CH345975A - Verfahren zum Isolieren und Reinigen von Novobiocin - Google Patents

Verfahren zum Isolieren und Reinigen von Novobiocin

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CH345975A
CH345975A CH345975DA CH345975A CH 345975 A CH345975 A CH 345975A CH 345975D A CH345975D A CH 345975DA CH 345975 A CH345975 A CH 345975A
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novobiocin
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aluminum oxide
ethanol
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Anthony Kaczka Edward
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Merck & Co Inc
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H17/00Compounds containing heterocyclic radicals directly attached to hetero atoms of saccharide radicals
    • C07H17/04Heterocyclic radicals containing only oxygen as ring hetero atoms
    • C07H17/06Benzopyran radicals
    • C07H17/065Benzo[b]pyrans
    • C07H17/075Benzo[b]pyran-2-ones

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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 Verfahren zum Isolieren und Reinigen von    Novobioein   Das neue    Antibioticum      Novobiocin   wirkt auf    pathogene   Bakterien, namentlich    grampositive   Mikroorganismen, wachstumshemmend. Diese Substanz wird durch Züchten einer bisher unbekannten    Mi-      kroorganismenart,   nämlich    Streptomyces      spheroides,   auf einem geeigneten    wässrigen   Nährboden unter    aeroben   Bedingungen erzeugt.

   Eine Kultur dieses    Novobiocin   erzeugenden Organismus wurde bei der Fermentation    Section   of    the      Northern      Utilization      Re-      search      Branch   of    the      United      States   Department of    Agriculture,      Peoria,   Illinois, hinterlegt und in die    Dauerkultursammlung   unter der Bezeichnung    NRRL   2449 aufgenommen. 



  Gegenstand des vorliegenden Patentes ist ein Verfahren zur Isolierung und Reinigung von    Novo-      biocin,   welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man eine alkalische Lösung von    Novobiocin   ansäuert und den so erhaltenen    Novobiocinniederschlag   von der Lösung abtrennt. 



  Das schwachsaure    Antibioticum      Novobiocin   ist in saurer wässriger Lösung praktisch unlöslich und kann daher leicht durch Ansäuern aus einer alkalischen Lösung isoliert und gleichzeitig weitgehend gereinigt werden. Das erfindungsgemässe Verfahren eignet sich insbesondere zur Gewinnung von    Novo-      biocin   aus filtrierten alkalischen    Gärflüssigkeiten,   die durch Züchten von    Streptomyces      spheroides   auf geeignetem    wässrigem   Nährboden unter    aeroben   Bedingungen erhalten wurden.

   Die alkalische    Gär-      flüssigkeit   wird beispielsweise mit Salzsäure auf einen    pII   von etwa 2 angesäuert, wobei    Novobiocin   im wesentlichen vollständig ausgefällt und als feste Substanz gewonnen wird. Ein erheblicher Teil der in der Gärflüssigkeit vorhandenen Verunreinigungen sind in der sauren Lösung löslich und werden mithin gleichzeitig von dem ausgefällten    Novobiocin   abgetrennt. Das    Antibioticum   wird vorzugsweise in Gegenwart eines    Diatomeenfiltrierhilfsmittels   oder    eines   ähnlichen Stoffes ausgefällt;    Novobiocin   lässt sich dann leicht und bequem durch Filtration gewinnen.

   Hierfür genügen etwa 2,27 kg des    Filtrierhilfsmit-      tels   je 378 1 der das    Antibioticum   enthaltenden Lösung, um einen leicht    filtrierbaren   Niederschlag zu erzeugen. Die angewandte Menge des    Filtrierhilfsmit-      tels   kann der jeweiligen Lösung angepasst werden, aus welcher    Novobiocin   ausgefällt werden soll. 



