DE159541C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01G—COMPOUNDS CONTAINING METALS NOT COVERED BY SUBCLASSES C01D OR C01F
- C01G28/00—Compounds of arsenic
- C01G28/005—Oxides; Hydroxides; Oxyacids
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01P—INDEXING SCHEME RELATING TO STRUCTURAL AND PHYSICAL ASPECTS OF SOLID INORGANIC COMPOUNDS
- C01P2002/00—Crystal-structural characteristics
- C01P2002/02—Amorphous compounds
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
- Glass Compositions (AREA)
Description
^Aqu-iiiwm b-ΰύ
f.,
W
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Unter glasiger arseniger Säure oder Arsenglas versteht man im Gegensatz zu Arsenikmehl
arsenige Säure in kompakter Form. Es ist entweder glasartig (amorph) oder marmorartig (mehr oder weniger kristallinisch).
In den letzteren Zustand geht das amorphe Produkt bei längerem Liegen über. Nach
den bisher üblichen Verfahren wird das Arsenglas dargestellt, entweder indem Arsenikmehl
in geschlossenen Gefäßen unter Gasdruck über Feuer geschmolzen oder indem
Dampf von arseniger Säure bei Schmelztemperatur der letzteren kondensiert wird.
Ein drittes — betriebsmäßig jedoch, wohl kaum ausführbares — Verfahren besteht darin, daß man Arsenikmehl längere Zeit bis nahe zu seiner Verflüchtigungstemperatur (220°) erhitzt, wodurch es in amorphen Zustand übergeht, worauf es bei weiterem Erhitzen auch ohne Gasdruck zum Schmelzen gebracht wird (vergl. Erdmann, Lehrbuch der anorganischen Chemie, III. Auflage, 1902, S. 362 letzter Absatz). Das Glas wird in jedem Fall als zusammenhängende Massen gewonnen, welche behufs Versand zerschlagen werden müssen.
Ein drittes — betriebsmäßig jedoch, wohl kaum ausführbares — Verfahren besteht darin, daß man Arsenikmehl längere Zeit bis nahe zu seiner Verflüchtigungstemperatur (220°) erhitzt, wodurch es in amorphen Zustand übergeht, worauf es bei weiterem Erhitzen auch ohne Gasdruck zum Schmelzen gebracht wird (vergl. Erdmann, Lehrbuch der anorganischen Chemie, III. Auflage, 1902, S. 362 letzter Absatz). Das Glas wird in jedem Fall als zusammenhängende Massen gewonnen, welche behufs Versand zerschlagen werden müssen.
Die Verfahren — auch das letztgenannte — leiden an dem Übelstande, daß das Ausbringen
gering ist, indem man bei der Fabrikation mit oder ohne Absicht Dämpfe erzeugt,
welche kondensiert werden müssen und hierbei zum großen Teil wieder Arsenikmehl ergeben. Außerdem vermögen die
Dämpfe ebenso wie der beim Zerschlagen des Glases entstehende Staub die Arbeiter
gesundheitlich zu schädigen.
Es hat sich gezeigt, daß Arsenikmehl oder körniges Arsenik durch einen entsprechend
hohen Druck in Arsenglas übergeführt wird. Arsenikmehl wird dem Drucke eines Preß-Werkzeuges
(und zwar zweckmäßig in einer Hohlform) ausgesetzt, wodurch die Arsenikteilchen zunächst oberflächlich zusammengeschweißt
uifd schließlich zu einer mehr oder weniger homogenen Masse vereinigt werden.
Man kann also schon durch Druck allein ein Arsenglas herstellen. Die Bildung des Glases
geht aber leichter und bei einem niedrigeren Druck vor sich, wenn das Arsenikmehl während
Ausübung des Druckes erwärmt ist, was z. B. durch Heizung der Preßform mittels Dampf erreicht werden kann. Durch
geeignete Bemessung des Druckes und der Temperatur hat man es in der Hand, ein Produkt
von mehr marmorartigem oder mehr glasartigem Aussehen zu erzeugen, und zwar erhält
man bei niedrigem Druck und niedriger Temperatur ein Erzeugnis von marmorartigem,
bei höherem Druck und höherer Temperatur ein solches von mehr glasartigem Aussehen. Die Temperatur darf nicht so
hoch sein, daß das Arsenik verdampft. Arsenglaszylinder von 1 cm Durchmesser
und 0,5 cm Höhe kann man schon durch den Druck eines von Hand betätigten mittelgroßen
Schlosserschraubstockes erzeugen. Wird das zu pressende Arsenik dabei auf
schätzungsweise 1200 erwärmt, so haben die
bei diesem Druck erzeugten Arsenikzylinderchen schon ein ziemlich glasartiges Aussehen.
Eine geeignete Vorrichtung für die Ausübung des Verfahrens im Großen ist eine Steinkohlenbrikettpressc
mit zwei in derselben Achse liegenden Preßstempeln. Der von den Preßstempeln ausgeübte Druck kann z. B.
2500 kg pro Ouadratzentimenter (2500 Atm.) betragen und das zu pressende Arsenik, bevor
es in die Preßform gelangt, auf beispielsweise 1500 in einem geeigneten Gefäß, z. B.
einem um seine Achse rotierenden geneigten Zylinder, erwärmt werden.
Es sind zwar bereits Natriumsuperoxyd und Chlorkalk in harte, porzellanartige Körper
lediglich durch mechanischen Druck übergeführt worden (Patentschrift 140574). Aus
dem Verhalten einzelner Körper war aber nicht abzuleiten, daß auch Arsenikmehl in
dieser Weise zu porzellanartigen Körpern geformt werden kann.
Es wird am besten das zu pressende Arsenik in pulveriger Form verwendet. Dadurch,
daß man zum Pressen Arsenik verwendet, welches geeignete Färbemittel, wie Auripigment oder Realgar, enthält oder denen
geeignete Farbstoffe zugesetzt sind, kann man. gefärbtes, ■ beispielsweise gelb oder rot
gefärbtes Glas erzeugen.
Das neue Verfahren ändert die Technik der Arsenglasfabrikation vollkommen. Die
Fabrikation nach dem vorliegenden Verfahren ist wesentlich billiger als das jetzt
übliche Verfahren. Die Entwickelung von Dämpfen und Staub ist ausgeschlossen;
außerdem können Stücke von ganz bestimmter Größe erhalten werden. Die Benutzung von Stücken ganz bestimmter Größe
ist besonders für die Glasfabrikation von Bedeutung.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung glasiger arseniger Säure, dadurch gekennzeichnet,
daß Arsenikpulver oder körniges Arsenik einem mechanischen Druck ausgesetzt wird.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach I, wobei das zu pressende Arsenik
während Ausübung des Druckes erwärmt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT23235D AT23235B (de) | 1903-08-10 | 1905-05-18 | Verfahren zur Herstellung glasiger arseniger Säure. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE159541C true DE159541C (de) |
Family
ID=425608
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1903159541D Expired - Lifetime DE159541C (de) | 1903-08-10 | 1903-08-10 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE159541C (de) |
-
1903
- 1903-08-10 DE DE1903159541D patent/DE159541C/de not_active Expired - Lifetime
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