DE133531C - - Google Patents

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DE133531C
DE133531C DENDAT133531D DE133531DA DE133531C DE 133531 C DE133531 C DE 133531C DE NDAT133531 D DENDAT133531 D DE NDAT133531D DE 133531D A DE133531D A DE 133531DA DE 133531 C DE133531 C DE 133531C
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    • HELECTRICITY
    • H04ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
    • H04MTELEPHONIC COMMUNICATION
    • H04M1/00Substation equipment, e.g. for use by subscribers
    • H04M1/738Interface circuits for coupling substations to external telephone lines
    • H04M1/74Interface circuits for coupling substations to external telephone lines with means for reducing interference; with means for reducing effects due to line faults

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Signal Processing (AREA)
  • Mobile Radio Communication Systems (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei den bisher üblichen Fernsprechanlagen ist ein besonderer leitender Stromkreis oder eine an Erde gelegte Leitung . für jedes Paar von Anschlufsstellen erforderlich, die mit einander in Verbindung zu treten wünschen. Die Erfindung betrifft nun eine Einrichtung, durch welche es ermöglicht wird, zwischen mehreren Paaren von an dieselbe Leitung angeschlossenen Anschlufsstellen mehrere Gespräche zu führen, ohne dafs eine störende Einwirkung der Einzelgespräche auf einander stattfindet.
Um dies Ziel zu erreichen, werden nach der Erfindung die verschiedenen von den Polklemmen der Linienleitung abzweigenden Stromkreise, welche, wie aus den Zeichnungen ersichtlich, die einzelnen Stationen mit der Linienleitung in mehrfacher Anzahl verbinden und in der Folge stets gemeint sind, falls der Ausdruck »Stromkreis« ohne erklärenden Zusatz gebraucht wird, ausgestattet mit Condensatoren, deren Capacität veränderlich bezw. regelbar ist, mit Inductionsspulen, deren Wirksamkeit durch Ein- und Ausschaltung secundärer Windungen verändert werden kann und mit telephonischen Empfängern, welche doppelte Windungen erhalten und hinter oder neben einander geschaltet werden können. Die unabhängigen Windungen des telephonischen Empfängers können in Neben- oder Hintereinanderschaltung durch einen Schalter verbunden werden, welcher gleichzeitig dazu dient, die Capacität des Condensators und die Anzahl der wirksamen secundären Windungen des Inductors im Verhältnifs von beispielsweise 1 : 2 oder 1:3 zu vermehren oder zu vermindern und dadurch die Arbeitsbedingungen des Apparates betreffs Capacität und Widerstand zu ändern, so dafs dieser Apparat zwecks Uebertragung eines Gespräches mit einem anderen Apparate zusammen wirken kann, in welchem die gleichen Verhältnisse betreffs Capacität und. Widerstand bestehen, dagegen ein Zusammenarbeiten mit einem der übrigen Apparate, in welchem nicht die gleichen Verhältnisse bestehen, nicht möglich ist.
Die Gröfse der wirksamen Oberfläche des Condensators, die Anzahl der eingeschalteten Secundärspulen des Inductors und die Windungen des Empfängers werden derart bemessen, dafs der letztere nur auf einen Strom von bestimmter Stärke anspricht.
Auf jeder Station sind Sprech- und Signalapparate vorhanden.
Der Sprechapparat besteht aus einem Condensator a, einem Inductor b., einem Schaltbrett c, einem Linienschalter d, einem Haken-. Umschalter e, einem Mikrophon/, einer Batterie h und einem Hörtelephon g.
Eine Belegung des Condensators α ist dauernd an die Fernleitung angeschlossen, während die andere Belegung aus drei Theilen ij und k besteht, von welchen jeder mit je einer Stromschlufsfeder auf dem Schaltbrett c leitend verbunden ist. Die . primäre Spule des Inductors b besteht aus einer fortlaufenden Wickelung, die Secundärwickelung besteht aus drei
Spulen, jedes Ende dieser Spulen ist mit je einer Stromschlufsfeder auf dem Schaltbrett c leitend verbunden. Das Hörtelephon g erhält eine getheilte Wickelung, deren vier Enden mit je einer Feder auf dem Schaltbrett c leitend verbunden sind. Ein weiteres Stromschlufsstück des Schaltbrettes ist an die Fernleitung angeschlossen.
Der Umschalter d ist um eine feste Achse ρ drehbar und besteht aus nicht leitender Masse, auf welcher eine Anzahl von Stromschlufsstücken η und ο verschiedener Länge angebracht sind. In der Ruhelage des Umschalters sind sämmtliche Stromschlufsstücke η und ο aufser Verbindung mit den entsprechenden Federn auf dem Schaltbrett c.
Der Umschalter d wird in der Ruhelage durch das Gewicht des Fernhörers gehalten, welches den Hebel e entgegen der Feder q niederdrückt und eine Lagenveränderung des Umschalters verhindert, indem sich der Vorsprung r gegen die untere Seite des Umschalters anstemmt, so lange der Hörer angehängt bleibt. Wird der letztere jedoch abgenommen, so kann der durch sein Eigengewicht herabfallende Umschalter in einer Lage zur Ruhe kommen, welche durch die Stellung des Wählerhebels s bestimmt wird, dessen Sperrzahn mit einem der Vorspränge 7 dieses Hebels zusammenwirkt.
Nach dem Herabnehmen des Fernhörers fliefst der Strom im Ortsstromkreis vom Contact t durch das Mikrophon f, Leiter u, Primär- t spule des Inductors b, Leiter 67, Batterie /?, Hebel e zurück zum Contact t. Der Weg des Stromes in dem Fernstromkreis wird durch die vom Wählerhebel s beeinflufste Stellung des Umschalters d bedingt.
Falls der Umschalter in der Stellung d1 gegen den Sperrhaken des Wählerhebels 5 trifft, ergiebt sich der folgende Stromkreis:
Der Strom fliefst von der Fernleitung durch die an letztere angeschlossene Feder auf dem Schaltbrette c und das zugehörige Stromschlufsstück auf d (Fig. 2), alsdann durch die beiden Wickelungen des Hörtelephons g, durch die an diese angeschlossenen Federn von c, welche durch Stromschlufsstücke auf d mit denjenigen Federn auf c verbunden sind, die Stroms.chlufs für die erste Secundärspule I des Inductors b bilden. Diese Spule wird ihrerseits durch die an sie angeschlossenen Federn auf c und Stromschlufsstücke auf d mit der an die Condensatorbelegung ζ angeschlossenen Feder auf c verbunden (Fig. 2). Von dem Condensatortheil i fliefst der Strom durch die Belegung a nach dem Rückleitungsdraht für den Sprechstrom der Fernleitung.
