DE1093C - Hebelmechanismus an Backofenklappen - Google Patents
Hebelmechanismus an BackofenklappenInfo
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Classifications
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A21—BAKING; EDIBLE DOUGHS
- A21B—BAKERS' OVENS; MACHINES OR EQUIPMENT FOR BAKING
- A21B3/00—Parts or accessories of ovens
- A21B3/02—Doors; Flap gates
Landscapes
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Food Science & Technology (AREA)
- Baking, Grill, Roasting (AREA)
Description
1877.
Klasse 2.
GOTTLIEB EHREGOTT GERLACH in DÖBELN i. S.
Hebelmechanismus an Backofenklappen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 20. September 1877 ab·
Die periodischen Backöfen sind die ältesten und sind diejenigen deren man sich bis jetzt
noch am häufigsten zum Backen des Brodes bedient. Periodisch werden sie genannt, weil
das Heizen und Backen in demselben Räume abwechselnd stattfindet, während man bei continuirlichen
Gefen im Stande ist, fortwährend backen zu können, indem die Feuerung separat
ist, stets in Thätigkeit bleibt und fortwährend die nöthige Hitze erzeugt.
Beim periodischen Backofen verbreiten sich die Feuergase in dem vom Herde und Gewölbe
gebildeten Backraume, erhitzen diesen und steigen von da, nachdem sie den bedeutenderen
Theil ihrer Wärme abgegeben haben, in die am hinteren Theile des Ofengewölbes einmündenden
Rauchzüge, gehen in diesen über das Ofengewölbe nach vorn, vereinigen sich aus sämmtlichen
Zügen kommend in der Rauchkammer (Rauchsammler) und gehen aus dieser aufwärts durch den Kamin ins Freie.
Von ganz besonderer Wichtigkeit ist nun beim Anfeuern des Backofens die gleichmäfsige Vertheilung
der Hitze in dem Backraum, damit derselbe überall dieselbe Backfähigkeit erlangt.
Es werden zu diesem Zwecke immer mehrere Rauchzüge, meist vier bis sechs, am hinteren
Theile des Backraumes zum Abnehmen der Feuergase angebracht, die sich dann nach vorn
über das Ofengewölbe ziehen und in der Rauchkammer austreten. Je nachdem nun der eine
oder der andere Rauchzug in der Rauchkammer gestopft wird, wird die Hitze in dem Ofen nach
den noch offenen Zügen dirigirt und der Bäcker hat es hierdurch in der Hand die Heizung zu
reguliren. Auch beim Backen selbst ist die Regulirung nöthig, indem die Backwaaren verschiedener
Hitze bedürfen, von Zeit zu Zeit Dämpfe abzulassen sind und noch verschiedene andere praktische Handgriffe mitsprechen.
Bis jetzt lassen diese in der Rauchkammer befindlichen Regulirvorrichtungen immer noch sehr
viel zn wünschen übrig; meist hat man die sogenannten Backofenbüchsen in Anwendung;
einfache Rohrstücke, die in die Ausgänge der Rauchzüge eingemauert sind und in welche Verschlufsdeckel
mit Handgriffen und Ansatz eingeschoben werden. Diese Backofenbüchsen haben mindestens dreierlei Nachtheile.
i. Bei jedesmaligem Reguliren mufs die Rauchkammerthüre ganz geöffnet werden, es tritt
kalte Luft in den Kamin, der Zug wird hierdurch beeinträchtigt und es kann Rauch in das
Backhaus treten.
2. Die Arbeit ist eine sehr unbequeme, indem in der Rauchkammer alle Theile sehr heifs
sind; es ist zum Ein- und Ausnehmen der Verschlufsdeckel die gröfste Vorsicht nöthig und
es kann kaum verhindert werden, dafs gröfsere Quantitäten Rufs vor den Backofen fallen.
3. Die Büchsen schliefsen nicht dicht genug, weshalb während des Backens noch Hitze und
Dämpfe verloren gehen.
Um nun diese Nachtheile zu heben, habe ich das nachstehend beschriebene und bildlich
dargestellte Klappenventil erfunden, welches ohne ein Oeffnen der Rauchkammerthüre leicht
vom Stand des Bäckers aus mittelst eines Handgriffs und Hebels geöffnet oder geschlossen werden
kann; der Bäcker ist einer Gefahr des Verbrennens nicht ausgesetzt und der Verschlufs
ist verhältnismäfsig sehr dicht.
Fig. ι und 2 sind Verticalschnitt und Ansicht des Ventils in geschlossenem Zustande. Fig. 3
ist ein Verticalschnitt des geöffneten Ventils und zwar so dargestellt, wie es in dem Rauchzug
C eingemauert und in dem Rauchsammler D placirt ist. Fig. 4 ist ein Theil der unteren
Ansicht der Hauptplatte a, wodurch die Construction der verschiedenen Hebel noch besser
verständlich wird.
