DE184767C - - Google Patents

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DE184767C
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formaldehyde
acid
zinc
acids
salt
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DE1906184767D
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P5/00Other features in dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form
    • D06P5/13Fugitive dyeing or stripping dyes

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bekanntlich besitzen die Alkalisalze derFormaldehydsulfoxylsäure (Rongalit C. B. A. S. F.) eventuell in Verbindung mit Formaldehyd-Bisulfit (Hydrosulfit NF von Höchst bezw. Hyraldit A., Casella) die Eigenschaft, daß sie in Lösung in der Kälte indifferent sind, ' während sie in der Hitze ein außerordentlich starkes Reduktionsvermögen aufweisen. Infolge dieser Eigenschaft hat man versucht,
ίο sie in der Kunstwollindustrie zum Abziehen der Farbstoffe von gefärbten Lumpen nutzbar zu machen. Für diesen Zweck haften den genannten Körpern aber eine Reihe von Nachteilen an. Die neutralen Lösungen üben nämlich selbst in der Siedehitze nur eine mäßige Wirkung aus, so daß man die Lösungen sauer machen muß. Da nun die Lösungen der formaldehydsulfoxylsauren Alkalien bekanntlich gegen Säuren äußerst empfindlich sind, so tritt beim Erwärmen der sauren Lösungen, vielfach unter Abscheidung von Schwefel, der die Faser verunreinigt, eine Zersetzung ein, und es nimmt dabei die Wolle einen üblen, ihr lang anhaftenden Geruch an. Naturgemäß geht aber auch durch diese Zersetzung ein großer Teil des Reduktionsvermögens für den beabsichtigten Zweck verloren, so daß sich dies Arbeiten sehr unrationell gestaltet.
Es wurde nun gefunden, daß alle die genannten Nachteile zu vermeiden sind, wenn man an Stelle der Alkalisalze der Formaldehydsulfoxylsäure das schwer lösliche basische Zinksalz verwendet. Das schwer lösliche basische Formaldehydzinksulfoxylat wird z. B. nach dem Verfahren des Patentes 165807 erhalten, wenn man gemäß Beispiel I Formaldehydnatrium (oder -zink-)-hydrosulfit oder die entsprechende Menge der Formaldehydbisulfite und Essigsäure 50 Prozent verwendet. Während dieses Salz infolge seiner geringen Löslichkeit ohne Zusatz von Säure selbst in der Siedehitze fast gar keine Wirkung auf die Faser ausübt, tritt beim Zusatz von Säuren eine energische Zerstörung der Farbstoffe ein, ohne daß sich gleichzeitig einer der vorerwähnten Übelstände einstellt. Geeignete Säuren sind z. B. Essigsäure, Schwefelsäure und namentlich Ameisensäure. Da bei Verwendung des basischen Salzes in Gegenwart der genannten Säuren eine Zersetzung der Formaldehydsulfoxylsäure nicht oder höchstens in geringem Maße erfolgt, so wird durch eine bestimmte Menge des schwer löslichen basischen Zinkformaldehydsulfoxylats eine wesentlich größere Wirkung als auch durch die äquivalente Menge des Natronsalzes erzielt.
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Beispiel I.
Ein mit 3 Prozent basischem Zinkformaldehydsulfoxylat und 3 bis 5 Prozent Ameisensäure (bezogen auf das Gewicht der abzuziehenden Ware) bestelltes Bad wird mit den zum Abziehen in üblicher Weise vorbereiteten Wollumpen beschickt, langsam zum Sieden erhitzt und so lange im Sieden erhalten, bis eine Probe der Flüssigkeit gegenüber Indigokarminlösung kein Reduktionsvermögen mehr aufweist. Im allgemeinen ist dies der Fall, nachdem das Bad etwa 10 Minuten gesotten hat.
(2. Auflage, ausgegeben am 21. Juni igorj.)
Man kann auch so verfahren, daß man die Säure dem siedenden Bade langsam in Portionen zusetzt. An Stelle der Ameisensäure können auch andere Säuren, z. B. Essigsäure, Schwefelsäure usw. Verwendung finden.
Beispiel II.
5 Teile basisches Formaldehydzinksulfoxylat
werden mit ioo Teilen Wasser angeteigt
ίο und mit Schwefelsäure versetzt, bis das Salz in Lösung gegangen ist und die Lösung schwach sauer reagiert.
In diese Flotte wird das zuvor ausgekochte, von Naturfarbstoff noch angefärbte Rohmaterial, z. B. Leinen-, Hanf- oder Jutegarn, oder Stoff so lange eingelegt, bis die gewünschte Entfärbung erzielt ist.
Da das Wirkungsvermögen der Flotte dadurch nicht erschöpft wird, kann sie mehrere Male unter Nachspeisen mit einer entsprechend verringerten Menge von Zinkformaldehydsulfoxylat und Säure verwendet werden.
An Stelle von Schwefelsäure kann man auch andere organische oder anorganische Säuren benutzen. Ebenso kann man je nach der Natur des Materials während des Prozesses höhere Temperaturen, bis zum Siedepunkt, anwenden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Abziehen von Farbstoffen von gefärbten Textilfasern, darin bestehend, daß man das basische Zinksalz der Formaldehydsulfoxylsäure unter Zusatz anorganischer oder organischer Säuren verwendet.
DE1906184767D 1906-02-24 1906-02-24 Expired - Lifetime DE184767C (de)

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AT30640D AT30640B (de) 1906-02-24 1906-05-28 Verfahren zum Abziehen der Farbe von gefärbten Textilfasern.

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