DE1096543B - Kuenstlicher Backenzahn sowie Verfahren und Vorrichtung zu seiner Herstellung - Google Patents

Kuenstlicher Backenzahn sowie Verfahren und Vorrichtung zu seiner Herstellung

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DE1096543B DEJ12802A DEJ0012802A DE1096543B DE 1096543 B DE1096543 B DE 1096543B DE J12802 A DEJ12802 A DE J12802A DE J0012802 A DEJ0012802 A DE J0012802A DE 1096543 B DE1096543 B DE 1096543B
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Description

  • Künstlicher Backenzahn sowie Verfahren und Vorrichtung zu seiner Herstellung Die Erfindung d}ezieht sich nuf einen kunstlichen Backenzahn für künstliche Gebiß teile sowie auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zu seiner Herstellung.
  • Kinematische Untersuchungen !der räumlichen Bewegungen des Unterkiefers bei feststehendem Oberkiefer haben ergeben, daß die durch die Muskulatur und das Reflexgeschehen geführten natürlichen Bewegungen nicht wahlweise aus »Rückbiß«, »Seitenbiß«, entweder links oder rechts, und »Vorbiß« bestehen, wie dies bisher angenommen wurde. »Rüchbiß « und »Vorbiß kommen wobei Ider natürlichen Kaubewegung in der Regel nicht vor, können also nur willentlich erzeugt werden.
  • Sie sind nur als Kamponenten im »Seitenbiß« enthalten. Aber selbst dieser »Seitenbiß« zeigt einen grundsätzlich anderen Verlauf als den, der im Verein mit dem Rückbiß und Vorbiß zur Grundlage bekannter Zahnkonstruktionen gemacht wurde.
  • Zahnkonstruktionen müssen wenigstens so weit der Natur angepaßt sein, Idaß sie die natürlichen Bewegungen der Kiefer Iberücksichtigen; andernfalls hindern die Zahnhöcker eine Bewegung, und es kommt zu Kippungen der relativ locker befestigten Prothesen. Um dies zu vermeiden, waren bei den nach bekanntem Verfahren hergestellten und mit Zähnen versehenen Prothesen stets erhebliche Nacharbeiten in der Mundhöhle notwendig, um sie dort der natürlfichen Bewegung anzupassen. Die vorgebildeten Höcker gingen dabei meist verloren, was den Wert ,der Prothese hinsichtlich des Kaueffekts herabsetzte und die Vorarbeit zur Herstellung solcher Zähne zunichte machte. Dieses Einschleifen Ider bekannten Zähne in der fertigen Prothese wurde aber in der Zahnheilkunde als unnmgänglich notwendig angesehen und stets durchgeführt.
  • Die bei der natürlichen Bewegung der Kiefer als reflektorisch gesteuerte Regell eistung stattfindende Seitenbißbewegung erfolgt nach den bisherigen Vorstellungen ,durch wechselweise Drehung des Unterkiefers um zwei definierte Achsen im Raume, die schräg hinter den beiden Gelenkköpfen liegen. Dementsprechend sind Artikulatoren zur Herstellung künstlicher Backenzähne bekannt, in denen die Bewegungen nach links und rechts jeweils durch Drehung des dem Unterkiefer entsprechenden mechanischen Teiles um zwei Achsen erfolgen. Diese Annahme hat sicher aber auf Grund von neueren Versuchen am natürlichen Kieferapparat als unrichtig erwiesen. Der Verlauf der Unterkieferbewegung im Raume - bei feststehendem Oberkiefer - ist vielmehr als eine fast reine Translation zur Seite, nach vorn und nach unten aufzufassen, der sich durch eine geringe Verschiedenartigkeit in der Bewegung der beiden Gelenkköpfe eine leichte Drehung des Unterkiefers hinzugesellt. Unter »Translation« wird dabei eine Verschiebung parallel zu sich selbst verstanden.
