Streckbett für die Extensionsbehandlung der Lendenwirbelsäule
Das Hauptpatent betrifft ein Streckbett für die Extensionsbehandlung der Lendenwirbelsäule, beispielsweise beim Vorliegen einer Discushernie oder einer dadurch ausgelösten Ischiasneuralgie. Das Streckbett gemäss dem Patentanspruch des Hauptpatentes ist dadurch gekennzeichnet, dass an in der Längsrichtung des Bettes verlaufenden Rahmenleisten einer Liegefläche ein Aufsatz verschiebbar geführt ist, der unter einem Winkel zueinander stehende Stützteile für die Oberschenkel bzw. die Unterschenkel des Patienten aufweist, welche Stützteile innert gewisser Grenzen beliebig verstellbar und feststellbar sind.
Die vorliegende Zusatzerfindung betrifft nun eine Verbesserung und weitere Ausgestaltung eines Streckbettes der genannten Art und ermöglicht eine noch wirksamere Extensionsbehandlung unter Anwendung von verhältnismässig niedrigen Gewichten zur Herbeiführung des erforderlichen Zuges.
Das Streckbett gemäss der Zusatzerfindung zeichnet sich im wesentlichen dadurch aus, dass der Aufsatz an den Rahmenleisten der Liegefläche mittels Rollen verschiebbar geführt ist und ausser den unter einem Winkel zueinander stehenden Stützteilen für die Oberschenkel bzw. die Unterschenkel des Patienten eine Auflagefläche für die unterste Rückenpartie des Patienten aufweist.
Diese Ausbildung bringt den Vorteil, dass erstens der Aufsatz wegen seiner Abstützung mittels Rollen leichter verschiebbar ist und dass zweitens die unterste Rückenpartie des Patienten ebenfalls auf dem mittels Rollen verschiebbaren Aufsatz liegt und demzufolge ohne nennenswerte Reibung bezüglich der stationären Liegefläche des Bettes verschoben werden kann. Diese beiden Vorteile zusammen erlauben die Verwendung von gegenüber früher reduzierten Gewichten zum Herbeiführen der Extension der Lendenwirbelsäule.
In der nachfolgenden Beschreibung wird an Hand der zugehörigen Zeichnung eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes näher erläutert.
Fig. 1 stellt eine perspektivische Ansicht des Streckbettes dar;
Fig. 2 zeigt in grösserem Massstab einen Teil des Streckbettes in Seitenansicht;
Fig. 3 ist ein Querschnitt nach der Linie III-III in Fig. 2, wobei die hinter der Zeichnungsebene liegenden Teile und Konturen der Deutlichkeit wegen teils weggelassen sind.
Das dargestellte Streckbett weist einen als gewöhnliches Feldbett verwendbaren Unterteil auf, welcher eine im wesentlichen waagrecht verlaufende Liegefläche 111 mit einem in der Schräglage verstellbaren Kopfteil 112 besitzt, das ein Bestandteil der Liegefläche 111 ist. Letztere weist einen aus Rohrstücken 113, 114 und 115 gebildeten Rahmen auf, der mit einer Tuchbahn 116 bespannt ist. Die Rohrstücke 113 und 115 sind je U-förmig gebogen und an ihren Schenkelenden durch Gelenkplatten 18 schwenkbar miteinander verbunden. Die Rohrstücke 114 sind im wesentlichen parallel zu den in Längsrichtung des Bettes verlaufenden Schenkeln des Rohrstückes 115 angeordnet und mit letzterem durch Schweissung verbunden.
