DE11018C - Neuerungen in der Anordnung der Dampfcylinder bei Lokomotiven - Google Patents

Neuerungen in der Anordnung der Dampfcylinder bei Lokomotiven

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DE11018C
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Germany
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DENDAT11018D
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K. KLIEMT in Erfurt, Andreasstrafse 23
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B61RAILWAYS
    • B61CLOCOMOTIVES; MOTOR RAILCARS
    • B61C1/00Steam locomotives or railcars

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Transportation (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Engine Equipment That Uses Special Cycles (AREA)

Description

1880.
Klasse 20.
KARL KLIEMT in ERFURT. Neuerungen in der Anordnung der Dampfcylinder bei Locomotiven.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 10. März 1880 ab.
Die dargestellte Locomotive ist auf jeder Maschinenseite mit einem grofsen und einem kleinen Dampfcylinder versehen, welche auf einer gemeinschaftlichen Kolbenstange sitzen und durch einen dazwischen liegenden Kolbenschieber gesteuert werden, Fig. 3. Der grofse Dampfcylinder hat einen besonderen Schieberkasten wie jeder andere Locomotiv-Dampfcylinder. Im letzteren wird die üampfvertheilung durch einen Schieber mit durchgehenden Einströmungskanälen bewirkt. Der Schieber selbst wird durch eine gewöhnliche Coulissensteuerung von Allan oder Stephenson bewegt. Auf dem Vertheilungsschieber befindet sich ein durch die Maschine nicht bewegter Verschlufsschieber m, welcher vom Führerstande aus so gestellt werden kann, dafs die Dampfeinströmung durch den Vertheilungsschieber nach dem grofsen Dampfcylinder theilweise oder ganz abgesperrt werden kann. Der zwischen den grofsen und kleinen Dampfcylinder eingeschaltete Kolbenschieber s ist am äufseren Umfange mit breiten Ringen versehen, welche nach aufsen stark federn, und die in dem Umfange des Schiebercylinders befindlichen Dampf-Ein- und Austrittskanäle je nach der Schieberstellung verschliefsen. Auch ist der Kolbenschieber s zur Abdichtung der durchgehenden Kolbenstange mit einer Metalldichtung versehen und so construirt, dafs er von den beiden Kolben bei ihrem Hin- und Hergange am Ende jedes Hubes so viel bewegt wird, dafs bei der Bewegung der Kolben nach dem Führerstande der Locomotive zu, die Ausströmungskanäle im Schiebercylinder geschlossen, die Einströmungskanäle nach dem kleinen ''Dampfcylinder zu geöffnet sind. Bei der Bewegung der Dampfkolben nach vorn wird der Kolbenschieber s am letzten Ende des Kolbenhubes so weit nach vorn bewegt, dafs die Dampfeintrittskanäle im Schiebercylinder geschlossen, dagegen die Dampfaustrittskanäle aus dem kleinen Dampfcylinder geöffnet sind und es kann dann der im kleinen Cylinder hinter dem Kolben stehende Dampf nach dem vorderen Theil des grofsen Dampfcylinders, und durch den Kanal· 0 vor dem Kolben des kleinen Dampfcylinders frei überströmen. Die Einströmung des frischen Dampfes nach dem kleinen Cylinder durch den Schiebercylinder ist von dem Dampfzuleitungsrohr des grofsen Dampfcylinders durch ein Ventil ν abgeschlossen. Dieses Ventil ν kann vom Führerstande aus mittelst einer Schraube und , eines Stellrades r am Steuerungsbocke beliebig geöffnet und geschlossen werden. Gleichzeitig ist das Ventil ν durch die Welle w und den Hebel h so mit dem Verschlufsschieber m im Schieberkasten verbunden, dafs wenn das Ventil ν ganz geöffnet wird, die Kanäle im Vertheilungsschieber durch den Verschlufsschieber m so weit geschlossen sind, dafs nur noch für die hintere Seite des Kolbens im grofsen Dampfcylinder eine kleine Dampfeintrittsperiode beim gröfsten Schieberhube stattfinden kann.
Fig. 4 und 5 sind Schnitte durch die Kanäle des Schiebercylinders.
