DE215215C - - Google Patents
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- B41M9/00—Processes wherein make-ready devices are used
Landscapes
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 15#. GRUPPE
in PARIS.
Für diese Anmeldung ist bei der Prüfung gemäß dem Unionsvertrage vom
. 20. März 1883
14. Dezember iqoo auf Grund der Anmeldung in Frankreich vom 5. April 1907 anerkannt.
die Priorität
Es ist bekannt, daß beim Zurichten eines aus Autotypien, aneinandergereihten Klischees, Typen
u. dgl. bestehenden Drucksatzes häufig beträchtliche Zeitverluste eintreten, wenn die Ungleichmäßigkeiten
beseitigt werden sollen, die die Oberfläche der verschiedenen Klischees 0. dgl. einer und derselben Satzform aufweist.
Nach einem allgemein bekannten Verfahren beseitigt man diese Ungleichmäßigkeiten in der
Satzform dadurch, daß man zwischen dem Metall des Klischees und dem Holzstock einerseits
oder dem Tiegel oder dem Gegendruckzylinder anderseits entsprechend gestaltete Ausschnitte
anbringt, durch welche ein genauer Zusammenschluß der gegeneinander zu pressenden,
in ihren Teilen entsprechend zu verstärkenden bzw. zu vermindernden Konturen herbeigeführt werden kann. Diese Arbeit ist
indessen sehr mühsam und erfordert zur Ausführung viel Zeit, wobei sie dennoch ungeachtet
der Aufwendung großer praktischer Geschicklichkeit, die der hierbei in Anspruch zu nehmende
Arbeiter besitzen muß, nicht immer zu dem erstrebten Ziele führt. Die Ursache hierfür liegt
darin, daß die Ränder der Ausschnitte mit Beziehung zu den benachbarten Rändern stets
eine übermäßige Verdickung aufweisen, welche die Gleichmäßigkeit des Druckes schädlich beeinflußt.
Man hat des weiteren andere, weniger Zeit in Anspruch nehmende Zurichte verfahren
in Anwendung zu bringen versucht, von denen' einige darin bestanden, einen plastischen Abdruck
der Druckform auf dem Tiegel oder Gegendruckzylinder herzustellen. Hierbei erwies sich
indessen die zu benutzende Masse von solcher Konsistenz, daß sie nicht gestattete, das überschüssige
Material, welches an der Klischeeform ausgestoßen wurde, zu entfernen, und daß sie
sich unter der Anwendung des Druckes nicht genügend leicht verschieben oder ausbreiten
ließ, um nur die den konkaven oder vertieft liegenden Stellen des Klischees entsprechenden
Stellen des Tiegels oder Zylinders genügend auszufüllen und hierbei die gegenseitige Druckwirkung
selbsttätig zu regeln.
Das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren hat zum Zweck, eine sich selbsttätig
herstellende genaue Ausrichtung der gegeneinander wirkenden Teile und mithin einen an
sämtlichen Stellen der Klischees derselben Druckform sich genau gleichmäßig erweisenden
Druck herbeizuführen. Das Verfahren besteht im wesentlichen darin, daß der Tiegel oder der
Gegendruckzylinder mit einer Masseschicht belegt wird, welche empfindsam genug ist, einen
genauen Abdruck sämtlicher Ungleichmäßigkeiten der Oberflächen der Klischees zu bilden
und welche während des Abziehens auf dem
Tiegel oder dem Gegendruckzylinder in Lage verbleibt, so daß sie das Gegenstück für die
Klischees bildet, deren Vertiefungen und Erhöhungen sie durchweg genau berührt. Der zu
bedruckende Bogen, welchen man beim Abziehen zwischen den wie vorbeschrieben erhaltenen
Abdruck und das Klischee legt, erhält, indem er an allen Stellen des Klischees dem gleichen Druck unterliegt, somit auch einen
ίο durchweg gleichmäßigen Aufdruck und ein
höchst sauberes Aussehen sowohl an den Stellen der Halbtöne wie in den Lichtern und Schatten.
