DE116201C - - Google Patents

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DE116201C
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hydrochloric acid
thiophosgene
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amido
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C335/00Thioureas, i.e. compounds containing any of the groups, the nitrogen atoms not being part of nitro or nitroso groups
    • C07C335/04Derivatives of thiourea
    • C07C335/16Derivatives of thiourea having nitrogen atoms of thiourea groups bound to carbon atoms of six-membered aromatic rings of a carbon skeleton
    • C07C335/18Derivatives of thiourea having nitrogen atoms of thiourea groups bound to carbon atoms of six-membered aromatic rings of a carbon skeleton being further substituted by singly-bound oxygen atoms

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 12 o.
der Naphtalinreihe.
Wie in Patentschrift 116200 gezeigt wurde, erhält man bei der Einwirkung von Phosgen auf solche Amidonaphtole und deren Derivate, bei welchen sich Hydroxyl und Amidogruppe weder in Ortho- noch in Peristellung zu einander befinden, symmetrische Harnstoffe, welche freie Hydroxylgruppen enthalten und infolge dessen werthvolle Ausgangsmaterialien für die Herstellung von Azofarbstoffen darstellen. Im weiteren Verlauf der Untersuchungen wurde gefunden, dafs man zu Verbindungen von ganz analoger Constitution gelangt, wenn man an Stelle von Carbonylchlorid Thiophosgen bei Gegenwart einer Salzsäure bindenden Substanz auf Amidophenole der Naphtalinreihe einwirken läfst. Man erhält auf diese Weise Verbindungen, die sich von denjenigen des Patents 116200 dadurch unterscheiden, dafs sie an Stelle von Sauerstoff in der die beiden Molecule des angewendeten Amidonaphtols verbindenden Carbonylgruppe Schwefel enthalten. Derartige Thioharnstoffe mit freien Hydroxylgruppen sind, ebenso wie die Harnstoffe des Haupt-Patents, bisher noch nicht bekannt geworden.
Beispiele.
I. 2 3,9 kg P1 - Amido -α3- naphtol-ß4- sulfosäure werden unter Zusatz einer Lösung von 24 kg calcinirter Soda mit ca. 150 bis 200 1 Wasser in Lösung gebracht. In diese Lösung läfst man unter gutem Rühren bei gewöhnlicher Temperatur ganz allmählich Thiophosgen zufliefsen, bis eine mit Salzsäure angesäuerte Probe kein Nitrit mehr aufnimmt und sich kein Niederschlag von unveränderter Amidonaphtolsulfosäure mehr abscheidet. Dieser Punkt ist nach Zugabe von etwa 11,5 bis 1.2 kg Thiophosgen erreicht. Es wird nun die ganze Menge der Flüssigkeit mit Salzsäure angesäuert und die Thioharnstoffsulfosäure mit Kochsalz ausgesalzen.
Zwecks weiterer Reinigung wird die Substanz wieder in Wasser aufgenommen, von geringen Verunreinigungen abfiltrirt und aus dem Filtrat wiederum mit Kochsalz gefällt. Die reine Thiocarbonyldioxydinaphtylamindisulfosäure krystallisirt aus kochsalzhaltigem Wasser in weifsen Blättchen, die in kaltem Wasser ziemlich leicht löslich sind, sehr leicht in heifsem. Sie nimmt in saurer Lösung kein
Nitrit auf und giebt sowohl mit ι wie mit 2 Mol. Diazoverbindungen direct ziehende Baumwollfarbstoffe, die sich vor den mit dem entsprechenden Harnstoff erhaltenen durch eine röthere bezw. blauere Nuance auszeichnen. Der neuen Substanz kommt die Constitution:
S O, H
NH- CS — NH
OH
/SySO3H
OH
In ganz derselben Weise erhält man bei Verwendung anderer Amidonaphtolderivate die entsprechenden Thioharnstoffe.
II. 19,5 kg salzsaures ßj-Amido-ß4-naphtol werden unter Zusatz von ca. 200 1 Wasser und 35 bis 40 kg Natronlauge von 34 pCt. zum Natronsalz gelöst und zu dieser Lösung unter gutem Rühren bei gewöhnlicher Temperatur Thiophosgen ganz allmählich zufliefsen gelassen. Der gebildete Thioharnstoff scheidet sich während der Operation zum grofsen Theile aus. Das Ende der Reaction erkennt man daran, dafs eine herausgenommene und mit überschüssiger Salzsäure versetzte Probe keine Diazoverbindung mehr liefert. Es wird nun mit Salzsäure angesäuert, abfütrirt, geprefst und getrocknet. Der erhaltene Thioharnstoff ist schwer löslich in Wasser, verdünnten Mineralsäuren, sowie kohlensauren Alkalien, in kalter verdünnter Natronlauge löst er sich auf. Mit Diazoverbindungen, wie z. B. Diazosulfanilsäure, vereinigt sich die neue Substanz in normaler Weise zu Farbstoffen, die im Gegensatz zu den entsprechenden Farbstoffen aus ßj-Amido-ß4-naphtol selbst direct auf Baumwolle ziehen.
Die neuen Verbindungen sollen zur Darstellung von Azofarbstoffen verwendet werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch: ,
    Abänderung des durch Patent 116200 geschützten Verfahrens zur Darstellung von freie Hydroxylgruppen enthaltenden Harnstoffen der Naphtalinreihe, darin bestehend, dafs man an Stelle von Phosgen Thiophosgen bei Gegenwart einer Salzsäure bindenden Substanz auf Amidonaphtole und deren Derivate, bei denen sich Hydroxyl- und Amidogruppe nicht in Ortho- oder Peristellung zu einander befinden, einwirken läfst.
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