DE106965A - - Google Patents

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DE106965A
DE106965A DE106965A DE 106965 A DE106965 A DE 106965A DE 106965 A DE106965 A DE 106965A
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salts
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
MTENTSCHRIFT
KLASSE 39: Horn und plastischf Massen
. Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. April 1899 ab.
ί Ό
In den D. R. P. 95185, 101484 und 101503 ist die Herstellung einer dicken Lösung von tangsauren Alkalien aus dem Tang, welche für verschiedene Zwecke verwendet werden soll, beschrieben worden.
Um dieses Product leichter transportirbar zu machen, wurde dasselbe in Form dünner liliiltchen auf Glas- oder Metallplatten oder auf präparirten Geweben getrocknet. In dieser Weise sind plattenartig gestaltete Massen hergestellt worden, die in kaltem oder warmem W.is<.er löslieh sind.
Die erwähnten Prodücte sind wegen ihrer grollen Stärke und Elasticität bemerkenswert!:, sie kiinnen vollkommen durchsichtig und weifs hui^otellt ,werden. Es sind Versuche ange-MeIIi wurden, um die erwähnten Platten oder Pii.'itter unlöslich in Wasser und für verschiedene Zwecke geeignet zu machen.
Ks zeigte sich, dafs die Unlöslichkeit erreicht ι kniii),'wenn die erwähnten Platten eine ■n<l lange Zeit in verschiedene Lösungen von Mc!oiis.i!/:en gelegt werden, mit denen die, T;mgO"«re unlösliche Verbindungen eingeht. Diese Lösungen'müssen eine passende Stärke besitzen, die je nach dem Metallsalz,' -welches sie enthalten,'Verschieden ist. Wenn d;e Lösung /u sciiw.ich ist, so werden die Stoffe aufquellen'',.'so dafs die erhaltenen Prodücte nicht mehr verweiivltiiigsl'äliig sind. Wenn die Lösung dagegen zu stark ist, wird das Verfahren zu lange Zeit in Anspruch1 nehmen, weil sich halbdurehliksige Häute bilden.
Die Blätter oder '/'Gegenstände, die in der geschilderten Weise erhalten werden, sind nach dem Trocknen steif und zerbrechlich. Sie sind durchsichtig und haben die gleiche Farbe, wie die Salze des ihnen einverleibten Metalles. Kupfersalze geben beispielsweise der Platte eine blaue Farbe, Kobaltsalze eine rothe Farbe, Chromsalze eine violette, Nickelsalze eine grüne Farbe u.-s. w.
Die Salze des Calciums, Bariums, Strontiums, Aluminiums und einiger anderer Metalle machen die Platten farblos.
Die verschiedenen Metalle geben den Platten einen verschiedenen Grad von Sprödigkeit. Chrom und Aluminium machen die Platten sehr spröde, während Calcium, Barium oder Strontium den Plätten einen verschiedenen Grad von Biegsamkeit verleihen. - ,
Ein noch etwas höherer Grad von Biegsamkeit kann den Platten dadurch gegeben werden, dafs etwas Glycerin oder irgend eine Zuckerart dem für die Platten bestimmten Waschwasser zugesetzt wird.
■ Platten, welche vollkommen biegsam, elastisch und in Wasser unlöslich sind, können dadurch erhalten werden, dafs man die erwähnten löslichen Platten mit Säuren von bestimmter Stärke behandelt. .■"'■ ,■:'■■' .;
Sä'uren sättigen die Platten schnell. , Nachdem die Platten mit der Säure in Berührung gewesen sind,- müssen sie vollkommen mit Wasser gewaschen werden. Nach dem Trocknen der Platten werden diese mit Glycerin behandelt, von welchem sie eine beträchtliche Menge aufnehmen. Um zu verhindern, dafs die Platten beim Trocknen spröde und brüchig werden, kann eine geringe Menge Glycerin

Claims (1)

