DE105666C - - Google Patents

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DE105666C
DE105666C DENDAT105666D DE105666DA DE105666C DE 105666 C DE105666 C DE 105666C DE NDAT105666 D DENDAT105666 D DE NDAT105666D DE 105666D A DE105666D A DE 105666DA DE 105666 C DE105666 C DE 105666C
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quinine
carbonic acid
chloroform
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dichinic
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D453/00Heterocyclic compounds containing quinuclidine or iso-quinuclidine ring systems, e.g. quinine alkaloids
    • C07D453/02Heterocyclic compounds containing quinuclidine or iso-quinuclidine ring systems, e.g. quinine alkaloids containing not further condensed quinuclidine ring systems
    • C07D453/04Heterocyclic compounds containing quinuclidine or iso-quinuclidine ring systems, e.g. quinine alkaloids containing not further condensed quinuclidine ring systems having a quinolyl-4, a substituted quinolyl-4 or a alkylenedioxy-quinolyl-4 radical linked through only one carbon atom, attached in position 2, e.g. quinine

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Description

KAISERLICHES yk
PATENTAMT.
in FRANKFURT a. M.
Im Haupt-Patent Nr. 90848 ist die Herstellung des Chlorkohlensäureäthers des Chinins durch Einwirkung von Phosgengas auf Chinin nach der Gleichung:
COCl, + 2 C20 K2, N2 O2 =
^20 -"23 -"2 ^2 1 r TJ
Ql ' 20 -"24
. TJ Cl
beschrieben, welche in der Praxis am zweckmäfsigsten so geleitet wird, dafs man einen Ueberschufs von Phosgen mit Chinin in Reaction treten läfst. Die Erfinder hatten schon früher versucht, ein Präparat zu gewinnen, in welchem auch das zweite Chloratom des Phosgens durch den Chininrest ersetzt erschiene, doch war es durch blofse Aenderung der Mengenverhältnisse damals nicht' gelungen, den Dichininkohlensäureäther zu erhalten. Wie sich nachträglich ergeben hat, ist auch eine Aenderung des Lösungsmittels nöthig. Wendet man statt Benzol Pyridin oder Chloroform an, so läfst sich der neue Körper ohne Schwierigkeit erhalten.
Man läfst zu diesem Zweck gasförmiges oder in einem passenden Lösungsmittel gelöstes Phosgengas auf doppelt so viel Chinin als obiger Gleichung entspricht, einwirken, wobei man möglichst genau die der Gleichung:
C O Cl, + 4 C20 HMN, O2 = C0(f»J«J!'J + 2 (C,0H.MN2O,. H <
/ 20 23 2 \ C H NO
°20 23 iy2 W2
entsprechenden Mengenverhältnisse einhält oder höchstens einen ganz geringen Ueberschufs von Phosgen über die angegebene Menge anwendet. Der erhaltene neue Körper kann als Dichininkohlensäureäther oder Carbonylchinin oder auch als Chinincarbonat bezeichnet werden, wobei man jedoch letzteres von der ebenso bezeichneten Verbindung des Chinins mit Kohlensäure, welche, ein Salz des Chinins darstellt, zu unterscheiden hat.
Eine zweckmäfsige Darstellungsvorschrift ist folgende: 1 kg wasserfreies Chinin wird in 4 kg Chloroform gelöst und in diese Lösung unter Kühlung 76,4 g Phosgengas eingeleitet.
Das Reactionsproduct bleibt flüssig, weil auch das gebildete salzsaure Chinin in Chloroform leicht löslich ist. Zur Entfernung dieses Salzes, sowie etwa unverändert gebliebener kleiner Mengen von Chinin schüttelt man das Reactionsproduct so lange mit 1 proc. Essig-
*) Erstes Zusatz - Patent Nr. 93698 vom 4. August 1896.
