DE1180938B - Verfahren zum Stabilisieren von Polyacetaldehyden - Google Patents
Verfahren zum Stabilisieren von PolyacetaldehydenInfo
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- C08G—MACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
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- C08G2/30—Chemical modification by after-treatment
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- C03C2217/20—Materials for coating a single layer on glass
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: C 08 g
Deutsche Kl.: 39 c-18
Nummer: 1180 938
Aktenzeichen: C 23831 IV d / 39 c
Anmeldetag: 8. April 1961
Auslegetag: 5. November 1964
Es sind verschiedene Verfahren bekannt, Acetaldehydpolymere mit hohem Molekulargewicht herzustellen.
Eines besteht darin, flüssigen Acetaldehyd in Anwesenheit eines Säurekatalysators zu kristallisieren.
Man hat lange angenommen, es sei eine Kristallisation
notwendig, um den Polyacetaldehyd zu bilden. Heute weiß man, daß eine solche Notwendigkeit
nicht besteht und daß das Polymerisat bei Temperaturen, welche die der Kristallisation weit übersteigen,
erhalten werden kann.
Unabhängig von ihren Herstellungsbedingungen erweisen sich die bekannten Polymere immer als
weiße gummiartige Körner, die zur Zusammenballung neigen. Diese Polymere weisen ausgezeichnete
physikalische Eigenschaften auf, was sie für industrielle Verwendungen sehr interessant macht.
Leider zersetzen sie sich leicht unter Einwirkung von Hitze oder von Säuren. Es ist bekannt, die
Wärmebeständigkeit der Polyacetaldehyde durch Zusatz von Stoffen wie Natriumcarbonaten oder
-bicarbonaten, Aminen, Harnstoffen, Naphtholen, Hydrochinon usw. zu verbessern.
Die Natur der Endgruppen des Polyacetaldehyds ist nicht bekannt. Insbesondere ist es nicht möglich
gewesen, die Anwesenheit von Hydroxylgruppen, die sich zur Veresterung eignen, festzustellen.
Es wurde nun gefunden, daß man Polyacetaldehyde, ausgenommen kristalline Polyacetaldehyde,
stabilisieren kann, indem man (1) Polyacetaldehyde in Pyridin oder dessen Derivaten löst und dann mit
einer wäßrigen alkalischen Lösung ausfällt, gegebenenfalls den ausgefällten Polyacetaldehyd wieder
in Pyridin löst, mit Carbonsäureanhydriden behandelt und wiederum in gleicher Weise ausfällt oder
daß man (2) die Behandlung mit Pyridin bzw. dessen Derivaten und mit Carbonsäureanhydriden gleichzeitig
durchführt und wiederum in gleicher Weise ausfällt.
Als Reaktionsmedium kann Pyridin oder eines seiner Derivate verwendet werden. Als Carbonsäureanhydrid
hat sich Essigsäureanhydrid als geeignet erwiesen. Zur Herstellung der alkalischen wäßrigen
Lösung kann man für solche Zwecke bekannte Stoffe wie Natriumcarbonat oder -bicarbonat verwenden.
Einen Vorteil bedeutet es, daß die Reaktion bei gewöhnlicher Temperatur durchgeführt werden
kann.
Man erhält nach dem erfindungsgemäßen Verfahren Elastomere des Polyacetaldehydes von hohem
Molekulargewicht, die bei der alleinigen Behandlung mit Pyridin oder eines seiner Derivate bis zu einer
Verfahren zum Stabilisieren von
Polyacetaldehyden
Polyacetaldehyden
Anmelder:
Charbonnages de France, Paris
Vertreter:
Dipl.-Ing. Dipl.-Chem. Dr. phil. Dr. techn.
J. Reitstötter und Dr.-Ing. W. Bunte,
Patentanwälte, München 15, Haydnstr. 5
Beanspruchte Priorität:
Frankreich vom 21. April 1960 (824 961)
Temperatur von mindestens 105° C und bei der kombinierten Behandlung mit Pyridin oder Derivaten und
einem Säureanhydrid bis 130° C stabil sind. Die Produkte nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
weisen also wesentlich höhere Zersetzungsprodukte auf als die bisher bekannten Polyacetaldehyde.