Wenn der Umschalter durch den Hebel s in der Stellung d2 gesperrt wird, so erfolgt Leitungsschlufs durch eine der Windungen des Hörtelephons g, durch zwei in Reihenschaltung liegende Spulen I des Inductors b und durch zwei der Theilbelegungen des Condensators a in Parallelschaltung zur Fernleitung und zurück durch diese zum Ausgangspunkt.
Ist der Umschalter in der Stellung d3, so nimmt der Fernstrom den folgenden Weg:
Durch beide Wickelungen des Hörtelephons g in Reihenschaltung durch alle drei Theilwickelungen / des Inductors b in Reihenschaltung und alle drei Theilbelegungen ijk des Condensators α in Parallelschaltung zurück zum Ausgangspunkte durch die Fernleitung.
Um zwecks Ermöglichung des Sprechens Verbindung zwischen zwei Stellen herzustellen, ist es erforderlich, diese Sprechstellen in Uebereinstimmung zu bringen. Zu diesem Zwecke würden von Hand bediente Vorrichtungen an sich verwendbar sein, die jedoch für den Fernsprechbetrieb nicht rasch genug arbeiten würden. Es werden deshalb zweckmäfsig selbstthätig arbeitende Vorrichtungen benutzt, die am besten mit dem Signalapparat zusanimenwirken.
Der Signalapparat besteht aus einer Stromquelle v, einer Signaltaste w, einem Klingelwerk χ und einem Signalwähler y.
Die Arbeitsweise des Wählerhebels s wird durch das elektromagnetische Setzwerk %, das elektromagnetische Rückstellwerk 1 und die unter Reibung beweglichen Hebel 2 und 3 geregelt, welche wieder in ihrer Wirksamkeit durch den Taster w und den Hebel e beeinflufst werden.
Die Wirkungsweise des Setzwerkes \ ist abhängig von der Stellung des elektromagnetischen Sperrwerkes 5 und zusammen mit "dem Sperrwerk und dem Rückstellvverk 1 abhängig, unter gewissen noch näher zu beschreibenden Umständen, von dem Signalapparat und dem Hebel e.
Der zweiarmige Wählerhebel s wird durch eine Feder 6 in der angedeuteten Normalstellung gehalten. Er hat an seinem unteren Ende einen Sperrhaken, welcher sich in dem Pfade mehrerer Nasen 7 am Umschalter d bewegt und sich bald gegen eine, bald gegen eine andere dieser Nasen legt, dadurch den Weg des Umschalters begrenzend.
Der andere Arm des Hebels ist mit einem gezahnten Sector 8 versehen, dessen Seiten Sperrzähne derart erhalten, dafs die Zähne der einen Seite entgegengesetzt zu denjenigen der anderen gerichtet sind. Das Setzwerk ^ besteht aus einem Elektromagneten mit drehbarem Anker 9, welch letzterer durch eine Feder in der Ruhelage gehalten wird.
Das Ende dieses Ankers liegt im Ruhezustande aufserhalb des Bereichs der Sperrzähne auf dem Sector 8, kommt jedoch, wenn er durch den Magneten angezogen wird, in und
wieder aufser Eingriff mit einem der .Sperrzähne, wodurch der Sector um einen Zahn in der dem in Fig. ι eingezeichneten Pfeile entgegengesetzten Richtung fortgeschaltet, wird.
Das elektromagnetische Rückstellwerk besteht aus einem Elektromagneten ι mit Anker ii, der durch eine Feder in der Ruhelage gehalten wird und zwei .Sperrarme 12 und 13 trägt. Letztere wirken in der Weise einer Hemmung auf die Sperrzähne des Sectors 8 derart, dafs bei jeder Doppelschwingung des Ankers dieser Sector um einen Zahn zurückfallen kann. Das Setzwerk und das Rückstellwerk wirken mithin in entgegengesetztem Sinne auf den Wählerhebel.
Das Sperrwerk besteht aus einem Elektromagneten 5 mit drehbarem Anker 10, der durch eine Feder in der Ruhelage gehalten wird. Wird Anker 10 angezogen, so tritt sein Ende in den Weg des Setzwerkes und sperrt das letztere.
Der Sperrhebel 2 ist mit Reibung auf einem festen Zapfen drehbar gelagert und mit einer Sperrklinke versehen, welche im Arbeitszustande dieses Hebels mit einem oder dem anderen der Zahne auf dem Sector 8 in Eingriff steht und dadurch verhindert, dafs dieser umgekehrt zur Pfeilrichtung bewegt wird. Diese Arbeitsstellung des Hebels 2 tritt ein, sobald die Ruftaste w heruntergedrückt wird, und bleibt auch nach dem Aufhören des Signals infolge der Zapfenreibung bestehen.
Der Arm 15 des dreiarmigen Sperrhebels bewegt sich im Pfade des Unterbrecherhebels 3, und zwar so, dafs die Arbeitsstellung des Sperrhebels ebenfalls die Arbeitsstellung des Unterbrecherhebels bewirkt, oder,mit anderen Worten, der Stromkreis, in welchem dieser Hebel liegt, geöffnet wird, sobald der Taster w und der Sperrhebel 2 in Wirkung treten.
Das Niederdrücken des Tasters w bedingt mittelst der Hebel .2 und 3 Oeffnung des Stromkreises am Contact 16 (s. Fig. 1), während durch Anhängen des Hörers . auf seinen Haken das Rückstellwerk in Wirksamkeit gebracht wird und die Sectoren 8 um je einen Zahn fortgeschaltet werden. Falls nun die Hörer der zwei gerade sprechenden Stellen nicht im gleichen Zeitpunkt aufgehängt werden, so würden die Rückstellwerke zweimal hinter einander arbeiten, was vermieden werden mufs. Während jedoch das Rückstellwerk in der Station, welche ursprünglich das Signal gab, aufser Wirkung gesetzt ist, ist dies in der angerufenen Station nicht der Fall, d. h. dort arbeitet das Rückstellwerk, wenn der Fernhörer auf seinen Haken gehängt wird, und der gleichzeitig ausgesendete Stromstofs erregt die Rückstellelektromagnete aller übrigen Stellen, die zuerst anrufende eingeschlossen. Diese Arbeitsweise ist dadurch bedingt, dafs die Ruftaste in der angerufenen Station nicht niedergedrückt und 'deshalb der Stromkreis nicht geöffnet worden ist.
