DE210884C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10B—DESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
- C10B1/00—Retorts
- C10B1/02—Stationary retorts
- C10B1/04—Vertical retorts
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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- Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
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- Organic Chemistry (AREA)
- Coke Industry (AREA)
Description
is ζ;
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-JV* 210884-KLASSE 10«. GRUPPE
JOHN ARMSTRONG in LONDON.
Die Erfindung betrifft einen Koksofen, mit dessen Hilfe harter, für metallurgische Zwecke
geeigneter Koks aus weniger guten Kohlen gewonnen werden kann, der hinsichtlich seiner
Güte und Beschaffenheit dem bisher aus besten Kohlen in Bienenkorbofen gewonnenen Koks
völlig gleichwertig ist. Gleichzeitig ermöglicht der Ofen eine wirtschaftlichere Ausbeute der
Beschickung, indem ei eine möglichst vollständige Gewinnung der Nebenerzeugnisse (Gas,
Teer, Ammoniak usw.) zuläßt.
Bekanntlich ist der Ausfall an Nebenerzeugnissen bei den gewöhnlichen Koksöfen und
bei Benutzung weicher Kohle, z. B. der Lanarkshirekohle, in der chemischen Beschaffenheit
der letzteren begründet, indem diese gewisse Mengen Sauerstoff und Wasserstoff enthält, welche beiden Gase unter dem
Einfluß der Verkokungstemperatur Wasser bilden, das bei den gewöhnlichen Öfen eine
heftige endothermische Rückwirkung verursacht. Die vorhandene Hitze ist nicht imstande,
die Kühl wirkung des entstehenden Wassers unschädlich zu machen, und man erhält infolgedessen nicht ein zusammenhängendes,
sondern ein pulverförmiges Fertigerzeugnis.
Andererseits kann in dem neuen Ofen, wie Versuche ergeben haben, infolge der dabei in
Anwendung kommenden Vorerhitzung der Verbrennungsluft jede gewünschte Temperatur
erzielt werden. Es darf jedoch nicht übersehen werden, daß durch Aufrechterhaltung
einer höheren Temperatur der gewöhnliche Ofen schnell zerstört werden würde, und es
ist andererseits bei diesem auch nicht möglich, während der Dauer des Verkokungsvorganges
auf die Kohlen einen Druck wirken zu lassen, wie dies bei dem neuen Koksofen der
Fall ist.
Der auf der Zeichnung dargestellte Ofen ist ein senkrechter Ofen mit kreisförmigem Grundriß,
dessen bleibende äußere Wandung sich niemals stark erhitzen kann, da in diese Lufterhitzungskanäle
gelegt sind, welche eine standige Kühlung dieser Wandung bewirken und
somit einer Zerstörung durch die Hitze vorbeugen. Das Innere des Ofens wird durch
hohle, kreisausschnittförmige Steine gebildet, welche durch hohe Temperaturen nicht so
stark angegriffen werden wie bei den bisherigen Öfen.
Die das Ofeninnere bildenden Hohlsteine stehen mit der Außenwandung des Ofens in
keinem festen Zusammenhang, so daß sie erforderlichenfalls leicht ausgewechselt werden
können, und andererseits das Gewicht des Ofens nicht auf stark erhitztem Mauerwerk ruht.
Mit der senkrechten Bauart des Ofens wird bezweckt, während der Verkokung durch das
Gewicht der Kohlensäule einen größeren Druck auf den Ofeninhalt auszuüben, als dies bei
den anders gestalteten öfen möglich ist, da dieser hohe Druck nötig ist, um bei der Verkokung
gewisser Kohlenarten ein hartes Enderzeugnis zu erhalten.
Die Erfahrung hat gelehrt, daß es äußerst unvorteilhaft ist, hohen Koksöfen eine andere
als runde bzw. annähernd runde Querschnittsform zu geben, da im anderen Falle ein Reißen
der Ofenwandung nur durch Anbringung starker äußerer Metallreifen verhindert werden kann.
Andererseits kann man nur bei hohen Koksöfen während der Dauer des Verkokungsvorganges
einen starken Druck auf die Kohlen wirken lassen und somit auch von weicher Kohle verhältnismäßig harten Koks gewinnen.
ίο In solch hohen öfen muß bei ununterbrochenem
Betrieb die Vergasungszone im oberen Teil des Ofens verhältnismäßig kühl gehalten,
die Verkokungszone in der Mitte des Ofens dagegen stark erhitzt werden, während im
unteren Teil des Ofens wieder eine kühlere Zone aufrechterhalten werden muß. Dies läßt
sich nur durch übereinander angeordnete wagerechte und voneinander unabhängige Heizkanäle
erreichen, deren jeder unabhängig von den anderen mehr oder weniger stark beheizt
werden kann, wie dies beim Erfindungsgegenstand der Fall ist.
Koksöfen mit kreisförmigem Querschnitt einerseits, und senkrechte Koksöfen mit übereinanderliegenden,
getrennten Heizkanälen mit besonderen Luftzuführungen für jeden Heizkanal sind an sich bekannt. Nur die Verbindung
dieser an sich bekannten Einrichtungen neben der besonderen Gestaltung der Luftzüge
sowie der Lage des Abgaskanals ist Gegenstand der Erfindung.
Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dar.
Fig. ι zeigt einen senkrechten Schnitt durch den unteren Teil des Ofens.
Fig. 2 ist ein wagerechter Schnitt durch den oberen Teil der Fig. 1.
