DE5557C - Verfahren der Herstellung einer plastischen Masse aus Wasserglas, Knochen, vegetabilischem oder animalischem Elfenbein u. s. w - Google Patents

Verfahren der Herstellung einer plastischen Masse aus Wasserglas, Knochen, vegetabilischem oder animalischem Elfenbein u. s. w

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DE5557C
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DE
Germany
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composition
silicate
calcium chloride
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DENDAT5557D
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English (en)
Original Assignee
J. SMITH HYATT in Paris
Publication of DE5557C publication Critical patent/DE5557C/de
Active legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K3/00Use of inorganic substances as compounding ingredients
    • C08K3/34Silicon-containing compounds

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Description

PATENTSCHRIFT
.Klasse
ISAIAH SMITH HYATT in PARIS.
Verfahren der Herstellung einer plastischen Masse aus Wasserglas, Knochen,
oder animalischem Elfenbein u. s. w.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 30. April 1878 ab.
Der Zweck dieser Erfindung ist, einen Stoff zu erzeugen, welcher unauflöslich in Wasser ist, durch die Einwirkung der Hitze oder einer heifsen Oberfläche weich wird, ferner unverbrennlich ist und alle die Eigenschaften besitzt, welche ihn geeignet zur Fabrikation aller der Artikel machen, welche gegenwärtig aus Knochen, Horn, Elfenbein, Porcellan und ähnlichen Stoffen hergestellt werden.
Ich nehme fein gepulverte Knochen, Horn, vegetabilisches oder thierisches Elfenbein oder ähnliche fein gepulverte Albumin oder Kleber enthaltende Stoffe, welchen ich zwei Gewichtstheile. einer Auflösung eines alkalischen kieselsauren Salzes zufüge (vorzugsweise kieselsaures Natron); dieses Silicat hat ungefähr die Consistenz der Syrups oder der Melasse.
Diese Mischung bildet eine teigförmige Masse, in welcher die pulverisirten Knochen oder die anderen genannten Stoffe durch die Einwirkung des Silicats theilweise aufgelöst und genügend erweicht sind, um geformt werden zu können. Diese Mischung mufs sehr sorgfältig durchgearbeitet werden, bis die Masse eine solche Zähigkeit und Beschaffenheit erhält, dafs sie nicht an den Oberflächen, mit welchen sie in Berührung kommt, anhaftet. Die Mischung kann auf sehr bequeme und gute Weise je nach Bedürfnifs mittelst kalter oder heifser Walzen hergestellt werden, ohne jedoch andere Mittel zu diesem Zweck auszuschliefsen. So läfst sich diese Operation auch sehr gut z. B. dadurch ausführen, dafs man das Silicat mit den pulverisirten Knochen zusammen in einer gewöhnlichen Farbenmühle gerade so wie Farbestoffe und OeI vermahlt.
Die so behandelte Composition wird darauf gewalzt oder auf irgend welche Weise in die Form dünner Platten oder Streifen gebracht, welche ohne weiteres entweder ganz oder beliebig zerschnitten, je nach Bedürfnifs in beliebige Formen geprefst werden können; darauf wird die Composition in derselben Weise nach einander in die verschiedenen gewünschten Formen übergeführt und getrocknet, wobei sie schliefslich einen harten und sehr brauchbaren Stoff liefert.
Eine andere Behandlungsweise dieser Composition besteht darin, die oben genannten dünnen Plättchen zu trocknen, indem man zwischen zwei derselben ein oder mehrere Blätter Löschpapier oder ein anderes, die Feuchtigkeit aufnehmendes Material legt und dann das Ganze einem Druck aussetzt, was zur Folge hat, dafs das Papier die Feuchtigkeit der Composition aufsaugt und zugleich ein dichteres und härteres Material liefert.
Die so getrocknete Composition ist jetzt für die Formen oder Matrizen vorbereitet, welche aber während der Pressung angewärmt werden müssen.
Es ist klar, dafs man auch andere Mittel, als die oben beschriebenen zum Ausziehen der Feuchtigkeit benutzen kann, so z. B. Verdunstung, aber man mufs in allen Fällen Sorge tragen, dafs die Composition nicht zu trocken werde, weil alsdann die Resultate nicht so günstig ausfallen.
Vor allen anderen Mitteln, diese Plättchen der Composition zu trocknen, ziehe ich jedoch vor, dieselben der Einwirkung der Atmosphäre auszusetzen, bis nur ein geringer Rest von Feuchtigkeit bleibt, dann mahle ich sie auf einer Mühle oder durch andere Mittel zu einem Pulver von gewünschter Feinheit und fülle damit die von 93 bis 1500 C, erwärmten Formen oder Matrizen aus; die Hitze der letzteren schmilzt die gepulverte Masse, welche sich dadurch an die inneren AVände der Formen oder Matrizen anlegt und ihre Form annimmt.
Ich bemerke hier ferner, dafs wenn die Plättchen der Composition direct geformt werden sollen, d. h. ohne dafs sie vorher zu Pulver vermählen sind, wie es oben beschrieben wurde, es vortheilhaft ist, sie nicht der atmosphärischen Verdunstung auszusetzen, weil diese Trocknung die Composition sehr porös macht und deformirt.
Das aus der Form oder Matrize hervorgehende Product wird dann entweder in oder mit einer Lösung von Chlorcalcium behandelt, indem man es darin liegen läfst, bis es vollständig oder nur bis zu einer beliebigen Tiefe damit gesättigt ist, je nachdem man die Dicke

