<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft eine Pistole bestehend aus einem Grundgehäuse und einem darauf verschiebbar geführten Laufschlitten, der im Querschnitt aus zwei Seitenwänden und dazwischen einer Deckwand besteht, im Inneren welchen Laufschlittens vorne ein Lauf geführt und dahinter ein einen Schlagbolzen und eine Schlagfeder enthaltenes Einsatzstück :
ist wobei a) das Einsatzstück innen einen an seiner der Deckwand des Laufschlittens zugekehrten Seite offenen Hohlraum bildet, in welchem Führungsflächen für den Schlagbolzen vorgesehen sind, b) der Schlagbolzen an den Führungsflächen des Hohlraumes anliegende Gegenflächen hat und an seiner der Deckwand des Laufschlittens zugekehrten Seite zwischen Schlagbolzen und Deckwand einen in Längsrichtung verlaufenden Freiraum lässt, c) der Freiraum die Schlagfeder enthält, deren vorderes Ende sich am Schlagbolzen und deren hinteres Ende sich an einem Widerlager abstützt, und wobei die hintere Wand des Einsatzstückes das Widerlager für das hintere Ende der Schlagfeder bildet und am hinteren Ende des Laufschlittens anliegt, nach Patent AT 411 109 B.
Zum Unterschied von Pistolen mit Hahnschlagzündung wird in Pistolen mit Schlagbolzenzündung die für das Auslösen eines Schusses erforderliche Schlagenergie von einer im Inneren des Laufschlittens untergebrachten Schlagfeder auf den Schlagbolzen aufgebracht. Entsprechend eng sind die Raumverhältnisse bei der Gestaltung von Schlagbolzen und Schlagfeder.
Bei bekannten Ausführungen der Baugruppe Schlagbolzen/Schlagfeder sind beide Teile konzentrisch, entweder umgibt die Feder den Bolzen, oder die Feder ist in einem hinten köcherartig erweiterten Bolzen aufgenommen, und die ganze Baugruppe ist von hinten in eine lange Längsbohrung im Einsatzstück eingeführt.
Nachteilig ist an diesen Bauweisen, dass die genannte Baugruppe aus sehr komplizierten und in Fertigung und Zusammenbau sehr aufwendigen Teilen besteht. Durch den geringen zur Verfügung stehenden Durchmesser ist die Schlagfeder zu schlank, sie knickt etwas aus und reibt an den Randflächen, entweder des Köchers oder der Bohrung im Einsatzstück, die durch ihre Länge keine glatte Wand hat (sofern sie nicht innen kostspielig nachbearbeitet ist). Dadurch, dass die Bohrung von hinten in das Einsatzstück gebohrt ist, ist die Befestigung der Baugruppe im Einsatzstück und des Einsatzstückes im Laufschlitten angesichts der Prellschläge beim Feuern delikat. Ihre Lebensdauer ist begrenzt. Weiters beschränkt die zur Verfügung stehende Baulänge der Baugruppe, insbesondere der Schlagfeder, die Federkraft und damit auch die Schlagkraft. Das kann zu Zündstörungen führen.
Dieses Problem wird in Zukunft durch die mehr und mehr gesetzlich vorgeschriebenen schadstoffarmen Zündkapseln, die eine höhere Schlagenergie brauchen, stärker nach vorne treten.
Zur Behebung, dieser Nachteile wurde gemäss Stammpatent vorgesehen, dass a) das Einsatzstück innen einen an seiner der Deckwand des Laufschlittens zugekehrten Seite offenen Hohlraum bildet, in welchem Führungsflächen für den Schlagbolzen vorgesehen sind, b) der Schlagbolzen an den Führungsflächen des Hohlraumes anliegende Gegenflächen hat und an seiner der Deckwand des Laufschlittens zugekehrten Seite zwischen Schlagbolzen und Deckwand einen in Längsrichtung verlaufenden Freiraum lässt, und c) der Freiraum die Schlagfeder enthält, deren vorderes Ende sich am Schlagbolzen und dessen hinteres Ende sich an einem Widerlager absützt.
Das Einsatzstück ist bei dieser Ausbildung leicht zu bearbeiten (keine Tiefbohrung mehr !) bietet innen viel Raum für Schlagbolzen und Schlagfeder, welche einfach vor dem Einbau des Einsatzstückes von oben in den Hohlraum eingelegt werden. Das Einsatzstück hat die Form eines Troges, dessen Hinterwand prellschlagresistent mit dem Laufschlitten verbunden werden kann, was der Lebensdauer zugute kommt. Die Führungsflächen können einfache Flächen sein, was bei geringem Fertigungsaufwand eine saubere Führung erlaubt.
Die Ausnehmung an der Oberseite des Schlagbolzens für die Aufnahme der Schlagfeder braucht, auch dank der guten Führung im Einsatzstück, nicht mit der Spitze des Schlagbolzens konzentrisch sein. Die die Ausnehmung vorne und hinten begrenzenden Stirnwände können sehr weit voneinander entfernt sein, so dass für die Schlagfeder auch in Längsrichtung mehr Platz ist.
