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Verfahren zur Gewinnung von Tuberkulose-Immunmilch von'Kühen.
Zum leichteren Verständnis des vorliegenden Verfahrens wird von einer Beschreibung des ihm ähnlichen bekannten. Maraglianoschen- Verfahrens der Impfung gegen Tuberkulose und Herstellung von Immunmilch (Berliner klinische Wochenschrift 1904, Nr. 23 und 24) ausgegangen. Nach dem Maraglianoschen Verfahren wird humoral mit Aufgüssen und
Extrakten wasserlöslicher Bestandteile von J : uberkelbazillenkulturen immunisiert.
Was damit erzielt werden kann, sind wiederum nur-Reaktionsprodukte auf die wasserlöslichen Bestand- teile, in letzter Linie, um es mit einem Schlagwort, zu bezeichnen, um Tuberkulinwirkungen oder tuberkulinähnliche Wirkungen, nicht aber um den ganzen Komplex der Tuberkulose- immunität, der eben nur durch die Einbringung sämtlicher Partialantigene in den zu immunisierenden Organismen erreicht werden kann, Maragliano bedient sich besonders zweier von ihm als "Polpa bacillare" und "Liquido F" bezeichneter Präparate.
A. Darstellung der"Polpa baeillare".
Man filtriert Tuberkelbazillenkulturen im Alter von 40 bis 60 Tagen durch das Filter und wäscht sie darauf mit sterilisiertem destilliertem Wasser so lange, bis sie schön weiss sind und das Wasser klar abläuft. Darauf wägt man die vom Filter ohne Wasser ab- gehobenen Bazillen feucht und berechnet, wie viel Flüssigkeit (Polpa) man damit erhält, wenn die Polpa bacillare eine Konzentration von i : IO haben soll. Z. B. verwendet man zur Herstellung von 1 1 Polpa zoo g feuchte Bazillen und behandelt diese auf folgende Weise : i. 350 cm3 sterilisiertes Wasser werden zunächst mit diesen 100 g Bazillen vermengt und kurze
Zeit geschüttelt, um die grösseren Bazillenklumpen zu trennen. Darauf wird durch Papier filtriert.
2. Die auf dem Filter zurückgebliebenen Bazillen vermischt man mit feinkörnigem sterilen
Sand und verreibt diese Masse sehr gut im Mörser eine lange Zeit. Das vorhin verwendete Wasser (350 cm3 filtriert) mischt man nach und nach zu den verriebenen Bazillen. Nach weiterem guten Verreiben fügt man noch weitere 350 cm3 sterilisertes destilliertes Wasser hinzu.
3. a) Hierauf bringt man die gesamte Masse in einen Erlenmeyer-Kolben und lässt sie 24 Stunden im Brutschrank stehen. Es setzen sich deutlich drei Teile ab : Sand, Bazillen, Flüssigkeit, Nun giesst man. das obenstehende Wasser vorsichtig ab und'lässt es ein Chamberland- filter bei normalem Druck (i Atm.) passieren. b) Hat man die gesamte Flüssigkeit nitriert, so. setzt man I50 cm3 heisses, fast kochendes, sterilisiertes, destilliertes Wasser in das Chamberlandfilter zum-Rückstand und filtriert, so dass jetzt die Extraktion und Filtration eine ausgiebige wird. Das Filtrat ist nun die"Polpa bacillare"auf kaltem Wege hergestellt.
4. Vom Chamberlandfilter nimmt man nun den Rückstand (Bazillen und wenig Sand) und fügt ihn zu der noch im Erlenmeyerkolben vorhandenen Masse (Bazillen und Sand), fügt 300 cm3 sterilisiertes destilliertes Wasser hinzu und lässt diese Flüssigkeit bis auf die
Hälfte einkochen. Hierauf'filtriert man wieder durch ein Chamberlandfilter."Das. Filtrat ist die"Polpa bacillare", auf heissem Wege hergestellt.
Das durch Vermischen der beiden, Polpapräparate (Polpa bacillare I. auf kaltem,
2. auf heissem Wege bereitet) hergestellte Präparat ist die zur Immunisierung verwendete "Polpa bacillare 1 : 10".
