DE4100565C2 - - Google Patents
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- Gas-Filled Discharge Tubes (AREA)
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Schalteinrichtung mit
mehreren Gasentladungsstrecken, die jeweils in einem Einzelschalter
angeordnet sind, bei dem die Länge d seiner
Gasentladungsstrecke und der Druck p eines Arbeitsgases
für eine Niederdruckgasentladung so gewählt sind, daß die
Zündspannung mit steigendem Produkt p×d abnimmt, und der
mit einem Gehäuse versehen ist, dessen im wesentlichen
hohlzylindrischer Isolator mit einem Gasspeicher verbunden
ist.
Die Zündspannung für eine vorgegebene Gasentladungsstrecke
und ihre übliche graphische Darstellung in Abhängigkeit
vom Produkt aus Gasdruck p und Elektrodenabstand d in der
Zündkennlinie bildet bekanntlich unter entsprechender Berücksichtigung
der Zündwahrscheinlichkeit ein wichtiges
Hilfsmittel zur Kennzeichnung von elektrischen Entladungsgeräten.
Bei der Ermittlung der elektrischen Spannungsfestigkeit
einer vorgegebenen Gasentladungsstrecke wird im
allgemeinen der unendlich große Plattenkondensator und
seine Zündkennlinie zum Vergleich herangezogen. Die praktische
Ausführungsform solcher Entladungsstrecken hat jedoch
Elektroden mit endlichen Abmessungen. Während es zur
Ermittlung des rechten Astes der Zündkennlinie (Paschenkurve),
einschließlich des Spannungs-Minimums, genügt,
lediglich zwei ebene, gegebenenfalls an den Rändern mit
einem sogenannten Rogowski-Profil versehene abgerundete
Platten parallel zueinander anzuordnen, ist eine derartige
konstruktive Anordnung zur Untersuchung von Zündkennlinien
im linken Teil der Paschenkurve unbrauchbar, weil dann Umwegentladungen
auftreten können.
Solche Umwegentladungen
kann man durch eine Elektrodenkonstruktion mit ebenen
Plattenelektroden vermeiden, die koaxial zueinander angeordnet
und an ihren Rändern mit einem relativ zum Elektrodenabstand
kleinen Krümmungsradius voneinander abgebogen
und entlang der inneren zylindrischen Isolatoroberfläche
geführt sind. Es wird somit zwischen dem abgebogenen,
zylinderförmigen Randgebiet der Elektroden und der Innenwand
des hohlzylindrischen Isolators stets ein Spalt gebildet.
Mit dieser Ausführungsform einer Niederdruck-Gasentladungsstrecke
kann links vom Minimum der Paschenkurve
die Zündkennlinie beispielsweise für verschiedene Edel-
und Molekülgase ermittelt werden (Proc. VIIth Int. Conf.
Phenom. in Ionited Gases, Beograd, Bd. I (1966), Seiten
316 bis 326).
Ganz entsprechend wird in Jap. Journ. of Appl. Phys. 29
(1990), p. L 371 - L 374 ein Gasentladungsschalter beschrieben,
wobei für einen solchen Gasentladungsschalter
ein Kathodenrückraum ("cathode back space") definiert ist.
Beim Stand der Technik mit bekannten Steuereinrichtungen
zur Triggerung der Gasentladung ist der Kathodenrückraum
insbesondere von einem Metallkäfig eingeschlossen. Gemäß
Journ. of Phys. E.: Sci. Instrum., 19 (1986), Seiten 466
bis 470, wird speziell ein sogenannter Kathodenkäfig gebildet,
der den eigentlichen Triggerteil vom Gebiet der
Hauptentladung abschirmt.
Ergänzend zu letzterem Stand der Technik wird in der DE-OS
37 21 529 ( WO-OS-89/00 354) ein Gasentladungsschalter
nach dem Pseudofunken-Prinzip vorgeschlagen, der durch eine
gepulste Niederdruck-Gasentladung gesteuert wird. Der Entladungsschalter
enthält eine Anode und eine Kathode, die
am Rande durch einen ringförmigen Isolator voneinander
getrennt sind und von denen wenigstens die Kathode mit
wenigstens einer Öffnung versehen ist. Für die Gasentladung
ist eine Steuereinrichtung vorgesehen, die eine als
Käfig gestaltete Hohlelektrode enthält, die mit der Kathode
elektrisch leitend verbunden ist und somit auf Kathodenpotential
liegt. Die Hohlelektrode umschließt den
Kathodenrückraum und trennt diesen vom Bereich einer Vorionisierung.