Der Rahmen 113, 114, 115 ruht auf zwei Beinen 119 und 120, die je aus einem U-förmig gebogenen Rohrstück bestehen. Das eine Bein 119 ist ebenfalls mit den Gelenkplatten 118 verbunden, wogegen das andere Bein 120 an zusätzlichen Gelenkplatten 121 schwenkbar angeordnet ist, die am Rah- menteil 113 befestigt sind. Die Schwenkplatten 118 und 121 weisen an sich bekannte Schnäpper auf, mit deren Hilfe die Beine 119 und 120 in ihrer Gebrauchslage gegenüber dem Rahmenteil 113 fest gestellt werden können. Zur Sicherung des Kopfteiles 112 in der gewünschten Schräglage ist am Rahmenteil 115 ein Stützbügel 122 schwenkbar angeordnet, dessen beide Schenkel mit einigen Kerben versehen sind, welche mit einer Querstange 123 am Bein 119 in Eingriff gebracht werden können.
Auf den in Längsrichtung des Bettes verlaufenden Leisten des Rahmens 113, 114, 115, nämlich auf den Schenkeln des Rahmenteiles 113, ist ein verschiebbarer Aufsatz abgestützt, der wie folgt ausgebildet ist:
Eine gepolsterte Auflagefläche 124 für die unterste Rückenpartie des Patienten ist zwischen zwei in Längsrichtung des Bettes verlaufenden Profilschienen 125 befestigt, die auf der einen bzw. der andern Seite des Bettes angeordnet sind. An jeder Profilschiene 125 sind mittels waagrechter Achsen drei Rollen 126 drehbar gelagert, die auf dem Rah- menteil 113 abgestützt sind. Zur seitlichen Führung sind an jedem Profilstück 125 ferner mindestens zwei zusätzliche Rollen 127 mit vertikaler Achse drehbar gelagert.
Diese Rollen 127 greifen zwischen die Schenkel des Rahmenteiles 113 und die dazu parallelen Rahmenteile 114 ein und liegen seitlich von innen gegen die Rahmenteile 113 an. Auf der einen Seite des Bettes, d. h. an der einen Profilschiene 125, sind die Achsen der Rollen 127 fest angeordnet, wogegen auf der anderen Seite des Bettes die Achsen der Rollen 127 in der Breitenrichtung des Bettes beweglich sind und je unter dem Einfluss einer Feder 128 (Fig. 3) stehen, welche die betreffende Rolle seitlich an den Rahmenteil 113 andrückt.
An der einen Profilschiene 125, welche die festen Achsen der Rollen 127 trägt, ist eine elastisch deformierbare Klemmbacke 129 befestigt, die mit Hilfe einer als Handrad 130 ausgebildeten Klemm-Mutter von aussen seitlich gegen den betreffenden Schenkel des Rahmenteiles 113 anpressbar ist, um den Aufsatz gegen Verschiebung sichern zu können. Die Klemm-Mutter sitzt auf einem zugehörigen Gewindeteil, der eine Verlängerung der Achse einer der Rollen 126 bildet.
An den beiden Profilschienen 125 sind zwei Stützteile 131 und 132 für die Oberschenkel bzw. die Unterschenkel des Patienten angeordnet. Die Stützteile 131 und 132 sind durch Gelenkplatten
133 schwenkbar miteinander verbunden, an denen der Stützteil 132 mit Hilfe von an sich bekannten Schnäppern in zwei verschiedenen Lagen festgestellt werden kann, wie Fig. 2 mit voll ausgezogenen und mit strichpunktierten Linien veranschaulicht. Der Unterschenkel-Stützteil 132 weist einen U-förmig verlaufenden Rahmen 134 mit einer Tuchbespannung
135 auf, wogegen der Oberschenkel-Stützteil 131 zwei einzelne, als Stützstäbe dienende Rohrstücke 136 aufweist, zwischen denen die Tuchbespannung 135 fortgesetzt ist.
Die Rohrstücke 136 sind mit ihrem einen Ende an den Gelenkplatten 133 schwenkbar angeordnet und durchsetzen je eine Klemmhülse 137, die an der einen bzw. der andern Profilschiene 125 schwenkbar gelagert ist. Die Klemmhülsen 137 sind je mit einem Längsschlitz versehen und durch eine Querstange 141 miteinander verbunden. Das eine Ende der Querstange 141 ist mit einem Handgriff 142 versehen, der die beiden Klemmhülsen 137 gleichzeitig zu klemmen oder zu lösen gestattet.