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B. Darstellung des"Liquido F.". a) Bei Darstellung von ,,Toxin auf kaltem Wege"filtriert man Kulturen durch ein gehärtetes Filter und darauf durch ein Chamberlandfilter. Das Filtrat ist das Toxin. b) Zur Bereitung des"Toxins auf warmem Wege" (dieses stärkere Toxin wird zur Immunisierung der Ochsen unter Zusatz von Kochschem Tuberkulin verwendet) lässt man die Bouillonkulturen zwei Stunden bei I200 stehen und am folgenden Tage nochmals zwei Stunden bei gleicher Temperatur und filtriert hierauf wiederum durch ein gehärtetes Filter und ein Chamberlandfilter. Das Chamberlandfiltrat ist das Toxin.
Der "Liquido F." nun wird durch Vermischen von gleichen Teilen wässerigen Tuberkulins nach Maragliano (im Gegensatz zum Kochschen ohne Glycerin) und dem auf kaltem Wege gewonnenen Toxin dargestellt.
C. Technik der Immunisierung der Kühe.
Man wechselt mit den Präparaten a) der "Polpa bacillare" und b) "Liquido F.", beginnend mit 5 cm3 Polpa subkutan, wöchentlich zweiInjektionen, vorausgesetzt, dass keine Temperatursteigerungen eintreten. Dann Pause, Man steigert die Dosen bis 60 cm3 pro Injektion. Nach etwa drei Monaten beginnt die serologische Kontrolle.
D. Beispiel.
Immunisierung einer Kuh zur Erzeugung von Tuberkuloseimmunmilch nach Mariagliano (vom Erfinder selbst und seinem Assistenten im Frühjahr 1914 im Instituto Maragliano in Genua.'ausgeführt).
Zur Verwendung gelangten "Polpa bacillare" und "Liquido F.". Das Tier wurde am 3. März 1914 durch Temperaturprobe mit Tuberkulin als tuberkulosefrei befunden und zeigte an diesem Tage Temperaturen von 38'50, 38'80 und 38'70. Die Immunisierung begann am 7. März'914.
EMI2.1
<tb>
<tb>
7. <SEP> 3. <SEP> Rio <SEP> Temp. <SEP> 38-4 <SEP> 38-'o
<tb> 10. <SEP> 3. <SEP> F. <SEP> 5 <SEP> ,, <SEP> 38.4 <SEP> 38.9
<tb> 12. <SEP> 3. <SEP> P. <SEP> io- <SEP> ;, <SEP> 38-5-
<tb> 17. <SEP> 3'F. <SEP> 20 <SEP> " <SEP> 38'5 <SEP> -
<tb> 20. <SEP> 3. <SEP> P. <SEP> 20 <SEP> ,, <SEP> - <SEP> -
<tb> 24. <SEP> 3. <SEP> F. <SEP> 40 <SEP> ,, <SEP> 38.5 <SEP> 38.7
<tb> 26. <SEP> 3. <SEP> P. <SEP> 40 <SEP> ,, <SEP> 38.4 <SEP> -
<tb> 28. <SEP> 3. <SEP> F. <SEP> 40 <SEP> ,, <SEP> 38.5 <SEP> -
<tb> 31. <SEP> 3'P. <SEP> 50 <SEP> " <SEP> 38'6 <SEP> -
<tb> 3-4-F. <SEP> 50 <SEP> Milchuntersuchung
<tb> Antigene <SEP> + <SEP> +.
<tb>
Antikörper <SEP> +.
<tb>
8 <SEP> : <SEP> 4. <SEP> P. <SEP> 40 <SEP> ,, <SEP> 38.7 <SEP> 38.6
<tb> 10. <SEP> 4. <SEP> F. <SEP> 60 <SEP> ,, <SEP> - <SEP> -
<tb> 14. <SEP> 4. <SEP> F. <SEP> 60 <SEP> ,,
<tb> 17, <SEP> 4. <SEP> P. <SEP> 60 <SEP> ", <SEP> 38'4 <SEP> -
<tb> 22. <SEP> 4. <SEP> F. <SEP> 60 <SEP> ,, <SEP> 38.5 <SEP> - <SEP> Milchuntersuchung <SEP> :
<tb> Antigene <SEP> + <SEP> + <SEP> +,
<tb> Antikörper. <SEP> +.
