Fernmessempfangsanordnung, bei der durch ein Kondensatorsystem die ankommenden Impulse in einem 1Vlessgerät zugeführte Itondensatorströme umgewandelt werden. Es sind Fernmessempfangsanordnungen bekannt, bei .denen Kondensatoren mittelst eines im Takte der ankommenden Impulse gesteuerten Umschaltkontaktrela.is über ein Messgerät aus einer Gleichstromquelle auf- oder umgeladen werden.
Wenn man auch die Kontakte dieser Umschaltkontaktrelais durch Anordnung von Widerständen vor Be schädigung zu schützen .sucht, @so. werden diese. infolge der häufigen Kontaktschlüsse trotzdem noch in ungünstiger Weise bean sprucht. Es, ist daher denkbar, dass nach einem gewissen Zeitrahm die Umsehaltkon- taktrelais nicht mehr einwandfrei arbeiten, wodurch natürlich die Messgenauigkeit leidet.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Fernmessempfangsanordnung, bei der durch ein Kondens-atorsystem die ankommenden Impulse in einem Messgerät zugeführte Kon- densatorströme umgewandelt werden. Gemäss der Erfindung erfolgt die Auf- bezw. Um ladung des Kondensatorsystems nicht von einem mechanischen Umschaltkontaktrelais, sondern .durch zwei, im Takte der ankommen den Impulse abwechselnd leitend gemachte, gittergesteuerte Entladungsröhren.
Als gittergesteuerte Entladungsröhren können Hochvakuumröhren, gasgefüllte Glimm- röhren oder Quecksilberdampfgleiehrichter Verwendung finden.
Man kann nun bei der Fernmessempfa.ngs- anordnung derart vorgehen, dass bei Ver wendung eines in. Reihe mit dem. Messgerät liegenden Kondensators: dieser mit der einen Entladungsröhre in Reihe liegt und von der andern Entladungsröhre überbrückt wird und dass bei Verwendung zweier mit :dem Messgerät in Reihe liegender Kondensatoren jeder von einer Entladungsröhre überbrückt wird.
Die Steuerung der Gitter der Entladungs röhren von den ankommenden Impulsen kann wiederum auf verschiedene Art bewirkt werden. So, .kann ein von den Impulsen<B>ge-</B> steuertes doppelpoliges, Umschaltrelais Ver wendung finden., durch das die Gitter der beiden Entladung röhren -abwechselnd von einer Batterie eine negative Vorspannung er halten.
Da das Ums@chaltrelais@ nur einen äusserst schwachen Gitterstrom zu führen hat, kann dieses: sehr leicht gebaut werden, ohne .dass eine Beschädigung der Kontakte zu befürchten ist. Die Lebensdauer eines sol chen Relais, ist somit sehr hoch. Infolge der hohen Betriebssicherheit des Umschaltrelais.
werden daher auch Messfehler nicht verur- sacht. Die Verwendung von Entladungs röhren in dem Kondens-atormessstromkreie gibt auch ferner ohne weiteres die Möglich keit, ,die Spannung der die Kon.densatoreu aufladenden Gleichstrombatterie bedeutend höher zu wählen als, dies bei D4mpfangsan- ordnungen unter Verwendung eines. in dem Messstromkreis liegenden mechanischen Um schaltrelais, möglich _ ist.
Man gewinnt da@ durch viel höhere Messströme, so dass mit der Messan.ordnung auch eine Registrierung der fernübertragenen Messg-rösse leicht möglich ist. ,Die Fernmeeempfangsa.nerdnung ist weiterhin auch noch vorteilhaft zur Summen messung von MessgTössen sehr gut geeignet. Man braucht in einem solchen Fall nur die einzelnen, von den Impulsen gesteuerten Kondensatorsysteme parallel zueinander zu schalten.
Besondere Vorl-,ehrungen zur Ver meidung der gegenseitigen Beeinflussung der einzelnen Kondensatorsysteme brauchen, so fern Entladungsröhren Verwendung finden, die als vollkommene Ventile arbeiten, nicht getroffen zu werden.
