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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Herstellen eines Garnes aus einer verstreckten Faserlunte mit einem Streckwerk und einer zwischen dem Streckwerk und einem Walzenabzug angeordneten Einrichtung zum Eindrehen und Umwinden der Faserlunte mit aus dem Faserverband vorragenden Faserenden, wobei ein von einer Eindreheinrichtung für die Faserlunte getrennte Einrichtung zum Umwinden der Faserlunte mit Hüllfasern vorgesehen ist, die aus wenigstens einer Gleitfläche für die drehende Faserlunte besteht, und wobei der Eindreheinrichtung zumindest eine Umlenkstelle für die verstreckte Faserlunte vorgelagert ist, nach Patent Nr. 377794.
Um das Umwinden der Faserlunte mit aus dem Faserverband vorragenden Faserenden nicht vom Schlupf zwischen der Faserlunte und den sie eindrehenden, gleichsinnig rotierenden Saugtrommeln abhängig zu machen, wird die Eindreheinrichtung von der Umwindeeinrichtung getrennt, wobei durch das Vorbeiziehen der sich drehenden Faserlunte an wenigstens einer Gleitfläche die aus dem Faserverband vorragenden Faserenden gegensinnig zur Eindrehung der Faserlunte um diese gewunden werden. Diese gegensinnige Umwindung der Faserlunte bringt den Vorteil mit sich, dass bei dem Bestreben der Faserlunte, sich nach ihrer Eindrehung im Falschdrahtsinn wieder aufzudrehen, auf die die Faserlunte umwindenden Faserenden zwangsläufig ein Drehmoment ausgeübt wird, das im Umwindesinn der Faserenden wirkt.
Der Zusammenhalt des Faserverbandes durch die ihn umwindenden Faserenden kann daher durch ein Aufdrehen der Faserlunte nicht geschwächt werden. Nach der Umhüllung der Faserlunte mit den vorragenden Faserenden verhält sich die Lunte unabhängig von ihrem Eindrehungsgrad drehungsneutral. Die Garnfestigkeit hängt daher davon ab, ob eine ausreichende Anzahl von aus dem Faserverband vorragenden Faserenden zur Umwindung der Faserlunte bereitgestellt werden können. Aufrauheinrichtungen herkömmlicher Art haben sich nicht bewährt, weil diese Aufrauheinrichtungen die Luntendrehung verhindern, die für das gegensinnige Umwinden mit den vorragenden Faserenden wesentlich ist. Aus diesem Grunde wurde vorgeschlagen, der Eindreheinrichtung wenigstens eine Umlenkstelle für die Faserlunte vorzuordnen.
Diese Umlenkstelle bewirkt, dass die Faserenden im Bereich der Luntenoberfläche, deren Biegesteifigkeit grösser als ihre Verankerung im Faserverband ist, die Umlenkung der Faserlunte nicht mitmachen und folglich abgestellt werden, u. zw. ohne praktischen Einfluss auf die Eindrehung. Trotzdem ist mit einem erheblichen Eindrehwiderstand zu rechnen, weil die Fasern der vor den Hochverzugswalzen des Streckwerkes bandförmigen Faserlunte über das Eindrehmoment den Querschnitt des Garnes zusammengeführt werden müssen.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs geschilderten Art mit einfachen konstruktiven Mitteln so zu verbessern, dass die Eindrehung der Faserlunte bei einem gegebenen Eindrehmoment erhöht werden kann.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass eine der Hochverzugswalzen des Streckwerkes die Umlenkstelle für die verstreckte Faserlunte bildet.
Durch diese einfache Massnahme wird erreicht, dass die Zusammenführung der Fasern der verstreckten Faserlunte von der Luntenbreite vor den Hochverzugswalzen auf den Querschnitt des herzustellenden Garnes entlang der die Umlenkstelle bildenden Hochverzugswalze über eine wesentlich grössere Strecke erfolgen kann, so dass günstigere Kräfteverhältnisse auftreten und der Eindrehungsgrad bei sonst gleichbleibenden Bedingungen erhöht werden kann. Über den Umschlingungswinkel kann die Länge der Strecke zum Zusammenführen der Luntenfasern auf den Querschnitt des herzustellenden Garnes in Abhängigkeit vom Durchmesser der Hochverzugswalze gewählt werden, beispielsweise durch eine Neigungseinstellung des Streckwerkes gegenüber der Eindreheinrichtung.
Durch diese Umlenkung wird die gleichzeitige Bereitstellung von abstehenden Faserenden zur Umwindung der Faserlunte nicht behindert.
Um die Bereitstellung der zur Umwindung der Faserlunte benötigten Faserenden zu unterstützen, kann in weiterer Ausbildung der Erfindung zwischen der die Umlenkstelle für die verstreckte Faserlunte bildenden Hochverzugswalze und der aus zwei gleichsinnig rotierenden Saugtrommeln bestehenden Eindreheinrichtung eine an die Saugzonen der Saugtrommeln angeschlossene, die verstreckte Faserlunte aufnehmende Absaughaube vorgesehen sein. Die Saugströmung in der Absaughaube unterstützt nicht nur die Bereitstellung von abstehenden Faserenden, sondern auch den Fasertransport zur Eindreheinrichtung, so dass an den Hochverzugswalzen allenfalls anhaftende
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Fasern gelöst werden und alle Fasern der Faserlunte im Zwickelbereich zwischen den beiden
Saugtrommeln der Eindreheinrichtung zusammengedreht werden.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen :
Fig. l eine erfindungsgemässe Vorrichtung zum Herstellen eines Garnes aus einer verstreckten
Faserlunte in einer vereinfachten Seitenansicht, Fig. 2 diese Vorrichtung in einer Draufsicht,
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III der Fig. l, Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. l und Fig. 5 die Absaughaube zwischen den Hochverzugswalzen des Streckwerkes und der Eindreheinrichtung in einer Seitenansicht in einem grösseren Massstab.