<tb>
28.4. <SEP> P. <SEP> 60 <SEP> ,, <SEP> 38.3 <SEP> 38.1
<tb> 4. <SEP> 5.'F-70 <SEP> -.-
<tb> 9. <SEP> 5. <SEP> P. <SEP> 80 <SEP> ,, <SEP> - <SEP> -
<tb> 11. <SEP> 5. <SEP> F. <SEP> 80 <SEP> ,, <SEP> - <SEP> - <SEP> Weniger <SEP> Milch, <SEP> Immunisierung
<tb> ausgesetzt <SEP> bis <SEP> 26.5.
<tb>
Milchuntersuchung <SEP> :
<tb> Antigene <SEP> +-h <SEP> +,
<tb> Antikörper <SEP> + <SEP> +.
<tb>
30. <SEP> 5. <SEP> F. <SEP> 80 <SEP> ,, <SEP> - <SEP> -
<tb> 2. <SEP> 6. <SEP> P. <SEP> 85 <SEP> ,, <SEP> 38.7
<tb> 4. <SEP> P. <SEP> 90 <SEP> 38-6
<tb> 6. <SEP> 6. <SEP> P. <SEP> 80 <SEP> ,, <SEP> 38.1 <SEP> g. <SEP> 6. <SEP> F. <SEP> 90 <SEP> ,, <SEP> 38.1 <SEP> - <SEP> Jetzt <SEP> Aussetzen <SEP> der <SEP> Immunisierung. <SEP> 26.6.
<tb>
Milchuntersuchung <SEP> :
<tb> Antigene <SEP> + <SEP> + <SEP> +,
<tb> Antikörper <SEP> + <SEP> +.
<tb>
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Es zeigte sich bei der Untersuchung des Milchserums, dass nach der Impfung, wie schon des öfteren im Maraglianoschen Institut festgestellt wurde, sowohl im Blutserum als auch hier im Milchserum die Antigene zuerst vorherrschen, während die Bildung der Antikörper naturgemäss erst in späterer Zeit zu erwarten ist,
Die quantitative Dosierung-der Antikörper und Antigene in Milchserum steht noch aus.
Zur Untersuchung des Milchserums der Kuh werden zwei Testpräparate verwendet, welche im Maraglianoschen Institut kurzweg als "Antigene" und "Anticorpo" bezeichnet werden, i. Das "Antigene" ist ein wässeriges, tuberkulöses Testantigen, vermittels dessen der Nachweis der-humoralen Antikörper im Blut und in'Milchserum ausgeführt wird.
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wird und selbst ebenfalls wässerige Antikörper enthält, Diese beiden Testpräparate dienen eben nur zum Nachweis der bereits erreichten Immunisierung.
Von dem vorstehend beschriebenen bekannten Maraglianoschen Verfahren unterscheidet sich das neue Verfahren dadurch, dass nicht etwa wasserlösliche Bestandteile oder Sekretionsprodukte des Tuberkelbazillus, sondern die vorsichtig, aber vollständig abgetöteten Tuberkelbazillen bzw. deren Präparationen, das heisst die aufgeschlossene Substanz derselben verwendet wird.-Die Hauptsache ist, dass sämtliche Bestandteile des Tuberkelbazillus womöglich in chemisch aufgeschlossener Form den Versuchstieren (Milchkühen) einverleibt werden, was im allgemeinen durch subkutane Injektion geschieht, aber auch durch den Verdauungsweg geschehen könnte.
Das Resultat der Einführung der Gesamtheit aller chemischen Bestandteile des Tuberkelbazillus (Partialantigene) in den Körper der Milchkuh ist die Erzeugung von Antikörpern im Blutserum auf jeden dieser festen und chemisch wohl charekterisierten Bestandteile. Diese Antikörper lassen sich als Partialantikörper vermittelst des Bordet-Gengouschen Verfahrens im Blutserum der geimpften Tiere nachweisen.
