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Die Erfindung betrifft eine Schneidvorrichtung, insbesondere Kreissäge, für Ausgangsmaterial in Form von Stangen oder Rohren aus Holz, Papier, Plastikmaterial, Bakelit u. dgl. mit einer oder mehreren drehbaren Stützrollen oder Stützwalzen, auf denen das Ausgangsmaterial auflegbar und gegen welche es mittels darüber angeordneter drehbarer Anpressrollen anpressbar ist. Von dem Ausgangsmaterial werden mittels der Schneidvorrichtung üblicherweise gleich breite Rohrteile, Ringe oder Scheiben abgeschnitten.
Derartige Schneidvorrichtungen sind bekannt. Grundsätzlich sind sie in derselben Weise wie gewöhnliche Brennholzquerschneidmaschinen aufgebaut. Das Ausgangsmaterial, z. B. Rohre, ruht auf einer Stützvorrichtung, bestehend aus einem Rollensatz, und wird dagegen mittels einer oder bisweilen mehrerer Anpressrollen angepresst, die von oben gegen das Ausgangsmaterial drücken. Die Trag oder Stützrollen sind manchmal mit einer Antriebsvorrichtung versehen, so dass über sie die zu zerschneidenden bzw. zu zersägenden Rohre in Drehung versetzt werden können. Das Sägeblatt der Kreissäge wird manuell angehoben und schneidet in bekannter Weise jeweils ein Stück vom Rohr ab. Bei einigen bekannten Maschinen drehen sich die Rollen und die Rohre nicht. Dies hat den Nachteil, dass Rohre mit grossem Durchmesser, z.
B. 500 mm, nicht in einem einzigen Arbeitsgang abgeschnitten werden können, denn dazu wäre ein allzugrosses Sägeblatt erforderlich. Das grosse Rohr kann also zunächst nur teilweise durchschnitten werden. Die Maschine muss dann abgestellt, das Rohr z. B. eine Viertel-Umdrehung weitergedreht und dann weitergesägt werden, um im Beispielsfall das Rohr in vier Arbeitsschritten ganz durchzusägen.
Die bisher bekannten Kreissägen für Rohre der eingangs genannten Art haben einen beträchtlichen Nachteil. Wie Fig. l zeigt, werden nämlich bei ihnen die zu durchschneidenden Rohre nur einseitig (mit Bezug auf Fig. l links) des Sägeblattes durch die rotierenden Stütz- oder Antriebsrollen abgestützt. Auch Anpressrollen sind nur auf dieser Seite angebracht. Dies geht gut, solange es sich nur darum handelt, von den Rohren schmale Ringe abzuschneiden. Wenn aber ein Rohr mit einem Durchmesser von z. B. 300 mm und einer Länge von ursprünglich etwa 1635 mm in Stücke von 400 mm Länge geschnitten werden soll, bleiben vor dem letzten Schnitt ungefähr 425 mm übrig und dieser Rest des Rohres nimmt vor dem Schneiden die in Fig. 1 dargestellte Lage ein.
Dabei ist es am linken Ende zwischen den Stütz- und Anpressrollen nur auf einer Breite von etwa 25 mm eingespannt und ragt etwa 400 mm über die Rollen frei kragend hinaus. Unter diesen Bedingungen fällt der letzte Schnitt nicht sauber aus, da sich das Rohr in der letzten Phase des Schneidvorganges infolge Eigengewicht durchbiegt. Das Sägeblatt hat die Neigung, festzuklemmen, was unter anderem eine schädliche Erwärmung und einen unebenen Sägeschnitt verursacht.