  Zur Ausfällung von    Novobiocin   aus wässriger alkalischer Lösung verwendet man vorteilhaft eine    Halogenwasserstoffsäure,   wie Salzsäure, um die    Gär-      flüssigkeit   anzusäuern. Andere Säuren, welche das    Antibioticum   nicht schädigen, können in ähnlicher Weise herangezogen werden.    Salzsäure   ist besonders zu empfehlen, weil viele Verunreinigungen der    Gär-      flüssigkeit   in wässriger    Salzsäure   löslich sind und daher von dem ausgefällten    Antibioticum   leicht abgetrennt werden können. 



     Novobiocin,   welches aus einer alkalischen Gärflüssigkeit durch Ansäuern ausgefällt wurde, kann dadurch weiter gereinigt werden, dass der Niederschlag in einem    Novobiocin   lösenden löslichen    Sol-      vens,   z. B. Äthanol, Methanol, Aceton,    Dioxan,      Me-      thyläthylketon   aufgelöst, das    Solvens   abgedampft und eine    wässrige   alkalische Lösung des Rückstandes, vorzugsweise von einem PH von etwa 9,0, mit    Bu-      tanol   extrahiert wird. Hierbei geht das Mononatriumsalz von    Novobiocin   in die    Butanolschicht   über und wird von den in diesem Lösungsmittel unlöslichen Verunreinigungen abgetrennt. 



  Durch Ansäuern wässriger, alkalischer    Gärflüssig-      keiten      ausgefälltes      Novobiocin   kann auch durch Verreiben mit    Petroläther   weitergereinigt werden; hierdurch werden die mit    Novobiocin   ausgefällten 

 <Desc/Clms Page number 2> 

    Verunreinigungen   ohne Schädigung von    Novobiocin   entfernt. Diese    Reinigungsmöglichkeit   ist namentlich zur Entfernung öliger Nebenprodukte der Gärung, die mit    Novobiocin   ausgefällt werden, angebracht.

   Aus den    Butanolextrakten   gewonnenes    Novobiocin   kann ebenfalls durch Verreiben mit    Petroläther   weiter gereinigt werden, indem beispielsweise die    Butanolextrakte      eingedampft   werden, der Rückstand in wässriger    alkalischer   Lösung aufgelöst und    Novo-      biocin   durch    Ansäuerung   nach obigen Angaben niedergeschlagen wird.

   Das ausgefällte    Novobiocin   wird unter    vermindertem   Druck getrocknet und gründlich mit    Petroläther   verrieben, wobei etwa    20-251/o,   der öligen Nebenprodukte der Gärung    entfernt   werden, welche durch die vorausgegangenen Reinigungsstufen mitgeschleppt waren. 



  Ausgefälltes    Novobiocin   kann ferner dadurch weiter gereinigt werden, dass eine Lösung von    Novo-      biocin   in einem    Lösungsmittel,   wie Methanol,    Ätha-      nol,   Aceton,    Dioxan,      Methyläthylketon   usw., in innige    Berührung   mit sauergewaschenem Aluminiumoxyd gebracht wird. Um das Produkt genügend zu reinigen, benötigt man Aluminiumoxyd im Verhältnis von wenigstens 50:1, bezogen auf die gesamten Feststoffe in der Lösung.

   Wenn man    chargenweise   arbeiten will, bringt man das sauergewaschene Aluminiumoxyd mit einer Lösung des.    Antibioticums   zusammen, filtriert das die    Verunreinigungen   als    Adsorbat   enthaltende Aluminiumoxyd ab und gewinnt das    Antibioticum   aus der verbleibenden Lösung. Zweckmässig schickt man aber eine    Novobiocinlösung   durch eine Säule des sauergewaschenen Aluminiumoxyds und wäscht die Säule mit einem Lösungsmittel für    Novobiocin   aus. Hierdurch wird    Novo-      biocin   erheblich gereinigt und kann aus der abziehenden Flüssigkeit in Kristallform gewonnen werden.

