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Mehrfach-Schaltvor'ichtung, insbesonders für Telephonsysteme.
Die Erfindung bezieht sich im allgemeinen auf Schaltvorrichtungen und besonders auf solche für Telephon-umd Signalsysteme, in welchen Stromkreisbedingungen das gleichzeitige Schliessen einer grossen Anzahl elektrischer Stromkreise erfordern. Ein Schalter dieser Art ist besonders zur Verwendung als Linien-und Distriktswähler in automatischen Telephonsystemen geeignet, wobei seine Wirkungweise aber derart ist, dass er in verschiedenen Arten von Stromkreisen, wo die Bedingungen das gleichzeitige Schliessen einer grossen Anzahl von Kontakten verlangen, wirksam verwendet werden kann.
Der Hauptzweck vorliegender Erfindung liegt darin, einen Mehrfachschalter zu schaffen, der billig herzustellen ist und dessen Betriebserhaltungskosten gering sind. Ein anderer Zweck ist ferner der, eine Einheitskonstruktion zu schaffen, so dass die Teile, ohne den Betrieb auf eine beträchtliche Zeit zu stören, ausgewechselt werden können.
Der Erfindung gemäss enthält nun eine Schaltvorrichtung Sätze von blanken Drahtkontakten und andere blanke Drahtkontakte, die sich bis vor die Sätze dei ersterwähnten Kontakte erstrecken.
Gemäss einem anderen Kennzeichen der Erfindung werden die Kontakte der Schalteinrichtung unter Erzielung einer Schleif-bzw. Seherwirkujmg in Eingriff gebracht.
Fig. 1 zeigt die Vorderansicht eines Schaltersatzes gemäss der Erfindung, Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch denselben längs der Linie 2-2 der Fig. 1 und lässt die Stellung der einzelnen Kontaktdrähte zum Drahtgitter erkennen. Fig. 3 zeigt in perspektivischer Ansicht und teilweise im Querschnitt die Konstruktion der Vorrichtung und die Art und Weise, wie die verschiedenen Teile einander zugeordnet sind. Fig. 4 veranschaulicht eine einzelne Schlitzplatte und Fig. 5 die Art und Weise, wie die Kontaktdrähte in dem Isolierstreifen eingebettet sind.
Fig. 6 veranschaulicht die stromkontrollierenden Federn in Ansicht ; Fig. 7 zeigt den Elektromagnetanker und Fig. 8 lässt die schleifende Berührung oder die Reibungs-oder Schleifwirkung erkennen, die vorhanden ist, wenn ein gewebtes Drahtgitter verwendet wird ; schliesslich stellt Fig. 9 in grösserem Massstabe die Art und Weise dar, in welcher die schleifende Berührung durch die Schlitzplatte hervorgebracht wird.
In Fig. 1 ist nun eine Schaltersatzkonstruktion dargestellt mit zwei unabhängigen Abschnitten, von denen jeder aus sechzehn Sätzen zu fünfundzwanzig Kontaktdrähten besteht, die geeignet sind, mit dem entsprechenden verstellbaren Kontaktdraht in Eingriff zu kommen. Diese Konstruktion enthält eine obere winkelförmige Montierungjplatte. 10 und eine untere winkelförmige Montierungsplatte 11, die durch seitliche, angenietete oder sonstwie befestigte Platten 12, 12 miteinander fest zusammengehalten werden. An der Vorderseite der Platten 10 und 11 und an diesen durch Schrauben- 13, 13 befestigt, sind die Gitter, deren Konstruktion in den Fig. l. 2 und 3 ersichtlich ist. Jedes Gitter enthält eine Anzahl von distanzierten Streifen 14, 14 aus Isoliermaterial, z.
B. aus Phenolfiber oder Hartgummi, deren Enden zwischen den durch Schrauben 17, 17 zusammengehaltenen Klemmplatten 15 und 16 befestigt sind. Die isolierenden Streifen 14, 14, die mit gleichweit voneinander entfeinten Nuten versehen sind, dienen als Gewebeeinschuss für das Gitter und die aus Phosphorbronze oder ähnlichem Material hergestellten Kontaktdrähte 18, 18 dienen als Kette des Gitters und sind in Kerben der einzelnen Streifen eingelegt.
An der Rückseite der Montierungsplatten 10 und 11 sind die Elektromagnete 20 fest montiert und diese Montierungsplatten dienen zugleich als Rückpolstücke für die E ektro-nagfiete. Am oberen
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wärts mit Öffnungen 22 versehen sind, durch welche die Anker 2. 3 der Elektromagnete 20 dringen. Am Vorderende dieser Platten und in der Mittellinie zwischen den Öffnungen 22 sind die Fortsätze 24 angeordnet ; die Fortsätze in einer Platte sind gegen jene der andern Platte versetzt angeordnet. Jedes der freien Enden der Anker 23 ist mit einer Querkerbe 25 und mit einer mittleren Bohrung 26 versehen.
