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Hohler Kumstfaden und Verfahren zur Herstellung (lesselben.
Die Erfindung betrifft einen hohlen Kunstfaden und ein zu seiner Herstellung geeignetes Verfahren. Das Kennzeichen des aus einer passenden Lösung beliebiger Beschaffenheit hergestel'ten hohlen Kunstfadens besteht darin, dass er aus einer erstarrten Gas-Flüssigkeitsemulsion besteht, deren Masse zellenartig von Gas- oder Luftbläschen durchsetzt ist. Dadurch, dass der Faden in seiner ganzen Ausdehnung oder nur zum Teil von mit dem Fadenmaterial allseitig umschlossenen Gas-oder Luftbläehen enliilsionmartig durchsetzt ist, weist er eine feinzellulare Struktur auf, die ihm besonders wertvolle Eigenschaften verleiht.
Zur Herstellung dieses neuen Kunstfadens werden erfindungsgemäss die Lösungen der zur Her- stellung von künstlichen Gebilden üblichen plastischen Massen mit Luft oder einem sonstigen indifferenten Gas oder Gasgemisch emulgiert und darauf die Emulsion in an sich bekannter Weise mittels Düsen in der gewünschten Form ausgestreckt oder auf zusammenhanglose Fasern verarbeitet, die auf mechanischem Wege zu Fäden versponnen werden. Als Lösungen können hiebei alle zur Fabrikation künstlicher Fasern geeigneten plastischen Massen, Kunstseidenmassen, beispielsweise Viskose, Kupferammoniakzellulose, Kollodium, Gelatine, Zelluloseazetat usw. verwendet werden. Diese Lösungen können in den übliehen Spinnapparaten mit den gewöhnlichen Düsen versponnen werden.
Man hat bereits vielfach versucht, statt der älteren vollen Kunstfäden hohle Fäden herzustellen, um hiedurch das Produkt bezüglich Festigkeit, spezifischem Gewicht, Wärmeleitfähigkeit, Aussehen u. dgl. zu verbessern. Alle bisher bekannt gewordenen Versuche zur Lösung dieses für die Kunstseidenindustrie ausserordentlich bedeutungsvollen Problems verwenden die bisher üblichen Kunstmassen in genau demselben Zustand, wie sie zur Herstellung von vollen Fäden benutzt werden. Der Faden verlässt also die Spinndüse als volles Gebilde und wird erst durch nachträgliche mechanische Bearbeitung (spiralförmiges Zusammenrollen, Zwirnen u. dgl. ) zu hohlen Fäden mit kanalförmige oder röhrenförmigem Querschnitt verarbeitet. Man hat auch versucht durch besondere Ausgestaltung der Düsen, z.
B. durch Anbringung einer feinen Nadel in der Düse einen Hohlfaden herzustellen. Es ist jedoch klar, dass bei der ausserordentlich subtilenFeinheit des Kunstfadens die vorgeschilderten Verfahren nicht zu jener feinzellularen Struktur führen können, die dem natürlichen Faden seine wertvollen Eigenschaften verleiht. Man erhält bestenfalls einen Faden von röhrenförmigem Querschnitt mit verhältnismässig breitem Luftkanal, der einen Vergleich mit der natürlichen Faser nicht zulässt.
Die Erfindung hat nun zur Lösung dieses Problems die bisher eingeschlagenen Wege verlassen und durch Anwendung von überraschend einfachen Mitteln ein technisch hochwertiges Produkt erzielt.
Durch Emulgierung der zu verspinnenden Lösung mit Luft wird die Kunstmasse in jenen Zustand gebracht, der bereits die feinzellulare Struktur des fertigen Fadens bedingt. Der Faden verlässt also ohne jede weitere Nachbehandlung und ohne besondere Ausgestaltung des Spinnapparates die gewöhnliche Spinndüse direkt als hohles, feinstruktuiertes Produkt. Durch die eingeschlossenen feinen Luftbläschen im Innern des Kunstfadens ist das Aussehen desselben und der daraus verarbeiteten Waren völlig verändert und verleiht dem Produkt Eigenschaften und Vorzüge, die sowohl den vollen Kunstfäden als auch den bisher bekannten Hohlfäden vollständig fehlen und ihn der natürlichen Faser sehr nahe stellen. So sind z. B. die bekannten Kunstseiden schwer und durchscheinend, ausserdem fühlen sie sich kalt an.
Im Gegensatz hiezu ist der neue Faden leicht sowie lichtundurchlässig und er fühlt sich sehr warm an.
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'Natürlich kann man bei der Herstellung des Fadens die Menge der in seine Masse einzuführenden Luftbläschen od. dgl. nach Belieben dosieren und in dieser Weise dem Faden die mannigfaltigsten Eigenschaften verleihen. Geht man beispielsweise von den zur Herstellung von Kunstseide gebräuchlichen Lösungen aus, so erhält man ein Textilprodukt, das völlig das Aussehen der Wolle besitzt und sich genau wie Wolle anfühlt.
An Stelle von Luft kann man jedes andere geeignete Gas oder Gemisch von Gasen benutzen.
Natürlich muss man Gase verwenden, die keine Wirkung auf die benutzten Lösungen ausüben, z. B.
Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff usw.
Die Einführung der Luft-oder Gasbläschen in die Fäden kann unter Anwendung bekannter Mittel erfolgen, z. B. indem man die gewählte Lösung mit Luft emulgiert. Diese Emulsion kann durch Anwendung der in der industriellen Praxis üblichen Mittel hergerichtet werden, z. B. durch direktes Einblasen von Luft in die Lösung oder mittels bekannter Emulgierungsapparate oder auch mittels Injektoren, durch Schlagwirkung usw.
Die so gewonnene Emulsion besitzt genügend Beständigkeit, um die Herstellung der Fäden mittels gewöhnlicher Spinndüsen, wie sie zur Herstellung von Kunstseide allgemein benutzt werden, zu ermöglichen. Die Beständigkeit der Emulsion kann auch dadurch gesteigert werden, dass man der Spinnflüssigkeit Substanzen wie Seife, Eiweiss, Gelatine usw. zusetzt.
Selbstverständlich erstreckt sich das Verfahren nicht allein auf die Herstellung von Fäden, sondern auch auf die Herstellung von Tafeln, Streifen, Bändern, Films usw., welche Luftbläschen od. dgl. enthalten.
Das den Gegenstand der Erfindung bildende Kunstprodukt kann genau wie die gewöhnliche Kunstseide der Einwirkung von Farbbädern unterworfen werden.
Das beschriebene Verfahren bezieht sich auf die Herstellung kontinuierlicher zusammenhängender Kunstfäden. Es kann aber auch zur Herstellung zusammenhangloser Textilfasern benutzt werden, die auf mechanischem Wege zu Fäden versponnen werden.
PATENT-ANSPRÜCHE : : L. Eohler Kunstfaden aus den zur Herstellung von künstlichen Fasern dienenden Lösungen, insbesondere aus Viskoselösungen, Kupferammoniakzelluloselosungen, Kollodium, Gelatine, Zelluloseazetat usw., dadurch gekennzeichnet, dass er aus einer erstarrten Gas-Flüssigkeitsemulsion besteht, deren Masse zellenartig von Gas- oder Luftbläschen durchsetzt ist..
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