   Für die Reinigung in einer Säule verwendet man vorteilhaft    Novobiocin   in    äthylalkoholischer   Lösung und gewinnt dieses aus der    Aluminiumoxydsäule   durch Auswaschen mit weiterem Äthanol;    Novobiocin   wird durch Einengen des    Äthanoleluates   auf ein kleines Volumen und Stehenlassen der    wässrigen      Äthanol-      lösung   in    Kristallform   erhalten. Praktisch reine kristallines    Novobiocin   fällt beim    Umkristallisieren   aus    Aceton-Petroläther   an.

   Zu diesem Zwecke werden die unreinen    Novobiocinkristalle   in wasserfreiem Aceton zu einer etwa 5    o/oigen   Lösung gelöst; sodann wird so viel    Petroläther   zugesetzt, dass eine leichte Trübung auftritt. Beim Stehenlassen der Lösung kristallisiert praktisch reines    Novobiocin   aus. Eine weitere Reinigung    während   der Umkristallisation lässt sich dadurch herbeiführen, dass    dieAcetonlösung   von    Novo-      biocin   mit Aktivkohle behandelt, diese entfernt und    Petroläther   in die filtrierte    Acetonlösung   eingetragen wird; die abgeschiedenen Kristalle bestehen aus praktisch reinem    Novobiocin.   



  Die oben beschriebenen Massnahmen zur weiteren Reinigung von    Novobiocin   können getrennt angewandt werden, um verschiedene Verunreinigungen enthaltendes    Novobiocin   zu reinigen. Anderseits können diese Massnahmen miteinander vereinigt werden, beispielsweise bei der Gewinnung von    Novobiocin   aus Gärflüssigkeiten zwecks Gewinnung des    Antibio-      ticums   in Kristallform. Die Reihenfolge der Massnahmen kann abgeändert werden; in einigen Fällen sind sie für die Reinigung gewisser unreiner    Novo-      biocinprodukte   entbehrlich.

   Beispiel Reines    Novobiocin   wurde aus einer    Gärflüssig-      keit   isoliert, die durch Züchten von    Streptomyces      spheroides   in einer    wässrigen   Nährflüssigkeit hergestellt war: Nach Filtrieren der ganzen Gärflüssigkeit bei einem    pi,   von 9,0 wurden 2,27 kg    Diatomeenerde-      Filtrierhilfsmittel      ( Hyflo      Supercel ,   eingetragene Marke eines    diatomeenartigen      Filtrierhilfsmittels)   je 378 1 der    filtrierten   Flüssigkeit zugesetzt. Sodann wurde mit    Salzsäure   bis auf einen    pH   von 2,0 langsam angesäuert.

   Nach 10 Minuten langem Schütteln wurde die Masse filtriert und der Filterkuchen mit Wasser gewaschen. In dem sauren Filtrat war eine Aktivität nicht nachweisbar. Die ausgefällten Feststoffe, ausschliesslich des    Filtrierhilfsmittels,   hatten einen Reinheitsgrad von 0,2 bis    0,31/o.   



  Der Filterkuchen der sauren Ausfällung wurde    zweimal      mit      85      %igem      wässrigem      Methanol      bei   einem    pH   von 9,0 extrahiert, wobei annähernd ein Zehntel des ursprünglichen Volumens der    Gärflüssig-      keit   für jede Extraktion benutzt wurde. Diese Extraktion lieferte    insgesamt   etwa    800/m   der gesamten    Bio-      aktivität   der Gärflüssigkeit. Die Feststoffe hatten in    Lösung      einen      Reinheitsgrad      von   1    bis      1,5%.   



  Die    wässrige      Methanollösung   wurde auf etwa ein Zehntel des Volumens der ursprünglichen Methanollösung konzentriert. Das    pH   wurde auf 9,0 mit Ätznatron eingestellt und die Lösung zweimal mit gleichen Raumteilen    n-Butanol   extrahiert. Das scheinbare Verteilungsverhältnis bei einem PH von 9,0 beträgt etwa 40 : 1. Die Feststoffe des    Butanolextraktes   hatten einen Reinheitsgrad von    4-60/9.   



