CH280467A - Verfahren zur Durchführung oxydativer Gärungen. - Google Patents
Verfahren zur Durchführung oxydativer Gärungen.Info
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Description
<B>Verfahren zur Durchführung</B> oxydativer <B>Gärungen.</B> Zur technischen Durchführung oxydativer (aerober) (zärungen sind im Prinzip drei Verfahren, die Oberflächengärung, die Fes selgärung und die submerse Gärung, bekannt. Bei der Oberflächengärung befinden sich die Mikroorganismen auf der Oberfläche des Sub strates.
Bei den bisher bekannten Fessel gärungen wird Trägermaterial mit. grösserer Oberfläche, wie Rollspäne, Trester oder der gleichen, von .den Mikroorganisnen besiedelt, welches während der Gärung von Luft um geben und vom Substrat. berieselt wird. Die submerse Gärung schliesslich besteht, im Prin zip darin, dass die Mikroorganismen im Sub strat fein verteilt. werden, während Luft durchgeleitet wird.
Alle angeführten Verfahren weisen ver- sehiedeneMängel auf. So werden bekanntlich bei ,der Oberflächengärung nur dann hinrei chende Gärleistungen erzielt, wenn das Sub strat in dünner Schicht mit grosser Ober- fläehe vergoren wird, wodurch ein grosser Raumbedarf erforderlich ist, was wieder leicht zu Fremdinfektionen Anla.ss gibt.
Die Fessel;-ärting auf luftumgebenem Träger material in ihren bisher bekannten Ausfüh- rungsformen weist anderseits den Nachteil auf, d.ass der Trägerraum in seinen Eigen schaften (Packungsdiühte des Trägermate rials, Durchlässigkeit. gegen Luft, und Flüs sigkeit, Temperatur, Wärmeleitfähigkeit, An zahl und Leistung der Mikroorganismen usw. ) örtlich und zeitlich durchaus inhomogen ist.
Das submerse Verfahren, das bisher in vereinzelten Fällen durchgeführt wurde, ver meidet zwar die bei den erwähnten Verfahren auftretenden Mängel, weist jedoch den Nach teil. au , dass die Mikroorganismen beim Ab lassen des ausgegorenen Substrates gewöhn lich verlorengehen und wieder neu gezüchtet werden müssen. Wenn eine Rückgewinnung der Mikroorganismen angestrebt wird, so bringt die Abtrennung .der Mikroorganismen durch Zentrifugieren oder Sedimentieren, neue Schwierigkeiten.
Die bei den bisher bekannten aeroben Gärverfahren auftretenden Mängel lassen sich durch das Verfahren gemäss .der Erfin dung beheben. Das erfindungsgemässe Ver fahren zur Durchführung oxydativer Gärun gen mittels aerober Mikroorganismen, welche auf grossoberflächigem Trägermaterial ange siedelt werden, ist dadurch gekennzeichnet,
dass ein sauerstoffhaltiges Gas durch die Gär- flüssigkeit geleitet wird und dass das mit den Mikroorganismen besiedelte Trägermaterial während des Durchleitens des sauerstoffhal tigen Gases unterhalb der Oberfläche der Gärflüssigkeit fest angeordnet ist.
Überraschenderweise zeigt sich beim erfin dungsgemässen Verfahren im Vergleich zur Fesselgärung mit im Luftstrom befindlichen; Trägermaterial, dass bei gleich grosser und gleichartiger Oberfläche desselben die Dauer einer Gärperiode auf etwa ein Fünftel herab gesetzt wird. Wie Trübungsmessungen am Gärsubstrat erkennen liessen, ist diese bei dem Verfahren gemäss der Erfindung erzielte hohe Leistungssteigerung nicht auf einen we sentlichen Lbergang der Bakterien von den Trägern in die Flüssigkeit zurückzuführen, sondern die weitaus überwiegende -Menge der selben bleibt am Träger fest haften.
Es können deshalb auch unmittelbar nach einer Erneue zung des Substrates entsprechend hohe Gär- leistungen erzielt werden.
