AT391509B - Dachdaemmplatte - Google Patents
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Description
Nr. 391 509
Die Erfindung betrifft eine Dachdämmplatte aus wärmeisolierendem Material zur Verlegung zwischen den Dachsparren, die in ihrer der Dachhaut zugekehrten Oberfläche mit Ausnehmungen und Erhöhungen ausgebildet ist, welche von der Dachtraufe zum First verlaufende Luftleitwege bilden, wobei die Erhöhungen als Strömungskörper und Abstandshalter ausgebildet sind, die im Abstand nebeneinander über die Breite der Platte 5 verteilt angeordnet sind.
Eine Dachdämmplatte dieser Art ist z. B. im DE-GM 79 07 167 beschrieben. Dabei sind auf der Oberseite der Platte mehrere parallel nebeneinander und parallel zu den Dachsparren verlaufende Ausnehmungen vorgesehen, durch welche eine Vielzahl von in Richtung auf den First verlaufenden Kanälen gebildet ist. Die Erhöhungen stellen gleichzeitig auch eine Art Auflagefläche für eine Folie dar, wodurch ein ausreichender 10 Strömungsquerschnitt gewährleistet ist. Anderenfalls würde nämlich die Folie durchhängen und hierdurch eine einwandfreie Ableitung der Luft und des Wasserdampfes behindern.
Es muß dabei berücksichtigt werden, daß die Wasserdampfkonzentration im Belüftungsraum unterschiedlich ist. Dies ist sowohl bei den vorstehend geschilderten Kanälen als auch bei einem freien Belüftungsraum, wie er bei der Verwendung einer Dachschalung angewendet werden kann, der Fall. So ist sie z. B. in Sparrennähe größer, 15 weil dort aufgrund der zwangsläufigen Fuge zwischen dem Dämmstoff und dem Spanenholz mehr Wasserdampf durchdringen kann als an anderen Stellen der Dämmung. Außerdem wird der am Sparrenholz entlang streichende Luftstrom durch die Grenzwandreibung gebremst. Hierdurch tritt in diesem Bereich eine erhöhte Anreicherung mit Wasserdampf auf. Da Luft mit höherer Wasserdampfkonzentration schwerer ist als Luft mit geringerer Wasserdampfkonzentration, fehlt es dann der schwereren Luft an Auftrieb, wenn keine genügend starke 20 Luftströmung auftritt, durch welche eine Durchmischung mit trockener Luft erfolgt. Aus diesem Grund kommt es insbesondere im Bereich der Sparren zu einem Wasserdampfstau, welcher einen Nährboden für Stockflecken, Pilzbefall, Vermoderung und Fäulnis darstellt.
Die Luftzuführung in die Kanäle erfolgt von der Traufe aus durch entsprechende Schlitze bzw. Spalte zwischen der Dachhaut und dem Mauerwerk. Die Ableitung der Luft im Firstbereich kann durch Lüfterziegel oder einen 25 sog. Lüfterfirst erfolgen. Bei Neubauten kann dieser durchgehende Belüftungsschlitz, wenn auch mit erheblichem Aufwand, wie z. B. Vogelschutzgitter und dgl., hergestellt werden. Bei Altbauten sind jedoch für die Herstellung des Lüftungsschlitzes im Bereich der Traufe in der Regel ein Gerüst und erhebliche Brecharbeiten erforderlich, was einen hohen Kostenaufwand bedingt.
Nachteilig ist zudem auch, daß im allgemeinen unter einem Vordach ein windtoter Winkel besteht, weshalb 30 ein thermischer Auftrieb nur beschränkt wirksam ist. Sofeme kein Vordach vorhanden ist, liegt die Belüftung hinter der Dachrinne, die ebenfalls einen windtoten Bereich bildet.