  • Um zu einer bewegungsgerechten Konstruktion künstlicher Baakenzähne zu gelangen, ist es notwendig, diese neu erkannten natürlichen Kieferbewegungen genauer zu studieren. Fig. 1 der Zeichnung zeigt die Bewegungen des Unterkiefers im Raume bei einer Kaubewegung nach links und nach rechts, wobei die eingezeichneten räumlichen Bewegungsdiagramme in der Gegend der mit a bezeichneten Schneidkantenmitte, des mit b bezeichneten linken unteren Mahlzahnes und der mit c und d bezeichneten beiden Gelenkköpfe diese Bewegung im einzelnen wiedergeben. Vergrößer ist in den Fig. 2 a und 2 b entsprechend Fig. 1, Stelle b die Bewegung der vorderen äußeren Höckerspitze ,des ersten Mahlzahnes der rechten (F,ig. 2 a) bzw. der linken (Fig. 2ib) Kieferseite bei einer Kaubewegung nach links im Raumdiagramm wiedergegeben. Von der StartpositionO (Fig. 2 a und 2b) ausgehend, bewegt sich der Unterkiefer in Höhe des ersten Mahlzahnes über die Bewegungspunktel, 2,3 und 4 zurück zur Ausgangsposition O in fast reiner Translation, was aus der relativen Gleichheit der beiden Kurvenbilder im Raumdiagramm ,deutlich zu erkennen ist. Die Bewegung auf Ider bei diesem Vorgang nicht zum Kauen benutzten rechten Seite ist in der Komponente y nach dem unten liegenden Punkt 3 etwas größer als auf der linken Kauseite. Entsprechend Fig. 1, Stellen c und d, geben die Fig. 3 a und 3 b ebenfalls vergrößert die Bewegung der beifdenGelenkköpfe rechts und links bei der gleichen Kaubewegung nach links wieder. Aus diesen Figuren ist die auch in Fig. 1 durch Angabe der Winkeigrade ,deutlich gemachte, sehr starke Komponente nach seitwärts ablesbar, wobei die Bewegungsverläufesdie des rechten Gelenkkopfes (Fig. 3a) und des linken Gelenkkopfes stärker verschieden sind als die Bewegilngsverläuie in ,der Gegend der beiden ersten Mahlzähne rechts und links (Fig. 2 a und 2b).
  • Es sei hervorgehoben, daß insbesondere auch der Unterschied des Wertes des Raumdiagramms rechts und links noch größer ist als in den Fig. 2 a und 2b. Der rechte Gelenkkopf kehrt vom Meßpunkt 4 (Fig. 3 a) steil nach oben und seitwärts in seine Ausgangsposition zurück. Schließlich ist der Vollstärtdigkeit halber in Fig. 4 das vergrößerte"der Fig. 1, Stelle a, entnommene Raumdiagramm der Bewegung der unteren Schneiden zähne bei dieser Kaubewegung des Unterkiefers nach links wiedergegeben. Erst im Verlauf des Teilabschnittes 4-0 der durch die Meßpunkte O, 1, 2, 3 und 4 angegebenen Gesamtbewegung nach den Fig. 2 bis 4 kommt es zur entscheidenden Berührung Ider Zähne des Unterkiefers mit denen des Oberkiefers unter Entstehung einer Schneid- und Ouetschwirkung auf das Kaugut zwischen densbeiiden Zahnreihen, wogegen die übrigen Teilabisohnitte Idieser Bewegung ohne Berührung der Zähne untereinander stattfinden, allerdings stehen die Zähne auf der in diesem Fall linken Kauseite meist bereits in Berührung mit dem Kaugut.
  • Im Gegensatz zu diesen Messungen ,der Kieferbewegung wurde Ibisher, wie schon erwähnt, statt der translztiven Seitenbewegung eine Rotation sdes Unterkiefers um eine Achse angenommen. Dabei sollte der linke Gelenkkop eine im Ausmaß nur geringgradige Bewegung nach seitwärts machen, während der rechte Gelenkkopf hauptsächlich nach vorn wandern sollte und seine Seitwärtskomponente durch den Winkel der Abweichung von einer das Gebiß in zwei Hälften trennenden Medianebene definiert sein sollte. Dieser Winkel zur Medianebene wurde zwischen 50 und 30° liegend angegeben.
  • Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegenden Messungen zeigen nun aber, diaß die Winkelgrade zur Medi anebene (in den Raumdiagrammen y-z-Ebene) zwischen 430 und 900 (vgl. Fig. 1) liegen und im Mittel 650 betragen. Sie liegen also wesentlich höher als das bisher angenommene Mittel von etwa 150. Stellt man auch die im natuffirlichenGebiß Idurch längeresVerweilen des rechten Gelenlikopfes in der rry-Ebeiie (vgl. Fig. 3 auBer der Translation erfolgende Rotation indes Unterkiefers in Gegensatz zu Iden bisherigen Auffassungen, so erfolgt -bei der Kaubewegung nach links nach der bisherigen Auffassung die Rotation um eine Achse in der Nähe des linken Gelenkkopfes, zizm natürlichen Gebiß dagegen (Fig. 3) um Punkte in der unmittelbaren Nähe des reohten Gelenkkopfes. Die bei den bekannten Artikulatoranordnungen ablaufende Bewegung entspricht deshalb auch nicht annähernd Iden natürlichen Kiefeibewegungen, und die hiermit konstruierten Zähne müssen daher bei der Eingliederung in die Mundhöhle wegen der hier stets fast gegensinnig eu den gemachten Angaben verlaufenden Kieferbewegungen ein unüberwindliches Hindernis abgeben, was zum Abkippen und Herunterfallen der Prothese führt und den erwünschten lRaueffektunmöglich macht. Die bekannte Konstruktion geht also von einer Rotation um Achsen aus. Die Rotation erfolgt jeweils um ,die Achse jener Seite, zu wider hin der Unterkiefer schwenkt. Die natürliche Gebißbewegung erfolgt dagegen weitgehend als Translation zur Kauseite bin. Soweitvon einer Rotation gesprochen werden kann, liegen Achse und Pol dieser Bewegung in der Nähe des Gelenkkopfes, also entgegengesetzt der Seite, Idiie;bei den bekannten Artikulatoren angenommen worden ist. Um rdie stets wiederkehrende relative GIeichfömigkeit und Regelmäßigkeit der in den Fig. 1 bis 4 nur für eine Bewegungsphase wiedergegebenen Raumdiagramme -zu zeigen, sind in Fig. 5 die x-, y- und z-Werte mehrerer hintereinander er- folgender Bewegungsphasen eines Meßpunktes des Unterkiefers im Kurvenverlauf wiedergegeben.
  • Um außer der behinderungsfreien Bewegung und damit guter Kauleistung auch den übrigen bekannten Leistungen des Gebisses, nämlich Abfluß des Zermahlungsgutes und Speichels nach tder Zerkleinerung, Sprachleistung, Berü hrungsempfinden der umgebenden Muskulatur mit den Zähnen, zu genügen, ist es notwendig, eine über Idie technische Konstruktion hinausgehende, dem natürlichen Zahn ähnliche Zahnform zu gestalten.
  • Das Ziel rderErfindung ist es demnach, dieLeistungsfähigkeit künstlicher Zähne Ihinsichtlich ihrer Zerkleinerungswirkung dadurch zu steigern, daß auf der Kaufläche der künstlichen Zähne durch Zahnhöcker scharfe, defini-ert gestaltete, bei Translationsbewegungen wirksam werdende Schneidflächen ausgebildet werden, durch welohe,der Wirkungsgrad natürlicher oder der Natur nachgeformter Zähne noch üsberschritten wird, und Form und Anordnung der Höcker auf der Kaufläche so zu wählen, tdaß nach Eingliederung der Prothese in die Mundhöhle ein gleichmäßiges, trotz der Höcker von Behinderungen freies BewegungsspIel während des Kauvorganges möglich ist.
  • Ein gemäß der Erfindung ausgebildeter künstlicher Backenzahn, der inbekannter Weisemehrerepyramidenförmige Kauflächenhöcker mit viereckigen Basisflächen ohne einspringende Ecken aufweist, ist dadurch gekennzeichnet, daß die Pyramiden sich teilweise körperlioh durchdringen, indem sie in Richtung ihrer gemeinsamen Basis diagonalen so weit ineinandergeschoben sind, daß ihre Seitenflächen im wesentlichen Parallelogramme sind, und daß die Diagonalen in Richtung der beim Kauen auftretenden annähernd reinen Translationsbewegungen orientiert sind, wobei die zwischen je zwei benachbarten parallelen Diagonalenlinien liegenden Pyramidenseit,enflächen je eine Fissur begrenzen, durch die beim Kauen gleicherweise ausgebildete Höcker der Gegenzahureihe geführt werden können.