  Der    Butanolextrakt   wurde auf    1/1o   des ursprünglichen Volumens eingeengt und in 15 Raumteile Wasser,    pH-Wert   = 9,0, eingetragen. Danach wurde ein    Filtrierhilfsmittel      ( Hyflo      Supercel )   in einer Menge von 0,5 g je 3,78 1, bezogen auf das    ursprünb      liche   Volumen der Gärflüssigkeit, eingetragen, und der    p,1-Wert   langsam durch Zuführung von Salzsäure auf 2,0 eingestellt. Die gesamte Bioaktivität wird hierbei auf dem    Filtrierhilfsmittel   niedergeschlagen und    abfiltriert.   Der Reinheitsgrad der Feststoffe, ausschliesslich des    Filtrierhilfsmittels,   betrug etwa 10 bis 12    0/m.   



  Der Kuchen wurde im Vakuum bei 40  getrocknet, vermahlen und mit    Petroläther   verrieben, bis das Filtrat farblos war. Hierbei wurden 20-25 0/0 ausgeschieden und    die   inaktiven öligen Gärungs- 

 <Desc/Clms Page number 3> 

    produkte,   welche in der Masse verblieben waren, entfernt. Durch das Verreiben ging keine    Bioaktivi-      tät   verloren. Die verbleibenden Feststoffe hatten einen Reinheitsgrad von    12-1504.   



  Der Kuchen wurde mit wasserfreiem Äthanol extrahiert, bis die Extrakte schwach hellgelb gefärbt waren. Die Extrakte wurden vereinigt und auf 15 bis    201/o   Farbstoffe mit etwa 200 000    Einheiten/cm3   Bioaktivität konzentriert. Der Feststoff hatte einen    Reinheitsgrad      von      20-30%      und      1000-1500      Ein-      heiten/mg   Bioaktivität. Die konzentrierte    Äthanollösung   wurde an säuregewaschenem Aluminiumoxyd    chromatographiert.   Ein    Aluminiumoxydverhältnis   von 50: 1, bezogen auf die Gesamtmenge an    Feststoffen   in der Beschickungslösung, musste zur Erzielung einer ausreichenden Reinigung angewandt werden.

   Die    A1203   Säule wurde zur Gewinnung von    Novobiocin   mit Äthanol    eluiert.   Etwa    951/o   der    Bioaktivität   waren in dem    2,5-3fachen      Säulenleerraum.   Ein grosser Teil der festen Fremdstoffe blieb in der Säule zurück. 
 EMI3.25 
 
<tb> Tabelle
<tb> Vol.

   <SEP> Bioaktivität <SEP> mg/cm3 <SEP> Einh./mg <SEP> Gesamtcm3 <SEP> Einh./cm3 <SEP> einheiten
<tb> Säulenbeschickung <SEP> 1000 <SEP> 220000 <SEP> 265 <SEP> 830 <SEP> 220 <SEP> X <SEP> 10s
<tb> Fraktion <SEP> 1+ <SEP> 1000 <SEP> 460 <SEP> 2,5 <SEP> 183 <SEP> 0,46 <SEP> X <SEP> 10s
<tb>   <SEP> 2 <SEP> 1000 <SEP> 42000 <SEP> 19,6 <SEP> 2140 <SEP> 42 <SEP> X <SEP> 10s
<tb>   <SEP> 3 <SEP> 1000 <SEP> 76000 <SEP> 31,3 <SEP> 2420 <SEP> 76 <SEP> X <SEP> 10s
<tb>   <SEP> 4 <SEP> 1000 <SEP> 62000 <SEP> 22,3 <SEP> 2780 <SEP> 62 <SEP> X <SEP> 106
<tb>   <SEP> 5 <SEP> 1000 <SEP> 37000 <SEP> 13,4 <SEP> 2760 <SEP> 37 <SEP> X <SEP> 106
<tb>   <SEP> 6 <SEP> 1000 <SEP> 13000 <SEP> 4,5 <SEP> 3020 <SEP> 13 <SEP> X <SEP> 106
<tb>   <SEP> 7 <SEP> 1000 <SEP> 4500 <SEP> 1,3 <SEP> 3450 <SEP> 4,5 <SEP> X <SEP> 106
<tb> Mittel <SEP> 7000 <SEP> 33500 <SEP> 13,2 <SEP> 2520
<tb> A1203-Vol.