Eine Belüftung durch Lüfterziegel, welche im unteren Bereich des Daches angeoidnet sind, ist nicht möglich. Zwar kann eine Verbindung mit den Kanälen in der Dachdämmplatte durch entsprechende Aussparungen in einer Holz-Dachverechalung oder einer Folie hergestellt werden. Jedoch wäre aufgrund der Form der Aussparung eine 35 derartige Belüftung deshalb ungenügend, da diese nur die direkt unter den Lüfteiziegeln liegenden Kanäle erfassen würde. Dies deshalb, da die an die hervorstehenden Stege anliegende Dachschalung oder Folie die Kanäle nach oben hin äbschließen, wodurch ein seitliches Ausweichen des Luftstromes verhindert wird. Aber auch bei Dächern ohne Folie und Schalung, wie sie vielfach bei Altbauten bestehe«, würde der durch die Lüfterziegel eingezogene Luftstrom wie bei den Leitblechen einer Turbine auf direktem Wege in den Kanälen zum First geleitet werden. 40 Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde eine Dachdämmplatte der eingangs erwähnten Art zu schaffen, durch welche in einfacher Weise eine flächendeckende Durchlüftung des ganzen Sparrengefaches erreicht wird. Dies wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mehrere Reihen von Strömungskörpern in Längsrichtung der Platte hintereinander angeordnet sind, wobei die Strömungskörper von hintereinander liegenden Reihen zueinander versetzt sind. 45 Durch die erfindungsgemäßen Strömungskörper bzw. Abstandshalter wird eine flächendeckende Durchlüftung des ganzen Spanengefaches gewährleistet, wodurch Wasserdampfkonzentrationen vermieden werden. Weiters ist es nicht erforderlich, Lüftungsschlitze oder Lüftungsöffnungen am Mauerwerk im Bereich der Traufe vorzusehen. Dadurch, daß eine flächige Durch- bzw. Überströmung der Platte gewährleistet ist, kann vielmehr eine Belüftung durch Lüfterziegel im unteren Bereich des Daches erreicht werden. Dabei kann jeweils ein Lüfterziegel für ein 50 Sparrengefach ausreichend sein, da sich der eingetretene Luftstrom auch seitlich ausbreitet und hierdurch auch in den direkten Bereich der Spanen gelangt
Da mehrere Strömungskörper im Abstand nebeneinander über die Breite der Platte verteilt angeordnet sind und mehrere Reihen von Strömungskörpem in Längsrichtung der Platte hintereinander angeordnet sind, wird mit einer Vielzahl von Strömungskörpem eine noppen- oder nockenartige Oberfläche der Platte geschaffen, durch welche 55 eine gute Luftverteilung erzielt wird, wobei gleichzeitig auch ein Durchhängen einer darüberliegenden Folie vermieden wird.
Vorzugsweise sind die Strömungskörper so zueinander versetzt, daß jeweils ein nachfolgender Strömungskörper zumindest annähernd mittig zwischen zwei zuvor durchströmten Strömungskörpern liegt. Hierdurch wird eine sehr gute Verteilung der einströmenden Luft erzielt, da diese bei ihrer Durchströmung 60 zwischen zwei Strömungskanälen nachfolgend auf einen weiteren Strömungskörper trifft, wodurch sie weiterverteilt wird. Selbstverständlich können die Strömungskörper auch unregelmäßig oder in einem anderen Muster über die Oberfläche der Platte verteilt angeordnet sein. -2-
Nr. 391 509
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung können im Einlaufbereich die Strömungskörper der ersten Reihe gegen die Längsrichtung der Platte derart schräg gestellt sein, daß Luftleitwege schräg zu den Längsseiten der Platte gerichtet sind. Durch eine Schrägstellung der Strömungskörper im Einlaufbereich, d. h. z. B. im Bereich unter einem Lüfterziegel oder bei einem vorhandenen Schlitz im Mauerwerk im Bereich der Traufe, wird eine Schrägströmung der eingeströmten Luft in Richtung auf die Dachsparren erreicht, wodurch gerade in diesem gefährdeten Bereich eine gute Durchmischung der dort befindlichen feuchten Luft mit der einströmenden trockenen Luft erreicht wird. Hierdurch besteht im ganzen Querschnitt des Sparrengefaches ein mittleres Luftgewicht, wodurch im ganzen Sparrengefach ein entsprechender Auftrieb eingesetzt und Zonen stehender Luft mit ihren hohen Wasserdampfkonzentrationen vermieden werden. Außerdem bewirken die versetzt angeordneten Strömungskörper ein Durchströmen des gesamten Belüftungsraumes bei entsprechender Windrichtung.
