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Verfahren zum Regeln des Anpreßdruckes von Nähmaschinenwerkzeugen
sowie kraftangetriebene Nähmaschine Die Erfindung bezieht sich auf Verfahren zur
Regelung des Anpreßdruckes von Nähmaschinenwerkzeugen auf das Arbeitsstück bei kraftangetriebenen
Nähmaschinen und auf eine dementsprechend ausgebildete kraftangetriebene Nähmaschine
selbst.
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Gemäß der Erfindung wird bei einem Verfahren zum Regeln des Anpreßdruckes
von Nähmaschinenwerkzeugen auf das Arbeitsstück bei kraftangetriebenen Nähmaschinen
der Anpreßdruck durch ein pneumatisches oder hydraulisches Druckmittel gesteuert,
dessen Druck in Abhängigkeit von der tatsächlichen Nähmaschinengeschwindig'keit
automatisch geregelt wird.
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Zu diesem Zweck ist gemäß der Erfindung bei einer kraftangetriebenen
Nähmaschine mit Werkzeugen zum Anpressen des Arbeitsstückes gegen ein Widerlager
während des. Nähvorganges eine pneumatische oder hydraulische, gesteuerte Druckvorrichtung
vorgesehen, die auf das Nähmaschinenwerkzeug in Abhängigkeit von der Nähmaschinengesehwindigkeit
einwirkt. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine Pumpe für
das pneumatische oder hydraulische Druckmittel vorgesehen, die in Antriebsverbindung
mit dem Kraftantrieb für die Nähmaschine steht.
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Des weiteren ist bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung
ein Ventil vorgesehen, das den maximalen Druck bestimmt, der in dem Drucksystem
aufrechterhalten bleieben kann.
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Die Erfindung kann für verschiedene in einer Nähmaschine verwendeten
Mechanismen benutzt werden, die zum Arbeiten eine Regelkraft erfordern. Die Erfindung
ist im besonderen auf Einrichtungen einer Nähmaschine anwendbar, welche beim Ausschwingen
oder Hin- und. Herbewegen nachteilige Trägheitskräfte, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten,
entwickeln.
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Solche Einrichtungen sind beispielsweise hestimmte Formen von Drückereinriahtungen
der gebräuchlichen Art, bei welchen der Drückerfuß durch wiederholtes Gegenstoßen
eines ihm gegenüberliegenden, vier Bewegungen ausführenden Stoffschiebers auf ein.
Arbeitsstück auf- und: abbewegt wird, oder einer Drückereinrichtung, die als »oberer
Stoffschieber« bezeichnet wird, der vorzugsweise zwei am Arbeitsstück angreifende
Teile enthält, die zwangsweise abwechselnd gehoben und gesenkt werden, um so eine
obere Vorschubwirkung mit einem Minimum an Verzögerung des Arbeitsstückes zu ermöglichen.
Trotz dieses Antriebes muß die Drückereinrichtung durch eine zweckentsprechende
Steuerkraft in die richtige, mit dem Arbeitsstück in Berührung stehende Stellung
gedrückt werden. Bei höheren Geschwindigkeiten vergrößern sich die Trägheitskräfte,
und sie können, wenn sie nicht ausgeglichen werden, bewirken, daß der am Arbeitsstück
angreifende Teil bzw. die Teile des Drückerfußes oberhalb des Arbeitsstückes sich
unwirksam frei bewegen. Es ist bekannt, einen Federdruck von genügender Größe vorzusehen,
um das Trägheitsmoment bei der höchsten erwarteten Nähgeschwindigkeit zu überwinden;
jedoch ist bei niedrigeren Nähgeschwindigkeiten dieser Federdruck übermäßig hoch
und kann bei vielen Arten von Arbeitsstücken eine dauernde Markierung hinterlassen.