Der gezeichnete Ofen ist ein senkrechter Ofen mit kreisrunder Grundfläche, dessen
Inneres durch eine Scheidewand in zwei gleich große Kammern A A von halbkreisförmigem
Querschnitt geteilt ist. Die beiden Kreise B B in Fig. 2 bezeichnen die Lage der in der
Decke des Ofens vorgesehenen Beschickungsöffnungen für die Kammern AA. In der
Außenwand des Ofens sind schleifenförmige Lufterhitzungskanäle vorgesehen, die bei F
ins Freie münden; die hier eintretende Außenluft bewirkt eine vorzügliche Kühlung der
äußeren Ofenwandung. Die Kanäle -F, welche zwei konzentrische Kreisbögen bilden, münden
in je eine Verbrennungskammer C, an welche sich je ein um die entsprechende Kammer A
geführter Heizkanal D anschließt.
In der Nähe der Mündungen F der Lufterhitzungskanäle
ist auf zwei gegenüberliegenden Seiten des Ofens je eine senkrechte Gaszuleitung
G vorgesehen, von welcher mit Hähnen 22 versehene drehbare Zweigrohfe H ausgehen,
deren Brennerdüsen in nach den Verbrennungsräumen C führende Kanäle hineinragen.
Das Gas wird an den Düsen angezündet und trifft in den Kammern C mit der
durch die Kanäle F ziehenden erhitzten Luft zusammen, wodurch dann in den Kanälen D
eine sehr hohe Temperatur erzielt wird. Die heißen Verbrennungsgase gelangen nach Durchströmung
der Kanäle D in einen gemeinsamen Schacht E, von denen sich zwei in der Außenwand
des Ofens befinden. Die Schächte E hat man sich in Verbindung mit einem Schornstein
stehend zu denken, auf dem Wege nach diesem können die heißen Gase zunächst durch
Dampferzeuger geführt werden, damit die Gase nochmals ausgenutzt werden.
Die Heizkanäle D sind aus hohlen Steinen von feuerfester Masse gebildet, welche die
Form von Kreisausschnitten besitzen. Die Stoßflächen dieser Steine sind entweder gerieft
oder mit entsprechenden Falzen versehen. Die wagerechten Heizkanäle mit den dahinter liegenden
Lufterhitzungskanälen sind, wie aus Fig. ι ersichtlich, übereinander angeordnet
und bis zum oberen Ende des Ofens geführt. Außerhalb der Schächte E sind senkrechte
Kanäle / in der Außenwand des Ofens angeordnet, um diese Teile der Ofenwand zu
kühlen. In diesen Kanälen können Wasserrohre vorgesehen sein, um Kesselspeisewasser
zu erhitzen. Nachdem der Ofen auf die riehtige Temperatur gebracht ist und die Klappen
/ am Boden der Kammern A geschlossen sind, werden die letzteren bis oben hin mit
gepulverter Kohle gefüllt. Während der Verkokung gibt das in den unteren Teilen des
Ofens sich bildende Gas seine schweren Kohlenwasserstoffe im oberen Teile des Kokses ab
und reichert diesen an, welcher unter dem vorhandenen Druck eine Masse bildet, die
größere Härte und Dichte besitzt als der durch die bisherigen Verfahren erzeugte Koks.
Durch die in die Decke des Ofens mündenden Rohre wird das Gas aus den Kammern A
abgeführt und durch Kühl-, Verdichtungs- und Reinigungsvorrichtungen in der bekannten Weise
geleitet.
. Nach Beendigung der Verkokung werden durch Drehung der Kegelräder Q und P,
deren letzteres als Mutter ausgebildet ist und auf einer Schraubenspindel 2V sitzt, die an
diese Spindel angelenkten Arme M und die oben mit Gleitrollen versehenen, schwingbar
angeordneten Stützen L der Verschlußklappen /
in die in Fig. 1 strichpunktierten Stellungen übergeführt, wodurch auch die Klappen /,
welche um einen Bolzen K drehbar sind, in die strichpunktierte Lage (Fig. 1) gelangen.
Infolgedessen entleeren sich die Kammern A, der Koks gleitet über die geneigten Auslässe
S nach außen, wo er abgeschreckt wird. Zum Abführen können Wagen oder beliebige
Fördervorrichtungen Anwendung finden.
Behufs neuerlicher Benutzung des Ofens werden die Räder Q P in umgekehrte Drehung
wie vorher versetzt; hierdurch wird die Schraubenspindel N angehoben, die Arme M und L
werden nach auswärts bewegt, so daß die Klappen / angehoben und in Schließlage übergeführt
werden. Das gesamte Gewicht der Klappen und des darüber befindlichen Gutes
wird dann allein von den Stützen L getragen, die entsprechend stark auszubilden sind. Nunmehr
ist der Ofen zur Aufnahme einer neuen Beschickung bereit.
Claims (2)
1. Senkrechter Koksofen mit kreisförmigem Querschnitt, dadurch gekennzeichnet,
daß getrennte wagerechte, schleifenförmige Lufterhitzungskanäle übereinander angeordnet
sind, deren jeder einen Heizkanal von außen umgibt und in ihn mündet.
2. Koksofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizkanäle vor
ihrem Eintritt in den Abgaskanal durch eine den Ofen in zwei Teile teilende senkrechte
Scheidewand geführt sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE210884C true DE210884C (de) |
Family
ID=472733
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT210884D Active DE210884C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE210884C (de) |
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- DE DENDAT210884D patent/DE210884C/de active Active
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