CH159253A - Einrichtung zur Erzeugung elektrischer Stösse von sehr hoher Spannung. - Google Patents
Einrichtung zur Erzeugung elektrischer Stösse von sehr hoher Spannung.Info
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Description
Einrichtung zur Erzeugung elektrischer Stösse von sehr hoher Spannung. In der Technik, im Laboratorium und in der medizinischen Praxis erscheint es wieder holt wünschenswert, Spannungen in Höhe von einigen Millionen Volt zur Verfügung zu haben. Es sei erinnert an die Prüfung von Freileitungsisolatoren, an die Versuche zur Zertrümmerung von Atomen und an die Erzeugung extrem harter Röntgen-, Kanal oder Kathodenstrahlen. Es ist versucht wor den, die zu diesem Zwecke benötigten Span nungen in Höhe von einigen Millionen Volt mittelst der nach E. Marx gebauten Stoss anlagen zu erzeugen.
Sollen jedoch Span nungen von mehreren Millionen Volt erreicht werden, so benötigen diese Stossanlagen einen sehr grossen Raum und sind ausserdem ausser ordentlich teuer.
Aufgabe der Erfindung ist es daher. Spannungen beliebiger Höhe, wie sie für die genannten Zwecke in Frage kommen, be triebssicher und billig herzustellen. Bei der Erfindung wird von der Erkenntnis Ge- brauch gemacht, dass Isolierflüssigkeiten bei kurzzeitiger Belastung eine überaus grosse Durchschlagsfestigkeit besitzen. während die in der Technik gewöhnlich benutzten Öle hei Dauerbelastung nur eine Feldstärke von 40 000 bis 60 000 Volt pro cm und ex trem gereinigte Ole eine solche von 200 000 bis<B>3001000</B> Volt pro ein aushalten.
Im Gegensatz dazu kann bei kurzzeitiger Belastung (10-3 bis 10-3 Sek.) das 01 einr- Spannun,y von 500 000 bis 1,3 Millionen Volt pro cm vertragen. Erfindungsgemäss wird daher die Einrichtung zur Her- vorbringung elektrischer Stösse von sehr hoher Spannung derart ausgebildet. .dass inin- destens die Stossspannungsvorrichtung, .deren Entladungszeit kleiner als 111--3 Sek. ist, in eine Isolierflüssigkeit eingebettet wird.
das Ganze derart, dass unter Ausnutzung der :ii Flüssigkeiten auftretenden Funkenverzöge- rung und vermöge .der in Flüssigkeiten mög lichen Spannungsüberhöhung ein gedrängter Zusammenbau erreicht und Durch- und Überschläge verhindert werden.
Umfangreiche Versuche, die wii anstell ten, haben zu dem Ergebnis geführt, dass bei sehr kurzzeitigem Stoss der Durschlagswert für alle Sorten von Öl, auch für extrem ver unreinigte, nahezu gleich ist, so @dass in die sem Falle also mit billigem, verunreinigtem Öl gearbeitet werden kann. Da die Endhoch- spannung nur sehr kurzzeitig wirkt, ist es das Gegebene, derartige Stossspannungsvor- richtungen in flüssige Isoliermaterialien ein zubetten.
Aus der eben beschriebenen Tat sache der Durchschlagsverzögerung bei kur zen Zeiten geht aber auch hervor, dass es nicht möglich ist, die Schaltfunkenstrecke unter Öl anspringen zu lassen, da in diesem Fall eine bis zehnfache Spannungsüberhöhung notwendig wäre. Die Schaltfunkenstrecken werden daher vorteilhaft in getrennten, mit Druckgas gefüllten Kammern untergebracht, wobei nach unseren Versuchen eine messbare Verzögerung nicht eintritt. Diese Kombina tion hat den Vorteil, dass .die sonst bei nor malen Stossanlagen notwendigen grossen Ku gelfunkenstrecken vollkommen wegfallen und die ganze Schaltung in kleinen hand lichen Kammern vonstatten geht.