Es ist natürlich nicht unbedingt notwen dig, ein von den ankommenden Impulsen beeinflusstes, die Gitter der Entladungsröh ren steuerndes" doppelpoliges Umschaltrelais zu verwenden. So kann man auch dieses Umschaltrelais durch einen Transformator ersetzen, an dessen Primärwicklung die die Impulse führende Fernleitung und an dessen Sekundärwicklung. ,die Gitterkreise :der bei den Entladungsröhren nicht gleichsinnig an geschlossen sind, wobei die Gitter der Entla dungsröhren mit dem negativen Pol je einer Gitterspannungsbatterie'verbunden sind.
Bei Verwendung eines solchen ImpulstransfoT- mators- fallen Kontakte und bewegliche Teile überhaupt weg, wodurch natürlieh der Auf bau der ganzen Empfangsanordnung norll günstiger wird.
In der Zeichnung sind in den Fig. 1 bi, 3 mehrere Ausführungsbeispiele der Erfin- .dung zur Darstellung gebracht.
Von den beiden gittergesteuerten Entla dungsröhren 1, 2 mit geringem innerem Wi- derstand nach Fig. 1 liegt die eine in Reihe mit dem Messgerät 3 und dem Kondensator 4, während die andere den Kondensator 4 überbrückt. Die Aufladung des Kondensa- tors 4 erfolg, von einer Gleichstrombatterie 7.
Die Gitter 5, 6 der beiden Entladungs röhren 1, 2 werden von einem doppelpoli- gen, mit einer Batterie 8 von etwa 5 bis 1'0 Volt verbundenen Um@s,chaltrelaie 9 gesteuert.
In der aus der Zeichnung ersichtlichen Schaltstellung :des TTms,chaltrelais 9 erhält das Gitter 6 -der Entladungsröhre 2 ein ne gatives Potential, während das Gitter 5 der Entladungsröhre 1 von der Batterie 8 abge schaltet ist. Die Röhre 2 ist .daher für den Durchfluss eines Anodenstromes gesperrt und die Röhre 1. leitend. Demzufolge wird der Kondensator 4 von der Gleichstrombatterie 7 über das Messgerät,3 und' die Entladungs röhre 1 aufgeladen.
Nach Ausfall des Im pulses wird das Umschaltrelais 9 durch den Zug einer Rückzugfeder wieder umgeschal tet, so dass, jetzt die Entladungsröhre 2' lei tend und die Entladungsröhre 1 gesperrt wird. Der Kondensator, kann sich nunmehr über die leitend gewordene Röhre 2, entladen. Bei Auftreten eines neuen Impulses wieder holt sieh dieser Vorgang.
Die Empfangsanordnung nach Fig. 2 zeigt gegenüber derjenigen nach Fig. 1 eine etwas abgeänderte Ausführungsform. Bei dieser gelangen zwei Kondensatoren 4, :l' zur Verwendung, die durch je eine gitterge steuerte Entladungsröhre 1, 2 überbrückt sind. Es wird also hier im Gegensatz zur Empfangsanordnung nach Fig. 1 ein fern übertragener Impuls in eine doppelte Fre quenz umgewandelt. In den übrigen Teilen stimmt die Schaltanordnung mit der naeb Fig. 1 überein.
Ein über die Fernleitung nach der Emp- fangsstation übertragener Impuls hält die Kontakte des Umschaltrelais 9 in :der aus :der Zeichnung ersichtlichen Stellung. Es erhält dann das Gitter 5 der Röhre 2i eine negative Vorspannung, während das Gitter 6: der Ent ladungsröhre 1 von der Gitterspannu:ngs.- batterie 8 abgeschaltet ist. Somit wird die Entladungsröhre 1 leitend und die Entla dungsröhre 2 gesperrt.
Der Kondensator 4 wird nunmehr über :die Entladungsröhre 1 und das, Messgerät 3 von der Batterie 7 auf geladen. Ferner wird der Kondensator 4' entladen. Nach dem Verschwinden :des: Im- pulses@ gelangen, die Kontakte :des Umschalt relais 9 wiederum in eine Stellung, in :der die Entladungsröhre 1 gesperrt wird. Es kann sich also dann der vorher aufgeladene Kon densator 4 über :die Entladungsröhre; 2 ent laden. Weiterhin wird auch der Kondensa tor 4' über die Entladungsröhre 2 und das Messgerät 3: aufgeladen.