Außerdem ist eine erhebliche, von der Bedienungsperson aufzuwendende Energie bei
dem wiederholten Anheben und Senken der Drückereinrich.tung erforderlich. Infolgedessen
ist, um solche federbelasteten Drückereinrichtungen zum-Einführen eines Webstoffes
anzuheben, eine kostspielige Einrichtung erforderlich, durch die die Bedienungsperson
der Maschine den außerordentlich starken Federdruck überwinden scann.
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In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise
zur Darstellung gebracht. Fig. 1 zeigt eine vollständige Nähmaschine in Seitenansicht
von hinten mit einer Antriebseinrichtung; Fig. 2 ist eine Stirnansicht von links
des Nä'hmaschinenkopfes der Fig. 1; Fi,g. 3 ist in vergrößertem Maßstab ein senkrechter
Schnitt nach Linie 3-3 der Fig. 1 und gibt die Ausführung des Zylinders für das
Druckmittel wieder;
Fig. 4 ist in vergrößertem Maßstab ein senkrechter
Schnitt nach Linie 4-4 der Fig. 2; Fig. 5 ist eine Seitenansicht von hinten einer
-'\Tähinaschine, bei welcher Teile der Antriebseinrichtung weggebrochen sind und
welche eine albgeänderte Ausführungsform wiedergibt, und Fig. 6 ist in vergrößertem
Maßstab ein senkrechter Schnitt nach Linie 6-6 der Fig. 5 und zeigt eine abgeänderte
Ausführungsform eines Druckentlastungsventils.
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Die Erfindung ist in ihrer bevorzugten Ausführungsform in Anwendung
auf eine Nadelvorschub-Kettenstichnähmaschäne wiedergegeben, welche eine abwechselnd
arbeitende Drückereinrichtung aufweist.
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Das Nähmasc'hinengehäuse besteht aus einem Sockel 10, der in einer
Ausnehmung in der Oberseite eines Tisches 11 angeordnet ist, einem von dem Maschinensockel
senkrecht nach oben stehenden Ständer 12 und einem über dem Sockel hängenden Maschinenarm
13, der in einem Nähmaschinenkopf 14 endigt, welcher durch eine Endab,declcplatte
15 gewöhnlich verschlossen ist. Eine Hauptantriebswelle 16 ist in dem Arm 13 gelagert.
An dem Ständerende der Welle 16 ist ein Schwungrad 17 angeordnet, das mit einer
Se'hnurscheibe 18 versehen ist.
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Von der Tischplatte 11 hängen ein Elektromotor und eine Energieregeleinrichtun.g
nach unten, die allgemein bei 20 angedeutet sind. Diese Antriebseinrichtung kann
ein Kupplungsmotor mit Bremsregelung (nicht dargestellt) sein, um nach Wunsch der
Bedienungsperson die Geschwindigkeit einer Kupplungsscheibe 21 zu regeln, die mit
der Schwungrad-Schnurscheibe 18 vermittels eines Riemens 22 in direkter Antriebsverbindung
steht.
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Die Stichbildeeinrichtungen (Fig. 1 und 2) der Nähmaschine enthalten
eine Nadelstange 26 mit Nadel 25; die Nadelstange wird auf- und abbewegt und wird
weiterhin in der Vorschublinie seitlich ausgeschwungen, um das Vorführen des Arbeitsstückes
zu unterstützen. Die Nadelstange ist in im Abstand voneinander angeordneten Lagern
27-27 auf- und abbewegbar, die in einem Schwingrahmen 28 vorgesehen sind, und sie
erhält ihre Längsbewegung durch eine ausgewuchtete Kurbel 29 auf der Armwelle 16
vermittels eines Lenkers 30. Der Nadelstange 26 wird vermittels des Schwingrahmens
28 eine Vorschubbewegu:ng erteilt, der auf einer Schwenkstange 31 befestigt ist
und von einem einstellbaren. Exzenter (nicht dargestellt) auf der Armwelle vermittels
eines Lenkers 32 angetrieben wird, welcher mlit einem auf der Schwenkstange befestigten
Schwinghebel 33 verbunden ist.