Aus den Versuchen des Erfinders ergab sich aber nicht nur die Tatsache, dass Antikörper, und zwar Partialantikörper, überhaupt im Blutserum und, wie es selbstverständlich ist, auch im Milchserum, der betreffenden Kühe vorhanden sind, sondern auch, dass diese Antikörper im Milchserum sich in einer äusserst charakteristischen Weise von den Antikörpern im Blutserum der Kuh- unterscheiden ; Es treten nämlich nach der Impfung im Milchserum ganz ausserordentlich grosse Mengen von Fettpartialantikörpern auf, wie sie im Blutserum desselben Tieres nicht nachgewiesen werden konnten. Dies wurde durch Impfversuche an einer Kuh in der Zeit vom 3. Oktober 1914 bis 21. Jänner I915 bewiesen.
Bei diesen Versuchen. wurde die trächtige Kuh mit M. Tb. R. *) nach Deycke und Much
EMI3.2
Einzelmenge von r6 bis 6.5 cm3 in meist wechselnden Zwischenräumen, einmal mit Unterbrechung von einer Woche, und dauernd die Körpertemperatur der Kuh kontrolliert. Die Ergebnisse sind in dem nachfolgenden Versuchsprotokoll I niedergelegt.
Versuchsprotokoll I.
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<tb>
<tb>
Temperatur
<tb> Datum <SEP> 1914 <SEP> cm3'mittags <SEP> abends
<tb> 3. <SEP> 3. <SEP> 0-2-'38-8
<tb> (1 <SEP> : <SEP> 10. <SEP> 000)
<tb> 38'1 <SEP> -38'4
<tb> 4. <SEP> 10. <SEP> 0.3 <SEP> 38.3 <SEP> -
<tb> 5. <SEP> po.--38-3
<tb> 38-6 <SEP> 38-7
<tb> 7. <SEP> 10. <SEP> 0.3 <SEP> 38.5 <SEP> 38.6
<tb> - <SEP> 39-9
<tb> 9-in. <SEP> 0-4'38*5 <SEP> 38. <SEP> 5
<tb> 38-4 <SEP> 38-5
<tb> M. <SEP> 10. <SEP> o- <SEP> ;, <SEP> 38-5 <SEP> 38-6
<tb> 38-6 <SEP> 38-6
<tb> i4. <SEP> 10. <SEP> 0'5 <SEP> 38-4 <SEP> 38'o
<tb> - <SEP> --- <SEP> 38'5 <SEP> 38'3
<tb> i6. <SEP> io. <SEP> o-6-38'3
<tb> - <SEP> - <SEP> 38'3 <SEP> 38'5
<tb> 19. <SEP> 10. <SEP> 0.7 <SEP> 38.4 <SEP> 38.6
<tb> 38-4 <SEP> 38-2
<tb> 38"6 <SEP> -
<tb> *) <SEP> Milchsäuretuberkelbazillenaufschliessungsrest.
<tb>
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<tb>
<tb>
Temperatur
<tb> Datum <SEP> 1914 <SEP> cm3 <SEP> mittags <SEP> abends
<tb> 22. <SEP> 10 <SEP> 0#8 <SEP> - <SEP> 38#4
<tb> 38#4 <SEP> 38#6
<tb> 24. <SEP> 10. <SEP> 1#0 <SEP> - <SEP> 38#6
<tb> 38#6 <SEP> 38#3
<tb> 26. <SEP> 10. <SEP> 1#2 <SEP> - <SEP> 38#5
<tb> 38#3 <SEP> 38#3
<tb> - <SEP> 38#3
<tb> 30. <SEP> 10. <SEP> 1#7 <SEP> 38#6 <SEP> -
<tb> 38#2 <SEP> -
<tb> 38#3 <SEP> 38#7
<tb> 2. <SEP> 11. <SEP> 2#0 <SEP> 38#4 <SEP> -
<tb> 38#6 <SEP> 38#4
<tb> 4. <SEP> 11. <SEP> 2#3 <SEP> 38#4 <SEP> 38#6
<tb> 38#4 <SEP> 38#6
<tb> 6. <SEP> 11. <SEP> - <SEP> 38#6 <SEP> 38#4
<tb> - <SEP> 38#5
<tb> 38#0 <SEP> -
<tb> 9. <SEP> 11. <SEP> - <SEP> 38#2 <SEP> 38#6
<tb> 38#6 <SEP> 38#6
<tb> ii. <SEP> 11. <SEP> 2#3 <SEP> 38#5 <SEP> 38#1
<tb> 38#3 <SEP> 38#3
<tb> 13. <SEP> 11. <SEP> 2#8 <SEP> - <SEP> 38#1
<tb> - <SEP> 38#3
<tb> 38#3 <SEP> 38#4
<tb> 16. <SEP> 11.
