AT87202B - Einrichtung zur Betätigung von Prothesen. - Google Patents

Einrichtung zur Betätigung von Prothesen.

Info

Publication number
AT87202B
AT87202B AT87202DA AT87202B AT 87202 B AT87202 B AT 87202B AT 87202D A AT87202D A AT 87202DA AT 87202 B AT87202 B AT 87202B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
prosthesis
pendulum
rod
prostheses
actuating
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Oskar Dr Semeleder
Original Assignee
Oskar Dr Semeleder
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Oskar Dr Semeleder filed Critical Oskar Dr Semeleder
Application granted granted Critical
Publication of AT87202B publication Critical patent/AT87202B/de

Links

Landscapes

  • Prostheses (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Einrichtung zur Betätigung von Prothesen. 



   Die bekannten Prothesen, wie z. B, die Kunstarme, werden gewöhnlich mit Hilfe der anderen Hand gebeugt und im Ellbogengelenk fixiert. Auch zur Bewegung und Feststellung des Handgelenkes und der Finger wird zumeist der gesunde Arm benutzt. Dies bringt den Nachteil, dass eigentlich der gesunde Arm die Prothese bedienen muss. Gegenstand der Erfindung bildet eine Einrichtung zur Betätigung von Prothesen, welche diesen Übelstand behebt und ohne Zuhilfenahme der gesunden Hand wirkt. Die Erfindung besteht darin, dass die Prothese ein von einem Gewicht, das selbsttätig seine Lage im Raume verändern kann, gebildetes Steuerorgan für die Einrückung und Ausrückung einer Kraftquelle für den zu bewegenden Prothesenteil erhält,
Die Figuren der Zeichnung betreffen Ausführungsbeispiele der Prothese gemäss der Erfindung. 



   Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. i bis 3 sind auf der Hülse   1,   welche zur Aufnahme des Armstumpfes bestimmt ist, drei Stangen 2, 3, 4 zweckmässig von quadratischem Querschnitt (Stäbe) in Geradführungen 5, 6,7 in der Armrichtung auf und ab schiebbar. 



  Die Stange 2 besitzt auf der der Hülse zugewandten Seite eine Reihe von Vertiefungen   8,   an welchen die Stange mittels einer Klinke 11, die unter Wirkung einer Feder 9 steht, in verschiedener Höhe feststellbar ist. Das untere Ende des Stabes dient zum Anbringen von zur Prothese gehörenden Teilen, z. B. des sogenannten Sonntagsarmes (Fig. 4), oder von Werkzeugen bzw. von Werkzeughaltern z. B. einer Klemme (Fig. 8) o. dgl. 



  Durch die Anwendung des längs des Oberarmes geführten Stabes ist eine ausgiebige Verlängerung und Verkürzerung möglich, so dass das Werkzeug z. B. sowohl in der Höhe des Ellbogengelenkes als auch in normaler Handlänge und in Zwischenstellungen eingestellt 
 EMI1.1 
 Herabschieben beim Nachlassen des Zuges eine durch den Zug gespannte Feder 13 besorgt. 



  Das untere Ende dieses Stabes ist abgebogen (Fig. 3), und die Abbiegung trägt ein Pendel mit dem Pendelgewicht   M,   welches um die Achse 15 drehbar ist. Der Pendel ist oberhalb der Achse nach Art einer Gabel mit Zacken   16,   17 ausgebildet. Der Stab   4   ist mit seinem unteren Ende abgebogen und an ihm ein Zugseil 18 befestigt. Er besitzt in der Höhe der Sperrklinke 11 einen Fortsatz   19,   welcher durch einen Schlitz der Hülse 1 in das Innere der Hülse vorragt. Wird der Arm aus der senkrechten Lage nach vorne gebracht, so ändert das Pendelgewicht infolge des Ausschlages des Gehäuses seine relative Lage zu demselben und der Fortsatz 16 des Pendels gelangt unter einen horizontalen Arm der Sperrklinke 11. 



  Wird nun z. B. in bekannter Weise durch die gesunde Schulter das Zugseil 12 betätigt, so wird die Klinke 11 aus dem Stab 2 ausgehoben. Der Stab 2 senkt sich infolge seiner Schwere bis auf den Arbeitstisch und wird beim Nachlassen des Zuges durch die Klinke wieder   festgestellt. Das < urückschieben   erfolgt bei geschobener Klinke durch Aufstützen des unteren Stabendes auf den Arbeitstisch. Wird der Arm nach hinten geschwungen, so stellt sich der Fortsatz 17 des Pendels unter den Fortsatz 19. Ein Zug am Seil 12 bewirkt nun ein Anheben des Stabes   4   und dadurch einen Zug am Seil 18. Dieser Zug kann zur Bewegung'der Finger oder der Hand eines Vorderarmes oder sonstwie ausgenutzt werden. 