Wenn ein Strom durch die Wickelung des Setzwerkes Riefst, schaltet dasselbe mittelst seines Ankers den Hebel 8 um einen Zahn vorwärts, in welcher Stellung der Hebel, auch nach dem Aufhören des Stromes, durch die Sperrarme 12 und 13, festgehalten wird; sollte nun ein weiterer Stromstofs in gleicher Weise gesendet werden, so wird der Hebel 8 um einen weiteren Zahn vorwärts geschoben und so weiter, je einen Zahn bei jedem Stromstofs.
Sollte der Magnet der Hemmwerke 5 Strom empfangen, vor oder zu gleicher Zeit mit dem Stellwerk, so würde sich der Anker des Hemmwerkes vor den Anker des Setzwerkes legen und letzteres am Arbeiten verhindern. Infolge dessen würde auch keine Veränderung in der Stellung des Hebels 8 eintreten. In gleicher Weise würde ein Niederdrücken der Ruftaste wirken, da ihre Sperrklinke den Sector 8 in der Arbeitsstellung verriegelt. Angenommen, dafs sich das Segment 8 um einen oder mehrere Zähne aus der Ruhestellung befinde und dafs ein Stromstofs durch den Elektromagneten des Rückstellwerkes gesendet würde,- so wird für jeden solchen Stromstofs das Segment sich um einen Zahn seiner Ruhestellung nähern.
Selbstverständlkh besitzt jede Sprechstelle die vorstehend beschriebenen Apparate. Die Setz- und Rückstellwerke aller Stationen arbeiten in gleicher Weise, während die Hemm werke und Verriegelungsvorrichtungen der einzelnen Stationen in ihrer Wirkung von einander insofern abweichen, als sie auf der rufenden und der angerufenen Station die Setzwerke aufser Thätigkeit setzten, während dieselben in allen anderen Stationen wirksam bleiben.
Auf der rufenden Station erfolgt die Sperrung des Setzwerkes durch den Hebel 2, auf der angerufenen Station durch das Hemmwerk 5 in der Weise, dafs nach beendetem Signal in diesen zwei Stellen derselbe Sprechzustand herrscht, nämlich 1, während dieser Sprechzustand den anderen Stellen nicht mehr zugänglich ist infolge der Bewegung der Segmente 8 in allen diesen Stellen.
Thatsächlich tritt der Sprechzustand erst mit dem Abnehmen des Fernhörers von seinem Haken ein, aber die Sprechbedingungen sind in allen Stationen festgelegt, sobald das Signal beendet ist.
In ähnlicher Weise bewirkt ein weiteres Signal von einer in Ruhe sich befindenden. Stelle eine Uebereinstimmung zweier weiterer Stationen, ohne den Sprechzustand der beiden erst geschalteten zu stören und so weiter, bis die Arbeitsgrenze des Systems erreicht ist, was dann eintritt, wenn sich keine Stellen mehr in der Ruhestellung befinden.
- Der .Signalapparat besteht in seinen Haupttheilen aus einer Ruftaste n>, welche im Ruhezustande Stromschlufs mit der Klemme 17 bildet und mit einem Arbeitscontact 18 versehen ist. Ein Wä'hlersolenoid ig ist ebenfalls vorgesehen, welches mittelst seines Ankers auf den dreiarmigen Winkelhebel 20 wirkt. Der Hebel trägt drehbar am Ende einer seiner Arme eine Falle 21. Diese Falle bildet einen Winkelhebel, auf dessen freiem Ende eine weitere Falle 23 drehbar gelagert ist. Die TForm dieser Hebel ist aus der Fig. 2 ersichtlich. Der Hebel 20 wird in der gezeichneten Ruhelage durch eine Feder gehalten; sein senkrechter Arm trägt eine Klinke 25. Diese Klinke bewegt sich im Pfade eines weiteren Hebels 26 in einer solchen Weise, dafs eine volle Halbschwingung des Hebels 20 eine volle Halbschwingung des Hebels 26 bewirkt, der Eingriff: beider Hebel jedoch am Ende des Hubes von Hebel 26 aufhört, so dafs derselbe in seine Ruhelage zurückkehren kann, gleichviel, welches die Stellung des Hebels 20 sein mag. Diese Rückkehr in die Ruhelage erfolgt beim Hebel 26 langsam, weil dabei eine Verzögerungsvorrichtung in Thätigkeit tritt.
Diese Vorrichtung besteht aus einem drehbar am Ende des Hebels 26 gelagerten Sperrzahnsegment 27, das durch Federdruck in Eingriff mit . einem Zahntrieb 85 gehalten wird; die Achse dieses Zahntriebes trägt einen Windfang und dreht, sich deshalb mit einer bestimmten Geschwindigkeit. Die Sperrzähne auf dem Segment 27 sind so gestellt,, dafs sie den Zahntrieb 85 bei der Abwärtsbewegung des Hebels 26 mitnehmen, bei der Aufwärtsbewegung desselben jedoch über die Zähne des Triebes hinweggleiten, ohne auf den Windfang zu wirken. Aufserdem trägt der Hebel 26 noch eine Stange 30, die auf einen doppelarmigen Rückhalthebel wirkt. Dieser Rückhalthebel 31 ist. an seinem Ende zu einem Bogenstück 32 ausgebildet, ..gegen welches der Endhaken der Falle 23 im normalen Zustand andrückt. Das Bogenstück, endigt in einen Absatz 33. Des Weiteren sind noch zwei nachgiebige Contacte 35 und ein fester Contact 34 vorgesehen, welche beide in gewissen Stellungen der Hebel in Thätigkeit treten.
. . Die eben beschriebenen Vorrichtungen wirken zusammen auf den sogen. Signalwähler. Dieser besteht aus einem gezahnten Radsector 38, welcher im Ruhezustande unter dem Einflufs einer Zugfeder 39 die Stellung nach der Fig. 2 einnimmt. Bei der Bewegung des Rades bestreicht ein Schalthebel 40 eine Reihe von Stromschlufsstücken 41, während durch eine Sperrklinke 42 der Radsector in seiner jeweiligen Stellung gehalten wird. Wenn jedoch die Falle 21 aufser Eingriff mit den Zähnen des Rades gehoben wird, so nimmt sie auch die Klinke 42 mit und macht dadurch das Rad frei. Das Rad trägt aufserdem noch einen Hebel 43, welchem die Aufgabe zufällt, bei Ruhestellung des Rades zu verhindern, dafs die Klinke 23 in den Absatz 33 einfällt oder, wenn dies während des Arbeitens des Apparates geschehen ist, diese Klinke aus dem Absatz auszuheben. . .
