CH166207A - Verfahren zum Verdampfen von Flüssigkeiten, insbesondere Seewasser oder andern sich bei der Verdampfung ausscheidende Stoffe enthaltenden Flüssigkeiten. - Google Patents

Verfahren zum Verdampfen von Flüssigkeiten, insbesondere Seewasser oder andern sich bei der Verdampfung ausscheidende Stoffe enthaltenden Flüssigkeiten.

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CH166207A
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  • Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)

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  Verfahren zum Verdampfen von Flüssigkeiten, insbesondere Seewasser oder andern  sieh bei der Verdampfung     ausseheidende    Stoffe enthaltenden Flüssigkeiten.    Beim Verdampfen von Flüssigkeiten, die  bei der Verdampfung sich     aussehaidende     Stoffe aufweisen, zum Beispiel von See  wasser,     beteht    in der     Regel    der Übelstand,  dass solche Stoffe der Flüssigkeit sich auf  den Heizflächen festsetzen und den Wärme  übergang von diesen in die Flüssigkeit er  schweren.  



  Vorliegende Erfindung bezweckt, diesen       Melstand    zu beseitigen.  



  Bekanntlich. liegt der eigentliche Grund  dieses Übelstandes darin, dass auf den Heiz  flächen sich Dampfblasen an verschiedenen       Stellen    bilden, welche Stellen während kur  zer Zeit ganz trocken werden. An den trocke  nen Stellen setzen sich die wegen der Ver  dampfung aua der Flüssigkeit ausgeschie  denen geringen Stoffmengen fest,     insbeson.     dere wenn diese Stoffe in der Flüssigkeit  nicht eigentlich     gelöst    sind, sondern sich dort  nur in amorphem oder feinkörnigem Zustande  befinden, wie zum Beispiel Kalk oder Gips    in Seewasser, das durch Erwärmung von  einem grösseren Teil seiner Kohlensäure be  freit     worden.    ist.

   Sogar in der Flüssigkeit  leicht lösliche Stoffe, wie Salz, können sich  festsetzen, weil die nachfolgende Benetzung  augenblicklich von neuer Dampfblasenbil  dung und Absetzung von weiteren Kristallen  begleitet wird, wodurch die Flüssigkeit keine  Zeit .erhält, ihre wiederauflösende Wirkung.  auszuüben.  



  Bei bisher     bekannten        Verdampfungs-          anlagen    sind die     Schwierigkeiten    zufolge  dieser     Schichtbildung    auf den Heizflächen  beträchtlich. Die technischen Fortschritte  wurden deshalb auch bisher in     Richtung    von  mechanischen Hilfsmitteln zum Wegschaben  der Schichten oder von praktischen     Kon-          struktionen    zur bequemen Auswechslung der       Heizelemente    zwecks Reinigung .gemacht.  



       Lm    die     erwähnten    Übelstände zu besei  tigen, wurde schon vorgeschlagen, in der  Weise zu verfahren, dass der Flüssigkeit ihre      Verdampf     uigswärme    unter derartigen Ver  hältnissen     und    in solcher Weise zugeführt  wird, dass kein Kochen und     somit    keine  Dampfblasenbildung in der Flüssigkeit statt  finden kann, damit die Heizflächen immer  feucht bleiben und die sonst eintretende       Festbrennung    von Stoffen dadurch vermie  den wird.  



  Um die genannten Bedingungen zu er  füllen, wurde der bekannten Erscheinung  Rechnung getragen, dass Dampfblasen nur  dann sich bilden und emporsteigen können,  wenn der Druck an irgend einer Stelle des  Flüssigkeitsraumes im Heizapparat niedriger  ist als der     Verdampfungsdruck    der Flüssig  keit, welcher der Temperatur an der betref  fenden Stelle entspricht.

