CH239159A - Verfahren zur Herstellung eines Abkömmlings des 3-Amino-1-nitro-benzens. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Abkömmlings des 3-Amino-1-nitro-benzens.

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CH239159A
CH239159A CH239159DA CH239159A CH 239159 A CH239159 A CH 239159A CH 239159D A CH239159D A CH 239159DA CH 239159 A CH239159 A CH 239159A
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  Verfahren zur Herstellung eines Abkömmlings des     3-Amino-l-nitro-benzens.       Im     Hauptpatent    wurde ein Verfahren zur  Herstellung eines neuen Süssstoffes und Lo  kalanästhetikums, nämlich des     4-Propoxy-          3-amino-l-nitro-benzens,    beschrieben.

   Gegen  stand der vorliegenden     Erfindung    ist nun  ein Verfahren zur     Herstellung    von reinem       4-Allyloxy-3-amino-l-nitro-benzen,    das da  durch gekennzeichnet ist, dass man ein in       4-Stellung    substituiertes     1,3-Dinitro-benzen     zwei chemischen     Umwandlungen    unterwirft,  nämlich einer Reduktion einer der beiden       Nitrogruppen    zur     Aminogruppe    unter Bil  dung einer Mischung von zwei     Isomeren,     wobei sich dann bei einem die     Aminogruppe     in     1-Stellung,

      beim andern in     3-Stellung    be  findet, sowie einer     Substitation    der     in        4-Stel-          luug    stehenden Gruppe durch den     Allyloxy-          rest        mittels    einer die     Allyloxygruppe    abge  benden     Verbindung,    und dass man jeweils       dasjenige        Isomere,    das die     Aminogruppe    in       3-Stellung    enthält, isoliert.  



  Zur Herstellung des erfindungsgemässen  Produktes verfährt man beispielsweise wie  folgt:    <I>Beispiel 1:</I>  In einer Lösung von 50,6 kg     1-CMor-2,4-          dinitro-benzen    in 500 Liter     Allylalkohol    wer  den unter Rühren und unter     Erwärmen    auf  70  im Laufe von 4     Stunden    allmählich  256 Liter einer 1,00 n. Lösung von Natrium  hydroxyd in     Allylalkohol    zugegeben. Nach  dem Abkühlen wird vom     ausgeschiedenen          Natriumchlorid    abgesaugt und das Filtrat im  Vakuum eingedampft.

   Der Rückstand wird  mit 250     Litern    Äther und 250     Litern.    1%iger  Natronlauge behandelt. Nach gutem Durch  rühren werden beide Schichten     getrennt..    Die  ätherische Schicht hinterlässt beim     Ein-          dampfen    54,9 kg praktisch     reines        1-Allyl-          oxy-2,4-dinitro-benzen    vom Schmelzpunkt 43  bis     44 .     



  22,4 kg dieses     1-Allyloxy-2,4-dinitro-          benzens    wurden in 224 Litern     Allylalkohol     gelöst, und im Laufe von     vier    Stunden     wurde     dazu unter Rühren und bei einer Temperatur  von 70  in     kleinen        Portionen    die feste Masse  zugesetzt, welche durch Zusammenschmelzen  von 27,0 kg kristallwasserhaltigen Natrium-      Sulfids     (Na.2S.    9     aq.)    und 3,6 kg Schwefel  und     darauffolgende        Abkühlung    erhalten  wurde.

   Dann wurde noch     11/2    Stunde am       Rückflusskühler    gekocht.  



  Nach Abkühlung wurden die Flüssigkeit  und der feste Stoff     (Natriumthiosulfat)     durch Absaugen getrennt. Der feste Stoff  wurde mit     Allylalkohol    nachgewaschen. Das  Filtrat und der Waschalkohol wurden ver  einigt und das Lösungsmittel     abdestilliert.     Dem Rückstand wurde Wasser     iuid    Äther  zugesetzt. Nach Rühren wurden beide  Schichten     getrennt.    Die     wässerige    Schicht       wurde    nochmals mit Äther     ausgezogen.    Die  vereinigten ätherischen Schichten wurden mit  etwas Wasser gewaschen, wonach der     Xther          abdestilliert    wurde.  