Abhängig von den eben beschriebenen Vorrichtungen und in engem Zusammenhange mit ihnen arbeitet ein durch den Fernhörerhaken bewegter Umschalter 44, welcher die Wirkung des Rückstellwerkes regelt. Dieser Umschaltei ist folgendermafsen eingerichtet:
Eine Verlängerung des Fernhörerh.akens trägt ein isolirtes Segment 52 mit zwei für sich isolirten Contacten 45 und 46. Auf einem beweglichen Halter 51 sitzen zwei Contactpaare 47,48,49 und 50. Der Halter ist so angeordnet, dafs während eines Vollhubes des Hebels 44 in der Pfeilrichtung ein eine kurze Zeit dauernder Stromschlufs durch sämmtliche oben erwähnten Contacte stattfindet, der jedoch gegen das Ende des Hebelhubes wieder unterbrochen wird.
Bewegt sich jedoch der Hebel 44 umgekehrt zur Pfeilrichtung, so findet kein Stromschlufs statt, weil der Contacthalter in diesem Falle von den Contacten 45, 46 ferngehalten wird. Dies wird durch die folgende Vorrichtung bewirkt:
Der Halter 51 besitzt einen seitlichen Vorsprung 53, welcher in zwei mit einander gleichgerichtete schiefe Ebenen endigt. Auf diese schiefen Ebenen wirkt ein Zapfen 54, welcher am Ende eines auf dem Segment gelagerten Hebels 55 sitzt, und hebt bei der der Pfeilrichtung entgegengesetzten Bewegung mittelst der schiefen Ebene den -Contacthalter von seinen Contacten ab, während er bei der Bewegung in der Pfeilrichtung an der schiefen Ebene hochsteigt und über den Vorsprung 53 gleitet. Am Ende des Hubes fällt er dann wieder in seine Ruhestellung zurück.
Da bei diesem Vorgang die Contacte 47 bis 50 in Berührung mit den Contacten 45,46 kamen, so hat vorübergehend Stromschlufs durch diese Contacte stattgefunden. Es ist ersichtlich, dafs am Ende jedes Hubes des Hebels 44 die Leitung offen ist und nur während des Hubes Contact stattfindet.
. Die Vorgänge und Erscheinungen während der Benutzung der Apparate sind folgende:
Jeder Apparat erhält in üblicher Weise eine bestimmte Rufnummer, und das Signal, dem eine bestimmte Station antwortet, steht in einem bestimmten Zusammenhange mit dieser Nummer. Bei einem System mit sechs Stationen würde Station 1 angerufen durch das Senden eines einzelnen Stromstofses, Station 2 durch zwei Stromstöfse, , der letzte -von etwas längerer
Dauer als der vorhergehende; die Station 3 durch zwei kurze und einen langen Stromstofs und so weiter. Dies entspricht dem heutigen Gebrauche im Fernsprechdienste. Zwei- und dreistellige Rufnummern würden durch eine Signalgruppe aufgerufen, erst die Hunderter, dann die Zehner und zuletzt die Einer. Sollte sich das Handsignal nicht bewähren, so läfst sich leicht ein selbsttätig wirkender Zeichengeber anbringen.
Vorgänge in der rufenden Station.
Angenommen, es sei Verbindung bezweckt zwischen der Rufstation 1 und der gerufenen Station 4.
Die Rufstation sendet vier Stromstöfse über die Fernleitung, deren letzter von längerer Dauer ist als die anderen. Durch das erste Niederdrücken der Taste w wird ein Stromkreis geschlossen von der Stromquelle ν durch die Leitung 57, Contact 18, Taste n>. Leiter 58, Solenoid ig, den Leiter 5g zur Fernleitung, durch diese nach allen angeschlossenen Sprechapparaten (Fig. 1) zur Erde, von Erde in der rufenden Station durch Leiter 60 nach dem negativen Pole der Stromquelle.
Dieser Stromstofs hat in der rufenden Stelle folgende Wirkung:
Der Sperrhebel 2 steht in Eingriff mit dem ersten Zahn des Segmentes 8. Aufserdem hat dieser Hebel 2 den Contact 16 geöffnet. Des Weiteren hat die erfolgte Erregung des Solenoids ig den Hebel 20 umgelegt, der seinerseits den Hebel 26 in die Arbeitsstellung bringt, aus welcher dieser nunmehr unter dem Einflufs der Feder 2g einerseits und des Verzögerungswerkes andererseits langsam in die Ruhelage zurückkehrt.
Aufserdem hat der Hebel 20 mittelst der Falle 21 das Rad 38 um einen Zahn vorwärts gedreht. Ein Ortsstromschlufs irgend welcher Art hat nicht stattgefunden. Die einzige dauernde Veränderung in dem Zustande des Apparates besteht deshalb in der um einen Zahn vorgerückten Stellung des Rades 38.
Dieser wie alle anderen etwaigen kurzen Stromstöfse beeinflufst alle Apparate an der Leitung in gleicher Weise. Sollte nun die Taste noch einmal für einen kurzen Stromstofs niedergedrückt werden, so werden sich die eben geschilderten Vorgänge wiederholen, indem das Rad 38 um einen weiteren Zahn vorrückt; ebenso beim dritten kurzen Stromstofs. Der vierte, längere Stromstofs bewirkt in seinen ersten Abschnitten genau dieselben Vorgänge; da jedoch in diesem Falle der Stromschlufs noch andauert, nachdem der Hebel 26 in seine Ruhelage zurückgekehrt ist, so wird hier noch ein Ortsstrom geschlossen. Letzterer fliefst vom positiven Pol der Batterie /2 durch Leiter 65, 61, Hebel .26, Contact .34, Leiter.62, Hebel 20, Contact 37, Leiter 63, Stellwerk %, Leiter 64 zum negativen Pol der Batterie h zurück. Der Magnet des Setzwerkes wird dadurch erregt, kann jedoch seinen Anker nicht anziehen, da der Eingriff des Verriegelungshebels 2 in die Zähne des Segmentes 8 eine Bewegung desselben in der beabsichtigten Richtung verhindert. Es tritt deshalb keine weitere Veränderung im Zustande des Apparates ein, bis die Taste in die Ruhelage zurückkehrt. Wenn dies geschieht, kehrt infolge der Unterbrechung des Stromes der Hebel 20 ebenfalls in die Ruhelage zurück; da aber während der eben beschriebenen Vorgänge der Haken 23 in den Absatz 33 eingefallen ist, so wird damit dieser Absatz der Drehpunkt der Falle 23, welche infolge dessen aufser Eingriff mit den Zähnen des Rades 38 kommt. Hierdurch wird auch, wie-schon erklärt, die Falle 42 frei von den Zähnen des Rades 38, welches infolge dessen unter dem Einflufs der Feder 3g in die Ruhelage zurückkehrt.