   Der Druck der  Flüssigkeit im Heizapparat wurde deshalb  über diesen     Verdampfungsdruck    hinaus er  höht, ohne jedoch den der Temperatur der  flüssigkeitsberührten Heizfläche selbst ent  sprechenden     Verdampfungsdi-L.ick    zu errei  chen oder zu     überschreiten.    So     wurde    er  reicht, dass im Heizapparat kein Kochen  stattfand, sondern nur eine Wärmeübertra  gung an die Flüssigkeit ,der     Verdampfungs-          anlage.    Wenn dann die Flüssigkeit in stetige  Zirkulation zwischen dem unter erhöhtem  Druck stehenden Heizapparat und einem auf  niedrigerem Druck gehaltenen und nicht mit  Heizelementen versehenen Behälter,

   dem  eigentlichen Verdampfer der     Verdampfungs-          anlage    gehalten wird, so     entsteht    nur im  Verdampfer Dampf. Derartige Anlagen sind  unter dem Namen     "Entspannungsverdamp-          fer"    bekannt.  



  Die Erfahrung hat gezeigt, dass durch  diese Erhöhung des Flüssigkeitsdruckes im       Heizapparat    selbst Kristallbildung wirklich  vermieden wurde. Es bildeten sich dennoch  allmählich starke Beläge von Stoffen auf  der Heizfläche, was vermuten liess, dass der       Grund    zur Bildung dieser Beläge andern, un  bekannten Umständen zuzuschreiben sei.  



  Die Erfindung wurde auf Grund einer  näheren Untersuchung dessen gemacht, was  an den     flüssigkeitsberührten    Heizflächen  selbst während des Wärmeüberganges von    den Heizflächen in die Flüssigkeit statt  findet. Offenbar kann ein derartiger Über  gang nur stattfinden, wenn .die Heizfläche  selbst eine hinreichend höhere Temperatur  als die Flüssigkeitsteilchen hat, welche sie  berühren.

   Ein ausserordentlich kleines Teil  chen dieser berührenden Flüssigkeit wird,  wenn der Flüssigkeitsdruck kleiner ist als  der der     Heizflächentemperatur    entsprechende       Verdampfungsdruck,    dann verdampfen und  eine mikroskopisch feine Dampfperle bilden,  die am betreffenden Punkt an der Heizfläche  festheftet und eine verhältnismässig     grosse     Oberfläche gegenüber der umgebenden Flüs  sigkeit einnimmt, welche eine niedrigere  Temperatur hat (der Temperaturunterschied  kann zum     Beispiel    10 bis ,20   C sein). Des  wegen wird die umgebende Flüssigkeit der  Dampfperle die Kondensationswärme ent  nehmen, die Perle kondensiert im nächsten  Augenblick und verschwindet, ohne irgend  wann von .der Heizfläche gelöst worden zu  sein.

   Was von der einzelnen Dampfperle und  dem     Heizflächenpunkt    gesagt ist, an dem sie  innerhalb eines sehr kleinen Bruchteils einer  Sekunde gebildet wurde und wieder ver  schwand,     b-ilt    für eine fast unendlich grosse  Anzahl Punkte der Heizfläche, welch letztere  deshalb jederzeit von einer sehr grossen     Anzahl     unaufhörlich sich bildender und wieder ver  schwindender Dampfperlen bedeckt sein  wird. Jede Dampfperle kann mit einem  äusserst kleinen pulsierenden Element auf der  Heizfläche verglichen werden. Diese ist so  mit überall von einer ausserordentlich grossen  Anzahl mikroskopisch kleiner, pulsierender  Elemente oder Dampfperlen bedeckt, welche  die Wärmeübertragung von der Heizfläche  in die dieselbe berührende Flüssigkeit ver  mitteln.  



