DE101274C - - Google Patents

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DE101274C
DE101274C DE1897101274D DE101274DA DE101274C DE 101274 C DE101274 C DE 101274C DE 1897101274 D DE1897101274 D DE 1897101274D DE 101274D A DE101274D A DE 101274DA DE 101274 C DE101274 C DE 101274C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B31/00Disazo and polyazo dyes of the type A->B->C, A->B->C->D, or the like, prepared by diazotising and coupling
    • C09B31/02Disazo dyes
    • C09B31/025Disazo dyes containing acid groups, e.g. -COOH, -SO3H, -PO3H2, -OSO3H, -OPO2H2; Salts thereof

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Zur Darstellung schwarzer Disazofarbstoffe für Wolle mit a-Naphtylamin in Mittelstellung sind zuerst einfache Amidosulfonsäuren der Benzol- und Naphtalinreihe, wie z. B. Sulfanilsä'ure, p-Toluidinsulfosäure, Naphtylaminsulfosäure, angewendet worden (Echtviolett, Blauschwarz B, Naphtolschwarzetc., vergl. Schultz, Tabellen, 3. Auflage, S. 51 ff.).
Man hat dann später an Stelle von Amidobenzolsulfosä'uren Amidocarbonsäuren der Benzolreihe bezw. deren Substitutionsproducte angewendet, wie z. B. Oxyamidobenzoesäuren, Amidosalicylsäuren (Diamantschwarz, Schultz a. a. O., S. 54) oder Nitroamidosalicylsäuren (französische Patentschrift Nr. 247770, Ritter, Cabinet Technique 1895, Nr. 60).
Schliefslich ist vorgeschlagen worden, auch gewisse Substitutionsproducte von Amidobenzolsulfosäuren zum Aufbau von Farbstoffen vom gleichen Typus zu verwenden, und zwar Amidophenolsulfosäuren (Patentschriften Nr. 45994 und Nr. 70612). Die letztgenannten Farbstoffe haben jedoch praktische Bedeutung nicht gewonnen, und die Verfahren der betreffenden Patente sind daher verlassen worden.
Es wurde nun gefunden, dafs nach verschiedenen Richtungen hin werthvolle Disazofarbstoffe gegenüber den oben erwähnten erhalten werden bei Anwendung bisher noch nicht benutzter Sulfosäuren des Amidodiphenylamins und seiner Homologen als Componenten in erster Stelle.
Von der dieser Körperklasse angehörigen p-Amidodiphenylaminmonosulfosäure wird allerdings in der Patentschrift Nr. 77536 bereits erwähnt, dafs sich ihre Diazoverbindung leicht paaren lasse, indesssen ist weder dort noch an einer anderen Stelle der Litteratur eine nähere Angabe über die Eigenschaften der daraus erhältlichen Farbstoffe gemacht; ebensowenig sind Farbstoffe, welche sich von diesem Körper oder seinen Homologen ableiten, bisher, so weit bekannt, in den Handel gekommen.
Die nach dem folgenden Verfahren dargestellten neuen Producte zeichnen sich vor den oben erwähnten Farbstoffen durch gröfsere Farbstärke und Tiefe der Nuance aus, färben auch bei schwächeren Färbungen bedeutend blaustichiger und tiefer schwarz als jene Körper, deren Nuance nur schwärzlich violett ist. Eine derartige technisch erhebliche Wirkung · der (wie schon erwähnt, bisher zur Darstellung sekundärer Disazoazofarbstoffe noch nicht verwendeten) Amidodiphenylderivate war um so weniger zu erwarten, als sonst nur die Anwendung von Naphtylaminderivaten zu einer Verdunkelung der Nuance führt, wie das Verhältnifs von Echtviolett zu Naphtolschwarz
beweist. Hier ist aber gerade das Umgekehrte der Fall. Hinzu kommt noch, dafs die Amidodiphenylaminsulfosä'uren bekanntlich leicht zugängliche Producte sind, welche aber bisher eine praktische Verwerthung noch nicht gefunden haben.
Beispiel I.
26,4 kg Amidodiphenylaminsulfosäure (Berl. Ber. XXIV, 3800) werden mit 6,9 kg Natriumnitrit und der erforderlichen Menge Salzsäure diazotirt. Die Diazoverbindung läfst man in eine Lösung von 14,3 kg a-Naphtylamin in der entsprechenden Menge Salzsäure einlaufen und giebt so viel Natriumacetat zu, dafs die gesammte Mineralsäure gebunden wird. Die Combination beginnt sofort und ist nach ca. 24 stündigem Rühren beendet. Der gebildete Azokörper scheidet sich vollkommen in indigoblauen Flocken aus. In üblicher Weise isolirt und durch Ueberführung in das orangegelbe, in Wasser mit gelblicher Farbe lösliche Natriumsalz gereinigt, stellt der Körper ein schwarzes kupferglänzendes Pulver dar, das sich in cone. Schwefelsäure mit blaurother Farbe löst und auf Zusatz von Wasser in Form reinblauer Flocken ausfällt.