   <SEP> = <SEP> 8000 <SEP> cm3
<tb> Säulenleerraum <SEP> = <SEP> 2600 <SEP> cm3
<tb> -+- <SEP> erste <SEP> Farbe 
 Das    Äthanoleluat   der    A1203   Säule wurde auf etwa 5019 Feststoffe konzentriert. Wasser wurde bis zur Trübung zugesetzt; hierfür wurde etwas mehr als die gleiche Raummenge    benötigt;   das Produkt wurde zur    Auskristallisation   des    Antibioticums   sich selbst überlassen. Die Kristallbildung verlief sehr langsam.

   Nach 5 Tagen waren noch bis    zu   15 0/9 der ursprünglichen    Bioaktivität   in der überstehenden    Flüssigkeit.   Rühren und bzw. oder Temperaturänderung hat augenscheinlich auf die Geschwindigkeit der Kristallbildung wenig    Einfluss.   Die    Novobiocinkristalle   hatten etwa 2500-3000 Einheiten/mg Bioaktivität. 



  Der Kristallbrei wurde in wasserfreiem Aceton zu einer    300/9igen   Lösung aufgelöst, die mit     Darco   G-60  (eingetragene Marke) in der doppelten Gewichtsmenge des gelösten Kristallbreis behandelt wurde.    eDarco    wurde    abfiltriert   und mit Aceton wiederholt gewaschen, um die Lösung auf etwa    51/o   Feststoffe zu verdünnen.    Petroläther   wurde bis zur Trübung zugesetzt und die Kristallbildung von    Novo-      biocin      abgewartet.      90-95%      der      Bioaktivität      wurden   gewonnen; die Kristalle des    Antibioticums   zeigten 4500-5000 Einheiten/mg Bioaktivität. 



  Die Herstellung von    Novobiocin   durch    submerse   Gärung kann    folgendermassen   erfolgen: Eine    Blake-Flasche   mit 25 cm' eines sterilen    wässrigen      Agarmediums   aus 10/9 Hefeextrakt l0/9 Dextrose    0,121/o      Na2HP04      0,075()/o-      KH2P04   0,05 0/9    MgS04      *      7H20   20/9    Agar   in wässriger Lösung wurde mit einer sehr geringen Menge Erde einer    Erd'ekultur   von    Streptomyces      spheroides   MA-319    (NRRL   2449)

   beimpft und 4 bis 5 Tage bis zur ausreichenden    Sporenbildung   bei 26  bebrütet. 



  20    cm3   steriles Wasser wurden in die    Blake-      Flasche   eingegossen und die Sporen zu einer Suspension verrieben. Etwa 5    cm3   der    Sporensuspension   wurden in einen    2-1-Erlenmeyerkolben      eingetragen,   in dem sich 750    cm3   eines sterilen    wässrigen   Mediums aus    0,3      %      Rindfleischextrakt      1,0%      Caseinhydrolysat      (NZ-amin)      1%      Dextrose      0,5      %      Chlornatrium   

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 mit einem    pH-Wert   von etwa 7,2 befanden.

   Der Kolben wurde mit Baumwolle verschlossen und bei 26  48 Stunden lang auf einer    Rotationsschüttel-      maschine   bebrütet. 



