DE15645C - Einrichtung zum Auslaugen von Zellstoff aus Holz, Stroh, Alfa und drgl - Google Patents
Einrichtung zum Auslaugen von Zellstoff aus Holz, Stroh, Alfa und drglInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
- D21C—PRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
- D21C9/00—After-treatment of cellulose pulp, e.g. of wood pulp, or cotton linters ; Treatment of dilute or dewatered pulp or process improvement taking place after obtaining the raw cellulosic material and not provided for elsewhere
- D21C9/18—De-watering; Elimination of cooking or pulp-treating liquors from the pulp
Landscapes
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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- Treatment Of Fiber Materials (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE SB: Papiere
Ein in der Praxis bewährtes Verfahren, den reinen Zellstoff (Cellulose) aus Holz, Stroh,
Alfa etc. zu gewinnen, besteht im Kochen des Rohstoffes in geschlossenen Gefafsen unter Druck
mit Natronlauge. Selbst, wenn die aus dem vollendeten Kochprocefs resultirenden braunen
Laugen mit Druck vom Kocher abgetrieben sind, enthält der Stoff noch 25 bis 30° alles
aufgewendeten Natrons in veränderter Form.
Für die Rentabilität der Stofffabrikation ist es nun Bedingung, möglichst alles am Stoff
hängende veränderte Natron zurückzugewinnen; dies erreichte man bis heut am vortheilhaftesten
durch ein in der Sodafabrikation längst bekanntes Shank'sches Auslaugekastensystem; indessen
haften diesem Verfahren mancherlei Uebelstände an, die durch das vorliegende Verfahren beseitigt werden können.
Der Apparat besteht aus dem Stoffgefäfs G mit Siebboden s1 und Siebdeckel s2 (rund oder
von anderer Form), darunter sechs oder mehr geschlossene Laugenbehälter I, Π, III etc. (concentrisch
oder anders gestellt) angeordnet, mit bis auf den Boden reichenden Standrohren.
Der unter s1 gelegene Raum des Gefäfses G
ist mit den Behältern I, II, III etc. durch die Hähne 1, 2, 3 etc. verbunden. An die Standrohre
schliefsen Hähne 7, 8, 9 etc. und ein Verbindungsrohr an, was nach der einen Seite
in ein Warmwasserrohr mit Hahn H, nach der anderen Seite über dem Gefäfs G in eine
Sprengeinrichtung S endigt; dieses Sprengrohrsystem kann um ein Kugelscharnier hochgeschlagen
werden.
Ein Hahn 13 gestattet, aus G unterhalb s2
Laugen abzulassen.
Die Laugenbehälter tragen schliefslich noch Dampfventile V1V2V3 etc. mit Verbindungsdampfrohr,
das nach einem Ende Verbindung mit dem Kessel hat und ein Hauptventil V trägt, und Hähnchen 14, 15, 16 etc. zum Einlassen
von Luft in die Laugenbehälter.
Das Stoffgefäfs G, sowie die Laugenbehälter sind durch schlechte Wärmeleiter vor Abkühlung
geschützt.
Im geordneten Betrieb gedacht, enthalten nun die Laugenbehälter, von I anfangend,
immer schwächere und schwächere Laugen, so dafs also I die stärkste, VI die schwächste der
früher gewonnenen Laugen enthält.
Man arbeitet nun mit dem Apparat wie folgt: Der Stoff kommt heifs vom Kocher
nach G, und wird 5 so grofs zu construiren sein, dafs möglichst eine ganze Kochung hineingeht.