Die Wirkung der beiden Dampfcylinder ist folgende:
Soll mit der Locomotive vor- oder rückwärts gefahren werden, so wird zunächst die Coulissensteuerung der Fahrrichtung entsprechend auf volle Füllung gestellt, mittelst des Handrades r das Ventil ν vollständig geschlossen und dadurch gleichzeitig die Kanäle im Vertheilungsschieber vom Verschlufsschieber m vollständig frei gemacht. Der Regulator für den Dampfeintritt wird geöffnet und die Locomotive fährt mit dem grofsen Dampfcylinder wie jede andere Locomotive. Der Dampf tritt auf der vorderen Kolbenseite des grofsen Dampfcylinders hierbei auch mit in den kleinen Cylinder, und zwar sowohl vor als hinter den Kolben, hat hier jedoch keine Wirkung, so dafs der Kolben im grofsen Cylinder nur allein wirkt. Hat die Locomotive die nöthige Fahrgeschwindigkeit, so wird mit dem Handrad r das Finströmungsventil υ nach dem kleinen Cylinder vollständig geöffnet und gleichzeitig die Einströmung , des Dampfes nach dem grofsen Cylinder durch den Verschlufsschieber in abgeschlossen. Während dieser Umstellung tritt der Dampf zugleich in den grofsen und kleinen Cylinder ein und wirkt treibend in beiden Cylindern. Ist der Vertheilungsschieber geschlossen, d. h. strömt durch denselben nach der vorderen Kolbenseite im grofsen Dampfcylinder gar kein Dampf mehr ein, und ist das Ventil nach dem kleinen Cylinder vollständig geöffnet, so tritt beim Vorwärtsgange beider Kolben der Dampf im kleinen Cylinder während des ganzen Hubes voll ein.
Während dieser · Zeit ist die Ausströmung für die vordere Kolbenseite im grofsen Cylinder durch den Vertheilungsschieber im Schieberkasten geöffnet und gleichzeitig strömt auf der hinteren Kolbenseite auf kurze Zeit ein kleines Quantum Dampf ein. Am Ende des Hubes wird die Einströmung im kleinen Cylinder durch den Kolbenschieber s geschlossen und die Ausströmungskanäle aus dem kleinen nach dem grofsen Cylinder geöffnet; der bei der Hingangsperiode in den kleinen Cylinder eingetretene Dampf strömt nach der vorderen Kolbenseite beider Cylinder über und wirkt hier während des ganzen Kolbenrückganges expandirend auf die Kolben. Beim nächstfolgenden Vorwärtsgange tritt wieder frischer hochgespannter Dampf in den kleinen Dampfcylinder ein und der bis auf eine sehr geringe Endspannung expandirte Dampf geht durch den Ausgangskanal des grofsen Cylinders durch das Ausblaserohr in den Schornstein.
Die vorstehend beschriebene Construction ge^ stattet die Ausnutzung des hochgespannten Dampfes bis auf eine geringe Ausströmungsspannung und ergiebt dadurch gegen gewöhnliche Locomotiven mit einem für das Anfahren erforderlichen grofsen Cylinder auf jeder Seite, wo wegen nicht genügender Dampferzeugung mir mit o,3 bis o,35 Cylinderfüllung gefahren werden kann, bei gleicher Arbeitsleistung einen um 30 bis 40 pCt. geringeren Dampfverbrauch. Gleichzeitig ist man im Stande beim Anfahren und bei Ueberwindung starker Steigungen eine grofse Kraftleistung auszuüben.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Die Anwendung und Anordnung von zwei mit einer gemeinschaftlichen Kolbenstange versehenen Dampfcylindern an Locomotiven.
2. Die Anwendung und Anordnung des zwischen beiden Dampfcylindern liegenden Kolbenschiebers i.
3. Die Anwendung des Verschlufsschiebers m im Schieberkasten, des Ventils ν der Dampfleitung nach dem kleinen Cylinder und der Stellvorrichtung rwh dieser Theile.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
DENDAT11018D Neuerungen in der Anordnung der Dampfcylinder bei Lokomotiven Active DE11018C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3977082A (en) * 1975-09-23 1976-08-31 Siatkowski Raymond E Palatal expander

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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