  Nun wird indessen die Bildung jeder  Dampfperle     notwendigerweise    verursachen,  dass mikroskopisch kleine Teilchen von  festem Stoff, der im verdampfenden Flüssig  keitsteilchen gelöst oder suspendiert war, sich       niederschlagen,    und da diese Teilchen nicht  ebenso rasch in der Flüssigkeit wieder gelöst  oder suspendiert werden können, als die Perle      sich wieder kondensiert, sind die ausgefällten  festen Teilchen bestrebt, sich an dem Punkt  der Heizfläche festzusetzen; wo die soeben  verschwundene Perle gebildet wurde; so  wird die Heizfläche allmählich von einem  Belag bedeckt, trotzdem kein wirkliches  Kochen der Flüssigkeit stattfindet, das heisst  ohne: dass sieh in letzterer Dampfblasen bil  den, die sich loslösen und von der Heizfläche  emporsteigen.

   Statt dessen     wird    das Wasser  nahe der     ileizflä,che    in eine turbulente     Be-          we-ung    versetzt, welche .die Übertragung  von Wärme an die Flüssigkeit unterstützt.  



  Anhand der vorstehend     auseinander-          ;-esetzten    Erkenntnis konnte der Weg zur       1Tnterdrückiing    jeder Bildung eines Belages  auf der Heizfläche gefunden werden. Gegen  stand der Erfindung ist ein Verfahren zur  Verdampfung von Flüssigkeiten,     insbeson-          (lere    Seewasser oder andern, sich bei der     Ver-          clampfung    ausscheidende Stoffe enthaltenden  Flüssigkeiten, zwecks     Ausnützung    des De  stillate,

   oder Konzentrierung der Flüssigkeit  in einem vorbereitenden Prozess zwecks spä  terer Ausscheidung und     Ausnützung    von in  der     Flüssigkeit    enthaltenen Stoffen, unter       Anwendung    einer     Verdampfungsanlage    mit  einem Heizapparat und einem Verdampfer,  bei welchem die Flüssigkeit im Heizapparat  selbst unter einem den     Verdampfungsdruck     bei der Temperatur der     Flüssigkeit    im ge  nannten Apparat übersteigenden Druck ge  halten wird.

   Das Verfahren ist dadurch ge  kennzeichnet, dass man im Heizapparat die  Flüssigkeit an jedem Punkt .der Heizfläche  unter einem Druck hält, der mindestens  gleich ihrem     Verdampfungsdruck    bei der  Temperatur der flüssigkeitsberührten Heiz  fläche     *st,    wodurch .der Wärmeübergang von  dieser Heizfläche in die     Flüssigkeit    nicht nur  ohne irgendwelche, infolge Kochen. eintreten  der     Bilc'_ung    von freien Dampfblasen in der  Flüssigkeit stattfindet, sondern auch ohne  Bildung von pulsierenden Dampfperlen an  irgendeinem Punkt der Heizfläche.  



  Nachstehend wird ein Beispiel .des erfin  dungsgemässen Verfahrens erläutert.    Es soll Seewasser verdampft werden, das  bei 100   C unter Atmosphärendruck, bei  104'C unter 1,2     atm.    und bei<B>120'C</B> unter       2,0        atm.    kocht. Es wird dabei eine     Verdamp-          fungsanlage    mit einem Heizapparat und  einem Verdampfer verwendet.  



  Es wird für die Heizfläche des     Heizappa-          rates    eine Temperatur von 104   C gewählt,  und der Druck der     Flüssigkeit    im     Heiz-          apparat    beträgt mindestens. 1,2     atm.    Hat die  Heizfläche eine Temperatur von 120' C, so  muss der Druck entsprechend     mindestens     2,0     atm.    betragen, wodurch sich Dampfperlen  an keinem Punkt der flüssigkeitsberührten  Heizfläche bilden können. In solchem Falle  geschieht die Wärmeübertragung an der  wasserberührten Heizfläche direkt.

   Die Heiz  fläche ist überall gleichmässig wirksam, wäh  rend bei     Dampfperlenbildung    jeweils nur ein  Bruchteil der Heizfläche in voller Wirksam  keit ist. Die verschiedenen gelösten Stoffe  erhalten folglich keine Gelegenheit, sieh aus  zuscheiden und     festzubrennen.    Die Heiz  fläche des     Heizapparates    bleibt rein und ohne  irgendwelchen Belag, der den Wärmeüber  gang     behindern    würde.  



