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Umwicklervorrichtung für Kinofilms.
Bekanntlich muss ein Film nach einer jeden Vorführung, um wieder in den Ausgangszustand gebracht zu werden, zurückgewickelt werden. Bis jetzt waren Umwickler (Um"oller) in Verwendung, die nur für den Handbetrieb eingerichtet waren, wobei der betreffende Operateur zur Betätigung derselben den Vorführungsapparat verlassen und, um ein Bäumen des Bildbandes zu vermeiden, und ein festes Aufwickeln desselben zu erzielen, den Umwicklungsprozess ununterbrochen manuell beeinflussen musste. Dadurch, dass der Operateur seine Aufmerksamkeit zwischen der Vorführung und der Umwicklung zu teilen hatte, bestand eine nicht zu unterschätzende Feuersgefahr, da der umzuwickelnde Film bekanntlich in einem völlig ungeschützten Zustande sich befindet und bei der geringsten Nachlässigkeit von Seiten des Operateurs in Brand geraten kann.
Diesen Mangel suchte man bis jetzt in der Praxis durch einen Nebenraum für die Umwicklung und das Anstellen eines Gehilfen zu beheben.
Es bestand nun die Aufgabe, eine Umwicklung des Films zu ermöglichen, die vollständig selbsttätig wirkend, gänzlich unabhängig von der Aufmerksamkeit des Operateurs, womöglich in einem verschliessbaren Behälter, vor sich gehen könnte. Die Lösung dieser Aufgabe bildet den Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
Die Erfindung besteht aus einem Umwickler. dessen Betätigung durch einen Elektromotor erfolgt, wobei die Regulierung der Umwicklung (Erhaltung der erforderlichen Spannung des Films, Vermeiden des Bäumens, festes Aufwickeln) vollständig selbsttätig vor sich geht und nach Ablauf des Filmbandes eine automatische Ausschaltung des Motors und Bremsung der Abwicklerrolle erfolgt, was besonders bei gerissenen Filmbändern von Wichtigkeit ist, da dadurch ein Abschnellen des auf der Abwicklerrolle noch befindlichen Films vermieden wird.
Diese motorische Umwicklung bei gleichzeitig selbsttätiger Regulierung und Ausserbetriebsetzung des Motors nach Ablauf des Filmbandes, erfordert keine Anwesenheit des
Operateurs während des Umwicklungsprozesses und ermöglicht auch die vollständige Isolierung des Apparates in einer feuersicheren Schrankvorrichtung.
Fig. i der Zeichnung zeigt den Umwickler, der aus einem Abwickler 1, einem Aufwickler 2 und einem Antriebsmotor 3 besteht. Fig. 2 stellt denselben mit aufgesteckten
Filmspulen 4 im Betriebe dar, Fig. 3 veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel eines in einer feuersicheren Schrankvorrichtung'funktionierenden Umwicklers. Fig. 4 zeigt das Schaltung- schema mit Motor 3, Anlasser 5 und Kontaktgruppe 6 (II, 13) des Abwicklers. Fig. 5 ver- anschaulicht den Abwickler und Fig. 6 den Aufwickler in Stirnansicht. Fig. y den Abwickler und Fig. 8 den Aufwickler in Seitenansicht. Fig. 9 stellt den Kopf des Abwicklers dar.
Fig. 10 denselben im Längsschnitt und Fig. 11 die Stirnansicht desselben. Fig. I2 ver- anschaulicht deutlich die in den Kopf des Abwicklers eingebaute Kontaktgruppe 6.
Sowohl der Abwickler 1, wie der Aufwickler 2J besteht aus je einem Ständer 7,7a und einem Kopf 8, 8 a. Der Kopf des Abwicklers ist mit einer horizontalen Gewinde- bohrung versehen, in welche eine Schraubenhülse 9 eingeschraubt ist, auf welcher sich eine
Scheibe aus nichtleitendem Material 10 befindet, welch letztere die beiden miteinander verbundenen Kontakte 11 trägt. Seitlich ausserhalb des Kopfes 8 sind zwei Kapseln aus nichtleitendem Material 12 angebracht, welche in ihrem Innern je einen Federkontakt 13
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enthalten, die mittels Leitungen 14, 15 mit dem Motor verbunden werden. Am Ende dei aus dem Kopfe des Abwicklers herausragenden Schraubenhülse 9 ist ein Hebel- ? auf-
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befindet.