Zwischen jedem Anker 23 und dem mit ihm in lotrechter Linie befindlichen Ansatz 24 ist eine Schlitz platte 27 aus Isoliermaterial, wie z. B. Phenolfiber aufgehängt. Diese Platte ist an einem Ende mit einer Tragstange 28 versehen, deren mit Gewinde versehenes Ende durch die Bohrung 26 hindurchgeht und eine aufgesetzte Regulierschraube 89 mit Schneide besitzt, die in der Querkerbe 25 des Ankers ruht, um eine Drehung zu verhindern.
Das andere Ende dieser Platte 27 ist mit einer Schraubenfeder 30 versehen, die über das Ende des Fortsatzes 24 gehängt werden kann. Jede Schlitzplatte 27 ist mit einer Reihe von Schlitzen 31 versehen, die bezüglich der vertikalen Ebene der Platte in entgegengesetzten Richtungen verlaufen. An der Seite der Platten 12 sind die horizontalen Montierungsplatten 32 angebracht, an welche mit T-förmigen Ansätzen 33, 3. 3 versehene Blattfedern aus Phosphorbronze od. dgl. fest angenietet sind. Die Ansätze 33 dienen dazu, eine Kontakteinheit mit einem isolierenden Stab 34. in welchem die einzelnen Kontaktdrähte 35 befestigt sind, in Stellung zu halten.
Diese Drähte sind vorteilhaft, wie Fig. 5 zeigt, mit einem ausgebogenen Teil in dem Stabe 34 eingelassen und mit zurückgebogene Enden oder Haken 36 versehen, um die
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Anschlussdrähte leichter anlöten zu können. Die freien Enden der Kontaktdrähte 35 gehen durch die Schlitze 31 der Schlitzplatte 37 und liegen in der Mitte zwischen den Isolierstreifen 14, 14 und zwischen den benachbarten Drähten 18, 18.
Die Kontaktdrähte sind am Stabe 34 vorteilhaft in der Weise befestigt, dass sie normal das Bestreben haben, sich an ihre zugehörigen Gitterdrähte mit dem erwünschten Kontaktdruck anzulegen. In der normalen oder Ruhestelllmg der Schlitzplatte werden die Kontaktdrähte am Kontaktschliessen gehindert, können aber nach Betätigung der Schlitzplatte mit den Gitterdrähten in Eingriff kommen. DieseAnordnung ermöglicht es, während der Herstellung den Drähten 85 eine solche Winkelstellung zum Stabe 34 zu geben, dass bei Betätigung der gewünschte Kontaktdruck ohne eine weitere Einstellung der einzelnen Kontaktdrähte erreicht wird.
Weiters ist bei dieser Anordnung die Schlitzplatte frei in ausbalanziertem Zustand aufgehängt, wobei der Zug der Schraubenfeder 30 durch die kombinierte Spannung der gegen die Schlitzplatte wirkenden Kontaktfedern ausgeglichen und so die Schlitzplatte ohne irgendeine Führungseinrichtung, die der Konstruktion eine zusätzliche Reibung geben würde, in Stellung gehalten ist.
Die Anker 23 sind, wie ersichtlich, so gelagert, dass sie sich um die äussere rückwärtige Kante der Platten 10 und 11 drehen können und durch die die Platte 40 durchsetzenden Schrauben 88 und Muttern-39 in Stellung gehalten werden. Diese Platte 40 ist an einem Ende mit einem rechtwinklig abgebogenen Fortsatz 41 versehen, der in den zugehörigen Schlitz 42 der Platte 21 greift, und auf dem andern Ende der Platte 40 ist ein Federpaket montiert, das die Kontaktfedern 48, 43 enthält, zwischen welchen isolierende Distanzierplättchen 44 aus Phenolfiber od. dgl. vorgesehen sind, wobei das Ganze durch Klemmplatten 45 und Schrauben 46 zusammengehalten wird.
Der Anker ist auch mit einem isolierenden Stift 47 versehen, der das freie Ende einer der Kontaktfedern 4. 3 berührt und das Öffnen oder Schliessen der Kontakte infolge Betätigung des Ankers bewirkt.