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Die abwechselnd arbeitende Drückereinrichtung enthält allgemein einen
Drückerfuß 35, der von einer in senkrechter Richtung he-wegbaren Drückerstange 36
getragen wird, die in Lagern 37-37 im Nähmaschinenkopf gelagert ist. Weiterhin wird
ein oberer Vorsc'hub:fuß 38 von einer Vorschubstange 39 getragen, die in einem Lageransatz
40 beweglich gelagert ist, der auf dem Schwingrahmen 28 ausgebildet ist. Ein Drehen
der Drückerstange 36 wird vermittels eines Führungslagerarmes 41 verhindert, der
auf der Drückerstange 36 festsitzt und eine senkrecht angeordnete Führungsstange
42 verschiebbar umgreift.
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Damit die Drückereinnichtung das Arbeitsstück vorsehiebe-n kann, ist
eine Antriebseinrichtung zum abwechselnden Heben und Senken des Drückerfußes 35
und des oberen Vorschubfußes 38 vorgesehen. Diese Einrichtung (Fig.2) enthält einen
Lüftungshebel 43, der auf einem Lagerzapfen 44 im Nähmaschinenkopf schwenkbar angeordnet
ist und durch einen Zapfen 45 mit der Vorschubstange39 verbunden ist. An dem Lüftungshebel
43 ist vermittels eines Wellenstumpfes 46 ein Drückerstangen-Lüftungshebel 47 angelenkt.
Ein Arm 48 des Hebels 47 erstreckt sich in einen Schlitz 49 in der Drückerstange
36, während der andere Arm 50 vermittels eines Lenkers 51 mit einem Schwinghebel
52 verbunden ist, der von einer Schwingwelle 53 getragen wird, die in waagerechter
Richtung in dem Maschinenraum 13 gelagert ist. Die Schwingwelle 53 wird vermittels
eines Lenkers 54 ausgeschwenkt, welcher einen einstellbaren Exzenter (nicht dargestellt)
auf der Armwelle 16 umgreift.
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Ein gewöhnlich waagerecht unterhalb des überhängenden Maschinenarmes
13 angeordneter blattförmiger Teil 60 ist auf dem Ende eines Schwenkfingers 61 gelagert,
der in dem Nähmaschinenkopf 14 befestigt ist. Der blattförmige Teil 60 bildet
einen einfachen Hebel erster Ordnung und legt an den Lüftungshebel 43 eine Abwärtskraft
an. Eine durch einen Halteteil 64 an Ort und Stelle gehaltene Stahlkugel 63 (Fig.
4) ist zwischen den blattförmigen Teil 60 und den Lüftungshebel 43 zwischengeschaltet,
um die Ausübung eines Seitendruckes auf den Hebel 43 zu verhindern.
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Aus vorstehenden Ausführungen ist ersichtlich, daß eine durch den
blattförmigen Teil 60 an den Lüftungshebel 43 gelegte Abwärtskraft den oberen Vorschubfuß
38 in Eingriff mit dem Arbeitsstück drückt. Beim Aussrjhwingen der Schwing"velle
53 und durch die durch den Schwinghebel 52, den Lenker 51 und den Drückerstangen-Lüftungshebel
47 dargestellte Lenkerverbindung wird die Drückerstange 36 abwechselnd gehaben und.