  Die vegetative Kultur wurde dann in    ein      189-1-      Gärgefäss   aus rostfreiem Stahl eingetragen, in dem sich etwa 95-113 1 sterilen Rindfleischextraktmediums der oben angegebenen    Zusammensetzung      befanden.      Nach      Zusatz      von      3%       Alkaterge      C       (ein   substituiertes    Oxazolin)      in   Mineralöl als Antischaummittel wurde das Medium bei 26  48 Stunden lang bebrütet. Das Medium wurde hierbei geschüttelt und sterile Luft mit einer Geschwindigkeit von etwa 85,2    1/Min.   hindurchgeleitet. 



  Ein Gärgefäss aus rostfreiem Stahl von etwa 756 1 wurde dann mit etwa 378 1 eines    wässrigen   Mediums beschickt, das folgende    Zusammensetzung   hatte:    3%      Sojabohnenmehl      ( Staley      4S-50 )   2    %      Dextrose      0,75      %      lösliche      Schlempebestandteile      0,25      %      Chlornatrium   Das Medium hatte einen    pH-Wert   von etwa 7,1.

   Nachdem das Medium mit Dampf bei etwa 120     während   30 Minuten    sterilisiert   war, wurde das    Gär-      gefäss   mit etwa 8,4    0/m   der vegetativen Impfkultur, die in dem    189-1-Gärgefäss   nach obigen Angaben bereitet war, beimpft. Das Gut wurde dann bei 26  unter    Schütteln   und 340,8    1/Min-      Luftdurchtritt   bebrütet. Nach 96 Stunden hatte die vergorene    Novo-      biocin   enthaltende Flüssigkeit eine Aktivität von etwa 410    Einheiten/cm3.   



     Novobiocin      reagiert   wie eine saure organische Verbindung und . ist    in   alkalischen Lösungen, z. B. w    ässrigen   Lösungen der    Alkalihydroxyde,      -carbonate   und    -bicarbonate   sowie in Methanol, Äthanol,    n-Butanol,   sec.    Butanol,   Essigsäure;    Dioxanaceton,      Methyläthylaceton,      Athylacetat,   - leicht löslich, unlöslich oder kaum löslich dagegen in Äther, Benzol, Chloroform,    Tetrachlorkohlenstoff,      Äthylendichlorid,   Wasser, Salzsäure. Es wird aus alkalischer Lösung durch Ansäuern ausgefällt. 



  In der beschriebenen Weise gereinigtes    Novo-      biocin   kann in zwei    Kristallarten   vorliegen. Die eine Kristallart in Form von Rosetten hat einen Schmelzpunkt von etwa 152-154 ; die andere Kristallart in Form    flacher      Nadeln      schmilzt   bei etwa 170-172 . Diese zuweilen    gemeinsam   anfallenden    Kristallarten,   lassen sich mechanisch voneinander trennen. 



  Eine    Novobiocinlösung   in 0,1    n-Natriumhydroxyd   zeigt eine charakteristische    Ultraviolettabsorption   mit einer Spitze bei etwa 3070 A (E    0/m   600). Eine Lösung    in   0,1    n-Salzsäure   in    wässrigem   Methanol zeigt auch eine    charakteristische      Ultraviolettab5orption,   mit einer Spitze bei etwa 3240 A (E    0/m   390). 



  Das    Infrarötabsorptionsspektrum   von praktisch    reinem   amorphem    Novobiocin,   welches in einem    Mineralöl      ( Nujol ,   eingetragene Marke) suspendiert ist, wurde in einem    Infrarot-Spektrophotometer,   Modell 12B    Baird      Associates   mit einem Chlornatriumprisma ermittelt; es    zeigte   mehrere charakteristische Spitzen, die ausgeprägteren haben folgende Frequenzen,    ausgedrückt   in    Mikron:   5,8-6,0 (breit), 6,10, 6,21, 6,30, 6,49, 6,63, 7,4-7,6 (breite Schulter), 7,78, 7,96, 8,27 (schwach), 8,60 (Schulter), 8,7 (Schulter), 9,13, 9,40, 10,0-10,1 (breit), 10,28, 10,60 (breit), l2,0-12,30 (breit), 12,60-12,75 (breit), 13,07 und 13,39.