  • Bei der Erfindung handelt es sich also um künstliche, mit Höckern und Ausnehmungen versehene Bakken- und Mahlzähne, die nicht einfach der Natur nachgeahmt wurden, sondern deren Kauflächen besonders konstruiert sind. Im Moment der ersten Berührung der Zähne der unteren Zahnreihe mit den .korrespondierenden Zähnen der oberen - Zahnreihe treffen definierte Höckerkanten und -spitzen der unteren Zahnreihe auf ihnen entsprechende, ebenso definierte Kanten und Spitzen der oberen Zahnreihe. Fig. 6 zeigt in dieser Situation einen Zahnreihenausschnitt von der Seite, Fig. 7 von vorn, wobei im Verlauf ,der weiteren Bewegung entsprechende Flächen (vgl. die Pfeile in Fig. 7) dicht aneinander vorbeigleiten, so daß eine maximale Schneid- und in den übrigen Räumen Quetschwirkung zwischen den Zähnen auf das Kaugut2O entsteht. Durch die Anpassung an Idie natürliche Bewegung aber- sind Kanten und Höcker so geordnet, daß ein hinderungsfreies Bewegsungsspiel der Höcker der einen Zahnreihe durch die Ausuehmungen der gegenüberliegenden Zahnreihe erfolgt.
  • Es stellen demnach die in den Fig. 9 und 10 als vierseitige Pyramiden dargestellten Höcker die wichtigste Teilform der Kaufläche dar.
  • Zur-Herstellung von künstlichen Backenzähnen gemäß der Erfindung wird ein Artikulator verwendet, dessen Oberteil gegenüber einem Unterteil Translationsbewegungen ausführen kann und der an einem seiner beiden Teile Messer trägt, wobei nach der erfindungsgemäßen Verfahrensweise durch zwei Translationsbewegungen des Oberteils des Artikulators mit tels der in einem der beiden Teile angeordneten Messer im anderen Teil Pyramidenhöcker mit viereckigen Basisflächen geschnitten werden, deren Diagonalen in Richtung der beiden Translationsbewegungen verlaufen.
  • Vorzugsweise ist bei dem Artikulator der Kreuzungswinkel der Flächen der im Unter- oder Oberteil des Artikuiators angeordneten Messer veränderbar Zu diesem Zweck können die Messer, wie später noch genauer erläutert wird, gegeneinander derart verstellbar sein, daß sdie Messerspitzen wahlweise in einer Ebene oder auf der Oberfläche einer Kugel oder einer sonstigen krummen Fläche angeordnet werden können.
  • Die Grundform des Artikulators nach Ider Erfindung ist in Fig. 11 dargestellt. Er besteht aus zwei als Unterteil 1 und Oberteil 2 'bezeichneten, gegeneinander beweglichen, durch Schienen, Gleitflächen oder Gelenke geführten Teile. Gemäß Fig. 11 sind z. B. am Unterteil 1 rinnenförmige Gleitflächen 3, 4, 5 vorgesehen, in die durch Gravierungen 11 Bewegungsbahnen eingearbeitet sind. In diese greifen am Oberteil 2 angebrachte Spitzen 6, 7 und 8 ein, welche dem Oberteil 2 gegenüber dem Unterteil eine der natürlichen Bewegung entsprechenlde, definierte Führung erteilen. Am Oberteil 2 wird ein dem Oberkiefer entsprechender Gipsklotz9, am Unterteil ein dem Unterkiefer entsprechender Gipsklotz 10 befestigt. Im Oberkiefer-Gipsklotz sind drei Messer 13 eingelassen, die im Unterkiefer-Gipsklotz 10 entsprechend der Bewegung Ides Oberteils zum Unterteil Bahnen (bzw. Höcker und Kerben bzw. Fissuren 14 schneiden.