Die Fig. 5, 6 und 7 sollen einen periodischen Backofen mit Steinkohlen-Rostfeuerung
veranschaulichen, welcher vier Rauchzüge hat und bei welchem vier Klappenventile auf einer
gemeinschaftlichen Hauptplatte α zur Anwendung kommen. Fig. 5 ist ein Vertical-Längenschnitt,
Fig. 6 die Vorderansicht und Fig. 7 ein Horizontalschnitt des Ofens durch die Rauchzüge und
durch den Rauchsammler. A ist der Rost und Aschenfall, B ist der Backraum, CCCC sind
die vier Rauchzüge, D der Rauchsammler, E der an den Rauchsammler anschliefsende Kamin,
F die Aschenfallthür, G die Thür zur Mundöffnung des Backofens, H eine Thür zum
Leuchtloch, J die Rauchsammlerthür und K ist noch ein schmiede- oder gufseiserner Rahmen,
welcher die Rauchkammer oben umgiebt und den Kamin trägt.
Je nach der Zahl der Züge werden auf die
Hauptplatte «vier bis sechs solcher einzelner Ventilsitze b dicht nebeneinander angeschraubt.
' Zu jedem Sitz gehört ein auf der Drehbank aufgepafstes Ventil c\ zur Anbringung der Ventilhebel
d und e sind ebensoviele Schlitze in die Platte α gegossen, als Ventile nöthig sind. Die
Ventile c sind auf den Ventilhebeln d dauerhaft befestigt, das Constructionsverhältnifs ist so
gewählt, dafs das Ventil bei Schliefsung genau in seinen Sitz schlägt. Der Ventilhebel d ist
an seinem unteren Ende mit einem Zahnradsegment versehen, welches wieder in das Zahnradsegment
des Hebels e greift; der Hebel e ist auf der anderen Seite gegabelt und nimmt den
Handgriff und Hebel/ auf, welcher mittelst Stift drehbar ist.
Ist nun das Ventil in geöffnetem Zustande, wie Fig. 3, so braucht, um zu schliefsen, nur
am Handgriff/ nach abwärts gedrückt zu werden; derselbe stemmt sich auf die Platte a, und dann
ist das Uebersetzungsverhältnifs in den Hebeln und Zahnradsegmenten kräftig genug, um das
Ventil in seinen Sitz zu bringen. Durch den schrägen Stand des Hebels/ gegen Platte a,
Fig. i, ist ein selbsttätiges Zurückgehen des Ventils nicht möglich. Soll das Ventil wieder
geöffnet werden, so bringt man den Handgriff/ aus seiner anstemmenden Stellung und ein
geringer Impuls einer Bewegung des Handgriffs nach oben bringt das Ventil zum Zurückfallen.
Im geöffneten Zustande ist Ventil C und der Hebel d'im Uebergewicht, so dafs die anderen
Hebel e und / parallel zur Platte α gehalten werden. ' Die Hebel d und '<?, an welchen die
Zahnradsegmente gleich in einem Stück sitzen, haben gleiche Breiten und füllen den in der
Hauptplatte α ausgesparten Schlitz fast vollständig aus. Das Uebersetzungsverhältnifs in
den beiden Zahnradsegmenten ist so gewählt, dafs bei nur geringer Bewegung von e und f
der Hebel d seinen ganzen Weg beschreibt. Die Hebel d und e sind aus schmiedbarem
Eisengufs ausgeführt gedacht, können aber auch aus jedem anderen zähen Metall gefertigt werden;
der Handhebel / ist aus Schmiedeisen und ist mit Holzheft versehen. Ventilsitz b und
Ventil c sind aus Gufseisen ausgeführt gedacht und müssen, wenn gröfsere Dauer verlangt wird,
in Bronce gegossen werden.
Claims (2)
1. Das eigenthümliche Hebelsystem zur Bewegung des Ventils, wie es vorstehend beschrieben
und durch Zeichnung dargestellt ist.
2. Die eigenthümliche und neue Anwendung dieses, mittelst des gedachten Hebelsystems
gebildeten, Klappenventils zur Rauchzug-Regulirung an periodischen Backöfen für
jede Gröfse der Oefen und für jede Zahl der Züge.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1093T | 1877-09-19 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1093C true DE1093C (de) |
Family
ID=70976887
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1093DA Expired - Lifetime DE1093C (de) | 1877-09-19 | 1877-09-19 | Hebelmechanismus an Backofenklappen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1093C (de) |
-
1877
- 1877-09-19 DE DE1093DA patent/DE1093C/de not_active Expired - Lifetime
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