Die Gasentladung zwischen der Kathode und
der Anode wird durch Injektion von Ladungsträgern gezündet.
Die Zündung der Entladungsstrecke erfolgt in zwei
Stufen: Zunächst wird von einer Hilfselektrode eine Vorionisierung
durch eine Glimmentladung erzeugt. Anschließend
erhält eine Triggerelekrode einen negativen Zündimpuls
und der Eintritt von Ladungsträgern in die Hohlelektrode
wird dadurch ermöglicht, daß das Potential einer
Blockierelektrode auf Null gesetzt wird. Mit dem Eintritt
der Ladungsträger in die Hohlelektrode wird die Entladung
eingeleitet.
Weiterhin ist aus der WO-OS 89/10 646 ein Gasentladungsschalter
mit einer Vielzahl von einander parallelen Niederdruck-
Gasentladungsstrecken bekannt, der im Anregungskreis
eines Excimer-Lasers angeordnet ist und als Hochspannungsschaltelement
dient, wobei er durch Schalten
eines hohen Stromes einen Hochspannungsimpuls an den Laser-
Elektroden entstehen läßt. Dieser Vielkanalschalter
ist in einem abgeschirmten Gehäuse untergebracht und über
Potentialverbindungen, beispielsweise in Form von Hochstromkabeln,
mit Hochstromsteckverbindungen mit dem Anoden-
und dem Massepotential einer zu triggernden elekrischen
Hochspannungs-Impulsschaltung verbunden. Charakteristisch
für diesen Gasentladungsschalter mit einer Vielzahl
von Gasentladungsstrecken ist ein schneller Spannungszusammenbruch
in wenigen Nanosekunden (ns), ein zugleich
erreichbarer geringer Jitter im ns-Bereich, eine
hohe Stromanstiegsgeschwindgikeit von beispielsweise etwa
10¹² A/s und mehr und hohe Stromdichten von beispielsweise
5×10⁶ A/cm³. Die Vielzahl der Gasentladungsstrecken ist in
einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet, das mit den üblichen
Vakuumdichtungen, die im wesentlichen aus Gummi bestehen,
versehen und in sogenannter O-Ringtechnik realisiert ist;
die Gasfüllung wird deshalb im Durchflußverfahren ständig
erneuert.
Schließlich ist aus der US-PS 48 90 040 ein Einschaltsystem
für Hochspannung mit mehreren Gasentladungsschaltern
vorbekannt, welches insgesamt einen großvolumigen
Marx-Generator realisiert. Dabei werden Kapazitäten parallel
aufgeladen und bei Entladung in Reihe geschaltet.
Die einzelen Schalter enthalten jeweils eine Entladungsstrecke
für eine Niederdruck-Gasentladung und sind mit
einem hohlzylindrischen Gehäuse versehen.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Schalteinrichtung der eingangs genannten Art hinsichtlich
des Gesamtaufbaus einerseits zu vereinfachen
und hinsichtlich der Funktion der Steuerelektroden andererseits
zu verbessern.
Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Kombination
folgender Merkmale gelöst:
- a) Es ist eine Parallelschaltung der Einzelschalter vorgesehen, deren Gasentladungsstrecken für eine Niederdruck-Gasentladung durch Erhöhen der Elektronendichte im Kathodenrückraum durch eine Glimmentladung gezündet werden,
- b) die Einzelschalter sind jeweils mit einem Gasspeicher versehen, von denen wenigstens einer ein Gasreservoir enthält,
- c) jeweils eine der freien Stirnflächen des Isolators ist mit dem Gehäuse des zugeordneten Gasspeichers verbunden,
- d) an den Entladungsstrecken ist jeweils der Kathodenrückraum von einer hutförmigen Steuerelektrode umgeben, deren Öffnung der Gasentladungsstrecke zugewandt, jedoch von der Kathode getrennt ist,
- e) diese Steuerelektroden sind an eine Steuerspannungsquelle angeschlossen und bilden die Anode für die Glimmentladung.
Der Erfindung lag die Erkenntnis zugrunde, daß für den
Betrieb eines derartigen Gasentladungsschalters mit einer
Vielzahl von parallelgeschalteten Gasentladungskanälen der
Druck der Gasfüllung wesentlich ist für die Verzögerungszeit
(delay) der Gasentladung und die zeitliche Differenz
der Zündung (jitter) aller Gasentladungskanäle, die beispielsweise
5 ns nicht wesentlich überschreiten darf und
insbesondere auf weniger als etwa 2 ns begrenzt werden
soll.
