DE192557C - - Google Patents
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-
- G—PHYSICS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVr 192557 KLASSE 74«. ^GRUPPE
■ '. HEINRICH FREISE in BOCHUM.
■■■■■■■■■■..■.■■■ : i ■
Zusatz zum Patente 189613 vom S.März 1906.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 3. März 1907 ab.
Nach dem Verfahren gemäß Patent 189613
wird eine Lichtquelle, welche eine Selenzelle bestrahlt, dem bei Feuersgefahr entstehenden
Rauch ausgesetzt und dadurch verdunkelt, so daß in einem die Selenzelle enthaltenden
Stromkreis infolge der so erzeugten Strom-
·.. Schwankungen Signale, Löschvorrichtungen
usw. ausgelöst werden können.
'Vorliegende Erfindung verfolgt den Zweck,
ίο das Verfahren auch für solche Gase anwendbar
zu machen, welche bei Feuersgefahr und ähnlichen Unglücksfällen entstehen und an
und für sich ganz oder nahezu farblos sind. Die Erfindung besteht 'darin, solchen Gasen
im Bereich der belichteten Selenzelle chemische Agenzien darzubieten, welche in Zusammenwirkung
mit den Gasen ein undurchsichtiges Medium schaffen oder die Gase selbst undurchsichtig
machen. . ■
Es handelt sich um die Unschädlichmachung oder Fortschaffung von Gasen, wie Kohlenoxyd,
Kohlensäure, Leuchtgas, Grubengas (Methan) und Äthylen. Diese sind für gewöhnlich
nicht sichtbar und können deshalb '25 auf Lichtquelle und Selenzelle an sich keinen
Einfluß ausüben.
Palladiumchlorürlösung hat nun z. B. die Eigentümlichkeit, daß damit getränkte Leinwand
durch die genannten Gase geschwärzt wird. Die Leinwand wird -für. den Erfindungszweck
ziemlich lose gewebt, auch können statt dieser andere ähnliche, am besten möglichst durchsichtige Stoffe verwendet werden.
Wird im Schaurohr die getränkte Leinwand angebracht, so wird durch deren Schwärzung die Selenzelle verdunkelt und der
Solenoidkern oder der Elektromagnet in ' Tätigkeit gesetzt. Die Leinwand u. dgl. wird
zweckmäßig z. B. in Form eines Bandes über Rollen ab- und aufgewickelt und nach und
nach durch das Schaurohr geführt. Man kann das Band mechanisch oder mit der
Hand um das verbrauchte Stück weiterbewegen.
Insbesondere für Kohlenoxyd eignet sich eine Mischung von ammoniakalischer Kupferchlorürlösung
und Natriumpalladiumchlorürlösung. Diese bewirkt bei Gegenwart von Kohlenoxyd augenblicklich eine schwache
Wolke von fein verteiltem Palladium. Die Palladiumwolke verdunkelt die Selenzelle. Bei
der Rückwärtsbewegung des Solcnoidkerns o. dgl. wird dann durch diesen die verbrauchte
Flüssigkeit aus dem Schaurohr abgelassen und eine neue Menge eingeführt. Die Flüssigkeit
kann auch in bestimmten Zwischenräumen eintröpfeln unci allmählich abfließen. Im
Sinne der Erfindung können auch andere Mittel verwendet werden; die angeführten
dienen nur als Beispiele. '
Das Verfahren ist besonders wichtig für Gruben. Bei Anwesenheit von Grubengas
wird durch den Apparat ein Warnungssignal ..' gegeben und die Berieselung in Tätigkeit ge-5'setzt.
Durch letztere wird das Gas teilweise absorbiert und verdünnt, durch das Spritzwasser
wird die Luft abgekühlt, wodurch der Wetterzug befördert und die Möglichkeit von
. Schlagwctteransammlungcn vermindert wird.