   Die Zugseile 12 und 18 können nach Art der bekannten flexiblen Kabel im Innern eines biegsamen Rohres aus Spiraldraht geführt werden, um eine flexible Kraft- übertragung zu ermöglichen. 



   Als Kraftquelle zur Betätigung der Prothese dient die gesunde oder die kranke Schulter, welche z. B. durch Hebung einen über sie gelegten zwischen den Beinen hindurchgeführten Gurt, oder durch Entfernen der einen Schulter von der anderen einen über die beiden Schultern geführten Gurt spannt. Auch durch das Körpergewicht, z. B. durch Auftreten mit dem Fusse, kann die Kraft zur Betätigung der Prothese aufgebracht werden. 



  Die so erzeugte Kraft kann nicht nur zur Bewegung der Prothese, sondern auch zur   Betätigung von verschiedenen Werkzeugen in der Kunsthand (z. B. Zange, Schere usw. )   benutzt werden. 



   In Fig. 4 ist ein Sonntagsarm veranschaulicht, welcher am unteren Ende des Stabes 2 statt einer Arbeitsklemme befestigt werden kann. wenn mit der Prothese keine Arbeit zu verrichten ist. 1 ist die Vorderarmhülse, 2 eine Halbkugel aus Holz mit einer Ausnehmung 3 zur Aufnahme des. Stabes 2 der Fig.   1. 4 ist   der Befestigungsbolzen. 5 stellt die Drehachse des Vorderarmes dar. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Fig. 5 stellt eine Ausführungsform dar, bei welcher das Pendel der Fig. i an dem Stabe 3 durch einen Bolzen 21 ersetzt ist, welcher in einer Geradführung 20 je nach der Stellung zur Horizontalen gleitet. 



   Um eine Kraftquelle für verschiedene Bewegungen zu verwenden, kann, wie in Fig. 6 gezeigt ist, z. B. die Zugkraft mittels einer Pendelvorrichtung auf'verschiedene Zugseile, z.   B.   durch Seitwärtsneigen des Körpers, übertragen werden. Das Pendel ist in einem auf dem Rücken zu befestigenden Gehäuse 1 gelagert, welches durch Riemen 2 am Rücken des Patienten befestigt ist und die Geradführung für ein zweites einschiebbares Gehäuse 3   (Rohr o. dgl. ) mit einem um eine Achse 4 drehbaren Pendel 5 bildet, dessen oberes Ende   als Anker ausgebildet ist und je nach der Seitenneigung des Körpers nach rechts oder links die Stellung zum Gehäuse relativ verändert. 



   Das Gehäuse 1 ist mit seinem oberen Ende an einen Gurt 6 befestigt, welcher über die Schulter gelegt und vorne über die Brust zwischen den Beinen durchgeführt und mit seinem anderen Ende an dem unteren Ende des Gehäuses 3 festgelegt ist. Ein Heben der Schulter bewirkt eine Anspannung des Gurtes und ein Herausziehen des Gehäuses 3 aus der Hülse 1. Beim Nachlassen des Zuges bringen Federn 7 das Gehäuse 3 in die Ausgangsstellung zurück. Auf dem oberen Ende des Gehäuses 1 sind zwei flexible Kabel   8,   9 (Drahtzüge) angebracht, durch welche hindurch die Zugseile 10, 11 zu den zu bewegenden Teilen der Prothese oder zu dem zu betätigenden Werkzeug führen.

   Die Zugseile 10, 11 bilden mit ihrem anderen Ende Ösen   12,   13, welche abwechselnd beim Seitwärtsneigen des Oberkörpers je nach der Stellung des Gehäuses über den rechten oder linken Haken des Pendelankers   5   eingestellt werden. Der auf den Gurt 6. durch die Schulterbewegung ausgeführte Zug wird dadurch entweder auf das Kabelseil 10 oder 11 übertragen und damit je nach Wunsch des Trägers in verschiedener Weise zur Geltung gebracht. 



   Statt des Pendels kann auch hier ein verschiebbarer Bolzen ähnlich der Fig. 5 zur Verwendung kommen. Auf die Stellung des Bolzens bzw. Pendels kann auch durch einen z. B. in der Achsenhöhle eingelegten mit Schlauch versehenen Gummiballen auf pneumatischen Wege Einfluss genommen werden. 



   Sollen vier verschiedene Kabel einzeln betätigt werden, so   müssen   diese so angeordnet werden, dass sie sich paarweise gegenüber befinden, also im Querschnitt auf den Ecken eines Quadrates stehen. Die Pendelvorrichtung wird auf der Achse 4 (Fig. 6) in der Längsrichtung der Achse verschiebbar gelagert. Die Verschiebung kann pneumatisch durch Druck auf einen Gummiballen oder durch eine andere Kraftquelle hervorgerufen werden, wobei durch die Verschiebung der Anker dem einen oder anderen Osenpaar gegenüber zu liegen kommt. 