Bei der erfindungsgemäßen Vielkanalanordnung können die
Einzelschalter in bekannter Technik, wie beispielsweise im
Senderröhrenbau üblich, gefertigt werden. Zur Gewährleistung
der gleichmäßigen Gasversorgung, die zur Einhaltung
geringer Streuzeiten beim parallelen Schalten aller Einzelelemente
notwendig ist, werden sie auf einer Seite auf
dem zugeordneten Metallbehälter, der auch das für alle
gemeinsam wirksame Wasserstoffreservoir enthält, befestigt,
vorzugsweise aufgelötet oder geschweißt.
Vorzugsweise sind die als Gasspeicher dienenden Metallbehälter
über eine Sammelleitung miteinander verbunden, so
daß ein gleichmäßiger Druck an allen Gasentladungsstrecken
gewährleistet ist. In besonders vorteilhafter Ausbildung
kann für alle Gasentladungsstrecken ein gemeinsamer Gasspeicher
vorhanden sein, der wenigstens ein Gasreservoir
enthält.
Ausführungsbeispiele der Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Figurenbeschreibung anhand der
Zeichnung. Es zeigt jeweils in schematischer Schnittdarstellung
Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer Schalteinrichtung
mit einer Vielzahl von Einzelschaltern, die jeweils
mit ihren zugeordneten Gasspeichern unlösbar verbunden
sind,
Fig. 2 eine Schalteinrichtung mit einer Parallelschaltung
von Gasentladungsstrecken, die jeweils in einem
Einzelschalter enthalten sind.
In der Ausführungsform eines Gasentladungsschalters mit einer
Vielzahl von einander parallelen Entladungsstrecken, für die
jeweils ein Einzelschalter vorgesehen ist,
sind beispielsweise fünf Einzelschalter mit gleichem Aufbau
nebeneinander angeordnet, die in der Figur mit 2 bis 6 bezeich
net sind und von denen zur Vereinfachung in der Figur lediglich
drei näher ausgeführt sind. Diese Einzelschalter sind jeweils
rotationssymmetrisch als Zylinder aufgebaut und enthalten zwei
Elektroden, von denen eine als Anode 8 und die andere als
Kathode 9 geschaltet sind und die an eine Betriebsspannung von
beispielsweise 35 kV angeschlossen sein können. Die einander
zugewandten Oberflächen der Kathode 9 und der Anode 8 sind so
geformt, daß in einem zentralen Oberflächenbereich eine Ent
ladungskammer 10, beispielsweise in der Form eines Doppelkegels
mit einander zugewandten Grundflächen, für eine Entladungs
strecke 12 gebildet wird. Diese Entladungskammer 10 ist seit
lich von einem schlitzförmigen Gasraum 16 mit der Breite b um
geben. Der Anodenrückraum ist in der Figur mit 18 bezeichnet.
Zur Triggereinrichtung für die Entladungsstrecke 12 gehört eine
Hohlelektrode 20, deren Boden 21 und Seitenwand 22 einen Hohl
raum 19 umgeben und deren Öffnung der Entladungsstrecke 12 zu
gewandt ist. Diese Hohlelektrode 20 ist von der Kathode 9 elek
trisch isoliert. Für diese Hohlelektrode 20 sind in der Figur
nicht dargestellte Mittel vorgesehen zum Erzeugen wenigstens
einer Raumladung, insbesondere einer Glimmentladung im Hohlraum
19. Die Hohlelektrode 20 besteht aus einem elektrisch leitenden
Material, beispielsweise Edelstahl, und hat wenigstens die Form
einer Schale, vorzugsweise die Form eines Topfes, dessen Tiefe
vorzugsweise wenigstens gleich oder größer ist als ihr Durch
messer.
Der Hohlraum 19 und die Entladungskammer 10 enthalten eine Gas
füllung aus einem ionisierbaren Arbeitsgas, vorzugsweise Was
serstoff oder Deuterium, oder auch einer Mischung dieser Gase.