gesenkt. Wenn der Drückerfuß 35 oberhalb des Arbeitsstückes angehoben ist, dreht
sich der Drückerstangen-Lüftungshebel 47 um den Wellenstumpf 46 als Schwenkzapfen;
jedoch wird: während jenes Teiles jedes Arbeitskreislaufes, während welchem der
Drückerfuß 35 in Berührung mit dem Arbeitsstück gesenkt wird, der Berührungspunkt
zwischen dem Arm 48 und dem Drückerstangenschlitz 49 der Schwenkpunkt für die Drehbewegung
des Drückerstangen-Lüftungshebels 47, und eine fortgesetzte Drehbewegung des Hebels
47 dient vermittels des Wellenstumpfes 46 dazu, den Hebel 43 zu drehen und auf diese
Weise den Vorschubfuß 38 anzuheben. Die Einrichtung .ist so eingestellt, daß sie
den Vorschubfuß 38 während seiner in bezog auf die Stoffvorschubrichtung entgegengesetzt
gerichteten Rückführbewegung anhebt und den Vorschubfuß 38 w 2'hrend seiner Bewegung
in Vorschubric'htung senkt, um so eine richtige Vorschubwirkung vorzunehmen.
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Da die an dem Arbeitsstück, angreifenden Füße bei jedem Stich gehoben
und gesenkt werden, ist ersichtlich, d@aß bei hohen Nähgeschwindigkeiten von modernen
Nähmaschinen außerordentlich nachteilige Trägheitskräfte entwickelt werden. Diese
Trägheitskräfte können eine solche Größe erreichen, daß sie die abwärts steuernde
Kraft überwinden; dann »schlägt« ,die Drückereinrichtung oberhalb des Arbeitsstückes
durch die Luft.
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Gemäß der Erfindung wird nun ein pneumatisches oder ein `hydraulisches
Druckmittel verwendet, um die Regelkraft zu liefern, mit der die Drückereinrichtung
auf das Arbeitsstück einwirkt. Wie in Fig.1 dargestellt ist, steht der blattförmige
Teil 60 der Drückereinrichtung mit einer Kolbenstange 70 in Arbeitsverbindung,
die sich von einem Luftzylinder 71 eines pneumatischen Motors erstreckt, dem Druckluft
aus
einer allgemein mit 72 bezeichneten Pumpe zugeführt wird.
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Vorzugsweise ist die Pumpe 72 von derjenigen Art, bei welcher der
Druck der abgegebenen Luft sich innerhalb des Leistungsvermögens der Pumpe direkt
mit der Geschwindigkeit ändert, mit welcher die Pumpe betrieben wird. Die meisten
Zentrifugalpumpen besitzen solche Eigenschaften; jedoch wird bei der bevorzugten
Ausführungsform eine drehbare Flügelpumpe verwendet. Die Pumpe enthält einen drehbaren
Flügelteil (nicht dargestellt), der zwecks Antrieb mit der Kupplungsscheibe 21 in
Arbeitsverbindung steht. Ein stillstehendes Gehäuse 75 der Pumpe ,ist durch Schrauben
76 an einem schalenförmigen Riemenschutzlagerarm 77 befestigt, der seinerseits mit
einem gegabelten Zapfen 78 versehen ist, um einen Befestigungsbolzen 79 aufzunehmen,
um den eine biegsame Buchse 80 gepaßt ist, durch welche das Pumpengehäuse und der
Riemenschutzlagerarm an einer Tragplatte 81 befestigt sind, die von der Antriebseinrichtung
nach unten steht. Die Geschwindigkeit der Luftpumpe ändert sich in direkter Proportionalität
zu einer Änderung der Arbeitsgeschwindigkeit der Nähmaschine, da jeder Teil von
der Kupplungsscheibe 21 aus unmittelbar betätigt wird.
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Um die gewünschte Proportionalität zwischen dem Druck und der Geschwindigkeit
zu erhalten, ist es notwendig, die Pumpe so anzuschließen, daß sie gegen einen statischen
Druckkopf abgibt, d. h., die Pumpe muß in ein geschlossenes System abgeben.
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Das System wird zu einem geschlossenen oder statischen Druckkopfsystem
vermittels eines Ventils, das in den Fig. 1 und 6 dargestellt und allgemein mit
85 bezeichnet ist und das am Auslaß 86 der Luftpumpe angeordnet ist. Das Ventil
enthält einen hohlen Körperteil 87, der sich zu dem Auslaß 86 der Pumpe öffnet.