Die Masse, welche dazu bestimmt ist, den erforderlichen Abdruck zu bilden, muß den an
sie zu stellenden Bedingungen entsprechen bzw. von solcher Beschaffenheit sein, um an dem
Tiegel oder dem Gegendruckzylinder gut anzuhaften, wobei sie eine äußerst empfindsame
Schicht zu bilden hat, die kurze Zeit nach bewirkter Herstellung des Abdrucks fest genug
sein muß, den Druck der Presse auszuhalten, ohne daß sich hierbei die Stärke der verschiedenen
Teile der Schicht verändert. ' Dieser Abdruck muß des weiteren von solcher Beschaffenheit
sein, daß er an dem Klischee weder haften bleibt noch es sonstwie beschädigt.
Der diese Eigenschaften aufweisende Belag wird in der weiter unten beschriebenen Weise hergestellt.
Es sei angenommen, daß die Druckform aus Schriftsatz, Autotypien und Strichätzungen
o. dgl. besteht, indem dieselben in der üblichen Weise in ihre ihnen zugeschriebene Lage in der
' Form eingesetzt worden sind. Man stellt darauf einen Probeabzug her, dessen über dem Klischee
vorstehenden Rand man entfernt, worauf man den Tiegel oder den Gegendruckzj^linder mit
Bogen bekleidet, von denen der letzte dazu bestimmt ist, den Abdruck aufzunehmen. Mittels
einer Handrolle überzieht man darauf die Klischees mit einer Klebmasse, mittels welcher
man den bereits erwähnten Probeabzug an den Klischees rasch anklebt.
Diese zuerst anzuwendende Klebmasse ist von solcher Beschaffenheit, daß sie den Probeabzug
an seinem Klischee leicht festhält, so daß ihm noch eine gewisse Nachgiebigkeit bei
der Herstellung des Abdruckes zu eigen verbleibt, die sonst nötigenfalls in anderer geeigneter
Weise herbeigeführt werden müßte. 1 kg der ebengenarinten Klebmasse besteht aus etwa
600 g Bleiweiß und 300 g Vaselin, welche Stoffe genügend miteinander vermengt werden, worauf
man der Mischung noch etwa 100 g Äther hinzufügt. Nachdem man die Abzüge mit dieser
. Masse an ihren Klischees befestigt hat, überzieht man die Rückseite der Abzüge mittels
eines Pinsels in einer gewissen Dichte mit einer anderen Masse, die bei einem Gewicht von 1000 g
aus etwa 270 g Judenpech und 360 g Bleiweiß besteht, welche Stoffe man entsprechend miteinander
vermischt und in 320 g Benzin auflöst. Man zerstößt und durchsiebt darauf das Gemenge
und fügt demselben noch 50 g Äther hinzu. . Die so erhaltene Masse nimmt nach wenigen Sekunden der Trocknung einen festen
Zustand an. Nachdem man festgestellt hat, ob die Masse beim Berühren genügend widerstandsfähig
geworden ist, führt man mit der Presse ohne die Anwendung von Druckfarbe und ohne
Papier einen Druck aus. Bei dieser Operation werden die Probeabzüge von den Klischees abgehoben
und fest auf die an dem Tiegel oder dem Gegendruckzylinder befindliche Papierbekleidung
angedrückt, so daß sie in genau richtiger Lage an letzteren anhaften. Man befreit darauf
die Klischees von der an denselben noch festsitzenden Klebmasse und von den an ihnen noch
stehengebliebenen überschüssigen Resten der zweiten Masse. Man erhält somit bei der Beendigung
dieser verschiedenen Operationen einen Abdruck des Klischees von größter Genauigkeit,
der seine Lage an dem Tiegel bzw. dem Gegendruckzylinder genau gegenüber der Druck- oder
■Satzform erhält, so daß sich auch die einzelnen Teile des Abdrucks genau gegenüber den entsprechenden
Teilen der letzteren befinden. Unmittelbar darauf leimt man auf den Tiegel oder den Gegendruckzylinder einen vorher angefeuchteten
Bogen, worauf man ihn bedruckt. Man erhöht darauf die zu schwach druckenden Stellen des Klischees durch Überziehen des erhaltenen
Probeabzugs mit einer aus Judenpech bestehenden Masse in einer mehr oder weniger
dicken Schicht, entsprechend dem Grade der Intensität der fehlerhaften Stellen, worauf man
einen anderen Bogen, wie vorbeschrieben, aufleimt. Nunmehr übt man mit der Presse einen
Druck aus, um den Überschuß an Auftragmasse gleichmäßig zu verteilen. Diese Verteilung voll- 10p
zieht sich stets gleichmäßig, so daß man keine Bedenken gegen ein schnelles, leichtes Überziehen
der den zu schwach erscheinenden benachbarten Teile haben braucht. Wenn es nötig ist, so wiederholt man diese Verrichtung,
bis ein befriedigendes Resultat erreicht ist. Sobald man den Probeabzug als gelungen bezeichnen
kann, ist das Zurichten des Drucksatzes beendet, worauf das weitere Abziehen in der üblichen Weise vor sich gehen kann.