Wenn es diese Lage beinahe erreicht hat, so hebt der Arm 43 die Falle 23 aus dem Eingriff mit dem Absatz 33 und bringt damit auch diese wieder in die normale Lage.
Mit dem vollendeten Signal ist somit der ganze Apparat wieder bereit, ein neues Signal zu empfangen. Sollte nunmehr in der rufenden Stelle das Telephon von dem Haken genommen werden, so geschieht das Folgende:
Der Hebel 4 stellt den Riegelhebel 2 wieder in die Ruhelage. Die Contacte auf dem Hebel 44 bringen keinen Stromschlufs zu Stande, weil der Halter 51, wie weiter oben erklärt, die Contacte abgehoben hat. Der Umschalter d fällt sogleich in die Stellung <P und wird dort mittelst des Vorsprunges auf dem Hebel s gehalten. Zu gleicher Zeit wird der Mikrophonstromkreis geschlossen durch Leiter 65, 66, Hebel e, Contact t, Mikrophon f, Leiter u, Primärspule, Leiter 67 und Batterie.
Nunmehr ist Station 1 fertig zum Gespräch mit- irgend einem an die Fernleitung angeschlossenen Apparat, in welchem dieselben Bedingungen herrschen.
■ Das Aufhängen des Hörers nach beendeter Unterhaltung bewirkt mit Ausnahme der Unterbrechung des Mikrophonstromes und der Umstellung des Hebels 3 in die Ruhelage keine Veränderung im Zustande der Station. Wie schon erwähnt, fällt die Aufgabe der Zurückführung der Apparate in die Ruhelage dem angerufenen Apparate zu. Gleichzeitig mit dem Niederdrücken der Taste erhält der Hebel 3 die in unterbrochenen Linien gezeichnete Stellung, dadurch den Rückstellstromkreis unterbrechend. Wenn nun auch der Hebel 44 und die Contacte auf dem Halter 51 umgeschaltet werden, so bleibt doch der Stromkreis am Contact 16 offen und dieser Contact wird erst
wieder durch den Zapfen 54 geschlossen, wenn die Contacte auf. Sector 44 und Halter 51 an. einander vorbeigegangen sind.
Vorgänge in der gerufenen Station.
Die drei erstgenannten kurzen Stromstöfse haben den Signalapparat dieser Station genau so beeinflufst, wie den der rufenden Station. Nach dem vollendeten dritten Strornstofs ist also das Rad 38 um drei Zähne aus der Ruhestellung'vorgerückt. Das Stromlaufschema Avar in diesem Falle folgendes:
Von der Fernleitung durch Leiter 59, Solenoid ig, Leiter 58, Taste ip, Contact 17, Leiter 60 zur Erde. Der nun folgende vierte und in diesem Falle lange Stromstofs bringt nun das Rad 38 in eine solche Stellung, dafs der Arm 40 in leitende Berührung mit demjenigen Contacte der Gruppe 41 kommt, welcher in.leitender Verbindung mit den übrigen Theilen des Apparates steht. Kehrt nun der Hebel 26 in seine Ruhelage zurück, während der Hebel 20 in seiner Arbeitslage noch verbleibt, so wird ein Ortsstromkreis geschlossen, wie folgt:
Vom positiven Pol der Batterie h, durch Leiter 65 und 61, Hebel 26, Contact 34, Leiter 62, Hebel 20, Contact 36, Leiter 68, Contact 35, Leiter 6g nach dem Arm 40 des Rades 38, Contact 41, Läutewerk x, Leiter 70, Sperrwerk 5 und dann durch Leiter 71 und 64 zum negativen Pol der Batterie. Unmittelbar nach dem Schlufs dieses Stromkreises wird noch ein zweiter Ortsstromkreis geschlossen, und zwar:
Vom positiven Pol der Batterie h durch Leiter 65, 61, Hebel 26, Contact 34, Leiter 62, Hebel 20, Contact 37, Leiter 63 zum Magneten des Stellwerkes, durch diesen und Leiter 64 zum negativen Pol der Batterie. Der erstgeschlossene Stromkreis hat den Zweck, das Setzwerk zu sperren, indem sich der Anker des Hemmwerkes in den Weg des Ankers des Setzwerkes legt. Das Setzwerk kann mithin nicht wirken, so lange das Sperrwerk. Strom erhält; da der Stromkreis des Sperrwerkes früher als der Stromkreis des Setzwerkes geschlossen und später als dieser unterbrochen wird, so kann das Setzwerk der angerufenen Station überhaupt nicht in Thätigkeit treten.
Die Beendigung des langen Stromstofses bewirkt in der gerufenen Stelle eine vollständige Zurückführung des Signalapparates in die Ruhelage, in gleicher Weise wie auf der rufenden Station.
Während des Stromdurchganges durch das Sperrwerk ist das Läutewerk in Thätigkeit, um die Aufmerksamkeit auf den Apparat zu lenken.
Wenn der Hörer auf der gerufenen Stelle yon seinem Haken entfernt wird, so fällt der Umschalter d sofort in die Stellung ds. Der Rückstellstromkreis wird aus den schon erwähnten Gründen nicht geschlossen, wohl aber der Mikrophonstromkreis. Die beiden Apparate ι und 4 sind nun in Sprechverbindung und bleiben es, bis einer der beiden mit einander sprechenden Theilhaber seinen Hörer aufhängt.