Mit dem hohlen Körperteil des Ventils steht ein Schlauchpaßstück 89 in Verbindung,
das einen biegsamen Schlauch 90 aufnehmen kann, der zu einem mit dem Luftzylinder
71 .in Verbindung stehenden Schlauchpaßstück 91 geführt ist. In den Körper des Ventils
85 ist ein Ende eines Nippels 92 eingeschraubt, das an seinem anderen Ende mit Gewinde
versehen ist, um eine Endkappe 93 aufzunehmen, welche mit Seitenbohrungen 94 versehen
ist. In der Endkappe 93 ist ein Zapfen 95 verschiebbar angeordnet, der mit einem
Flansch 96 versehen ist, welcher die Öffnung in dem Nippel 92 gewöhnlich verschließt.
Zwischen denn Flansch 96 und. der Endkappe 93 ist eine Schraubenfeder 97 eingesetzt,
welche den Flansch an Ort und Stelle über die öffnung in dem Nippel drückt. Durch
Drehen der Endkappe 93 kann eine Feineinstellung des Federdruckes erhalten werden,
um so ein Mittel zum Regeln dies maximalen Luftdruckes zu schaffen, der in dem Luftzylinder
vorhanden sein kann. Wird der Druck größer, dann wird der Flansch 96 weggeschoben,
und der Überdruck kann durch die Seitenlöcher 94-94 entweichen. Das Ventil ist vorzugsweise
so eingestellt, d'aß ein maximaler Luftdruck entsprechend dem Luftdruck geschaffen
wird, der bei der zu erwartenden maximalen Geschwindigkeit der Nähmaschine erforderlich
ist. Bei jeder niedrigeren Geschwindigkeit ist daher das System gegenüber der Atmosphäre
geschlossen, und der von der Pumpe abgegebene Luftdruck verändert sich in direkter
Proportionalität zu der Arbeitsgeschwindigkeit der Nä'hmasc'hine. Bei Überschreiten
des maximalen erwünschten Druckes wird das Ventil betätigt, um den Überschuß abzublasen
und so eine Beschädigung des Systems zu vermeiden. Fig. 3 zeigt die Einzelheiten
der Ausführung des pneumatischen Motors. Der Zylinder 71 ist mit einer oberen Deckplatte
99 versehen, welche mittels Schrauben 100 befestigt ist. Durch die Deckplatte geht
ein Bolzen 101 hindurch, welcher an der Deckplatte vermittels einer Mutter 102 festgeklemmt
und durch Riegelmuttern 103 mit dem abgeflachten Ende 104 einer zylindrischen Stange
105 fest verbunden ist, die in eine in dem -Maschinenarm 13 ausgebildete Bohrung
106 drehbar eingesetzt ist. Eine an dem Maschinengehäuse befestigte geschlitzte
Platte 107 erstreckt sich in eine Umfangsnut 108, welche auf der Stange 105 ausgebildet
ist, um die Stange an Ort und Stelle in der Bohrung festzulegen, ohne die Drehbewegung
der Stange zu beschränken. Bei dieser Ausführung ist der Luftzylinder 71 mit Bezug
auf das Maschinengehäuse schwenkbar angeordnet und verhindert auf diese Weise ein
Festkleben der Kolbenstange 70.
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Auf der Kolbenstange 70 sind innerhalb des Luftzylinders im Abstand
voneinander ringförmige Kolbenscheiben 109 und 110 angeordnet, zwischen welchen
eine Packungsscheibe 111 aus biegsamem Material zum luftdichten Abschluß angeordnet
ist. Die Scheiben 109 und 110 sind durch eine Mutter 112 an der Kolbenstange 70
befestigt, die in einer Lagerbuchse 113 am Unterteil des Luftzylinders verschiebbar
angeordnet ist. An dem freien Ende der Kolbenstange 70 ist ein gegabeltes Paßstück
114 befestigt, um den abgeflachten Endteil 115 des blattförmigen Teiles 60 zu umgreifen.
