-
Absperrvorrichtung für eine Leitung mit einem Verschlußstück, das
an einem Schlitten angelenkt ist Die Erfindung betrifft eine Absperrvorrichtung
für eine Leitung mit einem Schlitten, der in einem von einer Leitungsöffnung abzweigenden
Gehäuse geführt, mit einem Antrieb versehen und durch Lenker gelenkig mit einem
Verschlußstück verbunden ist, das aus dem Gehäuse herausschiebbar und in die abzusperrende
Leitung hinein in deren Längsrichtung bis in eine seitwärts von dem abzweigenden
Gehäuse gelegene Schließstellung vorschiebbar ist.
-
Bei einer bekannten Absperrvorrichtung dieser Art, bei der gelenkig
am Verschlußstück befestigte Parallelogrammlenker am Schlitten gelagert sind, wird
der im geschlossenen Zustande der Absperrvorrichtung auf das Verschlußstück ausgeübte
Druck durch den Schlitten auf das von der Leitungsöffnung abzweigende Gehäuse übertragen
und sucht dieses Gehäuse zu verdrehen und zu verbiegen. Da Rohrleitungen mit einer
lichten Weite von 300 bis 750 mm zuweilen mit Drücken von 100 bis 150 atü betrieben
werden, muß daher das Gehäuse außerordentlich starkwandig ausgeführt werden.
-
Es ist auch eine Absperrvorrichtung für eine Leitung mit einem Schlitten
bekannt, der in einem in die Leitung selbst eingeschalteten Gehäuse geführt ist
und durch einen Lenker mit dem Verschlußstück verbunden ist, das durch den Schlitten
aus dem Durchflußkanal des Gehäuses zurückgezogen werden kann. Dabei ist das Gehäuse
aber nicht von einer Leitungsöffnung abgezweigt, was den Vorteil bietet, daß die
Leitung nachträglich mit der Öffnung und dem Gehäuse versehen werden kann, wenn
die Absperrvorrichtung eingebaut werden soll.
-
Bei einer Absperrvorrichtung mit einem in die Leitung eingeschalteten
Gehäuse ist es auch bereits bekannt, einen starr am Verschlußstück befestigten,
als Lenker dienenden Arm zum Anlenken des Armes an einer auf und ab beweglichen
Spindel zu verwenden.
-
Erfindungsgemäß ist nun bei Verwendung eines starr am Verschlußstück
befestigten, als Lenker dienenden Armes der Drehzapfen zum Anlenken des Armes am
Schlitten an einer Stelle des Schlittens vorgesehen, die in der Schließstellung
des Verschlußstückes und damit in der äußersten Vorschubstellung des Schlittens
etwa in der Ebene der Leitungsöffnung für das abzweigende Gehäuse liegt. Der auf
den Schlitten wirkende, vom Verschlußstück ausgeübte Zug kann infolgedessen von
dem Schlitten unmittelbar auf die Wandung des das Medium führenden Rohres übertragen
werden, ohne Biegekräfte auf das ; von der Leitungsöffnung abzweigende Gehäuse auszuüben.
Vorzugsweise ist das Verschlußstück mit mindestens einer auf dem Boden der Rohrleitung
laufenden Führungsrolle versehen. Die Anordnung von Führungsrollen an Verschlußstücken
ist nicht mehr neu. Bei bekannten Absperrvorrichtungen dieser Art laufen die Führungsrollen
aber auf dem Boden des Gehäuses, nicht aber auf den Boden einer Rohrleitung.
-
Dabei ist vorzugsweise am Verschlußstück eine zusätzliche Führungsrolle
vorgesehen, die gegenüber der Hauptführungsrolle in der Vorschubrichtung des Verschlußstückes
zurückversetzt- ist.
-
Eine weitere wirksame Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich, wenn
der den Schlitten mit dem starren Arm des Verschlußstückes verbindende Drehzapfen
von der Achse des Verschlußstückes etwa um den Radius des Umfanges des Verschlußstückes
entfernt ist und wenn der Schlitten in der Weise ausgebildet ist, daß sein freies
Ende in der Schließstellung des Verschlußstückes an der der Leitungsöffnung für
das abzweigende -Gehäuse gegenüberliegenden
Stelle an dem Boden
der Rohrleitung anliegt.
-
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist
in der Zeichnung dargestellt. In dieser zeigt Fig. 1 die Absperrvorrichtung, teilweise
im Schnitt, in geöffnetem Zustande, Fig.2 die Absperrvorrichtung in halbgeschlossenem
Zustande, Fig.3 die Absperrvorrichtung in geschlossenem Zustande, Fig.4 eine der
Fig. 1 entsprechende Darstellung unter Fortlassung der Rohrleitung in vergrößertem
Maßstabe und Fig.5 die Ansicht des Verschlußstückes gemäß Fig. 4 von rechts gesehen.