Aus vorstehendem dürfte es sich ergeben, daß der zuerst hergestellte Abdruck den von der
Presse ausgeübten Druck über alle Stellen des Klischees äußerst gleichmäßig und vollkommen
verteilt hat, so daß der zu bedruckende Bogen durch die geschaffene Gegenauflage gezwungen
wird, die an dem Metall anhaftende Druckfarbe durchweg gleichmäßig anzunehmen. Der Druck
erfährt somit eine gewisse Regelung, so daß die im Holzstock vorhandenen Fehler nicht bemerkbar
werden, wofern sich nicht etwa Vertiefungen von solchem Maße oder von solcher
Ausdehnung vorfinden sollten, daß man denselben durch das Zurichteverfahren überhaupt
nicht zu begegnen vermöchte.
Der wie oben beschrieben erhalten Abdruck, welcher aus weichem, jedoch widerstandsfähigem
Stoff besteht, besitzt einen geringeren Widerstand wie Metall, wobei er sich indessen
den Stellen, welche den Vertiefungen des Stockes entsprechen, in ausreichendem Maße anzupassen
ίο vermag. Des weiteren ergibt sich zufolge des
Umstandes, daß dem Bogen gestattet wird, Druckfarbe an sämtlichen Erhabenheiten des
Klischees aufzunehmen, der Vorteil, daß es sich erübrigt, übermäßig viel Druckfarbe verwenden
zu müssen, was sich bisher häufig als erforderlich erwies, wenn die Zurichtung fehlerhaft war.
Die lichten Stellen der Druckabzüge verbleiben daher vollständig sauber, während die einzufärbenden
Stellen durchweg die erforderliche Dichtigkeit besitzen. Ein anderer Vorteil des
beschriebenen Verfahrens besteht darin, daß man bei der Anwendung eines in geeigneter
Weise einstell- bzw. regelbaren Farbkasten das sehr lästige Abschmutzen des Druckes und somit
größeren Makulaturabfall vermeidet.
Das Verhältnis der Bestandteile der in Anwendung zu . bringenden Klebmassen kann
natürlich in gewissen Grenzen schwanken; wesentlich ist es nur, daß den an diese Massen
oder Lösungen gemäß der Erfindung zu stellenden Anforderungen entsprochen wird. So könnten
beispielsweise zur Herstellung der zuerst in Anwendung zu bringenden Lösung anstatt
Bleiweiß auch sämtliche Produkte anderer mineralischer Basen benutzt werden. Das
gleiche trifft mit Bezug auf die in zweiter Linie in Anwendung zu bringende Lösung zu, bei
welcher die aus Judenpech und Bleiweiß bestehende Mischung durch irgendeine andere in
Äther lösliche und schnell trocknende Mischung Ersatz finden könnte.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Zurichtungen,
besonders für den Druck von Autotypien, indem auf dem Druckzylinder oder dem Tiegel der Druckpresse ein Abdruck
der Druckform in plastischer Masse erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, daß auf die
mit einer klebenden Masse bestrichene Druckform ein der Form entsprechend zugestutzter
Probeabdruck gelegt, auf der Rückseite mit einer plastischen erhärtenden Masse bestrichen
und gegen den mit Papier belegten Zylinder oder Tiegel gedrückt wird, so daß sich ein genauer Abdruck der Vertiefungen
Und Erhabenheiten der Druckform auf dem Zylinder oder Tiegel bildet, der erforderlichenfalls
durch wiederholtes Auflegen von Masse und Papierbogen verstärkt werden
kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als klebende Masse ein
Gemisch von Bleiweiß, Vaselin und Äther dient. .
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die plastische Masse
aus einem Gemisch von Bleiweiß, Asphalt, Benzin und Äther besteht.
Applications Claiming Priority (1)
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1907
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| FR376411A (fr) | 1907-08-08 |
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