<SEP> 3#3 <SEP> 38#4 <SEP> 38#3
<tb> 38#4 <SEP> 38#1
<tb> 19. <SEP> 11. <SEP> 3#8 <SEP> 38#2 <SEP> 38#5
<tb> :.. <SEP> -... <SEP> 38'4 <SEP> 38'I
<tb> 21. <SEP> 11. <SEP> 3 <SEP> 7'5
<tb> 38#0 <SEP> 38#2
<tb> 23. <SEP> 11. <SEP> 7#0 <SEP> 32#2 <SEP> 38#1
<tb> 38#3 <SEP> 38#0
<tb> 25. <SEP> 11. <SEP> 10#0 <SEP> 38#0 <SEP> 38#4
<tb> 38#4 <SEP> -
<tb> 27. <SEP> 11. <SEP> 13#0 <SEP> 38#2 <SEP> 38#1
<tb> 38#3 <SEP> 38#0
<tb> 38#4 <SEP> -
<tb> 1. <SEP> 12. <SEP> 1#6 <SEP> 38#3 <SEP> 38#5
<tb> - <SEP> (I <SEP> :
<SEP> 1000) <SEP> 38#0 <SEP> 38#5
<tb> 3# <SEP> 12. <SEP> 1#9 <SEP> 38#7 <SEP> 38#1
<tb> 38#0 <SEP> 38#2
<tb> 5# <SEP> 12. <SEP> - <SEP> 2#2 <SEP> 38#5 <SEP> 38#4
<tb> 38-2 <SEP> 38-2
<tb> 7# <SEP> 12. <SEP> 2#5 <SEP> 38#5 <SEP> 38#5
<tb> - <SEP> - <SEP> 38#0 <SEP> 38#9
<tb> 9. <SEP> 12, <SEP> 3'0 <SEP> 38'2 <SEP> -
<tb> 18. <SEP> 12. <SEP> 4#0 <SEP> - <SEP> -
<tb> 22. <SEP> 12. <SEP> 4#5 <SEP> - <SEP> -
<tb> 24# <SEP> 12. <SEP> - <SEP> 5#0 <SEP> - <SEP> -
<tb> 28. <SEP> 12. <SEP> 5#5 <SEP> - <SEP> -
<tb> 31# <SEP> 12. <SEP> 5#75 <SEP> - <SEP> -
<tb> 1915
<tb> 6. <SEP> 1. <SEP> 7-65--
<tb> 12. <SEP> I <SEP> 6-00--
<tb> 16. <SEP> 1. <SEP> 6#25 <SEP> - <SEP> -
<tb> 21. <SEP> 1. <SEP> 6#50 <SEP> - <SEP> -
<tb>
EMI4.2
25# Mai 1915 ab mit steigenden Einzelgaben M. Tb.