41,8 kg des so erhaltenen Zwischenkörpers werden in Form des Natriumsalzes gelöst und mit einer Lösung von 6,9 kg Natriumnitrit versetzt. Diese Mischung läfst man in die entT sprechende Menge verdünnter, kalt gehaltener Salzsäure einlaufen. Die Diazotirung ist in kurzer Zeit vollendet. Die blauschwarze, sehr schwer lösliche Diazoverbindung giebt man zu einer während der ganzen Dauer der Combination mit Soda alkalisch gehaltenen Lösung von 22,4 kg A1 -Naphtol-c^-monosulfosäure. Nach etwa 36 stündigem Rühren ist die Reaction beendet, und man isolirt den gebildeten Farbstoff in der üblichen Weise. Er stellt ein schwarzes Pulver mit kupferigem Glanz dar, das sich ziemlich leicht in Wasser mit tiefblauer Farbe löst und auf Zusatz von Säure in Form blauer Flocken ausfällt. In cone. Schwefelsäure löst der Farbstoff sich mit grüner Farbe, die auf Zusatz von Wasser in ein reines Blau unter gleichzeitiger Fällung des Farbstoffes umschlägt. Läfst man aber die Lösung in cone. Schwefelsäure etwa eine Stunde stehen, so schlägt die Farbe allmälig nach Roth um. Der Farbstoff färbt Wolle in saurem Bade blauschwarz.
Aehnliche Farbstoffe werden erhalten durch Ersatz der Amidodiphenylaminsulfosäure durch ihre Homologen. Z. B. erhält man aus der Amidophenyl - ρ - tolylaminsulfosäure (dargestellt durch Umsetzung von ρ - Nitrochlorbenzolo-sulfosäure mit p-Toluidin) nach dem oben angegebenen Verfahren einen ähnlichen Farbstoff, der Wolle in saurem Bade ebenfalls blauschwarz färbt.
In gleicher Weise kann man auch die sich vom o-Toluidin oder m-Xylidin etc. ableitende ρ - Amidophenyl - ο - tolylaminsulfosäure oder p-Amidophenyl-m-xylylaminsulfosäure als Ausgangsmaterial verwenden, wodurch Producte von ähnlichen Eigenschaften erhalten werden.
Andererseits läfst sich auch die ctj-Naphtola2-monosulfosäure des Beispiels I durch andere Naphtolsulfosäuren ersetzen.
Beispiel II.
Combinirt man z. B. die aus 43,2 kg Amidophenyl-p-tolylaminsulfosäure und a-Naphtylamin erhaltene Amidoazoverbindung nach darauffolgender Diazotirung mit 30,4 kg ßj-Naphtolß2 ß3-disulfosäure R in sodaalkalischer Lösung, so erhält man einen leicht löslichen Farbstoff, der Wolle in saurem Bade grünschwarz färbt und sich in cone. Schwefelsäure mit einer bläulich grünen Farbe löst, welche nach langem Stehen in Blau übergeht. Aus dieser Lösung wird der Farbstoff durch Wasser mit blauer Farbe ausgefällt.
Schwarze Wollfarbstoffe von gleichem Typus und von ähnlichen Eigenschaften werden fernerhin erhalten, wenn man von dQr Amidodiphenylamindisulfosäure (die z. B. durch Umsetzung der Nitrochlorbenzolsulfosäure mit Metanilsäure entsteht) oder ihren Homologen ausgeht.
Beispiel III. -
34,4 kg Amidodiphenylamindisulfosäure werden mit 6,9 kg Natriumnitrit und der erforderlichen Menge Salzsäure diazotirt. Die dunkelgelbe klare Diazolösung läfst man in eine kalt gehaltene Lösung von 14,3 kg a-Naphtylamin in Salzsäure unter gleichzeitigem Zulauf einer genügenden Menge Natriumacetatlösung, um sämmtliche Mineralsäure zu binden, einfliefsen. Die Combination ist in kurzer Zeit beendet.
49,8 kg des so dargestellten Zwischenproduetes werden in Soda gelöst, mit 6,9 kg Natriumnitrit versetzt und durch Einlaufenlassen in Salzsäure diazotirt. Die Diazoverbindung geht mit rothvioletter Farbe in Lösung. Durch Einfliefsenlassen in eine stets mit Soda alkalisch gehaltene Lösung von 14,4 kg 3-Naphtol in der entsprechenden Menge Natronlauge entsteht daraus ein schwarzer Farbstoff, der sich fast vollständig ausscheidet. Er stellt ein grünlich metallisch glänzendes Pulver dar und färbt Wolle in saurem Bade blauschwarz.
Die Eigenschaften der nach dem vorliegenden Verfahren erhältlichen Farbstoffe ergeben sich aus nebenstehender Zusammenstellung:
Farbstoff Aussehen Lösung in
Wasser
Löung in
cone.
Schwefelsäure
Auf Zusatz
von Wasser
Färbt Wolle
im sauren
Bade
ρ - Amidodiphenylamin-
monosulfosäure - azo-
α - naphtylamin - azo -K1-
naphtol - a2 - monosulfo-
säure N. W.
kupfer
glänzendes
Pulver
dunkelblau,
durch Säuren
indigoblau
gelbgrün,
beim Stehen
oder Erwärmen
roth
indigoblauer
Niederschlag
blau schwarz
ρ - Amidodiphenylamin-
monosulfosäure - azo-
a - naphtylamin - azo-
ß-naphtoldisulfosäure R
metallisch
glänzendes
Pulver
blauschwarz olivgrün,
beim Stehen
rothviolett
violetter
Niederschlag
schwarz
ρ - Amidophenyl - ο - tolyl-
aminmonosulfosäure-azo-
a - naphtylamin - azo -Ct1-
naphtol - a.% - monosulfo-
säure N. W.
bronze
glänzendes
Pulver
dunkelblau grün,
beim Stehen
violett
blauschwarzer
Niederschlag
schwarz
ρ - Amidophenyl - ο - tolyl-
aminmonosulfosäure-
azo - a-naphtylamin - azo-
B - naphtoldisulfosäure R
dunkelkupfer-
glänzendes
Pulver
blauschwarz olivgrün, beim
Stehen roth
violett
violetter
Niederschlag
schwarz
ρ - Amidophenyl - ρ - tolyl-
aminmonosulfosäure -azo
te - naphtylamin - azo -U1-
naphtol - «2 - monosulfo-
säure N. W.
bronze
glänzendes
Pulver
indigoblau grün, beim
Erwärmen
blauschwarz,
dann tiefblau
blauer
Niederschlag
tiefschwarz
ρ - Amidophenyl - ρ - tolyl-
aminmonosulfosäure -azo-
a - naphtylamin - azo -
β - naphtoldisulfosäure R
metallisch
glänzendes
Pulver
dunkelblauroth,
durch Säure
indigoblau
bläulichgrün,
beim Erwärmen
blaugrün, dann
indigoblau
indigoblauer
Niederschlag
grünschwarz
ρ -Amidophenyl -m- xylyl-
aminmonosulfosäure -azo-
a - naphtylamin - azo -
α,-naphtol- α2 -monosulfo-
säure N. W.
bronze
glänzendes
Pulver
dunkelblau . olivgrün, beim
Stehen oder
Erwärmen
blauschwarz
violett
schwarzer
Niederschlag
schwarz
p-Amidopheny 1 - m -xylyl-
aminmonosulfosäure- azo-
a - naphtylamin - azo- β -
naphtoldisulfosäure R
schwarzes
Pulver
dunkelschwarz-
violett
olivgrün, beim
Stehen
schmutzig
violett
violetter
Niederschlag
schwarz
ρ - Amidodiphenylamin-
disulfosäure - azo - α-
naphtylamin - azo -Ci1-
naphtol -α2 - monosulfo-
säure N. W.
metallisch
glänzendes
Pulver
dunkelblau olivgrün,
beini Stehen
violett
violett
schwarzer
Niederschlag
schwarz
ρ - Amidodiphenylamin-
disulfosäure - azo-
a - naphthylamin - azo-
ß - naphtoldisulfosäure R
schwarzes
Pulver mit
Kupferglanz
indigoblau olivgrün, beim
Erwärmen
blaugrün, dann
indigoblau
rein blauer
Niederschlag
grünschwarz
ρ - Amidodiphenylamin-
disulfosäure - azo-
a - naphtylamin - azo-
ß-naphtol
grünlich
metallisch
glänzendes
Pulver
violettroth dunkelviolett rothvioletter
Niederschlag
blauschwarz.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    Verfahren zur Herstellung von schwarzen Disazofarbstoffen mit a-Naphtylamin in Mittelstellung, gekennzeichnet durch die Anwendung von Sulfosäuren des p-Amidodiphenylamins bezw. dessen Homologen als erste Componente und den Naphtolen bezw. deren Sulfosäuren als Endcomponente. Als besondere Ausführungsform des in i. beanspruchten Verfahrens die Herstellung von schwarzen Disazofarbstoffen unter Anwendung von p-Amidodiphenylaminmonosulfosäure, p- Amidophenyl-ο-tolylaminmonosulfosäure, ρ - Amidophenyl - p- tolylaminmonosulfosäure, ρ - Amidophenyl-mxylylaminmonosulfosäure, p-Amidodiphenylamindisulfosäure als erste Componente und Ct1 -Naphtol -CL2-monosulfosäure, (3-Naphtoldisulfosäure R, bezw. sofern an erster Stelle eine Disulfosäure zur Verwendung gekommen ist, β-Naphtol als endständige Componente.
DE1897101274D 1897-01-23 1897-01-23 Expired - Lifetime DE101274C (de)

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Application Number Priority Date Filing Date Title
AT460D AT460B (de) 1897-01-23 1899-01-01 Verfahren zur Darstellung von schwarzen secundären Disazofarbstoffen mit α-Naphtylamin in Mittelstellung, aus p-Amidodiphenylaminsulfosäuren.

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DE101274C true DE101274C (de)

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