Es ist bereits bekannt, Antioxydationsmittel, wie Amine, zur Stabilisierung von Polyacetaldehyd zu
verwenden. Es ist jedoch überraschend, daß Pyridin eine wesentlich größere Stabilisierungswirkung besitzt.
Pyridin ist nicht als Antioxydans bekannt und besitzt auch keinen Aminrest im eigentlichen Sinn,
sondern stellt eine heterocyclische Verbindung mit einem Stickstoff im Kern dar, zum Unterschied von
Antioxydantien, wo der Stickstoff ein echter Aminostickstoff ist. Ferner ist bekannt, Formaldehydpolymere
durch Acylierung der endständigen Hydroxylgruppen zu stabilisieren. Es ist aber nicht
bekannt, daß auch Polyacetaldehyde freie Hydroxylgruppen besitzen. Also ist es überraschend, daß ein
Teil des auf Polyformaldehyd anwendbaren Verfahrens auch bei Polyacetaldehyd durchführbar ist.
Zur Erläuterung der Erfindung dienen die nachstehenden
Beispiele.
Herstellung des Ausgangsprodukts
Reiner monomerer Acetaldehyd wird durch Zersetzung des Paraldehyds gegen 80° C in Gegenwart
von Spuren und Phosphor- oder Schwefelsäure dargestellt. Die Dämpfe gehen in eine mit schwer
schmelzbaren Materialien angefüllte Säule und werden von außen durch Wasser gekühlt, damit der
Rückfluß des mitgerissenen Paraldehyds gewährleistet ist.
409 710/443
Das so erhaltene rohe Monomer wird dann in einer Füllkörpersäule unter stickstoffleichten Druck destilliert,
um jegliche Oxydationsgefahr auszuschalten. Der Stickstoff wird zur Reinigung über Kupfer, das
auf Kieselgur dispergiert ist, geführt und auf 180° C erhitzt.
Das gereinigte Monomer wird auf ekie Temperatur
abgekühlt, die wenig unter seinem Gefrierpunkt liegt (—123,3° C), dann erhitzt. Man erhält eine gelatinöse
Masse von Polyacetaldehyd, das vom KTdäemer aufgequollen
ist. Das Polymer wird zur Beseitigung des Monomers mit Petroläther gewaschen. Man erhält
ein weißes, wenig klebriges, gummiartiges Polyacetaldehyd. Die Ausbeute beträgt ungefähr 25%.
40 Teile Polyacetaldehyd löst man in 600 Teilen Pyridin (21 Stunden). Dann fällt man das Polymerisat
durch Zugabe von 2000 Teilen einer wäßrigen Natriumcarbonatlösung aus und wäscht.es gründlich
mit Wasser. Das erhaltene Produkt hat eine Zersetzungstemperatur von 105° C. '
Man gibt das in Pyridin aufgelöste Polymerisat des vorhergehenden Beispiels in einen Reaktor, der ein
Rührwerk besitzt und in den ein Stickstoffstrom geleitet wird, und fügt 700 Teile Essigsäureanhydrid zu.
Der Kontakt der Reaktionspartner wird 20 Stunden lang aufrechterhalten; hierbei wird die Lösung
zunehmend schwärzer. Darauf gießt man sie in eine gesättigte Lösung von Natriumcarbonat in Wasser.
Das Polymerisat fällt aus, man trennt es ab und wäscht gründlich mit Wasser. Das erhaltene Produkt
hat eine Zersetzungstemperatur von 127° C.
Der Einfluß der verschiedenen Behandlungsweisen gemäß den Beispielen 1 und 2 wird offensichtlich,
wenn man bedenkt, daß die Zersetzungstemperatur des nicht behandelten Polymerisats 55° C ist und der
des in Pyridin gelösten und dann durch Wasser ausgefällten Polymers 65° C.