  1. oder Zucker den Platten: auch vor dem Trocknen zugesetzt weiden. Die in dieser Weise hergestellten Platten können für verschiedene Zwecke benutzt werden, beispielsweise als Einwickelmaterial an Stelle von Pergamentpapier und dergl. ; ' '.·..■
    Es ist weiter gefunden worden, dafs die aus unlöslichen tangsauren Metallsalzen bestehenden Platten auch dadurch erzeugt werden können, dafs man die in Wasser löslichen Platten in Berührung mit Säuren bringt und nachher in. Berührung mit Salzlösungen. Die letzteren sättigen die Säureplatten schnell, auch vvenn diese Platten sehr dick sind, und führen die Tangsa'ure allmälig in das Metallsalz über. Die so gebildeten Platten haben die gleichen Eigenschaften, wie die in der oben erwähnten Art mit Salzen allein behandelten Platten.
    In der beschriebenen Weise können natürlich auch dickere Gegenstände erzeugt werden, die vollständig oder theilweise aus tangsauren Salzen bestehen. Es wurden so verschiedene Pflanzenfasern, wie Holz, Holzschliff, Kork, Sägespähne und dergl., oder verschiedene Mineralsubstanzen, wie Bimsstein, Kaolin, Schlacke, Asbest und dergl. mit löslichen tangsauren Salzen gemischt und in dieser Weise plastische Platten erhalten, die leicht getrocknet und geformt werden können. Die so erhaltenen Gegenstände werden dann mit Säuren und hierauf mit Lösungen von Metallsalzen behandelt, wodurch man holzartige widerstandsfähige Gegenstände erhält. ■■■· Anstatt zunächst aus dem Tang reine und faserlose tangsaure Alkalien herzustellen, ist es für verschiedene. Zwecke vorteilhaft gefunden, worden, die Fasern von der Masse nicht, zu; trennen. In diesem Falle wird der Tang, wie in den D. R. P. 95 185 , Ί01484 und 101503 beschrieben,- zunächst mit Wasser allein gewaschen, oder mit Wasser, dem Stoffe zur Erleichterung des Waschens zugesetzt sind. Hierauf erfolgt die Behandlung mit Alkalien oder Alkalicarbonaten in der beschriebenen ■Weise. : -.-. ·.■■■■· :■ ■ ■; ' .
    Anstatt die Lösung zu filtriren, wird das Ganze zu einer, feinen Masse verrieben, die unmittelbar zur Bildung von Platten oder als Bindemittel für die erwähnten Holz - und Mineralsubstanzen benutzt w.erden kann. Indem man passende dicke Platten formt und dieselben mit Säuren und Glycerin oder Zucker behandelt, ist eine ausgezeichnete und billige lederähnliche Substanz dargestellt worden,-welche beispielsweise als Einbandmaterial für Bücher benutzt werden kann. Diese Substanz ist elastisch und ebenso stark wie Leder. Die Stärke des Productes kann dadurch vergröfsert werden, dafs zu der Masse während des Mahl-...'processes verschiedene faserartige Stoffe zugesetzt werden. . ■.■··..'■
    Durch Zusatz eines Farbstorfes während des Mahlprocesses kann jedoch jede gewünschte Farbe erhalten werden.
    Es wurde auch die Beobachtung gemacht, dafs die äufsere braune Haut der Stiele des Tanges dadurch leicht entfernt werden kann, dafs die erwähnten Stiele durch eine Lösung der Alkalien oder Alkalicarbonate hindurchgezogen'werden, wodurch die Haut gelockert wird und leicht durch mechanische Mittel ent-, fe'rnt werden kann. Die Stengel bestehen dann aus einer farblosen Masse, welche, nach-: dem sie einige Zeit mit Alkalien oder Alkalicarbonaten und in der zur Erzeugung der unlöslichen Platten beschriebenen Weise behandelt ist, unlösliche Platten liefert, die durchsichtig sind, ohne dafs eine Filtration der Lösung des Tanges stattgefunden hat. Zu diesen Platten können auch faserige Stoffe gegeben werden, und nachdem die erwähnte Behandlung mit Säuren und Glycerin oder Zucker stattgefunden hat, wird eine sehr schöne, elastische, und starke lederartige Masse erhalten.
    Bei jedem der oben beschriebenen Verfahren kann auch ein passender Farbstoff zu der Masse zugesetzt werden. Es wurde gefunden, dafs alle Anilinfarbstpffe verwendet . werden können, da sie von den Fasern des Tanges aufgenommen werden. . :.
    Durch Zusatz trocknender OeIe, von Metallseifen oder harzigen Stoffen zu der Masse können die Platten wasserdicht gemacht werden.
    Bei der Herstellung der erwähnten Platten, hat sich gezeigt, dafs die beste Einrichtung des Trockenapparates diejenige ist, welche in der Anordnung endloser Platten, die auf Walzen befestigt sind und durch eine Kammer, bewegt werden, besteht, während die trocknende Luft sich durch die gleiche Kammer in einer entgegengesetzten Richtung bewegt. Die Lösung des Tanges wird auf der einen Seite der Kammer auf die Platten gebracht, beim Austritt aus der Kammer wird dann die getrocknete, Masse auf eine Walze aufgewickelt;
    ■■.■'■■'■ Patent-Ansprüche:
    ι. Verfahren zur Herstellung von Platten und. ^Gegenständen aus Tang, dadurch'gekennzeichnet, dafs man den löslichen tangsauren
    'Salzen entweder in reinem Zustande oder
    . mit pflanzlichen oder .mineralischen Stollen
    gemischt eine passende Form giebt und ; die ,Gegenstände nach dem Trocknen ,mit
    ^Säuren oder Lösungen von Metallsalze!! .
    \:on passender Stärke behandelt. . 2; An dem unter 1. geschützten Verfahren . die Zugabe von Glycerin oder Zucker- zu
    der Lösung, zum Zwecke, die GegerisUindc \. biegsam und elastisch zu machen." .
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    3. Bei dem unter ι. und 2. geschützten Ver-'.■; ■■·■ fahren die Abänderung, dafs der mit Alkali
    behandelte Tang mit all seinen Fasern un-. ·; mittelbar, gemahlen wird, worauf dann die : unter 1. und 2. gekennzeichnete Behänd-, : lung geschieht.
    4. Bei dem unter 1. bis 3. geschützten Verfahren ' die Anwendung der Stiele des
    Tanges allein, nachdem die a'ufsere Haut .ν derselben entfernt worden ist.
    5. Bei dem unter 1. bis 4. geschützten Ver-V; fahren die Zugabe von faserigen oder
    .:. mineralischen Stoffen zu der Masse.
    6. Bei dem unter 1. bis 5. geschützten Verfahren die Einführung von Mctallsalzen in die zu erzeugenden Gegenstände, dadurch gekennzeichnet, dafs vor der Behandlung mit Metallsalzen die Gegenstände mit Säuren behandelt werden. ·
    Bei demi unter 1. bis 6. geschützten Verfahren. die Zugabe von trocknenden Oelen, Metallseifen oder harzartigen Stoffen zu der Masse. Ausführung der unter 1. bis 7. geschützten ; Verfahren unter Anwendung eines Trockenapparates , dadurch gekennzeichnet, dafs endlose Platten angeordnet sind, welche entgegen der trocknenden Luft durch eine. Kammer geführt werden, wobei die Lö- '. sung der tangsauren Salze an der: einen : Seite der Kammer auf die Platten gebracht wird, während die präparirten Platten auf der anderen Seite, aufgerollt werden.. ' :
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