Während der durch das Aufhängen des Telephons verursachten Bewegung des Hebels e wird vorübergehend der folgende Stromkreis hergestellt:
Vom positiven Pol der Batterie h durch Leiter 65, Hebel 3, Contact 16, Leiter 72, Contact 50,46,49, Leiter 73 zur Fernleitung, durch diese nach allen fernen Stationen, einschliefslich der rufenden Station. Der Stromlauf in diesen Stationen ist wie folgt:
Von der Fernleitung durch Leiter 73, Contacte 74, 75, 76, Leiter 77, 78, durch den Magneten ι und Leiter 79 in allen fernen Stationen zur Erde. Von der Erde fiiefst der Strom auf der Station 1 durch Leiter 79, den Magneten 1, durch Leiter 78, Contacte 47, 45, 48, Leiter 80 und 64 zum negativen Pol der Batterie. Die Erregung des Magneten 1 hat einen Doppelhub seines Ankers bewirkt, da aber in Station 4 der Hebel 5 sich schon in der Ruhelage befindet, so hat der Stromstofs keine weitere Wirkung.
Vorgänge in den übrigen Stationen.
Die ersten drei Stromstöfse des Signales haben in allen Stationen in gleicher Weise gewirkt, d.h. das Rad 38 um drei Zähne vorwärts geschaltet. Der vierte lange Stromstofs stellt in schon vorher beschriebener Weise einen Ortsstromkreis in allen diesen Stationen her, und zwar wie folgt:
Vom positiven Pol der Batterie h durch den Leiter 65, 61, Hebel 26, Contact 34, Leiter 62, Hebel 20, Contact 37, Leiter 63 zum Magneten des Setzwerkes \ und durch den Leiter 64 zurück zum negativen Pol der Batterie. Dadurch wird der Anker des Setzwerkes angezogen und so in schon oben erklärter Weise das Segment 8 um einen Zahn vorgeschoben, in welcher Lage es bis auf Weiteres durch die Sperrarme 12 und 13 des Rückstellwerkes gehalten wird. Dieser Vorschub . ist in allen Stationen mit Ausnahme der rufenden und der gerufenen erfolgt. Die Sperrwerke sind in den anderen Stationen nicht in Thätigkeit getreten und haben deshalb auch den Vorschub des Hebels s nicht verhindert, da zur Zeit des vierten Stromstofses die Arme 40 in allen Stationen, mit Ausnahme der Station 4, in einer solchen Lage waren, dafs kein Stromschlufs durch den Arm hergestellt werden konnte. Mit dem Aufhören des vierten Stromstofses kehren in schon erklärter Weise sämmt-
liehe Räder 38 in den erwähnten Stationen in die Ruhestellung zurück. Der Setzwerksanker kehrt auch in die Ruhelage zurück, sobald der Hebel 20 sich in die Ruhelage gestellt hat, der Hebel s wird dagegen durch die Sperrarme 12, 13 in seiner neuen Lage festgehalten.
Während das Gespräch zwischen den Stellen 1 und 4 noch im Gange ist, befinden sich die Wählerhebel s in den beiden genannten Stationen in der Ruhelage, infolge der Einwirkung des Sperrhebels 2 in der Rufstation und des Hemmwerkes 5 in der gerufenen Station, die Umschalter d in diesen zwei Stationen befinden sich in der Stellung άΛ.
Die Wählerhebel s in allen anderen Stationen befinden sich in einer um einen Zahn gegen die Ruhelage verstellten Lage, wie in Fig. 1 bei den Stellen 2 und 3 ersichtlich. Sollte nun das Gespräch zwischen den Stellen 1 und 4 sein Ende erreichen, bevor irgend eine der anderen Stationen durch Signal ihre Absicht kundgegeben hat, mit irgend einer der anderen Stationen in Verkehr zu treten, so wird mit dem Aufhängen des Hörers in der erst gerufenen Station das Rückstellwerk in allen Stationen in Thätigkeit gesetzt und alle Hebel s in die Ruhestellung zurückgebracht, sofern sie sich nicht schon in derselben befinden. Alle Apparate würden sich infolge dessen wieder in diesem Zustande befinden, wie vor der Aussendung des ersten Signales. Wenn dagegen ein Signal von einer der unbeschäftigten Stationen nach einer anderen unbeschäftigten Station geschickt wird, während noch die Unterhaltung zwischen 1 und 4 im Gange ist, so werden die folgenden Vorgänge sich abspielen:
Wenn beispielsweise die Station 2 die Station 5 anruft, so besteht das Rufsignal aus vier kurzen Stromstöfsen und einem langen Stromstofs. Die vier . kurzen Stromstöfse bewirken in allen Stationen, die im Gespräche befindlichen eingeschlossen, ein Vorrücken der Räder 38 um vier Zähne. Der nun nachfolgende fünfte (lange) Stromstofs bewegt alle Räder 38 um einen weiteren Zahn und stellt gegen das Ende seiner Dauer einen Ortsstromkreis her, wie bereits beschrieben. Der Ortsstromkreis erregt die Magnete aller Setzwerke, und das Aufhören des Signalstromes stellt in schon bekannter Weise den Ruhezustand in dem Signalapparat aller Stationen her. Die Erregung der Setzwerkmagnete hat noch folgende Wirkungen:
Die Anziehung des Setzwerkankers veranlafst eine Bewegung des Segmentes 8 umgekehrt zur Pfeilrichtung; diese Bewegung kann jedoch auf den Stellen 1 und 4 nicht erfolgen, da sich das Ende des Hebels s gegen die Fläche 7 des Umschalters d anlegt und diesen an einer Bewegung in dem angegebenen Sinne verhindert.
Vorgänge in der Rufstation 2.
Die Vorgänge in Station 2 bei und nach dem Geben des Signales, während die beiden erstgenannten Stationen 1 und 4 ihr Gespräch fortsetzen, sind folgende:
Die Wählerhebel s dieser, wie auch der übrigen Stationen sind, wie früher gesehen, um einen Zahn aus der Ruhelage getreten; dies war durch das erste Signal verursacht. Wird nun die Taste in Station 2 niedergedrückt, so greift der Sperrhebel 2 in den zweiten Zahn des Segmentes 8 ein und verhindert damit eine Weiterbewegung dieses Segmentes unter dem Einflufs des Setzwerkes. Zu derselben Zeit wird auch der Rückstellstromkreis am Contact 16 unterbrochen, so- dafs die Contactvorrichtung auf dem Hebel 44 aufser Wirkung kommt. Dies ist die einzige bleibende Veränderung, die in dieser Station unter dem Einflufs des Signales vor sich geht.
Vorgänge in der gerufenen Station 5.