Beider Empfangsanordnung nach Fig. 3 findet ein besonderes, die Gitter 5, 6 der Entladungsröhre steuerndes Umschaltrelais 9 nicht Verwendung. An Stelle :des Relais 9 tritt hier ein Transformator 11, dessen Primärwicklung 12- mit,der Fernleitung und dessen Sekundärleitung 13 mit den Gitter kreisen 14, 15 der beiden Entladungsröhren 1, 2 verbunden sind, und zwar ist dass Gitter 5 der einen Röhre 1 an das eine Ende 16 und das Gitter 6 der andern Röhre 2 an :das andere Ende 17 der Sekundärwicklung 1'3 angeschlossen.
Die Gitter 5, 6 der beiden Röhren 1, 2, erhalten von je einer Batterie 1.8, 19 eine negative Vorspannung. Damit kein Gleichstrom von den Gitterbatterien 18; 1.9 über die Sekundärwicklung 13 fliessen kann, .sind in die Gitterkreise 14, 15 Kon densatoren 20 eingeschaltet. Die beiden Ent ladungsröhren 1, 2 wirken wiederum, mit zwei Kondensatoren 4, 4' zusammen, so :dass deren Aufladung und Entladung in der glei ehen Weise, wie bei der Schaltung nach Fig. 2 vor sich geht.
Die Zeitkonstante des Transformators. 11 ist so hoch gewählt, :dass der dadurch entstehende Ausgleichsvorgang solange :dauert, bisi der Ladestrom des Kon- densatorsystems abgeklungen ist.
Der ankommende Impuls, der ein Gleich sir.omimpuls ist, erzeugt auf der Sekundär- s,eite des Transformators 11 eine EMK, wo bei der durch :diese EMK . hervorgerufene Strom während des Anstieges und des Ab falles des über :die Fernleitung übertragenen Impulses verschiedene Polarität besitzt.
Da die Gitterstromkreise 14, 15 der beiden Ent ladungsröhren 1, 2' nicht gleichsinnig mit der Sekundärwicklung 13 des Transformators, 11 verbunden sind, werden :diese Gitter Span nungen verschiedenen Vorzeichens erhalten. Es wird also beispielsweise während des An stieges :des Impulses :die Vorspannung :des Gitters 5 der Röhre 1 noch weiter negativ erhöht, während :die negative Vorspannung des: Gitters 6 der Röhre 2 unterdrückt wird und dieses eine positive Varspannung erhält. Die Röhre 1 wird .somit gesperrt und die Röhre 2 leitend gemacht.
Der Kondensator 4 wird dann über die leitend gewordene Röhre 2 und. das Messgerät 3 von,der Gleich strombatterie 7 aufgeladen, sowie der vorher aufgeladene Kondensator 4' über die Röhre 2 entladen. Beim Abfallen des ankommen den Impulses wird die Polarität des durch :die EMK hervorgerufenen: Sekundärstromes geändert.
Es: wird also jetzt die Röhre 1 lei tend und die Röhre 2 .gesperrt. Demzufolge erfolgt jetzt :die Aufladung des Kondensa- tors 4' über :die Entladungsröhre 1 und über dass Messgerät 31 von der Gleichstrombatterie 7. Gleichzeitig wird auch der Kondensator 4 über :die Röhre 1 wieder entladen.
Nach vollkommenem Abklingen des Im pulses fliesst in :d:er ,Sekundärwicklung 13 .des Transformators 11 kein Strom. Es! erhalten dann beide Gitter 5, 6 ,,der Röhre 1, 21 von ihren Vorspannungsbatterien 18, 19: eine ne gative Vorspannung. .Somit sind beide Ent ladungsröhren für -den Durchgang eines: Ano- denstro:mes 1, 2 .gesperrt.
Während :dieser Zeit findet :daher eine Beeinflussung der Kondensatoren. 4, 4' nicht statt. Erst beim Wiederauftreten eines neuen Impulses wird der geschilderte Vorgang wiederholt.
Für den Fall, dass, Wechselstromimpulee auf die Fernleitung übertragen werden, muss beider Fernmessanordnung nach Fig. ä zwi schen Fernleitung und Primärwicklung 12 des Transformators 11 eine Gleichrichteran- ordnung geschaltet werden