  • Statt der beschriebenen Führung durch Gleitbahnen 11 und Stifte 6, 7, 8 kann gemäß den Fig. 12 und 13 auch ein Gleitgelenk,dienen, das durch den Lauf von Kugeln 15 in einer Rinne 16 definiert ist. Fig. 12 gibt die Lage dieser Kugel-Gleitgelenke mit einer Schwenkung nach links in der Aufsicht wieder, und Fig. 13 stellt ein einzelnes Gelenk in Seitenansicht dar. Jedes dieser Gelenke ist mit dem Unterteil 1 durch ein vertikal gestelltes arretierbares Drebgelenk 17 verbunden (Fig. 13), welches die Schwenkung der beiden Gelenke nach links und rechts (Fig. 12) ermöglicht. Durch die Kugel 15 wird ein Stab geführt (Fig. 12), !der mit dem Oberteil 2 des Artikulators fest verbunden ist. Durch Verstellen der Gleitrinne 16 in die Horizontale im arretierbaren, horizontal gestellten Drehgelenk 18 und durch Drehung der Gelenke im arretierbaren Drehgelenk 17 und das Gleiten ,der Kugel 15 in der Rinne 16 entstehen Bewegungsbahnen ähnlich denen, die die Gravierungen nach Fig. 11 hervorrufen. Durch diesen so ausgebildeten Artikulator ist es möglich, die Messer 13 über ,den Gipsblock 10 in reiner Translationsbewegung oder einer von der Translation in vorbestimmter Weise abweichenden Bewegung zu steuern.
  • Durch das Drehgelenzk 18 (Fig. 13) kann der Führungsrinne 16 auf einer Seite eine andere Neigung zur Horizontalen im Vergleich zur anderen Seite gegeben werden, wìie,das den Messungen der natürlichen Bewegung (Fig. 3) entspricht. Diese Bewegungen lassen sich aber auch mit jeder anderen Artikulatorkonstr.uktion, welohe die gleiche Translation oder eine der Translation ähnliche Bewegung zum Ziele hat, in entsprechender Weise erzeugen.
  • Zur Herstellung der künstlichen Zähne in diesem Artikulator sind im Ober- oder Unterteil Messer entsprechend der Urform (Höcker) der Kaufläche eines Einzelzahnes angeordnet. Wegen der erforderlichen vierflächigen Höcker stehen,die Schneiden der Messer derart, daß sie die vier Kanten 21, 22, 23, 24 eine Py- aramide bilden (Fig. 14a). Da die Kaufläche der Mahlzähne aus drei, vier und mehr Höckern gebildet wird, die Kaufläche der Baokenzähne hingegenezumeist nur aus zwei Höckern, und da in einem Arbeitsgang eine ganze Zahnreihe des Oberki,efers oder Unterkiefers gleichzeitig geschnitten werden soll, sind die in Fig. 14b perspektivisch gezeigten Einzelmesser so zu einer Gruppe geordnet, Idaß die ,durch die Schneiden der Messer zur Ausbildung kommenden Kanten der Einzelhöcker eine bestimmte, den natürlichen Gegebenheiten entsprechende Beziehung zueinander haben.
  • Der unterste Berührungspunkt der in Fig. 14b dargestellten benachbarten Messer entspricht einer Pyramidenspitze. Beim benachbarten Schnittpunkt der Messerkanten erfolgt der Übergang auf die Kanten der nächsten Pyramide. Die Einzelmesser in ihrer Grundstellung gibt die Fig. 16 im Aufriß wieder. Die Grundfläche der vierseitigen Höckerpyramide braucht kein Quadrat zu sein; auch ein Parallelogramm, ein Trapez oder ein sonstiges Viereck kann brauchbar sein. Dementsprechend sind bei dem in Fig. 15 dargestellten Artikulator nach der Erfindung die untereinander beweglichen und in bestim-mter Lage zueinander eingestellten Messer z. B. so eingerichtet, daß die Grundform eines Parallelogramms entsteht, wie sie übrigens auch in der Natur häufig zu beobachten ist. Eine weitere im Aufriß gemäß Fig. 16 sichtbar werdende Verstellbarkeit der Messer läßt es zu, eine oder mehrere der von links nach rechts verlaufenden Messerreihen in ihrer Höhenlage zu verstellen, wobei alle Höckerspitzen auf einer Ebene oder einer Kugelfläche oder sonstwie gekrümmten Fläche liegen oder auch im vorderen Teil anders als im rückwärtigen Teil, wie es etwa im Interesse einer besseren Stabilisierung der Prothese erforderlich sein kann.