  Dem so     erhaltenen    Rückstand,<B>15,9</B> kg  eines dunkelroten Öls, wurden 300 Liter     '.)ii-          Salzsä_ure    zugesetzt, wonach unter Zusatz  von     Entfärb-Lm        gskohle        bis        zum.    Kochen er  hitzt wurde. Nach heissem Filtrieren und  Abkühlen     bis    auf Zimmertemperatur kri  stallisierte das rohe     Hydrochlorid    von       1-Allyloxy-2-nitro-4-aminobenzen    aus. Dieses  wurde abgesaugt und mit etwas     2n-Salzs@iure     gewaschen.  



  Das Filtrat wurde     a,lkaliseh    gemacht und  das hierbei abgetrennte rohe     1-Allyloxy-2-          amino-4-nitro-benzen    in Äther aufgenommen.  Das     Geeicht    des nach dem     Abdestillieren     des Äthers erhaltenen rohen     ProdulLtes    be  trug 10,9 kg.  



  Dieses Produkt wurde in 54 Liter     31h-1-          alkohol    gelöst. Nach Kühlung     auf    0      wurden     54 Liter Wasser     vorsichh(Y    zugesetzt. wo  durch eine erste Fraktion von 6,1     k-.     Schmelzpunkt 38-39 , erhalten wurde. Das  Lösungsmittel     aus    der Mutterlauge     -wurde          abdestilliert.    Der Rückstand     -wurde    mit 90  Litern     2n-Salzsäure    aufgekocht.

   Bei Ab  kühlung trennte sieh -wieder     Hydrochlorid     von der     isomeren    Base ab, das abgesaugt und  mit etwas     2n-Salzsäure    gewaschen     würde.     Das Filtrat     wurde    wieder alkalisch gemacht  und     lieferte    bei     Extraktion    mit Äther 3.4 kg  eines halbfesten Produktes.     Dieses        -wurde     unter Erwärmung     in    34 Liter     2n-Salzsäure       gelöst.

   Bei Abkühlung der Lösung     bis    auf 0        schied    sich 2,9 kg rohes     Hydrochlorid    von       1-Allyloxy-2-amino-4-nitro-benzen    aus, aus  dem 1,1 kg reines Amin isoliert werden  konnten.  



  Die     Gesamtausbeute    an     1-Allyloxy-2-          amino-4-nitro-benzen    betrug also 7,2 kg (37  der Theorie); schöne orangefarbige     Kristalle     vom Schmelzpunkt 38-39 . Die Süsskraft des  Stoffes     ist        ungefähr    2000mal     grösser    als die  von Rohrzucker.  



  Das rohe Hydrochlorid von 1     _Zllyloxy-          2-nitro-4-amino-benzen    (Gewicht 4,2 kg)  wurde aus 90 Litern     2n-Salzsäure    um  kristallisiert. Aus diesem gereinigten Salz  wurden 3,4 kg des freien Amins gewonnen       18, 79    der Theorie); rote     Kristalle    vom  Schmelzpunkt 19-20<B>'</B>. Diese Verbindung ist       :.rresclimacklos.     



       Beispiel   <I>2:</I>  <B>27,0</B><U>kg,</U>     ).4-Dinitro-phenol    wurden in  einer Mischung von 300 Litern 96 %     igem          Äthvlalkohol    und 150 Litern     1-n-Natron-          lauge    gelöst und dann in der im Beispiel 1  beschriebenen Weise mit     Natriumdisulfid     partiell reduziert.

   Nach dem     Abdestillieren     des Alkohols wurde die zurückbleibende       Flüssigkeit    mit 7,5     Litern        2n-Salzsäure    ver  setzt und mit Äther gerührt, wonach die  beiden Schichten getrennt wurden; die wässe  rige Schicht wurde nochmals nach     Zusatz     von 2,5     Litern        2n-Salzsäure    mit Äther     a.us-          "Tezogen.     



  Der nach Vereinigung der ätherischen  Lösungen und     Abdestillierung    des     Äthers    er  haltene Rückstand wurde mit 300 Litern  <U>911</U> -Salzsäure gekocht. Nach Abkühlung       wurde    der     abgetrennte    feste     Stoff    abgesaugt       und    mit etwas Salzsäure gewaschen; durch       Extraktion    hiervon mit Äther konnte 20%  der bearbeiteten Menge     2,4-Dinitrophenol        un-          verändert    zurückgewonnen werden.