Nebenbei wird etwa vorhandener Kohlenstaub befeuchtet. Bei verborgenen, unbekannten
Flözbränden dringen oft durch Spalten und Risse unbemerkt größere Mengen von Kohlenoxyd, welches rein völlig geruchlos
ist, in die Grubengänge ein, wodurch viele Arbeiter betäubt und getötet werden. Bei
vorliegendem Verfahren wird durch den Apparat infolge von Signalen auf die sonst
unbekannte, drohende Gefahr aufmerksam gemacht und durch selbsttätige Berieselung
die oben angegebene Wirkung hervorgerufen. Auch in bewohnten Räumen kann das Verfahren
zweckmäßig Verwendung finden. Beim Vorhandensein der giftigen Gase ertönen
■ 25 Signale oder es werden Ventilatoren in
,-■. Tätigkeit gesetzt oder Türen, Fenster, Klappen
o. dgl. selbsttätig geöffnet und nach Beseitigung der Gefahr selbsttätig geschlossen.
Auf beiliegender Zeichnung ist als Beispiel eine Ausführungsform der Einrichtung
zur Anwendung des Verfahrens in Fig. 1 dargestellt; Fig. 2 zeigt eine Abänderung,
Fig. .3 eine Einzelheit.
Es sei vorausgeschickt, daß man in Gruben als Stromquelle zur Auslösung der Lärm-
und Berieselungsvorrichtungen mit Vorteil Sammler oder auch Trockenelemente verwenden
kann.
Die gefährlichen Gase werden mit Hilfe von Rohrstücken α, α quer durch das Schau-.
oder Belcuchtungsrohr b hindurchgeführt, an • dessen einem Ende die Lichtquelle b' angeordnet ist, während sich am anderen Ende
die Selenzelle b" befindet. Damit etwa vorhandcnes
fremdes Licht . die Selenzelle b" nicht beeinflussen kann, ist die Lichtquelle
abgeblendet, und zwar zweckmäßig mittels eines Reflektors b'". Aus demselben Grunde
sind die Rohre a, welche die Gase zu- und ableiten, stark gebogen (Fig. 3) oder sonst
passend geformt oder angeordnet.
Gemäß Fig. 1 ist beispielsweise durch das
Rohr b ein Leinwandstreifen tv quer hin-
. durchgeführt, und zwar im Bereich der Gasrohre a. Der Leinwandstreifen w befindet
sich auf einer Rolle w1 in einem mit Palladiumchlorürlösung
oder ähnlich wirkender Lösung gefüllten Behälter unter dem Rohre b
und wird auf eine Rolle über dem Rohre
.60 aufgewickelt. Die durch die Rohransätze a, a
ziehenden Gase bestreichen den Leinwandstreifen von beiden Seiten. Wird nun infolge
Schwärzung des Leinwandstreifcns durch die Gase die Selenzelle wenig oder gar nicht
beleuchtet, so wird die Anziehungskraft des Elektromagneten c so schwach, daß dieser ·
den Anker d nicht mehr zu halten vermag, sondern von der Feder e an die Stellschraube/"
gezogen wird. Dadurch wird der Stromkreis der Stromquelle e' geschlossen, 70 '
in den ein Läutewerk eingeschaltet ist. Auf :tlüm Anker rf ruht ein drehbarer Sperrhaken g.
■Dieser fällt hinter den Anker d ein, wenn
letzterer gegen die Stellschraube/1 bewegt
wird, so daß so lange Signale ertönen, bis ider Anker d ausgelöst wird. Wünscht man
dies nicht, so kann man den Sperrhaken :hochheben und an den Stift /; legen.