Sieb s2 wird darauf über dem Stoff befestigt, Sprengeinrichtung 5 in horizontale
Lage gebracht, Ventile V und v\ ebenso Hahn 7, geöffnet, während alle übrigen Hähne
und Ventile geschlossen sind. Durch Eintreten von Dampf in I wird nun die stärkste Lauge
durch das Standrohr, Hahn 7, das Verbindungsund Steigerohr nach der Sprengeinrichtung gedrückt
und von dieser über den Stoff in G gleichmäfsig vertheilt; die Gröfse der Laugenbehälter
ist so berechnet, dafs, nachdem die ganze Lauge von I nach G übergetrieben ist,
eben S2 von Lauge bedeckt ist; nun schliefst man Vv1 und 7, öffnet 13 und läfst eine sehr
concentrate braune Lauge nach dem Vorraths- oder Ofenreservoir abfiiefsen. Jetzt öffnet man
Vv2 und Hahn 8, treibt den ganzen Inhalt
von II nach G über, öffnet darauf Hahn 1,
nachdem man vorher wieder Vv2 und 8 geschlossen
hatte. In I ist durch Abkühlung etwas Dampf condensirt, die dadurch entstandene Luftleere saugt bei Oeffhung von ι sofort
die Lauge von G ab; bei Ablaufen der Lauge von G nach I mufs nun, sobald das Saugen
aufhört, das Lufthähnchen 14 geöffnet werden, bis alle Lauge von G nach I abgelaufen ist;
nunmehr wird 14 und 1 geschlossen, Vv* und 9
geöffnet, Inhalt von III geht auf G; Vv% und 9
geschlossen, 2, nachher auch 15, geöffnet, so dafs die auf III vorher gewesene Lauge von G
nach II fliefst; auf dieselbe Weise kommt Inhalt IV auf G und dann nach III, Inhalt V
auf G und dann nach IV, Inhalt VI auf G und dann nach V. Nun zum Schlufs wird
Hahn H geöffnet, und man läfst vom Warmwasserreservoir heifses Wasser langsam avif G
spritzen, bis j2 mit Wasser bedeckt ist; dann
wird H geschlossen, 6 geöffnet, schliefslich auch 19 geöffnet, bis wieder alles heifse, etwas
braun gewordene Wasser nach VI abgeflossen ist.
Damit ist die eine Kochung vollständig entlaugt, man erhält einen sehr hellen, reinen
Stoff, der aus G entfernt werden kann. Bei ferneren Kochungen verfährt man in ganz gleicher
Weise.
Als Vortheile dieser Entlaugung gegenüber dem Verfahren in Shank'schen Kästen sind
kurz folgende anzuführen:
Die Shank'schen Kästen bedingen ein langes Verbleiben (meist 24 Stunden und noch mehr)
des Stoffes in denselben, dadurch findet durch die Länge der Zeit eine Abkühlung der Laugen
und durch lange Darbietung grofser Oberflächen eine Verschmutzung des Stoffes durch Staub
und andere Dinge statt. Die stärksten, braunsten Laugen kommen in kaltem Zustand mit dem
heifs aus dem Kocher kommenden Staub zusammen, dadurch bräunt sich die Zelle, verholzt
und wird schwer bleichbar.
Nach dem oben beschriebenen Verfahren und mit dem neuen Cellulose-Auslaugeapparat
geschehen die Operationen der Entlaugung mit Leichtigkeit und Schnelligkeit, indem man ohne
Pumpen (die beim Shank'schen Auslaugeverfahren nothwendig) in 2 bis 3 Stunden die
ganze Arbeit des Entlaugens, und zwar in vollkommenerer Weise mit nur einem Mann machen
kann. Die ganze Operation geschieht warm, da die gegen Abkühlung geschützten Gefäfse
mit Hülfe des verwendeten Dampfes die Laugen in hoher Temperatur erhalten. Der Stoff
ist durch die bedeutend abgekürzte Zeit und durch ein aufgelegtes Sieb einem Verschmutzen
in viel geringerem Mafse ausgesetzt.
Man erhält einen helleren, reineren Stoff mit elastischer, leicht bleichbarer Faser, und gewinnt
nahezu das ganze an der Faser hängende Natron in Form schwerer, brauner Laugen zurück,
dessen Regenerirung im Ofen sich wohl lohnt.
Claims (1)
- P ATENT-AN SPRUCH:Die Zusammenstellung des Ganzen, insbesondere der höherstehende Behälter G in Verbindung mit Laugebehältern I, II, III, IV, V, VI und mehr, aus welchen die Lauge durch directen Dampfdruck nach G getrieben wird.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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