In der gerufenen Station 5 hat der lange (fünfte) Stromstofs ebenfalls, wie in der Beschreibung der Vorgänge in Station 4 erklärt, zwei Ortsstromkreise geschlossen, nämlich einen durch das Setzwerk und einen anderen unmitttelbar vor diesem und von längerer Dauer als dieser, durch das Hemmwerk. Infolge dessen ergeben sich keinerlei bleibende Veränderungen in dieser Station, welche sich auf das Geben dieses zweiten Signales zurückführen lassen. Das Läutewerk ist jedoch für eine kurze Zeit in Wirkung getreten, damit die Aufmerksamkeit auf den Apparat lenkend. Nach beendigtem Signale nehmen die Wählerhebel in den Stationen 2 und 5 dieselbe Stellung ein, d. h. eine um einen Zahn von der Ruhelage abweichende Stellung. In dieser Beziehung unterscheiden sie sich von der Stellung der Hebel in Stationen 1 und 4, wo solche, wie wir gesehen, sich in der Ruhestellung befinden.
Sollten nun die Fernhörer in den Stationen 2 und 5 von ihren Haken genommen werden, so werden die Umschalter in beiden Stationen sofort in die Stellung d2 fallen, hierdurch für diese zwei Apparate den Sprechzustand »Zwei« herstellend. Das Gespräch zwischen den Stellen 2 und 5 kann nun sogleich erfolgen und wird, wie in den diesbezüglichen Ausführungen der Einleitung auseinandergesetzt ist, nur in so geringem Mafse von dem zwischen ι und 4 vor sich gehenden beeinflufst, dafs eine merkbare Störung nicht eintritt.
Vorgänge in ruhenden Stationen
(3 und 6).
Auf den Signalapparat der Stationen 3 und 6 haben die vier gesendeten kurzen Stromstöfse in derselben Weise eingewirkt, wie in den
schon beschriebenen, nämlich die betreffenden Räder 38 um vier Zähne aus der Ruhestellung vorwärts gedreht. Der nunmehr folgende lange Stromstofs dreht die Räder in allen Stationen um einen weiteren Zahn vorwärts und stellt gegen das Ende seiner Dauer auf den beiden unbeschäftigten Stationen einen Ortsstromkreis her, welcher den Magneten des Setzwerkes erregt. Da sich der Bewegung des Ankers dieses Setzwerkes kein Hindernifs in den Weg stellt, so schalten diese Anker den Wählerhebel 5 um einen weiteren Zahn vorwärts, in welcher neuen Stellung derselbe in schon erklärter Weise von den Sperrarmen 12 und 13 festgehalten wird. Mit dem Aufhören des langen Stromstofses stellt sich, wie ebenfalls schon vorher erklärt, der Signalapparat wieder in die Ruhelage.
Bei Schlufs des Signales zwischen den Stationen 2 und 5 sind mithin die folgenden Bedingungen in den an die Leitung angeschlossenen Stationen eingetreten:
Die noch im Gespräch befindlichen Stationen 1 und 4 haben ihre Wählerhebel in der Ruhestellung und ihre Umschalter d in der Stellung d3 oder, in anderen Worten, im Sprechzustande »Eins«; in den ebenfalls im Gespräch befindlichen Stationen 2 und 5 stehen die Wählerhebel s in einer um einen Zahn abweichenden Stellung und die Umschalter d stehen in der Stellung d'2 oder in dem Sprechzustande »Zwei«. In den- Stationen 3 und 6 befinden .sich die Wählerhebel in einer Stellung, welche um zwei Zähne von der Ruhelage abweicht, so dafs ihre Umschalter d nach Entfernung der Fernhörer von ihren Haken sofort in die Stellung d1, also in den Sprechzustand »Drei« kommen.
Eine Störung zwischen diesen Stationen und den schon im Gespräch befindlichen ist in dieser Weise ausgeschlossen.
Vorgänge beim dritten Signal.
Falls die Station 3 mit der Station 6 in Verbindung treten will und zu diesem Zwecke anruft, wird durch die Taste w auf Station 3 der Sperrhebel 2 umgelegt, welcher das Setzwerk sperrt und aufserdem den Hebel 3 umschaltet, der durch Unterbrechung des Stromkreises bei 16 das Rückstellwerk aufser Wirkung setzt. In der gerufenen Station wird durch das Hemmwerk ebenfalls das Setzwerk verriegelt, das Läutewerk wird jedoch in Thätigkeit treten.
In den Stationen 1, 2, 4 und 5 hat das Signal gar keine bleibende Veränderung hervorgebracht, da der in Wirkung getretene Signalapparat nach dem Aufhören des letzten Stromstofses wieder in die Ruhestellung zurückgekehrt ist. Nehmen nun die Benutzer der Stationen 3 und 6 ihre Fernhörer von den Haken, so fallen sofort die Umschalter d in diesen Stationen in die Stellung dl und stellen damit für diese zwei Instrumente den Sprechzustand »Drei« her.
Es herrscht also:
in Station 1 und 4: Sprechzustand »Eins«
2 - 5:' - »Zwei«
- 3 - 6: - »Drei«.
Es können demnach nach den Ausführungen der Einleitung auch diese drei Paare von Stationen gleichzeitig ihre Gespräche über die gemeinsame Fernleitung führen, ohne einander erheblich zu stören.
Vorgänge beim Ausschalten.
Wenn die Stationen 1 und 4 ihr Gespräch zu Ende geführt haben und infolge dessen ihre Fernhörer angehängt sind, erfolgt auf beiden Stationen die durch das Gewicht des Fernhörer bewirkte Rückkehr des Umschalters d in die Ruhestellung.
