AT94208B - Verfahren zur Behandlung von Mehl. - Google Patents
Verfahren zur Behandlung von Mehl.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Behandlung von Mehl. EMI1.1 <Desc/Clms Page number 2> Quecksilberdampflampe vermag-nur 1m2 wirksam zu bestrahlen und da das Mehl nur in einer Schichte von höchstens 3 cm Dicke bestrahlt werden kann, wird bei dem Verfahren der britischen Patentschrift pro Lampe in 36 Stunden nur eine geringe Bleichung von zirka 10 leg Mehl erzielt. Hingegen werden nach dem vorliegenden Verfahren pro Lampe und Stunde 200 leg Mehl gebleicht. Dieser ausserordentliche Unterschied im technischen Effekte rührt daher, dass in dem einen Falle nur das ultraviolette Licht als Bleichmittel dient, in dem anderen Falle hingegen der aktivierte Sauerstoff, der durch die Wirkung des ultravioletten Lichtes entsteht. Des weiteren hat man vorgeschlagen, Wasserstoffsuperoxyd statt Hefe als Backhilfsmittel zu verwenden (Österreichische Patentschrift Nr. 18298). Bei diesem Verfahren sind ausserordentlich grosse Quantitäten Wasserstoffsuperoxyd erforderlich. Dennoch tritt auch hiebei keine Bleichung des Mehles auf. Denn der Sauerstoff bildet sich im Teig in Form von Blasen, die von einer Eiweisshaut umgeben sind, so dass der Sauerstoff nicht mit den Mehlteilchen selbst in Berührung kommt. Das vorliegende Verfahren kann z. B. folgendermassen ausgeführt werden : Gemischtes, gesichtetes Mehl, d. h. Mehl, welches man erhält, indem man alle Passagen der Fabrik zusammenlaufen lässt, während nur die Kleie und die Keimlinge getrennt erhalten werden, welches beispielsweise aus einer Mischung von La Plata-, Kansas-und Montanaweizen (welches Gemisch also schon ziemlich hell gefärbt ist) erhalten worden ist, wird mit 0'7% einer 3% igen Wasserstoffsuperoxydlosung, also mit ungefähr 0'02% H2 O2 vermischt. Man lässt das Mehl auf breiten Transportbändern durch einen Raum hindurchgehen, in welchem Quecksilberdampflampen für 220 Volt angeordnet sind. Die Dicke der Mehlschicht auf den Transportbändern kann ungefähr 3 cm betragen, wobei die Geschwindigkeit der Bänder dermassen geregelt wird, dass für eine Lampe und eine Stunde ungefähr 200 kg Mehl durch den Raum hindurchgehen. Die Peroxyde können auch auf andere Weise zur Zersetzung gebracht werden, u. zw. dadurch, dass man das Mehl zwischen Walzen oder Scheiben aus Metall zerreiben lässt, wobei das Metall die katalytische Zersetzung des Peroxydes hervorruft. Bekleidet man die Walzen oder Scheiben mit einer Oxydschicht, z. B. von Manganoxyd, dann findet die Zersetzung sowohl auf chemischem als auf physikalischem Wege statt. Bei den organischen Peroxyden und Persalzen kann die Zersetzung entweder durch Wärme allein oder durch Wärme und Beleuchtung herbeigeführt werden. Die Bleichung findet dann bei Temperaturen, die weit unter der Zersetzungstemperatur der betreffenden Verbindungen liegen, statt. Benzoylsuperoxyd schmilzt z. B. unzersetzt bei 103'5 C. Ohne Belichtung bleicht es aber Mehl schon spontan bei 55-60 C, mit Belichtung sogar noch bei niederer Temperatur. Der Ausdruck "Peroxyde" umfasst hier die"eigent'ichen"anorganischen Peroxyde (d. h. solche welche als Salze des Wasserstoffsuperoxydes angesehen werden können) und die organischen Peroxyde, während man auch organische Persäuren oder organische Persalze verwenden kann. Es leuchtet ein, dass statt einer einzigen Perverbindung auch ein Gemisch solcher verwendet werden kann, wobei die Perverbindungen dem Mehle entweder als solche oder in Lösung oder Suspension zugesetzt werden können. Die erforderliche Menge der Perverbindung kann nach Umständen gemäss der Natur und der Qualität des zu behandelnden Mehles abgeändert werden. Das Verfahren kann auf alle Sorten Getreidemehl und Müllereiprodukte, wie auch auf alle Halbfabrikate angewendet werden. Auch kann man dasselbe auf Bohnen-oder Knollenmehl anwenden, wobei sich der grosse Vorteil ergibt, dass nicht nur die Farbe und die Haltbarkeit dieser Mehle verbessert, sondern dass zugleich der unangenehme Geruch und Geschmack, welche solchen Mehlen oft anhaften, völlig entfernt werden. Dies ist z. B. mit Sojabohnen und Maniokwurzelmehl der Fall. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Behandlung von Mehl und anderen Müllereierzeugnissen aus Getreide, Bohnen und Knollen, dadurch gekennzeichnet, dass das Mehl od. dgl. mit einem oder mehreren anorganischen oder organischen Peroxyden, entweder als solchen oder in Lösung vermischt wird, worauf das Peroxyd oder das Gemisch der Peroxyde im Mehl unter Bildung aktiven Sauerstoffes auf chemischem oder physikalischem Wege oder mittels chemisch wirksamer Strahlen zersetzt wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass man statt eines oder mehrerer anorganischer oder organischer Peroxyde eine oder mehrere organische Persäuren oder organische Persalze verwendet.3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man die in diesen Ansprüchen genannten Zusätze in Suspension dem Mehle zumischt.
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1916
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