Es ist be kannt, dass die Durchschlagsfestigkeit der Gase bis zu etwa 70 Atrn. proportional dem herrschenden Druck ansteigt; wenn somit etwa die Schlagweite in Atmosphärendruck bei einer bestimmten Spannung zwischen Spitzen 10 cm beträgt, wird bei einem Druck von 10 Atm. die Schlagweite nur noch 1 cm betragen. In den kleinen Druckkammern kann natürlich fast jeder beliebige Druck eingestellt werden.
Ein weiterer Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass die Regu lierung dieser Funkenstrecken, um nämlich verschiedene Spannungen herzustellen, nicht, wie bisher, in mechanischer Weise, sondern einfach durch mehr oder minder starke Kompression in den Druckkammern erzielt und der herrschende Druck in einem Mano meter gemessen werden kann.
Um ausserdem Gleitungen an den Kon densatoren zu vermeiden, können Mittel vor- gesehen sein, um die verwendete Isolier- flüssigkeit -unter einen gewissen Druck zu setzen. Die Gleitungen an den Kondensa toren leiten im allgemeinen Durchschlue der KonJensatorisolatoren ein. Die Besei tigung der Gleitungen durch die Erhöhung des Öldruckes setzt daher die Durchschlags festigkeit des verwendeten festen Dielektri- kums herauf.
Die Gleitungen können weiter durch Verwendung einer Isolierflüssigkeit besonders hoher Dielektrizitätskonstante stark vermindert werden. Beispielsweise ist es zweckmässig, Rizinusöl mit .der Dielektrizi- tätskonstante 4, Chlorbenzol mit der Dielek- trizitätskonstante 8, oder am günstigsten Trikresylphosphat mit der Dielektrizitäts- konstante 10 zu benutzen.
Die Gleitungen werden im allgeminen durch bei der Schal tung entstehende Ilochfrequenzschwingun- gen eingeleitet, können also auch durch Be hinderung der Hochfrequenzschwingungen beseitigt werden. Die Unterdrückung von Hochfrequenzschwingungen ist aus @d-er Ra diotechnik ausreichend bekannt.
Um grosse Dimensionen des die Stoss- spannungsvorrichtung umgebenden Behälters zu vermeiden, bezw. um nur teilweise mit hochwertigen Isolierstoffen arbeiten zu müs sen, kann vorgesehen sein, diesen nur so ,gross zu machen, wie er zur Aufnahme der Kon densatoren gerade erforderlich ist und diesen Behälter in einen zweiten grösseren Hüll behälter hineinzusetzen.
Da die Flüssigkeit dieses Hüllbehälters nur mit der Endstoss spannung beansprucht wird und nicht mit der längere Zeit wirkenden Aufladespan- nung, ist es möglich. in diesem Hüllbehälter v erhältnismässig gut leitende Flüssigkeiten, etwa Nasser, zu verwenden. Bei Verwen dung relativ gut leitender Flüssigkeiten ist es dann natürlich erforderlich, durch eine weitere Schaltfunkenstrecke dafür zu sorgen, dass die Aufladespannung niemals an dem geringen äussern Flüssigkeitswiderstand liegt.
die Hochspannungsstösse dagegen über diese Schaltfunkenstrecke mit der Flüssigkeit ver bunden sind, damit nicht unerwünschte Durchschläge an andern Stellen erfolgen. Gerade die Möglichkeit, einen so billigen Stoff, wie Wasser, als Isolierflüssigkeit zu verwenden, dürfte es ermöglichen, Spannun gen von 50 bis<B>100</B> Millionen Volt ohne sehr grosse Kosten zu erreichen. Die geschilderte Art von Einrichtungen gestattet es, um grosse Durchführungen zu vermeiden, die Prüfobjekte, wie Isolatoren oder Entladungs röhren, innerhalb des Anlagenhüllbehälters in geeigneter Form unterzubringen und mit Hochspannung zu belasten.