Die Schlagfeder kann damit nicht nur stärker dimensioniert sein, sie ist auch in ihrer Bewegung weniger behindert.
Die hintere Wand des kastenförmigen Einsatzstückes bildet das Widerlager für das hintere
<Desc/Clms Page number 2>
Ende der Schlagfeder und liegt am hinteren Ende des Laufschlittens an. Durch ersteres ist kein separates Widerlager und keine Verschraubung für die Baugruppe nötig. Letzteres erhöht die Prellschlagresistenz und damit die Lebensdauer. Diese Ausbildung ermöglicht in vorteilhafter Weise, in Weiterbildung der Konstruktion gemäss Patent AT 411 109 B, eine funktionelle und pro- duktionstechnisch sehr günstige Anordnung der Kimme.
Es ist somit Aufgabe der Erfindung, die Pistole gemäss Patent AT 411109 B so weiterzubilden, dass eine günstige Anordnung der Kimme erhalten wird.
Dies wird erfindungsgemäss bei der Pistole gemäss Patent AT 411109 B dadurch erreicht, dass die hintere Wand des Einsatzstückes die Kimme trägt. Die hintere Wand ist dabei in ihrem oberen Teil in Längsrichtung der Pistole entsprechend dick ausgebildet. Die Kimme kann dabei so abge- bracht werden, dass die hintere Wand des Einsatzstückes eine Quernut für den Einschub der Kimme aufweist ; kann auf der hinteren Wand des Einsatzstückes die Kimme einfach mit der hinteren Wand einstückig ausgebildet sein. So oder so kann die Kimme bezüglich der Laufachse sehr tief angeordnet sein, was das Visieren erleichtert und zu besseren Trefferresulta- ten verhilft. Ausserdem werden die Herstellungskosten reduziert, und die Anzahl der Teile wird weiter gesenkt.
Es sei erwähnt, dass aus US 4 615 132 A eine Pistole mit Hahnschlagzündung bekannt ist, bei der der Laufschlitten in einer geschlossenen zylindrischen Längsbohrung einen zylindrischen Einsatz enthält. Dieser Einsatz hat eine durchgehende Längsbohrung, in der ein Schlagbolzen geführt ist, welcher von einer Druckfeder nach hinten beaufschlagt ist. Dabei stützt sich das vorde- re Ende der Druckfeder an einer Schulter im Einsatz und das hintere Ende an einem Bund des Schlagbolzens ab. Der Schlagbolzen seinerseits stützt sich im Laufschlitten - und nicht im Einsatz - ab, und demgemäss wirkt auf den Einsatz eine Kraft nach vorne. Zur Fixierung des Einsatzes ist ein gabelförmiger Block vorgesehen, der durch eine Öffnung im Laufschlitten von oben eingeführt wird, wobei seine Gabelzinken in vertikale Nuten des Einsatzes eingreifen und diesen fixieren.
Der obere Teil des gabelförmigen Blocks ist als Kimme ausgebildet. Dadurch, dass der die Kimme bildende Block den Rückschlag beim Brechen des Schusses auffangen muss und ausserdem vertikal verschiebbar ist, ist hier jedoch ein nachhaltiges Justieren der Kimme nicht gewährleistet.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung veranschaulichten bevorzugten Ausführungsbeispielen noch weiter erläutert. Es zeigen : 1 : einenteilweisen Längsschnitt durch eine erfindungsgemässe Pistole; Fig. 2 : Querschnitt gemäss der Linie 11-11 in Fig. 1 ; Fig. 3: einen Teil-längsschnitt ähnlich Fig. 1 durch eine modifizierte Pistole gemäss der Erfindung.
In Fig. 1 ist eine Pistole mit einem Grundgehäuse nur angedeutet. Auf dem Grundgehäuse ist ein Laufschlitten 2 in an sich bekannter Weise verschiebbar geführt. Vom Laufschlitten 2 ist in Fig. 1 nur der hintere Teil ersichtlich, sein Querschnitt (Fig. 2) ist angenähert U-förmig, und mit zwei Seitenwänden 3,4 und dazwischen einer Deckwand 5. Die Deckwand 5 des Laufschlittens 2 hat ungefähr in der Mitte seiner Länge eine Durchbrechung 6 und endet hinten an einer Endfläche 7.
Innen im hinteren Teil des Laufschlittens 2 ist ein Einsatzstück 8 befestigt. Es ist trogartig, vgl.
