DE103575C - - Google Patents

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DE103575C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B21/00Thiazine dyes

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Im Patent Nr. 83046 und seinen Zusätzen haben wir ein Verfahren zur Darstellung blauer, beizenfä'rbender Thiazinfarbstoffe beschrieben. Die so gewonnenen, unter dem Namen »Brillantalizarinblau« bekannten Producte sind ihrer schönen Nuance und aufsergewöhnlich hohen Lichtechtheit wegen für den Baumwolldruck von Bedeutung. Einer allgemeinen Verwendung steht indefs der Umstand entgegen, dafs die Bildung des Chromlackes auf der Faser nur bei Anwendung eines höheren Dampfdruckes in ausreichendem Mafse vor sich geht und infolge der Schwerlöslichkeit der Producte die Drucke leicht unegal werden.
Es ist uns nun gelungen, diese Uebelstände dadurch zu beseitigen, dafs wir die Erzeugung der Farbstoffe auf der Faser selbst vornehmen. Wir verwenden zu diesem Zwecke die bei der Darstellung unserer Farbstoffe intermediär sich bildenden Oxyindophenolthiosulfosäuren und führen diese leicht löslichen Zwischenproducte statt in der Bütte auf der Faser in die fertigen Farbstoffe über.
Die Darstellung und Isolirung der Zwischenproducte ist sehr einfacher Natur und in unseren Patenten bereits vorgezeichnet. Wenn man z. B. (s. Beispiel 2 des Zusatz-Patentes Nr. 8484g) eine Lösung von 2,5 kg p-amidodimethylanilinthiosulfosaurem Natrium in der etwa 50 fachen Menge Wasser mit einer Lösung von 2,8 kg CL1 ßj-naphtochinon-cig-sulfosaurem Kalium versetzt, so nimmt die Flüssigkeit, wie in obigem Patent erwähnt ist, sehr bald eine rothviolette Färbung an. Unterbricht man jetzt die Reaction durch Abkühlen, so scheidet sich das Zwischenproduct zum grofsen Theil in dunklen Krystallen aus, der Rest wird durch Aussalzen gewonnen. In analoger Weise lassen sich auch die übrigen Zwischenproducte leicht darstellen und isoliren. Diese Körper besitzen in neutraler oder essigsaurer Lösung eine bemerkenswerthe Beständigkeit. Aus diesem Grunde ist das im französischen Patent Nr. 234838 vom 15. Dezember 1893 vorgeschlagene Verfahren zur Ueberführung der auf die Faser aufgedruckten Zwischenproducte in die fertigen Farbstoffe ohne praktischen Werth. Da die Druckmasse in üblicher Weise mit einer Lösung des Zwischenproductes in WTasser unter Zusatz von Essigsäure hergestellt ist, so ist es nicht möglich, die Farbstoffbildung, wie es wünschenswerth ist, durch Dämpfen ohne Anwendung von Druck zu bewirken. Aber selbst bei höherem Dampfdruck entwickelt sich der Farbstoff nur unvollkommen, so dafs dieses Verfahren vor dem gebräuchlichen auf Anwendung der fertigen Farbstoffe beruhenden nur Nachtheile aufweist.
In alkalischer Lösung hingegen oder in einer Lösung, welche schwach alkalisch wirkende Salze, wie essigsaures oder unterschwefligsaures Natrium enthält, gehen die Zwischenproducte, wie aus unseren Patenten sich ergiebt, mit ' Leichtigkeit in die Farbstoffe über.
Wir haben nun mit Erfolg versucht, dieses in unseren genannten Patenten beschriebene Verfahren den für den Baumwölldruck er-
forderlichen Bedingungen anzupassen. Es zeigte sich, dafs, wenn man der in üblicher Weise hergestellten Druckpaste eine Lösung obiger Salze zufügt, die Entwickelung des Farbstoffes bezw. des Lackes mit der gröfsten Leichtigkeit und vollständig bereits bei kurzem Dämpfen ohne Druck erfolgt. Man erhält auf diese Weise ohne jede Schwierigkeit satte und durchaus gleichmäfsige Drucke, welche im Uebrigen die gleichen werthvollen Eigenschaften wie die mit den fertigen Farbstoffen hergestellten Drucke besitzen. Als besonders vortheilhaft hat sich die Anwendung des Natriumthiosulfats erwiesen. In diesem Falle empfieht es sich, der Druckpaste keine Essigsäure zuzusetzen. Auch ist es vortheilhaft, das Thiosulfat nicht von vornherein der Masse zuzufügen, sondern erst kurz vor dem Gebrauch hineinzurühren.
Wir verfahren z. B. folgendermafsen:
Eine Lösung von 3 Theilen des aus p-Amidodimethylanilinthiosulfosäure und Ct1-ßj-Naphtochinon-a2-sulfosäure erhaltenen Zwischenproductes in 20 Theilen Wasser wird in 61 Theile neutrale Stärke-Traganth-Verdickung eingerührt. Hierauf fügt man 6 Theile essigsaures Chrom (200 B.) und to Theile einer 25 procentigen Natriumthiosulfat-Lösung hinzu und druckt auf geölten Stoff. Man dämpft eine Stunde oder auch weniger ohne Druck, kreidet, malzt und seift
Der so erhaltene Druck zeigt eine schöne indigoblaue Nuance, ist sehr gleichmäfsig und vollkommen waschecht, selbst gegen kochende Sodalösung.
In ganz derselben Weise verfährt man bei Ersatz des obigen Zwischenproductes durch die analogen, nach den Verfahren der oben erwähnten Patente erhältlichen Zwischenproducte.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Erzeugung von blauen, beizenfärbenden Thiazinfarbstoffen auf der Faser gemäfs dem durch Patent Nr. 83046 und dessen Zusätze geschützten Verfahren, darin bestehend, dafs man die nach diesem Verfahren intermediär sich bildenden Oxyindophenolthiosulfosäuren zusammen mit Chromoxydsalzen, wie nach Patent Nr. 103574, aber unter Zusatz schwach alkalisch wirkender Salze, wie Natriumthiosulfat, Natriumacetat etc., aufdruckt bezw. aufklotzt und durch nachfolgendes Dämpfen in die Farbstoffe bezw. deren Lacke überführt.
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