   In Fig. 7 ist ein Ausführungsbeispiel veranschaulicht, bei welchem das Körpergewicht als Kraftquelle zur Betätigung der Prothese ausgenutzt ist. Der Fuss ruht auf einer um die Achse 1 drehbaren Platte 2, an dessen freien Rand das Zugseil 3 befestigt ist. Die Bodenplatte 4 ist ebenfalls um die Achse 1 drehbar und trägt am freien Rand eine Stütze 5, auf welcher das flexible Rohr des Kabels 6 sich aufstützt. Wird die Platte 2 belastet, so wird das Zugseil 3 tief gezogen und die dadurch gewonnene Kraftwirkung lässt sich auf die Prothese oder auf an ihr befestigte Werkzeuge übertragen.   Uhrwerkähnliche   Maschinen können auf diese Weise durch Spannung der Feder aufgezogen werden und kann die so aufgespeicherte Kraft durch Auslösung zur Geltung gebracht werden. Auf diese Weise lassen sich auch mit der Prothese exakte Drehbewegungen ausführen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE : i. Einrichtung zur Betätigung von Prothesen, gekennzeichnet durch ein von einem Gewicht, das selbsttätig seine Lage im Raume verändern kann, gebildetes Steuerorgan für die Einrückung und Ausrückung einer Kraftquelle für den zu bewegenden Prothesenteil.

Claims (1)

  1. 2. Einrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, dass das in der Lage ver- änderliche Gewicht von einem Pendel gebildet ist.
    3. Einrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerorgan gleichzeitig das Umschaltorgan für die Hervorrufung der verschiedenartigen Bewegungen der Prothese ist.
    4. Einrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftquelle mittels des Steuerorgans auf eine Mehrzahl von Zugseilen übertragen werden kann, von welchen jedes zur Hervorrufung einer anderen Prothesenbewegung dient.
    5. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerorgan die Auslösung einer Feststellvorrichtung für ein Verlängerungsstück der Prothese vermittelt.
AT87202D 1916-02-07 1916-02-07 Einrichtung zur Betätigung von Prothesen. AT87202B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT87202T 1916-02-07

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT87202B true AT87202B (de) 1922-02-10

Family

ID=3607968

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT87202D AT87202B (de) 1916-02-07 1916-02-07 Einrichtung zur Betätigung von Prothesen.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT87202B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
AT87202B (de) Einrichtung zur Betätigung von Prothesen.
DE2451618A1 (de) Zahnaerztliches lehr- und uebungsgeraet
DE371765C (de) Arm-, Hand- und Fingerprothese
DE311455C (de)
CH134788A (de) Vorrichtung zum Ondulieren der Haare.
DE2443951C3 (de) Halte- und Rückzugsvorrichtung für die Versorgungsleitung eines zahnärztlichen Handstückes
DE293764C (de)
DE35808C (de) Gelenkmechanismus für künstliche Glieder mit veränderlicher Begrenzung der Gelenkdrehüng
DE455339C (de) Natuerliche Gehbewegungen ausfuehrende Spielzeugfigur
DE505335C (de) Kamm mit um ihre Laengsachse drehbaren Zinken
DE305848C (de)
DE346198C (de) Durch Fusstritthebel betaetigte Schnurzuege zum Schliessen, Sperren und OEffnen der Handklemme an kuenstlichen Armen
DE524531C (de) Aus einem Paar von Hanteln bestehendes Turngeraet
DE375629C (de) Aushebevorrichtung fuer die Arbeitswerkzeuge an Kartoffelkultur- und anderen Iandwirtschaftlichen Maschinen
DE1639185A1 (de) Steuerstab fuer Kernreaktoren,vorzugsweise des Leichtwassertyps
DE683476C (de) Zettelmaschine
AT333680B (de) Handwebgerat
DE513381C (de) Schirm mit besonderer Schliessvorrichtung
AT89403B (de) Vorrichtung zum Bewegen künstlicher Hände mit Zugmitteln zum Biegen der Finger.
DE497925C (de) Kuenstliche Hand mit beweglichen Fingern
DE664968C (de) Stoffschieberantrieb an Naehmaschinen
AT238881B (de) Handgerät mit einer Werkzeugplatte, z. B. einer Massageplatte, einer Bürstenplatte od. dgl., an einer eine kreisende oder geradlinig hin- und hergehende Arbeitsbewegung ausführenden Arbeitsplatte
DE800467C (de) Schuhklebepresse
DE202015102636U1 (de) Abdominales Trainingsgerät
AT39605B (de) Vorrichtung zum Aufbinden von Glühstrümpfen für Invertgaslühlicht auf die Tragringe.