Die Luftspaltregulierung geschieht durch die Schraube 48, die in den Anker eingeschraubt ist und auf den Klemmplatten 10 oder 11 ruht. Diese Schraube ist mit einer Gegenmutter 49 versehen, um während des Betriebes eine Veränderung der Einstellung zu verhindern. Eine genaue Einstellung der Schlitzplatte mit Bezug auf das Gitter wird durch die Einstellmutter 29 erhalten und der sehneidenförmige Teil derselben dient nicht nur als Sperre gegen Drehung, sondern stützt auch die Schlitzplatte frei und ohne starre Verbindung auf dem Anker.
Bei der Erregung eines der Elektromagnete wird sein Anker angezogen, wodurch eine Bewegung der entsprechenden Schlitzplatte 29 gegen die Spannung der Kontaktdrähte 35 und der Rückziehfeder 30 erzielt wird. Die Drähte 35 kommen so in Eingriff mit den zugehörigen Drähten 18 des Gitters und da die Schlitze 31 zur Richtung der Bewegung schräg gestellt sind, so werden die Enden der Drähte 3. 5 horizontal abgebogen, so dass eine schleifende oder reibende Wirkung auf die Drähte 18 ausgeübt wird, wie dies aus Fig.
9 zu erkennen ist, in welcher die Stellung der Drähte 35 in normalem Zustande durch volle Linien und die entsprechende Arbeitsstellung durch punktierte Linien gezeigt ist, wobei die Pfeile sowohl die Richtung als auch das Mass der Horizontalbewegung der Drähte 35 anzeigen.
Bemerkt sei ferner, dass, wenn die Schlitzplatte 27 bei Betätigung ihres Magneten gehoben wird, der in Fig. 9 obere Draht 35 sich vertikal bewegt, bis er mit dem oberen Draht 18 in Berührung kommt, und die Richtung des Schlitzes 31 ist so, dass zur Ausgleichung der Bewegung der Platte 27 der Draht 35 in Berührung mit dem Draht 18 gehalten wird und sich horizontal nach rechts bewegt. Beim unteren Draht 18 (Fig. 9) bewegt sich zuerst der Draht 35 bis zum Eingriff mit dem unteren Draht-M und die Rich-
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bewegen muss. Durch die Anwendung von entgegengesetzt gestellten Schlitzen ist es möglich, den Seitendruck ganz zu vermeiden, der sonst in ganz beträchtlicher Grösse bei einem Relais mit einer grossen Anzahl von Kontaktdrähten vorhanden wäre, da ja jeder Draht unter genügendem Kontaktdruck steht, um einen sicheren Kontakt zu gewährleisten.
Da ferner die Gitterdrähte eingewebt sind. so tritt auch eine Scherwirkung ein, die sich in einem Schleifen längs der Drähte 35 äussert, wie aus Fig. 8 zu erkennen ist.
Bei der gezeigten Anordnung der Teile wird der Kontaktpunkt des Drahtes 35, wenn letzterer sich horizontal nach rechts bewegt, um die punktiert bezeichnete Stellung einzunehmen, um eine Distanz verschoben, die etwas grösser ist als die Dicke des isolierenden Streifens 14, wodurch eine reibende Wirkung sowohl auf den Draht 35 als auch auf den Draht 18 ausgeübt wird. Diese kombinierte Scher-und Schleifwirkung dient sehr wirksam dazu, einen Kontakt mit niedrigem Widerstande zwischen den einzelnen Kontaktdrähten und den Gitterdrähten herzustellen.
Die Gitter sind als Einheiten hergestellt und durch die Schrauben 13 in Stellung gehalten, so dass im Falle einer Beschädigung am Gitter oder irgendeines Defekts es leicht ist, dasselbe rasch und ohne Mühe auszuwechseln. Die die Drahtkontaktfedem 35 tragenden Stäbe 34 sind so angeordnet, dass sie leicht durch Auseinanderspreizen der Federfortsätze 33 oben und unten ersetzt werden können, so dass die ganze Einheit rasch abgenommen und durch eine andere ersetzt werden kann. Auch die Schlitzplatten sind so angeordnet, dass sie leicht austauschbar und frei zwischen dem Gitter und den Montierungsplatten aufgehängt sind, wobei die vorher beschriebene, selbstsperrende Einstellung die richtige Stellung der Platten zu den Gittern sichert.
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Durch abwechselnde Anordnung der Elektromagnete, d. h. dadurch dass die Arbeitsmagnete für benachbarte Stäbe abwechselnd einmal am oberen Ende der Einrichtung und einmal am unteren Ende angeordnet sind, wird eine sehr kompakte Konstruktion geschaffen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Mehrfach-Schaltvorrichtung insbesonders für Telephonsysteme, dadurch gekennzeichnet, dass feste und bewegliche Blankdrahtkontakte vorgesehen sind und die beweglichen Kontakte mit den festen Kontakten unter Erzielung einer schleifende Wirkung in Berührung gebracht werden.