Es werden genau die gleichen Bedingungen wie im Beispiel 2 eingehalten mit der Ausnahme, daß der
Kontakt der Reaktionspartner 33 Tage lang aufrechterhalten wird. Man erhält den gleichen Zersetzungspunkt.
SO
Die Bedingungen des Beispiels 2 werden angewendet. Die Reaktionsdauer beträgt jetzt 96 Stunden,
nach denen die Zersetzungstemperatur des Produkts bei 125° C liegt.
Die Temperatur wird hiernach auf 60° C gebracht und 18 Stunden lang beibehalten. Die Zersetzungstemperatur fällt dann auf 105° C. Nach Beseitigung
der Zerfallsprodukte durch Auflösung in Aceton und Wiederausfällung durch Wasser wurde eine
Zersetzungstemperatur von 127° C bestimmt.
Die Bedingungen nach Beispiel 2 werden angewendet aber unter Zusatz von 0,1 Teil wasserfreien
Natriumacetats, das ein bekannter Katalysator der Acetylierungsreaktionen ist.
Bei der Durchführung des Verfahrens gemäß den vorstehenden Beispielen wurde das Acetaldehydpolymerisat
sofort nach seiner Herstellung in Pyridin gelegt. Hierin quillt es langsam auf. Man wartet, bis es
völlig aufgelöst ist, was gewöhnlich einige Stunden dauert.
In den Fällen, in denen das Polymerisat außer mit Pyridin auch noch mit Essigsäureanhydrid behandelt
wurde, wurden gleiche Mengen der beiden Verbindungen verwendet. Dieses Verhältnis ist aber nicht
kritisch.
Die Behandlung der Reaktionslösung mittels einer alkalischen wäßrigen Lösung nach Ablauf der für die
Reaktionsdauer gewählten Zeit hat einmal den Zweck, daß Polymerisat durch Wasser auszufällen
und zum andern das verwendete Säureanhydrid zu neutralisieren.
. Die Zersetzungstemperatur wurde auf folgende Weise bestimmt: Eine Polymerisatprobe wird in
einem Ofen erhitzt, dessen Regulierungssystem so beschaffen ist, daß die Temperatur linear mit der Zeit
zunimmt. Die Geschwindigkeit der Erhitzung wird auf 1°C pro Minute reguliert. Um die Einwirkung
von Luftsauerstoff auf die Zersetzungsgeschwindigkeit auszuschalten, wird in Stickstoffatmosphäre gearbeitet.
Ein entsprechendes System ermöglicht es, die Kurve, die das Gewicht der bei jeder Temperatur
verbleibenden Probe angibt, aufzuzeichnen. Die Temperatur beim Zersetzungsbeginn ist diejenige, bei
welcher das Polymerisat 0,025 seines Anfangsgewichts verloren hat.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Stabilisieren von Polyacetaldehyden, ausgenommen kristalline Polyacetaldehyde, dadurch gekennzeichnet, daß man (1) Polyacetaldehyd in Pyridin oder dessen Derivaten löst und anschließend durch eine wäßrige alkalische Lösung ausfällt, gegebenenfalls den ausgefällten Polyacetaldehyd wieder in Pyridin löst, mit Carbonsäureanhydriden behandelt und wiederum in gleicher Weise ausfällt oder daß man (2) die Behandlung mit Pyridin bzw. dessen Derivaten und mit Carbonsäureanhydriden gleichzeitig durchführt und wiederum in gleicher Weise ausfällt.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 933 785;
französische Patentschrift Nr. 1131 939.409 710/443 10.64 ® Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| FR824961A FR1262700A (fr) | 1960-04-21 | 1960-04-21 | Polyacétaldéhydes stables et leur procédé de fabrication |
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| Publication Number | Publication Date |
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| DE1180938B true DE1180938B (de) | 1964-11-05 |
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Family Applications (1)
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Citations (2)
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1965
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Patent Citations (2)
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Also Published As
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| GB911959A (en) | 1962-12-05 |
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