  • Bei der Einstellung der Messer (Fig. 15) und der Gelenke (Fig. 13) zur Einleitung des Vorganges des Schneidens wird - wenn z. B. alIe Pyramidenspitzen auf einer Ebene liegen - der Winkel der zur Seite zeigenden Messerreihen zur Frontalebene gleich dem Winkel der beiden Gelenkrinnen 16 in Fig. 12 zur Frontalebene gewählt. Somit schneiden bei reiner seitwärts gerichteter Translation des Oberteils 2 zum Unterteil 1 (Fig. 12) die im Oberteil oder Unterteil angeordneten Messer Rinnen in den Gipsklotz (oder anderes Material) des anderen Kiefers derart, daß bei jeder späteren, gleichgerichteten Bewegung ein ungehindertes Hindurchgleiten zunächst der Messerspitzen, später der Pyramidenspitzen möglich ist. Daraufhin werden die beiden Gelenkrinnen 16 durch Drehung im vertikalen Drehgelenk 17 (Fig. 13) so gestellt, daß sie der Richtung der nach vorn zeigenden Messergruppe entsprechen. In dieser Lage werden durch translative Verschiebung von Oberteil 2 zum Unterteil 1 Ider Fig. 11 die beiden anderen Flächen der dann entstehenden Pyramiden geschnitten. Somit ist auch eine mit den so entstehenden Zähnen versehene Prothese später im Stand, eine reine Translationsbewegung ohne Behinderung auszuführen. Die Einstellung der Rinnen 16 der Gelenke (Fig. 13) in ihrer Winkelstellung zur Horizontalebene durch Drehung im Gelenk 18 um die horizontal stehende Achse erfolgt derart, daß der Winkel der Rinne 16 zur Horizontalebene mit dem Winkel der Schneiden 21, 24 (Fig. 14a) zur Horizontalebene übereinstimmt. Durch diese Maßnahme gleiten die Flächen der oberen und unteren Zähne von der Kantenstellung in die Grundstellung in enger Berührung miteinander. Nach dem Schneiden der Höcker einer Kieferseite des Ober- oder Unterkiefers werden die Messer hn betreffenden Kiefer entfernt und sodann werden durch Ausgießen mit Gips oder anderem Material die Pyramide im anderen Kiefer erzeugt. Bei Verwendung eines härteren Gips es für den geschnittenen Teil im Gegensatz zum ausgegossenen Teil lassen sich durch Aneinanderschleifen die Flächen weiter bearbeiten, um entstandene geringgradige Fehler zu korrigieren. Der gleiche Vorgang erfolgt dann auch auf der entgegengesetzten Kieferseite.
  • Bei gleichzeitigem Schneiden der linken.und rechten Kieferseite ist es notwendig, die nach vorn gerichteten Messierreihen lin die für tdas Schneiden der anderen Kieferseite maßgebliohe, dadurch die Winkeistellung der beiden Rinnen 16 zur Frontalebene bestimmte Bewegungsrichtung zu bringen. Daduroh entstehen auf beiden Seiten Zähne, die bei gleicher Neigung der Rinne 16 zur Horizontalebene im linken und rechten Gelenk ein gleichmäßiges Durchgleiten aller Höcker zulassen. In .diesem Fall fällt jedoch die Möglichkeit des unbehinderten Vor- und Zurückgleitens Ides Unterkiefers zum Oberkiefer weg. Es ist andererseits zur Erreichung auch des unlbehinlderten Vor- und Zurückgleitens und des Schneidens der linken und rechten Kieferseite ein einem Arbeitsgang möglich, die Winkelstellung der Rinne 16 zur Horizontalen auf der Seite, zu der hin /die Bewegung erfolgt, gleich der - Neigung der Schneiden 21 bis 24 der Messer (Fig. 14) zur Horizontalebene zu wählen. Dann muß aber auf der entgegengesetzten Seite der Winkel der Rinne 16 zur Horizontalebene steiler gewählt werden, weil auf dieser Seite dann durch ein schnelleres Auswärtsgleiten des Unterteiles am Oberteil im Sinne der steileren Stellung der Rinne 16 die Berührung der Höcker und Flächen miteinamder-sehr bald aufgehoben wird. Das entspricht aber den natürlichen Verhältnissen, wie es die Messungen gemäß den Fig. 3 a und 3b zeigen. Somit entsteht also durch diese Art des Schneidens auch unter Berücksichtigung einer zwangsweisen Vor- und Rückschubbewegung der Kiefer bei dieser Art der Handhabung ein Höckerbild, das nach Eingliederung der fertigen Zähne in der Prothese ein behinderungsfreies Bewegungsspiel der oberen und unteren Zähne zueinander bei gleichzeitig größtmögiichem Kaueffekt zuläßt. Werden die Messerspitzen nicht in einer Ebene, sondern in einer andersgearteten Flächenform eingestellt, so müssen entsprechend geänderte Werte in der Winkeleinstellung der Messer und Gelenke gewählt werden.
