAL; TIME PIECES USING THE POSITION OF THE SUN, MOON OR STARS
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Ju 219912 KLASSE 83 a. GRUPPE
KARL BÖTTCHER in BERLIN.
Uhrhemmung mit Doppelpendel. Patentiert im Deutschen Reiche vom 21. September 1909 ab.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist
ein Doppelpendel, bei welchem die Pendel je abwechselnd eine Doppelschwingung ausführen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des erfinderischen Gedankens dargestellt,
und zwar ist ■
Fig. ι eine Gesamtansicht der Vorrichtung, Fig. 2 eine Darstellung des Steigrades mit der Hemmung,
ίο Fig. 3 ein Zahn des Steigrades.
Die beiden Pendel ι und 2 schwingen frei um den Aufhängepunkt 3. Durch eine mit dem Steigrade 6 in Verbindung stehende besondere Hemmung, welche an den Zapfen 4 und 5 der Pendel eingreift, werden dieselben abwechselnd in der Anfangsstellung etwas gehoben, festgehalten und plötzlich freigegeben. Dieses Wechselspiel der beiden Pendel gestaltet sich derart, daß, während beispielsweise das Pendel 2 durch die Hemmung festgehalten wird, das Pendel 1, welches vorher festgehalten war, frei eine Vor- und Rückschwingung ausführt und bei der Schwingung in der Richtung b-a (Fig. 1) eine Auslösung des Steigrades 6 bewirkt, durch welche das Pendel 2 plötzlich frei und das Pendel 1 festgehalten wird. Die Hemmungs- und Auslöseeinrichtung ist in Fig. 2 in größerem Maßstabe dargestellt. Das Steigrad 6 besitzt zwei übereinander gelagerte Verzahnungen 7 und 8. In die Verzahnung 8 greift die Ankerhemmung 13, 14 ein. An dem Anker befindet sich ein Hebel 16, dessen Spitze 17 in die Bahn der Ansätze 4 und 5 der Pendel hineinragt. Um den Zapfen 10 drehbar ist der Fanghebel 9 mit dem Zahn 11 angeordnet. Auf der oberen Fläche 12 des Hebels 9 ruhen jeweils die Ansätze 4 und 5 der Pendel auf.
Kommt nun das Pendel 1 in der Richtung b-a auf das festgehaltene Pendel zu, so stößt zuerst der Ansatz 4 gegen den Kopf 17 des Hebels 16, und es tritt die Hemmung 13, 14 in Tätigkeit, und das Steigrad 6 dreht sich in der Richtung des Pfeiles c um einen Zahn vorwärts.
Diese Vorwärtsdrehung braucht nicht eine plötzliche zu sein, sondern kann infolge besonderer Form der Zähne eine allmähliche sein. Infolge dieser Vorwärtsdrehung senkt sich der Daumen 9, da der Zahn 11 des Daumens bei der geringsten Bewegung der Verzahnung 7 in der Richtung des Pfeiles von einem Zahne abgleitet. Hierdurch wird der Ansatz 5 frei und das Pendel 2 tritt seine Schwingung an, während der Ansatz 4 des Pendels 1 sich in den Bereich des sich bereits langsam wieder hebenden Daumens 9 begibt, welcher, den Ansatz 4 ergreifend, das Pendel 1 etwas anhebt und in derselben Stellung und unter denselben Bedingungen wieder festhält, wie vorhin das Pendel 2. In Fig. 3 ist ein Zahn 20 des Rades 6 dargestellt. Die Spitze 21 ist ganz schwach ausgewölbt, damit der Zahn 11 nicht allein eine sichere Stütze, sondern auch eine stets gleiche Lage findet. Die Fläche 22 des Zahnes ist in einem Kreisbogen gewölbt, welcher der Bahn der Spitze des Zahnes 11 genau entspricht. Die Fläche 23 des Zahnes 20 steigt erst sanft und dann steiler an. Die Achse der Hemmung 13, 14 befindet sich an einem Hebel 24, und zwar soll hierdurch eine Wärmeausdehnungskom-
pensation erzielt werden. Wenn das Pendel sich durch Ausdehnung verlängert, somit seine Schwingungsperiode größer wird, so hat sich auch der Hebel 24 ausgedehnt und die Spitze 17 des Hebels 16 wird nun jedesmal um ein Zeitteilchen früher von dem Pendelansatze getroffen. Da dieselben aber langsamer schwingen, bleibt mithin die Zeit von einem Anstoß zum anderen annähernd konstant.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Uhrhemmung mit Doppelpendel, dadurch gekennzeichnet, daß die Pendel abwechselnd je eine Doppelschwingung ausführen, indem sie durch ein Hemmwerk festgehalten und losgelassen werden.
  2. 2. Hemmung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Pendel bei seiner Rückschwingung die Ankerhemmung (13,14) des Steigrades (8) auslöst, wodurch dieses um einen Zahn vorspringt und durch eine mit ihm verbundene Zahnscheibe (6, 7) einen Fanghebel (12) bewegt, der seinerseits das festgehaltene Pendel freigibt und das zurückkommende um den Schwingungsverlust anhebt und festhält.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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