Ein besonderer Vorteil des erfindungs gemässen Verfahrens ist weiterhin der Weg fall einer bei den bisher bekannten Fessel gärungen im Dauerbetrieb auftretenden Ver schleimung bei Vergärung extr.aktreicher bzw. alkoholarmer Maischen (z. B. Obstwein, Fruchtwein usw.). Auch stösst die Einhal tung der optimalen Gärtemperatur sowie die Vermeidung von örtlichen Temperaturstauun gen bei dem Verfahren gemäss der Erfindung auf keine Schwierigkeiten.
Bei dem vorliegenden Verfahren kann der Zulauf des frischen Substrates und der Ab lauf des Fertigproduktes auch kontinuierlich erfolgen, wobei die kontinuierliche Gärung in einem oder auch in mehreren zu einem System verbundenen Gärgefässen durchgeführt- wer den kann.
Beispiel (Essiggärung) In einem etwa drei Meter hohen Behälter mit einer Belüftungsvorrichtung wird das Trägermaterial eingebracht und mit Essig bakterien besiedelt. Als Träger können die bei der bekannten Fesselgärung üblichen Körper mit grosser Oberfläche, wie Rollspäne, Trester usw., Verwendung finden, jedoch ist eine raumsparende Anordnung vorzugsweise senkrecht im Behälter untergebrachter Gär- flächen (Platten, Stoff- und Papierbahnen, Schnüre usw.) weben des erleichterten Ruf steigens der Gasblasen und der einfacheren Reinigung andern Füllungen vorzuziehen.
Der Behälter wird mit alkoholhaltiger Flüs sigkeit, beispielsweise verdünntem Brannt wein, Wein, Obstwein usw., gefüllt und be lüftet.
Die Belüftung erfolgt in an sich bekannter Weise mit Hilfe von Sinterplatten oder ähn- lieh wirkenden Vorrichtungen. Dabei hat sieh gezeigt, dass die Verwendung der sauerstoff haltigen Gase unter einem höheren Druck als Atmosphärendruck die Leistung und Aus beute weiterhin steigert.
Nach einer Zeit, die nur etwa ein Fünftel von der beträgt, die erforderlich wäre, wenn Trägermaterial von gleicher Oberfläche in bisher bekannter Weise im Luftraum verwen det werden würde, ist der gesamte Alkohol des Substrates in Essigsäure verwandelt. Die Essigsäurelösung wird dann vom Trägerma terial getrennt.
Das erfindungsgemässe. Verfahren lässt sieh auf alle aeroben oxydativen Gärungen anwenden und weist besonders in Fällen, wo Wachstumsschwierigkeiten der Mikroorga nismen auftreten, Vorteile auf.
Claims (1)
- P ATEM TANSPRI:' CH Verfahren zur Durchführung oxydativer Gärungen mittels aerober -Mikroorganismen, welche auf grossoberfläehigem Trägermaterial angesiedelt werden, dadurch gekennzeichnet, dass ein sauerstoffhaltiges Gas durch die Gär- flüssigkeit geleitet wird und dass das mit den Mikroorganismen besiedelte Trägermaterial während des Durchleitens des sauerstoffhal tigen Gases unter der Oberfläche der Gär- flüssigkeit fest. angeordnet ist.UN TERANSPRL: CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass länglich geformtes oder plattenförmiges Trägermaterial verwen det wird und dass dieses Trägermaterial we nigstens annähernd senkrecht angeordnet wird. 2. Verfahren nach Patentanspriieh, da durch gekennzeichnet, dass kontinuierlich fri sches Substrat zugeführt und durchgorenes Substrat abgeführt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die kontiniüerliche Gärung in einem ein zigen Gärgefäss vorgenommen wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet., dass die kontinuierliche Gärung in mehreren miteinander zu einem System verbundenen C,,ärgefässen vorgenommen wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die sauerstoffhal- tigen Gase unter einem höheren Druck als Atmosphärendruck angewendet werden.
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