Die Strömungskörper können in beliebiger Weise ausgebildet sein. Im allgemeinen wird eine Form gewählt, welche keinen großen Strömungswiderstand bietet und bei welcher keine großen Turbulenzen verursacht werden. So können z. B. die Strömungskörper in der Draufsicht gesehen einen kreisförmigen Querschnitt aufweisen. Ebenso ist eine Oval- oder Ellipsenform möglich, wobei die längere Achse in Längsrichtung der Platte verläuft. Ebenso sind auch Rechteck- oder Quadratformen als einfache Abstandshalter möglich, wobei dann allerdings deutliche Strömungsverluste in Kauf genommen werden müssen.
Sofeme in vorteilhafter Weise Strömungskörper mit Stromlinienform eingesetzt werden, so wird deshalb eine optimale Luftströmung erreicht, da Staus verhindert werden. Bei aerodynamischen Strömungskörpem entstehen nämlich keine oder nur ganz minimale Wirbel, welche die Strömung beeinträchtigen. So können z. B. die Strömungskörper Tragflügelprofile aufweisen.
Im allgemeinen sind die Strömungskörper mit der Platte einstückig. Sie können aber auch von dieser getrennt hergestellt sein und mit dieser z. B. durch Verkleben verbunden sein. Dabei können durch beliebige Schrägstellungen der Strömungsköper besondere Strömungsverhältnisse erreicht werden bzw. kann dann die Wärmedämmplatte auf besondere Qrtsverhältnisse eingestellt werden.
Der Gegenstand der Erfindung ist nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 einen Schnitt nach der Linie (I-I) der Fig. 2 durch eine in ein Ziegeldach eingebaute Dachdämmplatte senkrecht zur Oberfläche der Dachhaut und Fig. 2 eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Dachdämmplatte.
In Fig. 1 ist eine Dachdämmplatte (1) dargestellt, welche zwischen zwei Dachsparren (2) angeordnet ist. Diese Dachdämmplatte (1) liegt auf an die Dachspanen (2) angenagelten Latten (3) auf. Auf die Dachsparren (2) und über die Wärmedämmplatte (1) ist eine Folie (4) aufgelegt. Statt einer Folie (4) kann auch eine Holzverschalung angeordnet sein. Auf die Dachsparren (2) sind über eine Konterlattung (8) in üblicher Weise Dachlatten (5) genagelt. In die Dachlatten (5) sind Dachziegel (6) eingehängt. Sofeme Lüfterziegel verwendet werden, ist die Holzschalung oder die Folie (4) im Bereich unter den Lüfterziegeln ausgespart, damit Luft eintreten kann. Die der Dachhaut zugekehrte Oberfläche der Dämmplatte (1) ist mit Erhöhungen in Form von Strömungskörpem (9) versehen, zwischen denen sich Ausnehmungen (10) befinden.
Aus Fig. 2 ist die Ausbildung der Dachdämmplatte (1) bzw. deren Oberfläche (7) deutlicher ersichtlich. Wie in dieser dargestellt ist, weisen die Strömungskörper (9) ein Tragflügelprofil auf. Diese Strömungskörper (9) sind dabei in mehreren Reihen hintereinander angeordnet, wobei jeweils Strömungskörper (9) von nacheinander folgenden Reihen gegeneinander versetzt angeordnet sind. Dabei sind über die Breite der Dachdämmplatte (1) verteilt abwechselnd drei bzw. vier Strömungskörper (9) angeordnet. Im allgemeinen wird beim üblichen Abstand von Sparren (3) diese Anzahl ausreichend sein.