Die dargestellte Vorrichtung zum Herstellen eines Garnes besteht im wesentlichen aus einem Streckwerk --1-- für die Faserlunte--2--, einer an das Streckwerk --1-- anschliessenden
Eindreheinrichtung --3-- und einer zwischen der Eindreheinrichtung --3-- und einem Walzenabzug --4-- angeordneten Einrichtung --5-- zum Umwinden der eingedrehten Faserlunte --2-- mit den aus dem Faserverband vorragenden Faserenden.
Diese Einrichtung --5-- zum Umwinden der eingedrehten Faserlunte setzt sich aus zwei Saugtrommeln--5a und 5b-- zusammen, deren Saugeinsätze --6-- Saugzonen --7-- bilden, die die Faserlunte --2-- in den Zwickelbereich zwischen den Saugtrommeln--5a und 5b-- hineinziehen, so dass die Faserlunte --2-- unabhän- gig von ihrer Stärke stets an beiden Trommelmänteln satt anliegt. Da die Faserlunte--2- durch die Eindreheinrichtung --3-- eine sich in den Bereich der Einrichtung --5-- erstreckende
Drehung erfährt, bilden die Trommelmäntel für die anliegende Faserlunte --2-- Gleitflächen --8-, an denen die abstehenden Faserenden bei der Drehung der Faserlunte quer zu deren Achse umgebogen und an die Faserlunte angedrückt werden.
Dieser Umwindevorgang wird insbesondere im Bereich der Saugtommel --5a-- eingeleitet, an der sich die Faserlunte gegen den engsten Zwickelspalt hin dreht. Die andere Saugtrommel --5b-- unterstützt die Eindrehung und trägt wesentlich zur Glättung des Garnes bei. Da es für ein zur Luntenumdrehung gegensinniges Umwinden der Faserlunte mit abstehenden Faserenden vor allem darauf ankommt, dass die Faserlunte im Bereich der Gleitflächen -. -8-- in einem ausreichenden Mass gedreht wird, darf von den Saugtrommeln--5a und 5b-- kein störendes Bremsmoment auf die Faserlunte --2-- aus- geübt werden.
Die Gleitflächen --8-- sollen daher möglichst glatt ausgebildet sein, zumal die Saugtrommeln--5a und 5b-- zur Unterstützung der gegensinnigen Umwindung der Faserlunte - mit Faserenden im Sinne dieser Umwindung angetrieben werden.
Zur guten Eindrehung der Faserlunte ist die Eindreheinrichtung --3-- ebenfalls aus zwei Saugtrommein --3a und 3b-- aufgebaut, die gleichsinnig, aber in entgegengesetzter Richtung zu den Saugtrommeln--5a und 5b-- rotieren. Da die Faserlunte --2-- wieder mit Hilfe von Saugzonen --9-- bildenden Saugeinsätzen --10-- in den Zwickelbereich zwischen den Saugtrommeln --3a und 3b-- eingezogen wird, kann auf die durch den Zwickelbereich gezogene Faserlunte - wegen ihres gleichzeitigen Ansaugens an beide Trommeloberflächen ein hohes Eindrehmoment übertragen werden, insbesondere dann, wenn die Trommeloberflächen zur Erhöhung der Reibung rauh ausgebildet sind.
Um einen guten Drehungsdurchgriff in den Bereich der Saugtrommein --5a und 5b--sicherzustellen, soll der Abstand zwischen der Eindreheinrichtung --3-- und der Einrichtung --5-zum Umwinden der Faserlunte --2-- klein gehalten werden. Dieser Abstand wird nach dem Ausführungsbeispiel durch den Riementrieb--H-für die Saugtrommein --3a und 3b-- bestimmt.
Der Riementrieb --12-- für die Saugtrommeln--5a und 5b-- ist an der abzugsseitigen Stirnseite dieser Saugtrommeln vorgesehen. Auf Grund dieses Aufbaues ist es möglich, die Saugeinsätze
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und 3b-- anderseits durch einen gemeinsamen Einsatz --13-- zu bilden.
Entscheidend für eine gute Garnqualität ist, dass eine entsprechende Anzahl von abstehenden Faserenden bereitgestellt und eine gute Eindrehung der Faserlunte gewährleistet werden kann.
Damit diesen Forderungen mit einfachen Mitteln entsprochen werden kann, bildet die eine Hoch- verzugswalze--la--des Hochverzugswalzenpaares--la, lb-- des Streckwerkes-l-eine Umlenkstelle --14-- für die Faserlunte --2--. Da auf die nicht oder nur geringfügig in den Faserverband eingebundenen Faserenden kein die Biegesteifigkeit dieser Faserenden übersteigendes Biegemoment von der Faserlunte her ausgeübt werden kann, werden diese Faserenden im Bereich
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