-
Die Leitung 11 ist nachträglich mit der gezeigten Absperrvorrichtung
versehen. Zu diesem Zweck ist eine Öffnung 12 in sie eingeschnitten, und an dieser
Stelle ist die Leitung mit einem aufgesetzten, geteilten Gehäuse 14, 16 versehen,
an das ein - wie bei Vorrichtungen zum Anbohren von Leitungen bekannt - Absperrschieber
15 mit rohrförmigem Durchgangskanal und daran ein zylindrisches Gehäuse
13 angeflanscht sind. Um die Leitungsöffnung 12 in die Leitung 11 einzuschneiden,
wird in üblicher Weise ein dazu geeignetes Werkzeug statt des Gehäuses 13 auf dem
Gehäuse des Absperrschiebers 15 befestigt, der dann geöffnet wird, damit das Werkzeug
auf die Leitung 11 einwirken kann. Nach Zurückziehen des Werkzeugs wird dann der
Absperrschieber 15 geschlossen und das Werkzeug durch das Gehäuse 13 ersetzt, worauf
der Absperrschieber 15 wieder geöffnet wird. In dem mehrteiligen Gesamtgehäuse 13
bis 15 ist ein Schlitten 21 verschiebbar geführt, der aus einer Platte 22 mit einem
Kopf 23 besteht. Dieser Schlitten ist mit einem Antrieb versehen und trägt zu diesem
Zweck Kolbenstangen 36, die bei 38 durch den Deckel 37 des Gehäuses 13 hindurchgehen
und einen Kolben 35 tragen, der in einem Zylinder 33, 34 mit Ein- und Auslässen
39, 40
für ein Druckmittel gleitet. Das Verschlußstück 26, das aus Scheiben
30 a und 30 b mit einer dazwischenliegenden Dichtungsscheibe 30 d
besteht, trägt einen starr an ihm befestigten Arm 24, der als Lenker des Verschlußstückes
dient und zu diesem Zweck aus zwei parallelen Platten besteht, welche die Platte
22 zwischen sich einschließen und mit ihr durch einen Drehzapfen 25 verbunden sind.
Die Stelle nun, an der sich der Drehzapfen 25 befindet, ist so gelegen, daß er etwa
in der Ebene der Öffnung 12 der Rohrleitung liegt, wenn der Schlitten 21 seine in
Fig. 3 gezeigte unterste Lage einnimmt und das Verschlußstück aus dem Gehäuse 13
bis 15 heraus und in die abzusperrende Leitung hinein in deren Längsrichtung bis
in eine seitwärts von dem abzweigenden Gehäuse 13 bis 15 gelegene Schließstellung
vorgeschoben hat, die in Fig. 3 gezeigt ist. Das hat die Wirkung, daß der in der
Leitung 11 herrschende, auf die linke Seite des Verschlußstücks 26 wirkende Flüssigkeitsdruck
auf den Drehzapfen 25 eine mit Bezug auf Fig. 3 nach rechts wirkende Kraft ausübt,
die durch den Schlitten 21 unmittelbar auf den Rand der Öffnung 12 und somit auf
die Leitung 11 übertragen wird, ohne dabei auf das mehrteilige Gehäuse 13
bis 15 eine verdrehende und verbiegende Kraft ausüben.
-
Wird der Kolben 35 auf seiner Unterseite mit dem Druckmittel beaufschlagt
und dadurch der Schlitten 21 aufwärts bewegt, dann zieht er das Verschlußstück 26
in die Stellung der Fig. 1 zurück, wobei die in Fig. 2 gezeigte Stellung der Teile
durchlaufen wird.
-
Damit sich das Verschlußstück ohne erheblichen Reibungswiderstand
von der Stellung der Fig. 1 über diejenige der Fig. 2 in die Schließstellung der
Fig. 3 bewegen kann, ist es mit mindestens einer auf dem Boden der Rohrleitung 11
laufenden Führungsrolle versehen. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei
solcher Führungsrollen 28 und 31 vorgesehen, die in Armen 29 bzw.
32 der Platte 30a drehbar gelagert sind. Die zusätzliche Führungsrolle 31 ist dabei
gegenüber der Hauptführungsrolle 28 in der Vorschubrichtung des Verschlußstückes
zurückversetzt.
-
Der den Schlitten 21 mit dem starren Arm 24 des Verschlußstückes
26 verbindende Drehzapfen 25 ist von der Achse des Verschlußstückes 26 etwa um den
Radius des Umfanges des Verschlußstückes 26 entfernt, so daß das Verschlußstück
26 in der in Fig. 3 gezeigten Schließstellung senkrecht zur Rohrleitung 11 steht,
obgleich sich der Drehzapfen 25 in der Höhe der Öffnung 12 befindet.
-
Die Kolbenstangen 36 haben in dem Gehäusedeckel 37 so viel Spielraum,
daß sich der Schlitten 21 an die Wandung des mehrteiligen Gehäuses 13 bis 15 anlegen
und daher die durch den Drehzapfen 25 auf ihn ausgeübte Kraft auf den Rand der Öffnung
12 übertragen kann, wenn der Schlitten in der in Fig.3 gezeigten Schließstellung
mit seinem unteren freien Ende 22 a auf dem Boden der Rohrleitung 11 aufsitzt und
sich die Lippendichtung 30 d unter dem Flüssigkeitsdruck abdichtend an die Innenwand
der Rohrleitung 11 legt.
-
Dabei überträgt das untere freie Ende 22a des Schlittens die senkrechte
Komponente der durch den Drehzapfen 25 auf den Schlitten ausgeübten Kraft auf die
Rohrleitung 11, während die waagerechte Komponente auf den Rand der Öffnung
12 übertragen wird.