Wie weiters aus Fig. 2 ersichtlich ist, liegt jeweils ein Strömungsköiper (9) einer nachfolgenden Reihe mittig zwischen zwei vorangegangenen Strömungskörpem (9). Hierdurch trifft die in Pfeilrichtung eintretende Luft jeweils auf die nachfolgenden Strömungskörper (9) auf, wodurch sie seitlich in Richtung auf die Längsseiten (11A) und (11B) und damit auch auf die Sparren (2) hin abgelenkt wird. Auf diese Weise werden zahlreiche Luftleitwege und eine optimale Luftverteilung erreicht.
Zusätzlich kann vorgesehen sein, daß im Einlaufbereich die Strömungskörper (9) der ersten und der zweiten Reihe etwas schräg gestellt sind, wobei die Schrägstellung derart gewählt ist, daß eine Ablenkung in Richtung auf die Längsseiten (11A) und (11B) der Platte (1) erreicht wird. Bei der dargestellten Form bleibt jedoch der in der zweiten Reihe mittig angeordnete Strömungskörper (9) parallel zur Längsrichtung der Dämmplatte (1) und damit auch zu den Sparren (2). Gleiches gilt für die Strömungskörper (9) der übrigen Reihen.
Um Kältebrücken zu vermeiden, können die Dämmplatten (1) in bekannter Weise auf ihrer Oberseite und ihrer Unterseite abwechselnd mit einer Feder (12) bzw, einer Nut (13) versehen sein. Auf diese Weise können die hintereinander zwischen zwei Dachsparren angeordneten Dämmplatten (1) über diese Nut-Federveibindung auf einfache Weise und gut dichtend miteinander verbunden werden. -3-
Claims (8)
- Nr. 391 509 PATENTANSPRÜCHE 1. Dachdämmplatte aus wärmeisolierendem Material zur Verlegung zwichen den Dachsparren, die in ihrer der Dachhaut zugekehrten Oberfläche mit Ausnehmungen und Erhöhungen ausgebildet ist, welche von der Dachtraufe zum First verlaufende Lufdeitwege bilden, wobei die Erhöhungen als Strömungskörper und Abstandshalter ausgebildet sind, die im Abstand nebeneinander über die Breite der Platte verteilt angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Reihen von Strömungskörpem (9) in Längsrichtung der Platte (1) hintereinander angeordnet sind, wobei die Strömungskörper (9) von hintereinander liegenden Reihen zueinander versetzt sind.
- 2. Dämmplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungskörper (9) so zueinander versetzt sind, daß sich jeweils ein nachfolgender Strömungskörper (9) zumindest annähernd mittig zwischen zwei zuvor umströmten Strömungskörpem (9) befindet.
- 3. Dachdämmplatte nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Einlaufbereich Strömungskörper (9) der ersten Reihe gegen die Längsrichtung der Platte (1) derart schräg gestellt sind, daß Luftleitwege schräg zu den Längsseiten (11A, 11B) der Platte (1) gerichtet sind.
- 4. Dachdämmplatte nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Einlaufbereich zusätzlich Strömungskörper (9) der zweiten Reihe gegen die Längsrichtung der Platte (1) derart schräg gestellt sind, daß Luftleitwege schräg gegen die Längsseiten (11A, 11B) der Platte (1) gerichtet sind.
- 5. Dachdämmplatte nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungskörper (9) in der Draufsicht auf die Platte (1) wenigstens annähernd einen kreisförmigen Querschnitt aufweisen.
- 6. Dachdämmplatte nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungskörper (9) in der Draufsicht auf die Platte (1) wenigstens annähernd eine Oval- oder Ellipsenform aufweisen, wobei die große Achse in Längsrichtung der Platte (1) verläuft.
- 7. Dachdämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungskörper (9) eine Stromlinienform aufweisen.
- 8. Dachdämmplatte nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungskörper (9) wenigstens annähernd ein Tragflügelprofil aufweisen. Hiezu 2 Blatt Zeichnungen -4-
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