säure, bis die Auszüge nicht mehr bitter schmecken. Sodann entzieht man den Dichininkohlensäureester der Chloroformlösung durch Schütteln mit ι proc. Schwefelsäure, wobei kleine Mengen von Chlorkohlensäureester des Chinins, welche sich fast immer bilden, in dem Chloroform gelöst bleiben. Aus der schwefelsauren Lösung kann der neue Körper durch Schütteln mit Alkalien und Aether und Verdunsten des letzteren gewonnen werden; auch scheidet er sich schon beim Stehenlassen der ätherischen Lösung von selbst in Form von weifsen krystallinischen Krusten ab und kann noch durch Umkrystallisiren aus Alkohol oder Benzol gereinigt werden. . Die. Elementaranalyse ergab:
Berechnet für CO
9?
C 72,9g pCt.
H 6,80 -
Gefunden
C 72,70 pCt. H 6,60 -
Der Dichininkohlensäureester schmilzt bei 186,5° und ist unlöslich in Wasser und Benzin, ebenso in Aether, aufser wenn er frisch durch Alkalien gefällt ist, dagegen leicht löslich in Alkohol, Benzol, Chloroform und Säuren; er reagirt neutral und ist völlig geschmacklos. Beim Kochen mit Wasser zeigt er sich beständig, dagegen wird er durch Erhitzen mit verdünnten Alkalien in Chinin verwandelt, noch leichter durch Erwärmen mit Säuren, ja sogar schon beim blofsen Stehenlassen der sauren Lösungen. Die schwefelsaure Lösung fluorescirt stark grünblau. Der Körper giebt keinen Herapathit, dagegen die Thalleiochinreaction. Seinen Eigenschaften nach steht der Dichininkohlensäureester dem Chlorkohlensäureester des Chinins sehr nahe. Namentlich auffallend ist die neutrale Reaction, welche auch den Dichininkohlensäureester auszeichnet, obgleich er einen Chininrest mehr als der Chlorkohlensäureäther des Chinins enthält. Dieser Mangel an Basicität hindert indessen, wie beim letzteren, die Salzbildung keineswegs.
Mit Säuren erhält man leicht wohl charakterisirte, schön krystallisirende Salze, welche häufig mit Krystallwasser krystallisiren. Diese Salze sind im trockenen Zustande sehr beständig, dagegen zeichnen sie sich durch die oben erwähnte grofse Zersetzlichkeit ihrer wässerigen Lösungen aus, indem sie sich beim Stehenlassen der letzteren, noch leichter aber beim Erwärmen in die entsprechenden Chininsalze umwandeln. Die Salze werden durch Einwirkung molecularer Mengen des Dichininkohlensäureäthers und der betreffenden Säure gewonnen; es wurden u. A. dargestellt und analysirt:
Das neutrale schwefelsaure Salz von der Zusammensetzung:
Γ Π/ ^20 -"23 -"2 ^2 H C/l
23 iV2
Das neutrale chlor- und brom wasserstoffsaure Salz:
C ° \ Γ20 ff3 K* ?)2 '2H Cl (bezw· 2 ^ ßr)'
^20 "23 ^'2 ^2
ferner das neutrale und das saure salicylsäure Salz von der Zusammensetzung:
Γ Π / 20 "23 ^2 O2 /ρ TT /r\ TJ\ C (Λ (Λ JJ\
20 23 ^2 2
bezw.
cn/ 20 -"23 '2 ^i a 1 c w in wi c η η w\ \C H NO · 4-[Lie-tii(u-"J^ u υη
20 23 2 2
Der Dichininkohlensäureester und eventuell seine Salze sollen medicinische Verwendung finden.
In analoger Weise lassen sich selbstverständlich auch die Kohlensäureester anderer Chinaalkaloide, ζ. Β. des Cinchonidins, gewinnen.
Zu diesem Zweck verfährt man genau, wie oben für Chinin angegeben, nur dafs man entsprechend dem geringeren Moleculargewicht des Cinchonidins etwas mehr Phosgengas zur Einwirkung bringt, nämlich auf je 1 kg wasserfreies Cinchonidin 84,2 g Phosgengas.
Der Dicinchonidinkohlensäureester schmilzt bei 117 °, ist geschmacklos und löst sich schwer in Aether, leicht in Chloroform, Benzol und Alkohol. Durch Erwärmen mit Säuren wird er in Cinchonidin übergeführt. Die Thalleiochinreaction liefert der Körper nicht.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Die durch die Patente Nr. 90848 und 93698 geschützten Verfahren zwecks Gewinnung des Dichinin- und des Dicinchonidinkohlensäureesters dahin abgeändert, dafs man in einem geeigneten Lösungsmittel (Chloroform, Pyridin) 1 Molecül Phosgen auf 4 Molecule der Base einwirken läfst.
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