An den bereits erwähnten Gelenkplatten 133 ist auf jeder Seite des Bettes das eine Ende einer Strebe 150 befestigt, welche eine Klemmhülse 151 längsverschiebbar durchsetzt, die an der betreffenden Profilschiene 125, im Abstand von der bereits erwähnten Klemmhülse 137, schwenkbar gelagert ist. Die beiden Klemmhülsen 151 sind je mit einem Längsschlitz versehen und durch eine Querstange 155 miteinander verbunden, an deren einem Ende ein Handgriff 156 zum Spannen und Lösen der Klemmhülsen 151 angeordnet ist.
Das Handrad 130 und die beiden Handgriffe 142 und 156 befinden sich auf der gleichen Seite des Bettes. Bei gelösten Klemmhülsen 137 und 151 können die Stützteile 131 und 132 innert gewisser Grenzen in Anpassung an den Patienten beliebig verstellt und dann festgestellt werden.
Am Fussende des Bettes ist ein nach oben ragender Rahmen 165 mit Hilfe von Gelenkplatten 166 schwenkbar angeordnet, die wieder einen Schnäpper aufweisen, um den Rahmen 165 in der dargestellten Gebrauchslage zu fixieren. Am Rahmen 165 sind zwei waagrecht verlaufende Achsen 167 mit Abstand übereinander befestigt. Jede der Achsen 167 trägt zwei drehbare Seilrollen 168, über die zwei biegsame Zugorgane 169, z. B. Seile, geführt sind, wie Fig. 2 rein schematisch veranschaulicht. Am einen Ende der Zugorgane 169 werden nicht dargestellte Gewichte angehängt, während das andere Ende der Zugorgane 169 mit einer um die Lenden des Patienten zu legenden Gurte verbunden wird. Eine zweite Gurte, welche um die Brust des Patienten zu legen ist, wird mittels Zugbändern mit dem Rahmenteil
115 des Bettes verbunden.
Um von der festen Liegefläche 111 zur Auflagefläche 124 einen stufenlosen Ubergang zu schaffen, ist noch ein keilförmiges Polster 180 vorhanden, das z. B. lose auf die Tuchbespannung 116 aufgelegt wird.
Die Gebrauchs- und Wirkungsweise des beschriebenen Streckbettes ist wie folgt: Der zu behandelnde Patient liegt mit der oberen Partie seines Rückens und mit dem Kopf auf der Tuchbespannung 116 der Liegefläche 111, während seine unterste Rückenpartie auf der Auflagefläche 124 ruht. Die Beine des Patienten werden auf den Stützteilen 131 und
132 gelagert, welche bei gelösten Handgriffen 142 und 156 an die Länge der Unterschenkel des Patienten angepasst und in die gewünschte Neigungslage gebracht werden. Nachher zieht man die Klemmhülsen 137 und 151 mittels der Handgriffe 142 und
156 fest. Mittels der Bremsbacke 129 ist der Aufsatz zunächst am Rahmenteil 113 gegen Bewegung gesichert. Dann werden die erwähnten Gurten am Patienten angelegt und an den Zugorganen 169 die Gewichte angehängt, durch welche die beabsichtigte Extension des Patienten herbeigeführt wird.
Schliesslich löst man mittels des Handrades 130 die Klemmung der Bremsbacke 129. Der die Beine und die untere Rumpfpartie des Patienten tragende Aufsatz ist nun mittels der Rollen 126 und 127 ohne nennenswerte Reibung in Längsrichtung des Bettes beweglich, so dass die durch die Gewichte hervorgerufene Kraft praktisch vollumfänglich für die Extension zur Verfügung steht und nicht zu einem grossen Teil durch Reibungskräfte wettgemacht wird.
Das beschriebene Streckbett ermöglicht somit eine wirksamere Extensionsbehandlung als bisher.