R., i : 1000, geimpft, was nur für die Reaktion des Milchserums der Kuh am g. Juni'1915 in Frage kommt. Die Untersuchungen
EMI4.3
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EMI5.1
EMI5.2
<tb>
<tb> a) <SEP> Kuh <SEP> b) <SEP> Kalb
<tb> 19 <SEP> 5*) <SEP> Milchserum <SEP> Blutserum <SEP> Intrakutan- <SEP> Blntserum <SEP> Intrakutan#
<tb> reaktion <SEP> reaktion
<tb> 17. <SEP> 2. <SEP> A. <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 1000 <SEP> + <SEP> - <SEP> -
<tb> (sehr <SEP> stark) <SEP> I, <SEP> : <SEP> 1000
<tb> Fl. <SEP> o <SEP> o
<tb> N. <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 1000
<tb> (sehr <SEP> stark) <SEP> + <SEP> schwach <SEP> -
<tb> , <SEP> 1 <SEP> :, <SEP> 1000
<tb> 7. <SEP> 3. <SEP> Geburt <SEP> des <SEP> Kalbes
<tb> 17# <SEP> 3# <SEP> A. <SEP> + <SEP> + <SEP> - <SEP> 2#5 <SEP> : <SEP> 100
<tb> Fl. <SEP> o
<tb> '-'''---N.'++++-
<tb> 2#5 <SEP> : <SEP> 100.000.
<tb>
23. <SEP> 3# <SEP> A. <SEP> ? <SEP> Fl. <SEP> - <SEP> 5 <SEP> : <SEP> 100 <SEP> N. <SEP> - <SEP> 2#5 <SEP> : <SEP> 100.000 <SEP> -
<tb> 24. <SEP> 3# <SEP> A. <SEP> + <SEP> - <SEP> 2#5 <SEP> : <SEP> 100
<tb> FI. <SEP> schwach <SEP> Verdünnung <SEP> o
<tb> N. <SEP> +-bis <SEP> letzte
<tb> Verdünnung
<tb> 2'5 <SEP> : <SEP> 100.000.
<tb>
13# <SEP> 3# <SEP> A. <SEP> o
<tb> FI. <SEP> schwach <SEP> +
<tb> Verdünnung <SEP> o
<tb> N. <SEP> + <SEP> bis <SEP> letzte
<tb> Verdünnung
<tb> ru <SEP> : <SEP> 100. <SEP> 000
<tb> Millionen. <SEP>
<tb>
20. <SEP> 4. <SEP> A, <SEP> - <SEP> 5 <SEP> : <SEP> 1000
<tb> FL <SEP> : <SEP> o
<tb> N. <SEP> - <SEP> 2#5 <SEP> : <SEP> 100.000.
<tb>
27# <SEP> 4# <SEP> A. <SEP> o
<tb> Fi. <SEP> oN. <SEP> 2'5 <SEP> : <SEP> roo. <SEP> ooo.---*
<tb> 10, <SEP> 5# <SEP> A. <SEP> + <SEP> # <SEP> 2#5 <SEP> FI. <SEP> +++} <SEP> : <SEP> N, <SEP> ++#100.000 <SEP> -
<tb> 11. <SEP> 5# <SEP> M. <SEP> Tb. <SEP> R.
<tb>
A. <SEP> +
<tb> Fl. <SEP> o
<tb> N. <SEP> 0
<tb> 9. <SEP> 6. <SEP> A. <SEP> + <SEP> - <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 10.000 <SEP> + <SEP> - <SEP> 2#5 <SEP> : <SEP> 100
<tb> Fl. <SEP> +++ <SEP> +++
<tb> 2#5 <SEP> : <SEP> 100.000 <SEP> 2#5 <SEP> : <SEP> 100. <SEP> 000
<tb> N. <SEP> +++ <SEP> +++
<tb> 2#5 <SEP> : <SEP> 100. <SEP> 000 <SEP> 2#5 <SEP> : <SEP> 1000.
<tb>
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was die Antikörpermischung betrifft; unabhängig vom Blutserum ist, welches aber auch, wie das Überwiegen speziell der Nastinantikörper beweist, als teilweise unabhängig von'der Qualität und Quantität der infizierten Antigene bezeichnet werden muss. Denn bei dem infizierten M.
Tb. R/spielt selbstverständlich die Eiweisskomponente die Hauptrolle, also müsste eigentlich sowohl im Blutserum-als auch bei dem vorausgesetzten Durchfiltrieren des Milchserums die Albumin-gleich Eiweisskomponente die. Hauptrolle spielen.
