AT98699B - Verfahren zum Chlorieren von Azetylen. - Google Patents
Verfahren zum Chlorieren von Azetylen.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zum Chlorieren von Azetylen. Azetylen ist eine stark endotherme Verbindung, deren Bildungswärme etwa 50 Kalorien beträgt. Der Kohlenwasserstoff hat daher das Bestreben in Systeme von stabilerem Charakter einzutreten, d. h. entweder sich in seine Elemente C und H aufzuspalten oder bei 400-500 sieh zu Benzol zu polymerisieren, wobei 171 Kalorien frei werden, oder sich an andere Verbindungen oder Elemente anzulagern. Diese Anlagerungsreaktionen sind zum Teil so stark exotherm, dass sie, wie z. B. die Chloranlagerung, explosionsartig verlaufen. Nun besitzt gerade die Chloranlagerung erhebliches technisches Interesse, weil die Azetylenchloride entweder wichtige Lösungs- und Extraktionsmittel odrr wertvolle Zwischenkörper für den Aufbau anderer ehemischer Produkte darstellen. Man hat daher verschiedene Verfahren EMI1.1 1. solche Verfahren, bei denen die Vereinigung zwischen C2H2 und Cl sich in einem flüssigen Medium vollzieht, z. B. in Antimonpentachlorid oder in Schwefelchlorür, bei Gegenwart von Eisen als Kontaktsubstanz. 2. Verfahren, bei denen dem Azetylenehlorgemiseh gegen beide Stoffe indifferente Gase, z. B. CO2, zugemischt werden, worauf die Initierung durch chemisch wirksame Strahlen erfolgt. 3. Verfahren, bei welchem die Gase durch ein festes Mittel verdünnt und dann in Gegenwart einer Kontaktsubstanz oder unter der Einwirkung chemisch wirksamer Strahlen zur Reaktion gebracht werden. Allen diesen Verfahren haften aber im grösseren oder geringeren Masse technische und ökonomische Mängel an und ausserdem liefern die bekannten Verfahren in der Hauptsache nur das CsBCI neben wenig C2H2Cl2. Schliesslich ist auch noch ein Versuch bekannt, bei welchem beim Einleiten von Chlor und Azetylen bei 100 in eine Flasche mit kochendem Wasser sich Azetylentetrachlorid bildete, wenn nicht mehr als die Hälfte des Chlors an Azetylen angewendet wurde, während bei Anwendung grösserer Azetylenmengen Flammenbildung eintrat. Für die technische Chlorierung von Azetylen kommt dieses nur ganz geringe Ausbeuten an Azetylentetrachlorid liefernde Verfahren nicht in Betracht. Es wurde nun gefunden, dass die Chlorierung von Azetylen in glatt verlaufendem Prozess mit guten Ausbeuten gelingt, wenn man Chlor und Azetylen bei Gegenwart ausreichender Mengen von Wasserdampf bei höheren Temperaturen, z. B. solchen von 400-600 , aufeinander wirken lässt. Während das vorstehend erwähnte, bei 1000 arbeitende Verfahren an bestimmte Mengenverhält- nisse von Chlor und Azetylen gebunden ist und im wesentlichen nur ein einziges Chlorierungsprodukt, nämlich Azetylentetrachlorid, mit praktisch unbrauchbaren Ausbeuten liefert, ermöglicht das vorliegende Verfahren die Herstellung der verschiedenen, technisch wertvollen Azetylenderivate mit guter Ausbeute in einer einzigen Chlorierungsoperation. Beispiel : Durch ein mit Sehamottestückchen beschicktes, auf 500 erhitztes Tonrohr von 40 MM lichter Weite und 60 cm Länge wurde Azetylen und Chlor im Verhältnis 1 : 1-5 unter gleichzeitiger Zufuhr von 5-6 Raumteilen Wasserdampf auf 1 Raumtril Chlor geleitet. Das Chlorierungsprodukt enthielt EMI1.2 <Desc/Clms Page number 2> Die Arbeitstemperaturen für vorliegendes Verfahren liegen im allgemeinen zwischen 400 und ss00O. Bei Durchführung des Prozesses in Gegenwart von Katalysatoren, als welche z. B. CuCl2, FeCl3, CaCl3 usw. in Betracht kommen, kann man auch bei niedrigen Reaktionstemperaturen arbeiten. Bei Durchführung des Verfahrens hat es sich schliesslich noch als zweckmässig herausgestellt, den anzuwendenden Wasserdampf ganz oder zum Teil überhitzt in den Reaktionsraum zu leiten. Hiedurch wird der Vorteil erzielt, dass der zur Einleitung und Fortführung der Reaktion erforderliche Wärmebedarf mit Hilie des Wasserdampfes gedeckt und infolgedessen die Chlorierungsapparatur durch Wegfall von Heizvorrichtungen vereinfacht werden kann. Es sind bereits Verfahren zum Chlorieren von Paraffinen, z. B. von Methan, unter Belichtung in Gegenwart von Wasserdampf bekannt. Aus derartigen, bei verhältnismässig niedrigen Temperaturen, z. B. 80-1000, sich abspielenden Substitutionsreaktionen konnten Schlüsse auf das vorliegende. die Herstellung von Additionsprodukten ungesättigter Kohlenwasserstoffe bei erheblich höheren Temperaturen betreffende Verfahren um so weniger gezogen werden als bekannt ist, dass Chlor und Wasserdampf in Gegenwart oxydierbarer Kohlenstoffverbindungen sich nicht indifferent zueinander verhalten, sondern dass unter Oxydation der letzteren die Zersetzung des Wassers unter Bildung von Salzsäure leicht vor sich geht (vgl. Gmelin-Kraut, Handbuch der organischen Chemie", 6. Auflage, Band I, Abteilung 2, S. 378). Bei dieser Sachlage ist es in hohem Masse überraschend, dass im vorliegenden Falle selbst bei Anwendung von Temperaturen von 4000 und mehr unerwünschte Nebenreaktionen nicht eintreten. Die Anwesenheit von Wasserdampf gestattet nicht nur eine gefahrlose, völlig explosionssieher verlaufendeChlorierung desAzetylens, sondern sie bietet, abgesehen von den bereits genannten Vorteilen, auch noch weitere Vorzüge, z. B. den der leichten Trennbarkeit des Reaktionsgemisches in seine Bestandteile. Bei der Kondensation der Abgase trennt sich das Kondensat in eine untere, aus den Chlorierung- produkten bestehende Schicht und eine obere, aus wässeriger Salzsäure bestehende Schicht. Nach Scheidung dieserbeiden Schichten ikann die Weitervorarbeitung des Gemisches der Chlorierungsprodukte in einfacher Weise erfolgen. Infolge der grossen Siedepunktsuntersehiede der betreffenden Verbindungen lässt sich das Gemisch z. B. durch fraktionierte Destillation, glatt in seine Komponente zerlegen. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zum Chlorieren von Azetylen, dadurch gekennzeichnet, dass Chlor und Azetylen bei höheren Temperaturen, z. B. 400-600 , unter Zuhilfenahme von Wasserdampf in Reaktion gebracht werden.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in Gegenwart von Katalysatoren gearbeitet wird.3. Verfahren nach Patentansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass überhitzter Was < er- dampf zugeführt wird.
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