Claims (6)

der erhärteten äufseren Schicht wünscht; denn die Wirkung des Chlorcalciums auf die Composition besteht darin, dafs das in derselben befindliche Alkali neutralisirt und so das Silicat unlöslich wird, wobei der zurückbleibende kieselsaure Kalk mit den pulverisirten Knochen oder schon erwähnten anderen Ingredienzien innig vermischt bleibt. Diese Composition kann durch irgend welche geeignete Farbstoffe in beliebiger Weise gefärbt werden, welche Farbstoffe den genannten Ingredenzien entweder während ihrer ersten Mischung beigefügt oder auch auf dem schon geformten Product, wenn es die Form oder Matrize verläfst, durch geeignete Mittel aufgetragen werden. Die Verhältnisse des alkalischen Silicats mit Knochen, Horn oder ähnlichen gepulverten Stoffen können innerhalb weiter Grenzen wechseln, man mufs nur genug Silicat anwenden, damit sich in längerer oder kürzerer Zeit die anderen Ingredenzien aufweichen und vereinigen; die oben angegebenen Verhältnisse sind also nur als solche anzusehen, die neben anderen gute Resultate geben, aber nicht die absolut nothwendigen sind. Knochen, Horn, Elfenbein und verwandte Stoffe können auch anstatt in Pulverform in sehr kleinen Stücken verwendet werden; die Pulverform ist nur dann nothwendig, wenn man ein schnelles Einwirken des Silicats wünscht. Ferner bemerke ich noch, dafs man auch ein ausgezeichnetes Resultat erreichen kann, ohne dafs man das aus der Form oder Matrize hervorgehende Product der Behandlung mit Chlorcalcium unterwirft, aufserdem können die Bruchstücke und Abfälle der Composition vor und nach dieser Behandlung in ihren weichen, plastischen Zustand durch Zerbrechen und erneuerte Behandlung mit Silicat zurückgeführt werden; die durch Form oder Matrize geformte Masse kann ferner gebleicht werden, wodurch sie eine weifse und glänzende Farbe annimmt. Die Composition kann zu Stangen oder Platten ausgewalzt oder in andere passende Formen durch irgend welche geeignete Mittel gebracht werden, um dadurch die nachfolgenden mechanischen Behandlungen zu erleichtern; zuletzt wird dieselbe je nach dem Bedürfnifs der oben beschriebenen Behandlung mitChlorcalcium ausgesesetzt oder auch diese Behandlung unterlassen. Der Stoff kann, nachdem er geformt ist, zerschnitten und polirt werden, denn er besitzt eine sehr schöne harte Oberfläche. Die Masse ist besonders zur Fabrikation von Knöpfen, Schmucksachen, Billardbällen, Geschirr u. s. w. geeignet; auch kann leicht über einen metallischen oder anderen Kern geformt werden. Um die Masse zu pulverisiren, kann man noch ein anderes Mittel anwenden. Die Composition von Silicat mit Knochen oder einem anderen Stoff wird in einen dickflüssigen, syrupähnlichen Zustand versetzt und dann dieselbe in Berührung mit der Oberfläche einer grofsen erhitzten Trommel gebracht,- auf welcher der Stoff erhärtet und auf geeignete Weise durch Schaber, Abstreicher oder Bürsten losgelöst wird. Diese so abgehobene Masse wird alsdann in feine Pulverform gebracht. Die Drehung der Trommel gestattet eine ununterbrochene Production des Pulvers. Das Chlorcalcium kann mit der Composition aus Knochen und Silicat im Zustand eines trockenen Pulvers im Verhältnifs von ungefähr einem Theil Chlorür auf hundert Theile der Composition vermischt werden, worauf dann das Ganze der Hitze und dem Druck ausgesetzt wird; das Chlorür wird dabei schmelzen und eine Masse erzeugen, die in vielen Beziehungen der oben beschriebenen ähnlich ist. Dadurch, dafs man in dieser Weise das Chlorcalcium anwendet, erspart man sich die Behandlung der Composition von Silicat und Knochen oder anderen ähnlichen Stoßen mit einer Lösung des genannten Chlorürs. Patent-Ansρrüche:
1. Die Mischung von pulverisirten Knochen, vegetabilischem oder thierischem Elfenbein, Horn oder anderen pulverisirten Stoffen, die Kleber, Albumin oder Thieröl enthalten, mit einer Lösung eines alkalischen kieselsauren Salzes (vorzugsweise kieselsaures Natron), in den Verhältnissen, der Art und Weise und zum Zweck, wie es oben beschrieben.
2. Die Verarbeitung dieser Composition zu dünnen Platten oder Streifen durch Walzen oder sonstwie und das unmittelbare Formen derselben in aus porösen Stoffen bestehenden Formen, in der Art und Weise und zu dem Zweck, wie es oben beschrieben.
3. Die Trocknung dieser dünnen Platten oder Streifen vor dem Formen, entweder mittelst Löschpapiers, mit oder ohne Druck, oder durch Verdunsten an freier Luft und das darauf erfolgende Formen unter Anwendung von Hitze, in der Art und Weise und zum Zweck, wie es oben beschrieben.
4. Das Pulverisiren dieser dünnen Platten oder Streifen nach dem Trocknen und das Formen dieses Pulvers mit oder ohne Druck in Formen, die von 93 bis 1500 C. erhitzt sind, in der Art und Weise und zum Zweck, wie es oben beschrieben.
5. Die Behandlung der geformten Gegenstände mit einer Lösung von Chlorcalcium, z. B. durch Eintauchen in der Weise, dafs dieselben entweder ganz damit gesättigt werden oder dafs die Lösung nur bis zu einer gewissen Tiefe eindringt, in der Art und Weise und zum Zweck, wie es oben beschrieben.
6. Das Pulverisiren der aus Knochen oder ähnlichen Stoffen und Silicat zusammengesetzten Masse, welche zuerst in einen flüssigen
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Zustand von der Consistenz des Syrups übergeführt, dann in Berührung mit einer erhitzten Oberfläche, z. B. einer gufseisernen Trommel gebracht worden ist, an welcher sie ' erhärtet und darauf abgelöst wird, in der Art und Weise und zum Zweck, wie es oben beschrieben.
Die Verwendung der geformten, aber nicht mit Chorcalcium behandelten Composition, sowie die Zurückführung der Composition in den weichen plastischen Zustand, einerlei ob dieselbe der Einwirkung des Chlorcalciums unterworfen wurde oder nicht, indem man sie pulverisirt und aufs neue der Wirkung des Silicats aussetzt, in der Art und Weise und zum Zweck, wie es oben beschrieben.
Die Mischung in trockenem Zustande von Chlorcalcium mit der aus Knochen und Silicat gebildeten Composition nach den oben genannten Verhältnissen und die Behandlung dieser Mischung unter Hitze und Druck, in der Art und Weise und zum Zweck, wie es oben beschrieben.
Die Anwendung dieser, nach einer oder der anderen der oben genannten Methoden erzeugten Masse zur Herstellung aller Artikel und Gegenstände, die passend aus derselben fabricirt werden können, wie besonders' kleine Statuen, Sculpturen, Bas - Reliefs, Bürstenbinderwaaren, Schmuckgegenstände, Knöpfe, Billardbälle, Geschirr u. s. w. mit oder ohne Anwendung eines Kernes, in der Art und Weise, wie es oben beschrieben.
SS
DENDAT5557D Verfahren der Herstellung einer plastischen Masse aus Wasserglas, Knochen, vegetabilischem oder animalischem Elfenbein u. s. w Active DE5557C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1033494B (de) * 1954-03-30 1958-07-03 Husqvarna Vapenfabriks Ab Naehmaschinenoberteil

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