Eine Reihe von Löchern 116 ist in dem abgeflachten Endteil 115 ausgebildet, um wahlweise
einen Zapfen 117 aufzunehmen, durch den eine Verbindung mit dem Paßstück 114 hergestellt
wird. Zwischen der Kolbenscheibe 110 und dem Unterteil des Luftzylinders 71 ist
eine leichte Schraubenfeder 118 angeordnet, die die Drückereinrichtung leicht in
die Arbeitsstellung drückt, wenn der Druck aus dem System herausgelassen wird. Die
Schraubenfeder 118 dient lediglich dazu, ein Spiel in den Teilen der Driickereinrschtung
aufzunehmen, so daß, wenn in dem System wiederum Druck entwickelt wird, sich kein
plötzlicher anfänglicher Ausgleich dieses Spiels ergibt.
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Beim Arbeiten haben die Geschwindigkeit der Luftpumpe und der Nähmaschine
ein gleichbleibendes Verhältnis zueinander, da beide von der Kupplungsscheibe 21
angetrieben werden. Wenn eine Pumpe 72 genügender Leistung verwendet wird, weist
sie das charakteristische Merkmal auf, daß der in dem geschlossenen System entwickelte,
durch das Ventil 85 geschaffene Druck sich unmittelbar proportional zu der Arbeitsgeschwindigkeit
ändert. Da die von dem Kolben ausgeübte Aufwärtskraft auf den blattförmigen Teil
60 sich dementsprechend unmittelbar mit dem Druck der zugeführten Luft ändert, ergibt
sich, daß, wenn die Trägheitskräfte in der Drückere2nrichtung mit der Geschwindigkeit
wachsen, die durch den blattförmigen Teil erteilte Regelkraft dementsprechend erhöht
wird und die Kräfte auf diese Weise selbsttätig ausgeglichen werden.
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Des weiteren bleibt die der Drückereinrichtung durch das pneumatische
System gemäß der Erfindung erteilte Regelkraft bei jeder beliebigen Geschwindigkeit
trotz Änderung der Dicke des Arbeitsstückes konstant, weil die von dem Luftdruck
entwickelte Kraft unabhängig von der Stellung des Kolbens in dem Luftzylinder die
gleiche ist.
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Ein weiteres kennzeichendes Merkmal der rotierenden Flügelpumpe, die
für die bevorzugte Ausführungsform verwendet wird, liegt darin, daß die Pumpe
selbsttätig
als Entlastungsventil arbeitet, um eine unmittelbare Druckentlastung in dem System
über den von der Pumpe gelieferten Druck hinaus zu ermöglichen. Wenn daher die Arbeitsgeschwindigkeit
verkleinert wird, beseitigt die Pumpe selbsttätig jedweden Rückdruck in .dem System.
Ein besonderes Merkmal des Entlastungsventils liegt darin, daß, wenn die Maschine
zum Stillstand gebracht ist, die Pumpe unverzüglich den gesamten Luftdruck aus dem
System abgibt, wodurch die gesamte auf den blattförmigen Teil 60 durch das pneumatische
System ausgeübte Kraft entlastet wird. Demgemäß kann eine verhältnismäßig einfache
und wirksame Drücker-Lüftungseinrichtung verwendet werden, da nur der Widerstand
der kleinen, durch die Schraubenfeder 118 gesteuerten Leerlaufbewegung überwunden
werden muß. Gemäß den Fig. 1 und 4 enthält eine solche Drücker-Lü.ftungseinrichtung
in ihrer bevorzugten Ausführungsform einen die Drückerstange anhebenden Nockenansatz
119, der sich unterhalb des Führungslagerarmes 41 der Drückerstange erstreckt und
an eine Schwingwelle 120 angeklemmt ist, die in Querrichtung in dem Schwenkfinger
61 gelagert ist. Ein nach oben stehender Schwingarm 121, welcher ebenfalls an der
Schwing-,velle 120 befestigt ist, ist vermittels eines Lenkers 122 mit einer Winkelkurbel
123 verbunden, die an dem Maschinenarm angelenkt ist. Vermittels einer Kette 124,
die die Winkelkurbel mit einem Pedal oder einem Knieverschieber (nicht dargestellt)
verbindet, kann der Nocken- oder Steueransatz 119 gedreht werden, um die Drückereinrichtung
anzuheben. Ein Anschlagzapfen 125, der sich von dem Maschinenkopf erstreckt, greift
an dem Schwingarm 121 an, um die Arbeitsstellung des Schwenkfingers 61 zu bestimmen.