   Bei dem  Filtrat     wurde    die der Salzsäure äquivalente  Menge konzentrierter Kalilauge zugefügt,  wonach das rohe Gemisch der beiden     Amino-          nitrophenole    in Äther aufgenommen     wurde.     Das Gewicht betrug 16,4 kg.      Durch     Kristallisation    aus Wasser     wurde     aus diesem Gemisch das     2-Amino-4-nitro-          phenol    isoliert.     Ausbeute    12,8 kg<B>(56%</B> der  Theorie); Schmelzpunkt 143-144 .

   Das     iso-          mere        2-Nitro-4-aminophenol    blieb in der       Mutterlauge    zurück.  



  Das     2-Aminoderivat    wurde durch     Acety-          lierung    mit     Essigsäureanhydrid    in Eisessig  in     2-Acetylamino-4-nitrophenol    übergeführt.  Ausbeute 14.6 kg     (90%    der Theorie) vom       Schmelzpunkt    278-279 .  



  Die erhaltene     Acetylverbindung    wurde  durch Behandlung mit der theoretischen Menge       Natriumäthylat    in Äthylalkohol in die Na  triumverbindung übergeführt. Durch Ab  destillieren des     Lösungsmittels    wurde diese  in festem Zustand erhalten.  



  Das     2-Acetylamino-4-nitrophenolat    wurde  während zwei     Stunden    mit 11,3 kg     Allyl-          bromid    (25 % Überschuss) und 80 Litern       Allylalkohol    am     Rückflusskühler    gekocht.  Dann wurde das Lösungsmittel     abdestilliert     und dem Rückstand Wasser zugesetzt. Das  kristallinische Reaktionsprodukt wurde erst  mit Lauge und dann mit Wasser gewaschen.  Ausbeute 14,6 kg (80% der Theorie)       1-Allyloxy-2-acetylamino-4-nitro-benzen    vom       Schmelzpunkt    114-115 .  



  Diese Verbindung wurde durch Kochen  mit     2n-Salzsäure    verseift. Nach     einstündigem     Kochen wurde die Flüssigkeit abgekühlt  und alsdann alkalisch gemacht. Das ausge  schiedene     1-Allyloxy-2-amino-4-nitro-benzen     wurde, nachdem es alsbald kristallinisch ge  worden war, abgesaugt. Die Ausbeute betrug  11,7 kg (97 % der Theorie), und das Produkt  hatte     einen    Schmelzpunkt von 37,5-38,5 .  



  Zur Herstellung von     4-Allyloxy-3-amino-          1-nitro-benzenkann    man aber auch     4-Halogen-          1,3-dinitro-benzen    zuerst zum     Isomeren-          gemisch    von 4 -Halogen - 3 -     amino    -1-     nitro-          benzen    und     4-Halogen-l-amino-3-nitro-benzen     reduzieren,

   das 3     -Amino    -1-     nitroderivat     darauf abtrennen     und    dann erst die     Allyl-          oxygruppe    durch Behandlung mit     Allyl-          alkohol    und wässeriger Natronlauge ein  führen.

   Es ist aber auch möglich,     das    soeben  erwähnte     Isomerengemiseh        in    die entspre-         chenden        Allyloxyderivate        überzuführen    und  dann erst das reine     4-Allyloxy-3-amino-l-          nitro-benzen    daraus     abzutrennen.    Ferner  kann man aus     4-Oxy-1,3-dinitro-benzen    durch       Verätherung    mit     Allylalkohol        4-Allyloxy-          1,3-diiiitro-benzen    herstellen, das man,     wie     schon beschrieben,

   durch teilweise Reduktion  und     Isomerentrennung    weiter verarbeitet.  Statt, wie im     Beispiel    2     beschrieben,    das       2-Amino-4-nitro-phenol    durch     Kristallisation          abzutrennen,    kann man auch das     Isomeren-          gemisch    in der dort beschriebenen Weise  weiterverarbeiten und dann erst am     Schluss     das     4-Allyloxy-3-amino-l-nitro-benzen    aus  dem     Isomerengemisch        abtrennen.     