; Für die Ingangsetzung der Berieselungsvorrichtung kann man z. B. folgende Anord- nung treffen. Der Hahnschlüssel i eines i Durchlaßhahnes k ist bei geschlossenem '■ Wasserhahn durch eine Spiralfeder / ge- ;spannt, so daß er das Bestreben hat, sich ;selbsttätig zu öffnen, woran er aber durch eine Sperrklinke ρ gehindert wird. Gegen j einen isolierten Ansatz des Ankers ,in der i Lärmvorrichtung liegt der eine Arm η eines 'drehbaren Winkelhebels an, während der an- ; dere Arm 0 vor die Sperrklinke ρ stößt. S Wird der Anker m angezogen,' so gleitet der Arm η von dem Ansatz ab, die Feder q \ drückt den Arm 0 gegen die Sperrklinke p, ; wodurch der Sperrzahn r frei wird. Der i Wasserhahn Ic öffnet sich infolgedessen. Die ; Bewegung des Hahnschlüssels wird durch ) einen Stift s begrenzt. Dieser Stift ist verstellbar eingerichtet, damit sich der Hahn , ganz oder nur teilweise öffnet. Der eine Schlauch t o. dgl. ist mit der Rohrleitung,
; Für die Ingangsetzung der Berieselungsvorrichtung kann man z. B. folgende Anord- nung treffen. Der Hahnschlüssel i eines i Durchlaßhahnes k ist bei geschlossenem '■ Wasserhahn durch eine Spiralfeder / ge- ;spannt, so daß er das Bestreben hat, sich ;selbsttätig zu öffnen, woran er aber durch eine Sperrklinke ρ gehindert wird. Gegen j einen isolierten Ansatz des Ankers ,in der i Lärmvorrichtung liegt der eine Arm η eines 'drehbaren Winkelhebels an, während der an- ; dere Arm 0 vor die Sperrklinke ρ stößt. S Wird der Anker m angezogen,' so gleitet der Arm η von dem Ansatz ab, die Feder q \ drückt den Arm 0 gegen die Sperrklinke p, ; wodurch der Sperrzahn r frei wird. Der i Wasserhahn Ic öffnet sich infolgedessen. Die ; Bewegung des Hahnschlüssels wird durch ) einen Stift s begrenzt. Dieser Stift ist verstellbar eingerichtet, damit sich der Hahn , ganz oder nur teilweise öffnet. Der eine Schlauch t o. dgl. ist mit der Rohrleitung,
■ der andere mit dem Wasserzerstäuber verbun- ! den. ■ . '
Soll die Signal- und Berieselungsvorrich- ; tung abgestellt und die Vorrichtung zur
neuen Arbeit bereitgestellt werden, so wird ■; der Leinwandstreifen um das verbrauchte
■ Stück aufgewickelt, der Sperrhaken g auf
; den Anker d und der Arm η unter den An-
■ satz des Ankers m gelegt. Der Hahnschlüssel
i wird wieder gespannt und die • Sperrklinke ρ eingelegt.
Fig. 2 veranschaulicht eine Vorrichtung zur
! Darbietung von ammoniakalischer Kupfer-,
chlorürlösung und Natriumpalladiumchlorürlösung bei Kohlenoxydgas.
Auf dem Rohre b sitzt ein Flüssigkeitsbehälter
11, welcher zwecks genauer Regelung
der eingeführten Flüssigkeitsmenge nach Art eines Tropfglases ausgebildet sein kann. Um
den Tropfenfall beobachten zu können, wird
das Röhrchen ν aus Glas hergestellt. Die
verbrauchte Flüssigkeit wird durch eine Klappe .v in einen Behälter unterhalb des
: Rohres b abgelassen, durch dessen Wand der Arm der Ventilklappe seitlich hindurchgeführt
·* und hier außen mit einem Gegengewicht belastet wird. .■■'■■ .
In der Form nach Fig. 2 wird die Vorrichtung von Hand bedient. Um die Einführung
der Flüssigkeit mittels eines der von der Selenzelle beeinflußten Elektromagnete
selbsttätig zu bewirken, verwendet man die gleichen oder ähnliche Übertragungsmittel,
wie sie in Fig. 1 für die Berieselungsvorrichtung angegeben sind. Ebenso kann zum
selbsttätigen Ablassen der Flüssigkeit das
Hierzu 1 Blatt Gegengewicht der Ventilklappe χ von einem
Elektromagneten angehoben werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren, um durch bei Feuersgefahr, Grubenunglücksfällen usw. sich bildende farblose Gase mittels einer Selenzelle selbsttätig ein Signal zu geben, nach Pa- »5 tent 189O13, dadurch gekennzeichnet, daß den farblosen Gasen im Bereich der Selenzelle geeignete chemische Agenzien dargeboten werden, welche in Zusammenwirkung mit den Gasen ein undurchsichtiges Medium erzeugen oder die Gase undurchsichtig machen.Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE192557C true DE192557C (de) |
Family
ID=455865
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT192557D Active DE192557C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE192557C (de) |
-
0
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