Zwei besonders zweckmässige Ausfüh rungsbeispiele der Erfindung sind auf .den Zeichnungen dargestellt. Es zeigt: Fig. 1 einen Längsschnitt .durch eine er findungsgemässe Einrichtung in schemati scher Veranschaulichung; Fig. Z ist ein Längsschnitt .durch eine andere Ausftihrungsform -der Einrichtung; Fig. 3 zeigt in -grösserem Massstabe einen Längsschnitt durch eine der Druckgaskam mern, welche bei dem Stossgenerator nach der Fig. 2 verwendet werden.
Mit a ist ein vorzugsweise aus Metall bestehender äusserer Hüllbehälter bezeichnet, der ganz oder teilweise mit Isolieröl b nie derer Qualität gefüllt ist. An die Stelle des Öls kann auch Wasser treten. In der Fig. 1 ist mit c die Isolation der Durchführung j bezeichnet.
Diese führt den Stoss zu belie bigen Verbrauchsapparaten, beispielsweise Röntgenröhren oder andern medizinischen Apparaturen. Es können an die Durchfüh rung auch Isolatoren oder andere Apparate angeschlossen werden zum Prüfen der Durch schlagsfestigkeit. Innerhalb des äussern Hüllbehälters a ist ein zweiter, innerer Be hälter d angeordnet, :der mit 01 e höherer Qualität bezw. mit einem 01 einer grösseren Dielektrizitätskonstante gefiillt ist.
Dieser Behälter d besteht beispielsweise aus einem senkrecht stehenden Rohr aus Isalations- inaterial und metallenen, also elektrisch lei tenden obern und untern Abschlussplatten. In diesem Behälter d ist die Stossspannungs- vorrichtung untergebracht. Der eine Auf ladewiderstand f ist an die Aufladespan- nung angeschlossen, während der zweite Wi derstand mit der Erde verbunden ist.
Die Druckluftsthaltfunkenstrecken g sind durch isolierende Rohrleitungen i über ein Mano meter k an eine Druckluftquelle angeschlo-,- sen. Eine besondere Vorschaltfunkenstrecke h ist am Ende der Druckluftschaltfunken- strecke angeordnet. Die eine Kugel der Fun kenstrecke h ist bei der Fig. 1 durch die Leitung j mit dem Abnahmepol des Stoss- generators verbunden.
Zwischen den einzel nen Schaltfunkenstrecken liegen die Kapa7i- täten oder Kondensatoren cf. deren Belegun gen zugleich je mit einem Aufladewiderstand und einem Funkenstreckenpol verbunden sind. Die Druckluft in den Schaltkammern kann in geeigneter Weise, beispielsweise mit- telst eines Reduzierventils. geregelt werden. Das Druckgas wird dabei durch die Leitun gen i den einzelnen Funkenstrecken zuge führt, und der in den Kammern herrschende Druck wird an dem Manometer lc abgelesen.
Es ist naturgemäss möglich, dieses Mano meter direkt als Spannungsmesser zu eichen und als solchen zu benutzen.
Die Ausführungsform nach der Fig. ist im wesentlichen die gleiche, jedoch ist in den metallenen Hüllbehälter a das Priif- objekt l gebracht worden, welches auf Durch sehlagsfestigkeit geprüft werden soll. An Stelle der zu prüfenden Isolatoren l kann auch ein Entladungsrohr treten, so dass vom Entladungsrohr ausgesandte Strahlen un mittelbar aus dem Innern der Apparatur nach aussen auf das zu bestrahlende Objeki dringen.
Bei der Ausführungsform nach der Fig. liegen die Schaltfunkenstrecken in Kam mern, welche unten zum Ölraum des Behäl ters d offen sind, so dass das 01 zum Teil in die Gefässe der Schaltfunkenstrecken ein dringen kann. Der Ölraum selbst ist durch eine Rohrleitung ä über ein Manometer I@ entweder an eine Druckluftquelle oder auch an eine Ölspeiseleitung, die unter wahlwei- sein Druck gehalten werden kann, ange schlossen.