Fig. 2, und besitzt zwei Seitenwände 9,10, einen Boden 11 mit einem Schlitz 12, eine Stirnwand 13 vorne und hinten ein Widerlager bildende hintere Wand 14. Im Inneren des Einsatzstückes 8 ist so ein Hohlraum gebildet, der seitlich und bodenseitig Führungsflächen hat, die (auch Fig. 2) im Querschnitt drei benachbarte Seiten eines Rechteckes sind. Das Einsatzstück 8 ist mittels Scher- stiften 29,30 mit dem Laufschlitten 2 fest verbunden. Die Scherstifte 29,30 durchstossen die Sei- tenwände 3,4 des Laufschlittens und die Stirnwand 13 beziehungsweise die hintere Wand 14 des Einsatzstückes 8. Die beiden Scherstifte 29,30 in grosser Entfernung voneinander dienen der Befestigung des Einsatzstückes 8 im Laufschlitten 2. Diese Befestigung und das Anliegen der hinteren Wand 14 am Ende 7 des Laufschlittens 2 ergeben eine prellschlagsichere und langlebige Verbindung.
Im Hohlraum 15 des Einsatzstückes 8 ist ein Schlagbolzen 20 in Längsrichtung verschiebbar angeordnet. Er ist ein angenähert quaderförmiger Körper, der vorne den eigentlichen Schlagstift 22 und hinten eine nach unten durch den Schlitz 12 durchrragende Fahne 21 hat, die mit einer nicht dargestellten Abzugsvorrichtung zusammenwirkt. Der Schlagbolzen 20 hat zu den Führungsflä- chen des Einsatzstückes 8 passende Gegenflächen, die gemeinsam mit den Führungsflächen des Einsatzstückes 8 eine präzise Längsführung bilden. Weiters hat der Schlagbolzen 20 in seinem
<Desc/Clms Page number 3>
vorderen Teil eine nach hinten offene Schulter, von der aus bis zum hinteren Ende 7 des Schlagbolzens 20 ein Freiraum 24 (s. Fig. 2) gebildet ist.
Dieser Freiraum ist seitlich von den Seitenwänden 9,10 des Einsatzstückes 8, unten vom Körper des Schlagbolzens 20 und oben von der Deckwand 5 des Laufschlittens 2 begrenzt. Nach hinten reicht er bis an die hintere Wand 14 des Einsatzstückes 8.
In diesem, im gezeigten Ausführungsbeispiel im Querschnitt rechteckigen Freiraum ist eine Schlagfeder 33 untergebracht, deren vorderes Ende sich an der Schulter des Schlagbolzens 20 und deren hinteres Ende sich an der hinteren Wand 14 des Einsatzstückes 8 abstützt. Es ist zu erkennen, dass genügend Raum für die Unterbringung einer grosszügig dimensionierten Schlagfeder 33 zur Verfügung steht.
Wie aus Fig. 1 und 3 ersichtlich, ist die hintere Wand 14 des Einsatzstückes 8 in Längsrichtung relativ dick und die Deckwand 5 des Laufschlittens 2 entsprechend verkürzt. Gemäss Fig. 1 und 2 ist mit dem oberen Teil des Einsatzstückes 8 einstückig eine Kimme 40 ausgebildet. Wie in Fig. 2 zu erkennen, erhebt sie sich gerade über der Silhouette des Laufschlittens 2, ist also sehr nahe der Laufachse.
In der Variante der Fig. 3 ist an derselben Stelle der hinteren Wand 14 des Einsatzstückes 8 eine Schwalbenschwanznut 51 zum Einschieben einer (strichliert angedeuteten) Kimme 50 vorgesehen.
PATENTANSPRÜCHE:
1. Pistole bestehend aus einem Grundgehäuse und einem darauf verschiebbar geführten
Laufschlitten (2), der im Querschnitt aus zwei Seitenwänden (3,4) und dazwischen einer
Deckwand (5) besteht, im Inneren welchen Laufschlittens vorne ein Lauf geführt und da- hinter ein einen Schlagbolzen (20) und eine Schlagfeder enthaltenes Einsatzstück (8) be- festigt ist, wobei a) das Einsatzstück (8) innen einen an seiner der Deckwand (5) des Laufschlittens (2) zu- gekehrten Seite offenen Hohlraum bildet, in welchem Führungsflächen für den Schlag- bolzen (20) vorgesehen sind, b) der Schlagbolzen (20) an den Führungsflächen des Hohlraumes anliegende Gegenflä- chen hat und an seiner der Deckwand (5) des Laufschlittens (2) zugekehrten Seite zwi- schen Schlagbolzen (20) und Deckwand (5) einen in Längsrichtung verlaufenden Frei- raum (24) lässt, c) der Freiraum (24)
die Schlagfeder (33) enthält, deren vorderes Ende sich am Schlag- bolzen (20) und deren hinteres Ende sich an einem Widerlager abstützt, und wobei die hintere Wand (14) des Einsatzstückes (8) das Widerlager für das hintere
Ende der Schlagfeder (33) bildet und am hinteren Ende (7) des Laufschlittens (2) anliegt, nach Patent 411 109, dadurch gekennzeichnet, dass die hintere Wand (14) des Einsatz- stückes (8) die Kimme (40; 50) trägt.