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Die Fig. 5 und 6 zeigen eine abgeänderte Ausführungsform einer Ventileinrichtung
zusammen mit einer Ausführung, durch die die Luft, welche aus dem System herausgelassen
wird, für einen Arbeitszweck verwendet und nicht nur in die Atmosphäre herausgelassen
wird, wie es bei der Ausführungsform der Fig. 1 der Fall ist. Wie in Fig. 5 dargestellt,
ist das Ventil so ausgeführt, daß es die abgegebene Luft in einen Schlauch 130 abgibt,
der durch eine Buchse 131 und eine Klemme 132 von dem Maschinenarm 13 getragen wird.
Der Schlauch 130 ist mit einer Nadelkühlluftdüse 133 verbunden, die von dem Nähmas.chinenkopf
vermittels einer geschlitzten Klemme 134 getragen wird, welche sowohl die Düse 133
als auch eine Stange 135 umgibt, die von einem 'an dem Nähmaschinenkopf befestigten
Lagerarm 136 nach unten steht. Gemäß Fig. 6 ist der Körperteil 87 des Ventils mit
einer Gegenbohrung versehen, um einen konischen Sitz 137 für eine Ventilkugel 138
zu schaffen. Ein einstellbares Paßstück 139 ist in die Gegenbohrung eingeschraubt
und dient dazu, eine Schraubenfeder 140 gegen die Ventilkugel 138 zu halten. Eine
Verriegelungsmu.tter 141 hält das Paßstück 139 in einer beliebigen ausgewählten
Stellung in der Gegenbohrung, wodurch eine Feineinstellung der das Ventil steuernden
Feder 140 geschaffen ist. Eine von dem Paßstiick getragene Schlauchkupplung 142
gibt die aus dem System herausgelassene Luft an den Schlauch 130 ab.
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Die Erfindung ist nicht auf die Verwendung einer Zentrifugalpumpe
oder einer rotierenden Flügelpumpe beschränkt; eine Pumpe mit zwangläufiger Verschiebung
kann benutzt oder Luft unter einem konstanten Druck von einer außerhalb liegenden
Druckmittelquelle kann verwendet werden. Wenn jedoch eine dieser beiden Alternativen
verwendet wird, muß das System Einrichtungen enthalten, welche mit dem selbsttätig
arbeitenden Druckregelventil der Pumpe der bevorzugten Ausführungsform vergleichbar
sind, um den Druck der in den Luftzylinder abgegebenen Luft direkt proportional
zu der Arbeitsgeschwindigkeit der Nähmaschine zu regeln.
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Die Luftpumpe und die die Druckluft regelnde Einrichtung brauchen
nicht mit der Kupplungsscheibe der Energieübertragungseinrichtung verbunden zii
sein. Die Pumpe kann durch einen beliebigen beweglichen Teil betätigt werden, der
auf die Arbeitsgeschwindigkeit der Nähmaschine anspricht.
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Des weiteren kann statt eines Druckmittels (Gas oder Luft) auch eine
Flüssiglzeit verwendet werden; in diesem Fall werden die Einzelteile des beschriebenen
pneumatischen Systems durch entsprechende Elemente eines hydraulischen Systems ersetzt.