   Das für die Bestimmung des Spektrums benutzte amorphe    Novobiocin   wurde aus kristallinem    Novobiocin   durch  Normalisierung  hergestellt. 



  Eine Lösung von 1 g kristallinem    Novobiocin   in 100    ems   Aceton wurde rasch mit 1 1    Petroläther   versetzt, worauf sich amorphes    Novobiocin   aus der Lösung    abschied.   Der Niederschlag wurde    abfiltriert,   mit    Petroläther   gewaschen und unter vermindertem Druck bei l00  getrocknet. 



     Novobiocin   besteht aus den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff. Die Elementaranalyse von kristallinem    Novobiocin   ergibt folgende Zusammensetzung:    Kohlenstoff      60,24;      60,26      %      Wasserstoff      6,56;      6,49      %      Stickstoff      4,86%      Sauerstoff      29,3      %i      Novobiocin   ist eine saure Substanz, die sich mit Basen zu Salzen umsetzt.

   Bei der Umsetzung mit 1 Äquivalent    Natriumhydroxyd   entsteht das Mononatriumsalz, bei Umsetzung mit 2 Äquivalenten das    Dinatriumsalz.   Andere anorganische Basen bilden die entsprechenden    Metallsalze.   Umsetzung mit einer organischen Base, z. B. einem Amin, ergibt die entsprechenden    Aminsalze.      Novobiocin   bildet so mit    Methylamin   das entsprechende    Methylaminsalz.   



  Die    Acidität   von    Novobiocin   ist ein Kriterium für dieses neue    Antibioticum.   Beim    Titrieren   von    Novobiocin   mit    Natriumhydroxyd   werden zwei    ba-      senbindende   Gruppen festgestellt. Die erste zum    Mononatriumsalz   führende Bindung erfolgt bei einem PH von etwa 7,0 und hat    ein      ph   von etwa 3,8. Die zweite Bindung findet bei einem    pff   von etwa 11,0 statt und zeigt ein    pi;   von etwa 9,4. 



  Kristallines    Novobiocin   hat eine mikrobiologische Aktivität von etwa 4000-5000    Einheiten/mg   nach den üblichen    Schalen-Plattendiffusionsmethoden   mit    Bacillus      megatherium      ATCC   9885 bei Verwendung von praktisch reinem    Novobiocin   als Prüfobjekt. Es ist die gleiche Methode, wie sie für die Bestimmung von    Bacitracin   verwendet wird. 



     Novobiocin   hemmt in erster Linie    gram-posi-      tive   Erreger, ist aber auch gegen gram-negative Erreger wirksam. Erreger, deren Wachstum schon durch sehr niedrige    Novobiocinmengen   oder deren    Salze   gehemmt wird, sind u. a. folgende:

   M.    pyogenes      var.      albus,   M.    pyogenes      var.      aureus,      Diplococcus      pneumoniae,      Corynebact.      diphtheriae      gravis,      Coryne-      baet.      diphtheriae      intermedius,      Corynebact.   diphthe- 

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    riae      mitis,      Corynebact.      xerose,      Corynebact.      renale,      Neisseria      meningitidis,      Sarcina      lutea   (VD), M.

      Au-      reus,   M.    pyogenes      var.      aureus   (resistent gegen    Aureo-      mycin),   M.    pyogenes      var.      aureus   (resistent gegen    Streptomycin-Streptothricin)   und M.    pyogenes      var.      aureus   (resistent gegen Penicillin). 