Ferner geeignet ist bekanntlich Stickstoff oder auch ein Edel
gas, wie beispielsweise Argon oder Helium. Für die Gasfüllung
ist ein Gasspeicher 24 vorgesehen, dessen Deckel 25 mit Druck
ausgleichsöffnungen 28 versehen ist. Solche Druckausgleichs
öffnungen 29 sind auch in der metallischen Ringfläche ange
bracht, die den Boden 21 der Steuerelektrode 20 umgibt. Der
Gasspeicher 24 enthält ein Gasreservoir 30, dessen elektrische
Anschlüsse 32 und 33 durch den Boden 26 des Gasspeichers 24
hindurchgeführt sind. Der Gasspeicher 24 ist über eine Rohr
leitung 34 an eine Sammelleitung 36 angeschlossen, die durch
weitere, in der Figur nicht näher bezeichnete Rohrleitungen
alle Gasspeicher 24 miteinander verbindet, wodurch ein gleicher
Gasdruck d an allen Entladungsstrecken 12 sichergestellt ist.
Die Einzelschalter 2 bis 6 sind jeweils in einem Gehäuse 40
angeordnet, das aus drei im wesentlichen ringzylindrischen Iso
latoren besteht, die in der Figur mit 37 bis 39 bezeichnet
sind. Die Anode 8 ist an dem Isolator 37 befestigt, vorzugswei
se mit diesem unlösbar verbunden, insbesondere damit verlötet
oder verschweißt. Der Kathodenanschluß 48 ist zwischen den
ringzylindrischen Isolatoren 37 und 38 gasdicht unlösbar ver
bunden. Die untere freie Stirnfläche des Isolators 39 ist mit
einem flanschartigen Fortsatz des Gasspeichers 24 unlösbar ver
bunden. In dieser Ausführungsform des Gasentladungsschalters
mit Einzelschaltern 2 bis 6 in verlöteter oder verschweißter
Metall-Keramik-Technik erhält man somit ein gemeinsames System
für alle Gasfüllungen.
In der Ausführungsform gemäß Fig. 2 sollen Einzelschalter 2
bis 6 mit dem gleichen Aufbau vorgesehen sein. In dieser Aus
führungsform ist für alle Einzelschalter 2 bis 6 ein gemeinsa
mer Gasspeicher 50 vorgesehen, der nur ein einziges Gasre
servoir 30 enthält. Die Isolatoren 39 der Einzelschalter 2 bis
6 sind jeweils auf dem Deckel des Gasbehälters 50 befestigt,
vorzugsweise aufgelötet oder verschweißt. In dieser Ausfüh
rungsform erhält man somit einen besonders einfachen Aufbau der
Gasversorgung der Einzelschalter 2 bis 6.
Claims (4)
1. Schalteinrichtung mit mehreren Gasentladungsstrecken, die
jeweils in einem Einzelschalter angeordnet sind, bei dem die
Länge d seiner Gasentladungsstrecke und der Druck p eines
Arbeitsgases für eine Niederdruckgasentladung so gewählt sind,
daß die Zündspannung mit steigendem Produkt p · d abnimmt, und
der mit einem Gehäuse versehen ist, dessen im wesentlichen
hohlzylindrischer Isolator mit einem Gasspeicher verbunden
ist, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- a) Es ist eine Parallelschaltung der Einzelschalter (2 bis 6) vorgesehen, deren Gasentladungsstrecken (12) für eine Niederdruckgasentladung durch Erhöhen der Elektronendichte im Kathodenrückraum durch eine Glimmentladung gezündet werden,
- b) die Einzelschalter (2 bis 6) sind jeweils mit einem Gasspeicher (24) versehen, von denen wenigstens einer ein Gasreservoir (30) enthält,
- c) jeweils eine der freien Stirnflächen des Isolators (39) ist mit dem Gehäuse des zugeordneten Gasspeichers (24) verbunden,
- d) an den Entladungsstrecken (12) ist jeweils der Kathodenrückraum (19) von einer hutförmigen Steuerelektrode (20) umgeben, deren Öffnung der Gasentladungsstrecke (12) zugewandt, jedoch von der Kathode (9) getrennt ist,
- e) diese Steuerelektroden (20) sind an eine Steuerspannungsquelle angeschlossen und bilden die Anode für die Glimmentladung (Fig. 1).
2. Schalteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gasspeicher (24) über eine
Sammelleitung (36) miteinander verbunden sind.
3. Schalteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß für alle Einzelschalter (2 bis
6) ein gemeinsamer Gasspeicher (50) vorgesehen ist, der ein
Gasreservoir (30) enthält (Fig. 2).
4. Schalteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet
durch eine Löt- oder Schweißverbindung
der Gehäuse (40) mit dem Gasspeicher (24).
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