Durch die Schraubenhülse 9 geht eine Achse 20, die ausserhalb des Kopfes (8) mit einer Mitnehmerscheibe 21 versehen ist und an einem Ende einen Bajonettverschluss 22 trägt, am anderen Ende dagegen in ein Gewinde 23 ausläuft. Zwischen der Mitnehmerscheibe 21 und der Wandung des Kopfes 8 befindet sich eine Lederscheibe 24. Der Kopf des Hebels 17 ist mit sechs versenkten Bohrungen 25 versehen, die je eine Spiralfeder 26 und je einen Stift einer Stiftenscheibe 27 aufnehmen. Auf das herausragende Gewinde 23 der Achse 20 ist eine Scheibenmutter 28 aufgeschraubt, wobei zwischen der letzteren und der Stiftenscheibe 27 eine Lederscheibe 29 zu liegen kommt.
Der Kopf des Aufwicklers 8a ist mit einer glatten horizontalen Bohrung versehen, die eine ähnliche Achse wie die des Abwicklers aufnimmt, auf deren herausragendem Gewinde eine Riemenscheibe 30 befestigt ist.
Die Filmspule 4 (siehe Fig. 2) mit dem auf ihr befindlichen Bildbande wird in gewohnter Weise auf die Achse 20 des Abwicklers 1 aufgesteckt und das Ende des Bildbandes 31 unter der am Hebel 16 angebrachten Schleifrolle 19 zum Aufwickler 2 herübergezogen und an der auf den letzteren aufgesteckten leeren Spule 4 befestigt. Durch einige Drehungen der letzteren wird der Film gespannt, der Hebel 16 infolgedessen hochgehoben, wodurch durch die damit verbundene Drehung der Schraubenhülse 9 mit der an ihr befestigten Scheibe 10 die Kontakte 11 mit den Federkontakten 23 in Berührung kommen und der Motor eingeschaltet wird, der mittels eines Riemens 32 auf die Riemenscheibe 30 des Aufwicklers wirkt.
Je eine tiefere Stellung der Hebel 16, der mit seinem Kopf 17 an der Schraubenhülse 9 befestigt ist, während der Umwicklung durch eine mögliche Lockerung des Bildbandes einnimmt, je stärker wird durch das Ausschrauben der Schraubenhülse 9 die zwischen der Lederscheibe 29 und der Scheibenmutter 28 mit Hilfe der Spiralfedern 26 bestehende Reibung, welche bremsend auf die Achse 20 mit der auf ihr befindlichen Filmspule 4 wirkt, wodurch die Regulierung der zum festen Aufwickeln des Filmes erforderlichen
Spannung desselben erfolgt.
Nach Ablauf des Bildbandes von der Abwicklerspule verliert der Hebel 16 seinen Halt und fällt in seine ursprüngliche Tiefstellung, wodurch der Motor mittels der Kontakte 11, 13 ausgeschaltet und die erwähnte Reibung zwischen der Leder- scheibe 29 und der Scheibenmutter 28 einen derartigen Grad gewinnt, dass die Drehbewegung der Achse U aufgehoben wird.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Umwicklervorrichtung für Kinofilme, bestehend aus je einem Abwickler (1) und einem Aufwickler (2), gekennzeichnet durch einen Motor (3), welcher mittels eines Riemens (32) auf eine Riemenscheibe (30) des Aufwicklers (2) wirkt und einen am Abwickler angebrachten Hebel (16), welcher mit einer an seinem Ende angeordneten Schleifrolle (19) auf dem zum Aufwickler geführten Bildbande (31) aufliegt und in dieser Stellung den Strom des Triebsmotors schliesst und während des Betriebes die nötige Spannung des Bildbandes aufrecht erhält.