Es steht also hiermit fest, dass-bei der Produktion dieser antikörperreichen Milch die Milchdrüsenzellen, überhaupt die ganze Milchdrüse keine passive Rolle, etwa der eines Filters entsprechend, spielen, sondern dass durch die erfolgte Immunisierung die Milchdrüsen bzw. die Milchdrüsenzellen selbst einen besonderen, und zwar einen besonders hohen und vom Zustand'des Blutserums auch qualitativ verschiedenen Zustand von Immunität aufweisen. Besser noch als es die Intrakutanreaktion vermochte, welche auch ausgeführt wurde, beweist diese Qualität des Milchproduktes den hohen Grund, zellulärer Immunisierung und zellulärer Selbständigkeit der, Milchproduktionszellen in den Milchdrüsen.
Sehr interessant ist auch. die Feststellung, dass die Intrakutanreaktion bei dieser Kuh
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Während also die : Zellen in der Haut der Kuh nach den Injektionen von M. Tb. R., welches doch zum grössten Teil aus der Albuminkomponente besteht, auf M. Tb. R. bzw. A. reagieren und die Intrakutanreaktion-auf Lipoide fehlt, geben die Milchzellen der Kuh ein
Sekret von sich, bei dem die Antikörper ein starkes Hervortreten besonders der-Neutral- fettkomponente unzweifelhaft erkennen lassen.
Das von der Kuh geworfene Kalb zeigte im Blutserum vorwiegend die. A.-und die N.-Komponente und bei-der Intrakutanreaktion ein Fehlen-der Reaktion auf A. und F. und alleiniges Vorhandensein der N.-ÜberunempSndlichkeit.-Der Genuss der an Fettantikörpern so reichen Kuh hat also beim'Kalb eine positive Intrakutanreaktion, also das Entstehen einer zelluläre Immunität gegen Neutralfett im Gefolge. Es bedarf hiernach keines weiteren
Beweises für das Bestehen zellulärer Immunität infolge der Impfung bei der Milchkuh und des Entstehens zellulärer Immunität durch den Genuss der von ihr gespendeten Immunmilch beim Kalb. Es bedarf fernerhin keines weiteren Hinweises darauf, dass ein solcher.
Zustand hochgradiger zellulärer Immunisierung der Milchdrüsenzellen nicht erzielt werden kann durch die Injektion wässeriger Sekretionsprodukte oder wasserlöslicher Bestandteile des Tuberkel- bazillus ; wie dÅas Maragliano in seinen Versuchen getan hat. Vielmehr ist es, wie schon , betont, nötig, die Gesamtheit der im Tuberkelbazillus vorhandenen Antigene in aufgeschlossener
Form zu verwenden.
Hervorzuheben ist freilich noch, dass die nach dem Verfahren des Erfinders besonders gemästeten und an Fettantigenen reichen Masttuberkelbazillenvakzinen ein solches Auftreten von Fettpartialantikörpern noch begünstigen dürften.
Während also die Art der Aufschliessung der Tuberkelbazillen als unwesentlich bezeichnet werden kann, sofern nur in dem Aufschliessungsprodukt alle Partialantikörper des Tuberkel- bazillus enthalten sind, ist nicht unwesentlich, vielmehr sehr wichtig, die technische Ausführung der
Immunisierung, welche eben einen weit-über die Ziele des gewöhnlichen Tuberkuloserinderschutzes hinausgehenden Zweck, nämlich die-hochgradige zelluläre Immunisierung der Milchdrüsen-
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und diese Impfung, die eben keine Schutzimpfung für die Rinder, sondern eine auf Immunmilchproduktion gerichtete ist, muss in angemessenen Intervallen wiederholt werden, da die Produktion der Antikörper in der Milch nach einer gewissen Zeit abnimmt.
. Auf solche Weise wird es erreicht, die zelluläre Immunität in den Milchdrüsen-der Kühe gegen Tuberkelbazillen so zu erzeugen und so hoch zu halten, dass ein ständiges Überschäumen, Überfliessen überschüssig produzierter freier, im Milcherum aufgehäufter Partialantikörper gegen Tuberkelbazillen, besonders auch von Lipoidqualität, erzielt wird.