Die Wählerhebel werden nicht beeinflufst, da sich dieselben in diesen Stationen schon in der Ruhestellung befinden. Dagegen wird in Station 1 der am Contact 16 unterbrochene Stromkreis wieder hergestellt. Dieser Stromkreis erhält aber beim Aufhängen des Fernhörers in der Station 1 trotzdem keinen Strom, weil der Halter 51 schon über die Schlufsstellung hinweggegangen ist, wenn der Stromkreis am Contact 16 wieder hergestellt wird. Dagegen wird von der Station 4 beim Aufhängen des Fernhörers infolge der durch die Bewegung des Umschalters 44 in der Pfeilrichtung vorübergehenden Berührung der Contacte 45, 46 mit den Contacten 47 bis 50 ein Stromstofs ausgesendet, welcher das Rückstellwerk ι in allen Stationen in Wirkung bringt. Eine rückschreitende Bewegung aller Hebel s in den verschiedenen Stationen ist die Folge. Dies bewirkt, dafs in denjenigen Stationen, in denen dieser Hebel sich nicht schon in dei Ruhelage befindet, die folgenden Veränderungen eintreten:
In den Stationen 2 und 5 fällt der Umschalter d aus der Stellung d2 in die Stellung d3 und bringt damit diese beiden Stationen aus dem bisherigen Sprechzustand »Zwei« in den Sprechzustand »Eins«. Die Stationen 3 und 6 treten aus dem Sprechzustand »Drei« in den Sprechzustand »Zwei«. Aufser der vorübergehenden Unterbrechung, die durch die Bewegung der Umschalter d veranlafst wird und nur einen kleinen Bruchtheil einer Secunde in Anspruch nimmt, erwächst aus diesem Vorgange keine Störung der Unterhaltung, und während nunmehr die beiden noch sprechenden Paare jedes für sich in einem anderen als dem ursprünglichen Sprechzustand sich befindet, herrscht wieder Uebereinstimmung zwischen diesen Stationen.

Claims (1)

  1. Sollten nunmehr auch noch die beiden Stationen 2 und 5 ihre Unterhaltung beendigen und ihre Fernhörer anhängen, so erfolgt ein weiteres Zurückschalten der Hebel s um einen Zahn in allen Stationen, in welchen dieser Hebel zur Zeit sich noch nicht in der Ruhestellung befindet.
    Mit dem Anhängen der Femhörer in den erwähnten Stationen kehren in diesen die Umschalter d in die Ruhestellung zurück und fallen in den noch im Gespräch befindlichen Stationen 3 und 6 die Umschalter d aus der Stellung d'2 in die Stellung d3 oder, in anderen Worten, aus dem Sprechzustand »Zwei« in den Sprechzustand »Eins«.
    Sollten nun auch noch diese beiden Stationen ihre Unterhaltung beenden, so kehrt nach dem Anhängen dieses letzten Fernhörerpaares das ganze System in die Ruhelage zurück und befinden sich die Apparate . im Stromkreise wieder in demselben Zustande, wie vor dem Geben des ersten Signales.
    Anruf einer beschäftigten Station.
    Angenommen, die Stationen 1 und 4 und 2 und 5 seien, wie oben beschrieben, noch im Gespräch begriffen und Station 3 riefe die beschäftigte Station 2 auf, so würden sich die folgenden Vorgänge abspielen:
    Der lange Stromstofs des Anrufsignales würde in Station 2 in schon erklärter Weise das Läutewerk in Thätigkeit setzen, ohne jedoch in dem Sprechzustande sowohl dieses, als auch irgend eines der anderen Apparate des Systems eine Aenderung herbeizuführen, da die Hebel s aller beschäftigten Apparate, wie bereits erwähnt, während der Dauer der Unterhaltung verriegelt sind. Infolge dessen befindet sich der Apparat der Station 3 in einem Sprechzustand, der verschieden ist von dem der angerufenen Station, und es ist unmöglich, das Gespräch von Station 3 aus zu belauschen. Das Stillschweigen seines Hörtelephons benachrichtigt deshalb den Theilhaber auf Station 3, dafs er eine beschäftigte Station angerufen hat. Wird nunmehr der Hörer wieder aufgehängt, so kehrt der Umschalter d in die Ruhelage zurück, und der Apparat befindet sich wieder in demselben Zustande wie vor dem Signal.
    Sobald irgend eines der sprechenden Paare sein Gespräch beendet, rücken alle sprechenden Paare um einen Sprechzustand vorwärts, von »Drei« zu »Zwei«, von »Zwei« zu »Eins«, wenn das erstgeschaltete Paar zuerst aufhängen sollte. Falls eines der später eingeschalteten Paare zuerst anhängen sollte, so rücken nun die zeitlich nach ihm eingeschalteten Paare um einen Sprechzustand vor, während die vor ihm eingeschalteten Paare in ihrem Sprechzustand verharren.
    Unterbrechung der Unterhaltung hat deshalb für das betreffende Stationspaar zur Folge, dafs eine etwaige Wiederaufnahme des Gespräches davon abhängt, ob noch freie Sprechzustände vorhanden sind, in welchem Falle das Paar in den in der Reihenfolge nächsten Sprechzustand zu dem, den der zuletzt vor ihm eingeschaltete Apparat inne hat, tritt.
    Erschöpfung der verfügbaren Sprechzustände hat zur Folge, dafs auf erfolgtes Signal und Abnehmen des Hörers der Umschalter d nicht aus der Ruhelage fallen kann, da der Hebel s so weit gegen ihn vorgerückt ist, um ihn in der angegebenen Lage zu erhalten.
    Beim Anhängen des Fernhörers auf einer Station, sofern sie nicht eine Rufstation war, kommen alle Hebel s um einen Zahn ihrer Ruhelage näher, so lange noch Hebel aufser Ruhestand sich befinden.
    Wenn eine Station aufruft, tritt das Umgekehrte in allen Stationen, weniger zwei, ein, nämlich alle Hebel s (weniger zwei) entfernen sich um einen Zahn aus ihrer Ruhelage und bei jeder Wiederholung eines Aufrufes um einen weiteren Zahn.
    Ein jeder weiterer Aufruf hat aber auch ein Zurückbleiben zweier Hebel s im Gefolge, und so verursacht fortschreitendes Aufrufen eine staffeiförmige Anordnung der Hebel s in Paaren und dadurch die paarweise Uebereinstimmung der Apparate, wodurch die Vielfachübertragung von Gesprächen ermöglicht wird.
    Pat ent-A ν Spruch:
    Einrichtung zur gleichzeitigen ungestörten Sprechverständigung zwischen mehreren Paaren von Fernsprechstellen, die auf derselben Leitung liegen, dadurch gekennzeichnet, dafs die in üblicher Weise an die gemeinsame Leitung angeschlossenen secundären Stromkreise der im Mikrophonstromkreise liegenden Uebertragerspulen Condensatoren, Selbstinductionsspulen und Fernhörer enthalten, welche bezw. betreffs ihrer Capacität, Selbstinduction, sowie Zahl und Schaltungsweise der Bewickelungen derart vermittelst eines Schalters eingestellt werden können, dafs für jedes der eine Sprechverbindung wünschenden Paare die elektrischen Verhältnisse wesentlich von allen übrigen Paaren verschieden sind, während sie bei den Theilnehmern desselben Paares genau übereinstimmen.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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