  Das     4-Allyloxy-3-amino-l-nitro-benzen     ist neu, es     schmilzt    bei 38-39  C, ist schwer  löslich in Wasser, löslich     in    Kohlenwasser  stoffeh,     und    es bildet ein gut     kristallisieren-          des    Hydrochlorid.

   Seine Süsskraft ist bedeu  tend geringer als diejenige von     4-Propoxy-3-          amino    - 1 -     nitro    -     benzen,    nämlich nur mehr       22        000mal        so        gross        wie        diejenige        von        Rohr-          zucker,    aber es eignet sich vorzüglich als       Lokalanästhetikum.    Es soll als Süssstoff und  besonders als     Lokalanästhetikum    verwendet  werden.  



  Für die     Anwendung    als Süssstoff wird  das Produkt vorzugsweise mit einem andern,  insbesondere weissen Stoff,     gemischt    oder  umhüllt, z. B.     mit        Milchzucker,    und auf  Tabletten, Dragees und derartige Erzeug  nisse verarbeitet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von reinem 4-Allyloxy-3-amino-l-nitro-benzen, dadurch gekennzeichnet, dass man ein in 4-Stellung substituiertes 1,3-Dinitro-benzen zwei chemi schen Umwandlungen unterwirft, nämlich einer Reduktion einer der beiden Nitro- gruppen zur Aminogruppe unter Bildung einer Mischung von zwei Isomeren,
    wobei sich dann bei einem die Aminogruppe in 1-Stellung, beim andern in 3-Stellung befin det, sowie einer Substitution der in 4-Stel- limg stehenden Gruppe durch den Allyloxy- rest mittels einer die Allyloxygruppe ab- gebenden Verbindung, und dass man jeweils dasjenige Isomere, das die Aminogruppe in 3-Stellung enthält, isoliert.
    Das so erhaltene reine 4-Allyloxy-3- amino-l-nitro-benzen ist neu. Es schmilzt, im Gegensatz zu dem bisher bekannten Gemisch der Isomeren aus 4-Allyloxy-3-amino-l-nitro- benzen und 4-A llyloxy -1- amino - 3 - nitro- benzen, das als dunkelrotes, nicht kristalli sierendes 01 vorliegt, bei 38-39", ist schwer löslich in Wasser, löslich in Kohlenwasser- stoffen, und bildet ein gut kristallisierendes Hydrochlorid.
    Das reine Produkt hat eine Süsskraft, welche etwa 2000mal die von Rohr zucker beträgt. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man auf das in 4-Stellung substituierte 1,3-Dinitro-benzen. eine die Allyloxygruppe abgebende Verbin dung einwirken lässt, das gebildete 4- Ally 1- oxy-1,
    3-dinitro-benzen teilweise reduziert und aus dem so entstandenen Isomeren- gemisch das 4 - Allyloxy - 3 - amino -1- nitro- benzen abtrennt. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man das in 4-Stel- lung substituierte 1,3-Dinitro-benzen teil weise reduziert, aus dem so entstandenen Isomerengemisch das in 4-Stellung substi- tuierte 3-Amino-l-nitro-benzen abtrennt und durch Umsetzung mit einer die Allyloxy- gruppe abgebenden Verbindung den in 4-Stellung befindlichen Substituenten durch die <RTI
    ID="0004.0045"> Allyloxygruppe ersetzt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man das in 4-Stel- lung substituierte 1,3-Dinitro-benzen teil weise reduziert. durch Umsetzung mit einer die Allyloxygruppe abgebenden Verbindung den in 4-Stellung stehenden Substituenten durch die Allyloxygruppe ersetzt und aus dem so entstandenen Isomerengemisch das 4- Allyloxy-3-amino-l-nitro-henzen abtrennt.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man die Abtren nung des in 4-Stellung substituierten 3- Amino-l-nitro-benzens aus dem Isomeren- gemisch auf Grund des Unterschiedes der Löslichkeit der Salze dieser Isomeren vor nimmt. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man die Abtren nung des in 4-Stellung substituierten 3-Amino-1-nitro-benzens aus dem Isomeren- gemiseh durehfraktionierte Kristallisation aus organischen Lösungsmitteln durchführt.
CH239159D 1940-10-22 1941-12-04 Verfahren zur Herstellung eines Abkömmlings des 3-Amino-1-nitro-benzens. CH239159A (de)

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