  Das    Natriumsalz   von    Novobiocin   hemmt bei der Prüfung mit einer    agarhaltigen   Verdünnung das Wachstum verschiedener    Species   von M.    pyogenes      var.      aureus,   M.    pyogenes      var.      albus,      Neisseria      menin-      gitidis   (Nr. 274) und    Sarcina      lutea   (VD) bei Konzentrationen unter 0,5    mg/cm3.   Andere Mikroben werden durch    Novobiocin   oder dessen    Salze   in wechselndem Masse angegriffen. 



     Novobiocin   und dessen    Salze   sind wirksame Mittel in der    Mikrobenbekämpfung.   Sie können beispielsweise zur Entfernung empfindlicher Mikroben aus pharmazeutischer Ausrüstung usw. oder zum Abtrennen    bestimmter   Mikroben aus Mikrobengemische enthaltenden Lösungen dienen. Sie sind auch für die Behandlung von Tieren geeignet, welche mit Mikroben infiziert sind, die auf das neue    Anti-      bioticum   ansprechen. 



     Novobiocin   und dessen Salze erweisen sich als aktiv gegen    penicillinresistente      Styphylococcen,   ferner gegen    Streptococcen   und    Pneumococcen.   Da die meisten bakteriellen Infektionen der Atmungsorgane auf diese Mikroben zurückzuführen sind, kann    Novobiocin   zur Behandlung dieser Infektionen in der    Humanmedizin   angewandt werden. Hierfür wird das    Natriumsalz   oral in Form von Kapseln appliziert, die beispielsweise etwa 100-500 mg    Antibioticum   bei einer Tagesdosierung von 1-2 g enthalten. 



     Novobiocin   ist auch für die Behandlung und Kontrolle von    Pflanzenkrankheiten   anwendbar, z. B. von Meltau, der durch    Xanthomonas      phaseoli   verursacht ist. Die    Pflanzen   werden mit einer    wässrigen   Lösung besprüht, die etwa 100 Teile    Natriumnovo-      biocin   je Million Teile enthalten. Die    Spritzmittel   können verschiedene Netz- oder Verteilungsmittel und bzw. oder andere aktive Zusätze enthalten und in bekannter Weise hergestellt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zum Isolieren und Reinigen von Novo- biocin, dadurch gekennzeichnet, dass man eine alka- lische Lösung von Novobiocin ansäuert und den so erhaltenen Novobiocinniederschlag von der Lösung abtrennt. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man eine alkalische Novobiocin- lösung mit Salzsäure auf einen pn-Wert von etwa 2 ansäuert. 2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine filtrierte alkalische Gärflüssigkeit, die Diatomeenerde enthält, mit Salzsäure auf einen pn-Wert von etwa 2 ansäuert. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Novobiocinniederschlag in einem organischen Lösungsmittel löst und diese Lösung mit säuregewaschenem Aluminiumoxyd in einer Menge in innige Berührung bringt, die wenigstens 50 Gewichtsteilen Aluminiumoxyd, bezogen auf die Feststoffe in der Lösung, äquivalent ist, das mit den Verunreinigungen beladene Aluminiumoxyd abtrennt und eine das gereinigte Novobiocin enthaltende Lösung gewinnt. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Novobiocinniederschlag in Äthanol löst und diese Lösung durch eine Aluminiumoxydsäule leitet, die Aluminiumoxyd in einer Menge enthält, die wenigstens 50 Gewichtsteilen, bezogen auf die Feststoffe der Äthanollösung, äquivalent ist, die Säule mit Äthanol auswäscht und das gereinigte Novobiocin aus der Äthanollösung gewinnt. 5. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man die Äthanollösung auf etwa 501@ Feststoffe konzentriert, Wasser bis zur Trübung zusetzt und das Novobiocin auskristallisieren lässt. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Novobiocinniederschlag in Aceton löst, in diese Acetonlösung Petroläther bis zur Trübung zusetzt und Novobiocin auskristalli- sieren lässt.
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