  Versetzt man die Flüssigkeit in eine  rasche Bewegung längs der Heizfläche und  sorgt man gleichzeitig für     einen    kleinen Tem  peraturunterschied zwischen Flüssigkeit und  Heizfläche, so wird. die Wirkung des hohen  Druckes unterstützt. Wenn die Flüssigkeit  dann in den Raum des Verdampfers geleitet.  wird, in welchem niedrigerer Druck herrscht,  so entledigt sie sich durch Verdampfung  eines Teils der von ihr empfangenen Wärme,  um darnach wieder der Heizfläche des     Heiz-          apparates    zugeführt zu werden usw.  



  Der erhöhte Druck der zirkulierenden  Flüssigkeit im Heizapparat kann zum Bei  spiel dadurch hervorgerufen werden, dass  man an einer zweckmässigen Stelle des Kreis  laufes der     Verdampfungsanlage    eine Schi  kane anordnet, die der den Heizapparat ver  lassenden Flüssigkeit einen erhöhten Wider  stand bietet. Eine derartige Schikane kann  ein federbelastetes Ventil sein, durch wel  ches die Flüssigkeit mittelst einer Pumpe ge-      trieben wird, welche die Flüssigkeit in stän  digem Kreislauf hält. Der Verdampfer kann  unmittelbar hinter dem Ventil in den Kreis  lauf eingeschaltet sein, somit an einer Stelle,  wo der Druck unter den Druck der aus dem  Heizapparat hinausströmenden Flüssigkeit  gesunken ist.  



  Die Erfahrung hat gezeigt,     dass    man  durch     Aufrechterhaltung    der angeführten  Druckbedingungen nicht nur jede Kristall  bildung, sondern auch jede andere Belag  bildung auf den Heizflächen vermeiden  kann.  



  Statt. Seewasser können auch andere  Flüssigkeiten, die bei der Verdampfung sich  ausscheidende Stoffe aufweisen, so verdampft  werden, sei der Zweck die Gewinnung des  Destillates als Nutzprodukt. oder die Kon  zentrierung einer Flüssigkeit, wie zum Bei  spiel einer Salzlösung, Zuckerlösung     etc.,    in  einer Reihe von Stufen ohne     Kristallbildung.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Verdampfen von Flüssig keiten, insbesondere Seewasser oder andern, -,ich bei der Verdampfung ausscheidende Stoffe enthaltenden Flüssigkeiten zwecks Ausnützung des Destillates oder Konzentrie rung der Flüssigkeit in einem vorbereitenden Prozess zwecks späterer Ausscheidung und Ausnützung von in der Flüssigkeit enthal tenen Stoffen, unter Anwendung einer Ver- dampfungsanlage mit einem Heizapparat und einem Verdampfer, bei welcher die<I>Flüssig-</I> keit im Heizapparat selbst unter einem den Verdampfungsdruck bei der Temperatur der Flüssigkeit:
    im genannten Apparat über steigenden Druck gehalten wird, dadurch ge kennzeichnet, dass man im Heizapparat die Flüssigkeit an jedem Punkt der Heizfläche unter einem Druck hält, der mindestens gleich ihrem Verdampfungsdruck bei der Temperatur der flüssigkeitsberührten Heiz fläche ist, wodurch der Wärmeübergang von dieser Heizfläche. in die Flüssigkeit. nicht. nur ohne irgendwelche- infolge Kochens ein tretender Bildung von freien Dampfblasen in .der Flüssigkeit stattfindet, sondern auch ohne Bildung von pulsierenden Dampfperlen an irgendeinem Punkt der Heizflä,ehe.
CH166207D 1930-11-25 1931-11-24 Verfahren zum Verdampfen von Flüssigkeiten, insbesondere Seewasser oder andern sich bei der Verdampfung ausscheidende Stoffe enthaltenden Flüssigkeiten. CH166207A (de)

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