Im Gegensatz zu der Ausfüh rungsform nach der Fig. 1 fallen die einzel nen Druckluftleitungen, welche an die Fun- kenstreckenkammern angeschlossen sind, fort. Der Druck pflanzt sich bei der Ausfüh- zungsform nach der Fig. 2 gleichmässig durch das 01 fort, so dass sämtliche Funkenstrecken unter gleichem Luftdruck stehen.
Fig. 3 zeigt in grösserem Massstabe eine der in Fig. 2 verwendeten Funkenstrecken kammern. In dieser Figur ist mit m die durch den Öldruck innerhalb der Kammern hochsteigende Olmenge bezeichnet, während mit n die Zuleitung zu einem Funkenstrek- kenpol p und mit o die Zuleitung zum an dern Funkenstreckenpol p bezeichnet ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Einrichtung zur Erzeugung elektrischer Stösse von sehr hoher Spannung, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die Stoss- spannungsvorrichtung, deren Entladungszeit kleiner als 10-3 Sek. ist, in eine Isolierflüs- sigkeit eingebettet ist, das Ganze derart, dass unter Ausnutzung der in Flüssigkeiten auf tretenden Funkenverzögerung und vermöge der in Flüssigkeiten möglichen Spannungs überhöhung ein gedrängter Zusammenbau erreicht und Durch- und Überschläge ver hindert werden. UNTERANSPRVCHE 1.Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass nur die Stoss- spännungsvorrichtung in eine Isolier- flüssigkeit eingebettet ist. ?. Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Schalt funkenstrecken in mit einem kompri mierten Gase gefüllten Kammern an geordnet sind. 3. Einrichtung nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass der Gasdruck in den Kammern regulierbar ist, so da i die Überschlagsspannung der Funken- strecken und damit die Stossspannung durch Einstellen des Gasdruckes be stimmt wird. 4.Einrichtung nach LTnteranspruch 8, da durch gekennzeichnet, dass zur Regelung des Druckes in den Kammern ein ge meinsamer Druckregler dient. 5. Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Isolier- flüssigkeit unter Druck gesetzt ist, um gleichzeitig mit der Erhöhung der Durchschlagsfestigkeit der Isolierflüs- sigkeit die Ausbildung von Gleitfunken zu verhindern und damit die Durch schlagsfestigkeit des festen Dielektri- kums .der Kondensatoren zu erhöhen. 6.Einrichtung nach Unteranspruch 5, da durch gekennzeichnet, dass die Isolier- flüssigkeit derart mit dem Druckgas der Schaltfunkenstrecken kommuniziert, dass die Spannungsregulierung durch Verän derung des Isolierflüssigkeitsdruckes be wirkt werden kann. 7. Einrichtung nach Patentanspruch, ge kennzeichnet durch die Verwendung einer Isolierflüssigkeit mit einer Dielek- trizitätskonstante von mindestens 4.B. Einrichtung nach Patentanspruch, ge kennzeichnet durch zwei ineinander an geordnete Behälter, wobei in dem innern Behälter die Stossspannungsvorrichtung in einer hochwertigen Isolierflüssigkeit angeordnet ist, und der äussere Hüll behälter mit einer Flüssigkeit geringe rer Isolationsfähigkeit gefüllt ist. 9. Einrichtung nach Unteranspruch 8, ge kennzeichnet durch die Verwendung von Wasser als Isolierflüssigkeit für den äussern Hüllbehälter. 10.Einrichtung nach Unteranspruch 8, mit einer gut leitenden Flüssigkeit als äusse rem Dielektrikum, dadurch gekennzeich net, dass eine besondere Schaltfunken strecke vorgesehen ist, die die Auflade spannung von diesem Dielektrikum fern hält, die Stossspannung aber anschaltet.11. Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Stoss- spannungsvorrichtung innerhalb eines Hüllbehälters angeordnet ist, welcher bestimmt ist, auch die Versuchsobjekte aufzunehmen, so dass eine isolierende Durchführung für die Stossspannung durch den Hüllbehälter fortfällt.
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