  • Nach dem Schneiden der Grundform der Oberfläche aller Zähne des einen Kiefers und der Herstellung der Grundform der Oberfläche aller Zähne des anderen Kiefers durch Ausgießen der ersterwähnten Oberfläche oder durch einen ähnlichen Schneidvorgang und nach Nachbearbeitung beider Formteile gegeneinander im Artikulator werden die Formen aus der Vorrichtung entnommen. Sodann erfolgt - an diesen Formen (Fig. 17 a und 17b) die weitere Entwicklung undModel- lation der übrigen Außen- und Innenflächen der künstlichen Zähne außer der Kaufläche. Die Kaufläche selbst wird durch Rinnenbildung und Fissurenbildungen für den Abfluß des Speisebreies bis zur endgültigen Form des künstlichen Zahnes (Fig. 18) ausgestaltet. Definiert bleiben an dem nunmehr fertigen Zahn jedoch die Kanten und Flächen und die Richtung und Anordnung der einzelnen Höcker, weil diese Anteile maßgeblich die Schnteidmrirlçung der ikünstlichen Zähne bestimmen.
  • PATENTANspRÜcaE: 1. Künstlicher Backenzahn mit mehreren pyramidenförmigen Kauflächenhöckern mit viereckigen Basisflächen ohne einspringende Ecken, dadurch gekennzeichnet, daß die Pyramiden sich teilweise körperlich durchdringen, indem sie in Richtung ihrer gemeinsamen Basisdiagonalen so weit ineinandergeschoben sind, daß ihre Seitenflächen im wesentlichen Parallelogramme sind, und daß die Diagonalen in Richtung der beim Kauen auftretenden annähernd reinen Translationsbewegungen orientiert sind, wobei die zwischen je zwei benachbarten parallelen D iagonalenlinien liegenden Pyramidenseitenflächen je eine Fissur begrenzen, durch die beim Kauen gleicherweise ausgebildete Höcker der Gegenzahnreihe geführt werden können.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren zur Herstellung von Backenzähnen nach Anspruch 1 mit einem Artikulator, dessen Oberteil gegenüber einem Unterteil Translationsbewegungen ausführen kann und an einem seiner beiden Teile Messer trägt, dadurch gekennzeichnet, daß durch zwei Translationsbewegungen des Oberteils (2) des Artikulators mittels der in einem der beiden Teile angeordneten Messer im anderen Teil Pyramidenhöcker mit viereckigen Basisflächen geschnitten werden, deren Diagonalen in Richtung der beiden Translationsbewegungen verlaufen.
    3. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 2 mit einem für translatorische Bewegungen eingerichteten Artikulator, der an einem seiner beiden Teile Messer trägt, dadurch gekennzeichnet, daß der Kreuzungswinkel der Flächen der im Unter- oder Oberteil des Artikulators angeordneten Messer veränderbar ist (Fig. 14 a, 15).
    4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Messer gegeneinander derart verstellbar sind, daß die Messerspitzen wahlweise in einer Ebene oder auf der Oberfläche einer Kugel oder einer sonstigen krummen Fläche angeordnet werden können (Fig. 16).
    In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 956 797, 904 101, 421 688; USA.-Patentschriften Nr. 2 404 327, 2 115 116.
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