Ein weiterer Nachteil der Schneidvorrichtungen mit Stütz- und Anpressrollen nur auf der einen Seite eines von unten nach oben schneidenden Sägeblattes besteht darin, dass das letztere bestrebt ist, das Rohr beim Abschneiden anzuheben. Diese unangenehme Eigenschaft macht sich insbesondere beim Abschneiden schmaler Ringe mit geringem Eigengewicht deutlich bemerkbar. Dieser Mangel äussert sich in der Praxis so, dass der Anpressdruck zwischen Rohr und Rollen wechselt und sogar zu klein werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schneidvorrichtung der genannten Art zu schaffen, bei welcher die Schnittbedingungen so verbessert sind, dass die geschilderten Mängel nicht auftreten, und diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass sowohl Stützrollen als auch Anpressrollen zu beiden Seiten des in an sich bekannter Weise oberhalb des Ausgangsmaterials angebrachten Sägeblattes angeordnet sind. Da sowohl die Anpressrollen als auch das Werkstück bzw. Ausgangsmaterial von den Stütz- und Antriebsrollen in Drehung versetzt werden, braucht dabei die Zustellbewegung des Sägeblattes von oben nach unten nicht viel grösser zu sein als die Wandstärke des Rohres.
Die Stütz- und Antriebsrollen werden zweckmässigerweise in mehrere Teillängen aufgeteilt und mehrfach gelagert, so dass die Durchbiegung ihrer Achsen nicht zu gross wird. Auch die Anpressrollen können in zwei oder mehr Längenabschnitte aufgeteilt sein.
Da die Werkstücke bei der neuen Schneidvorrichtung während des Schneidvorganges an der Schnittstelle sehr gut abgestützt sind, eignet sich die Vorrichtung insbesondere zum gleichzeitigen Abschrägen einer der Schnittflächen, wobei zusätzliche Belastungen zu den Schnittkräften hinzukommen. Eine bevorzugte praktische Ausführung der Erfindung ist deshalb gekennzeichnet durch einen oder mehrere an dem Rahmen der
Vorrichtung drehbar gelagerte Hebel, an denen eine oder mehrere Anpressrollen drehbar gelagert sind, und durch eine an dem Hebel drehbar gelagerte Hebelstange, an welcher das Sägeblatt mit einem darauf in an sich bekannter Weise angebrachten Fräser zum Abschrägen eines der Enden der abgesägten Stücke drehbar gelagert ist,
wobei an dem Hebel eine an sich bekannte Stellschraube und an der Hebelstange ein an sich bekannter mit der Stellschraube zusammenwirkender Anschlagnocken zum Einstellen einer bestimmten Schrägungstiefe
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Form eines Druckluftzylinders, für die Vorschubbewegung des Sägeblattes angebracht sind.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen : Fig. l eine Seitenansicht einer herkömmlichen Schneidvorrichtung mit Stütz- und Anpressrollen nur auf der einen Seite des Sägeblattes, Fig. 2 in Seitenansicht eine Schneidvorrichtung gemäss der Erfindung mit Stütz- und Antriebsrollen sowie Anpressrollen auf beiden Seiten des Sägeblattes, Fig. 3 einen Schnitt nach Schnittlinie A-A in Fig. 2, Fig. 4
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verschieden breite Abschnitte geteilt sein, wie in Fig. 7 gezeigt, wobei in jedem Zwischenraum zwischen den Rollenabschnitten eine Abhebevorrichtung angebracht ist.
Durch diese Vorrichtung lässt sich der Abhebevorgang auf verschiedene Breiten abzuschneidender Rohrstücke einstellen.
Während der letzten Phase des Schneidvorganges kann es geschehen, dass das Rohrende auf der linken Seite des Sägeblattes gemäss Fig. 2 nach links verschoben wird. Dies kann möglicherweise eine Kerbe in der Schnittfläche verursachen. Um solche Fehler zu vermeiden, könnte z. B. die Vorschubvorrichtung--16--, deren Bewegung in Längsrichtung der Maschine zweckmässigerweise pneumatisch erfolgt, gegen das linke Ende des Rohres--6--anliegend gehalten werden. Weil es jedoch schwierig ist, den Anpressdruck der Vorschubvorrichtung gegen das Rohr so einzustellen, dass er nicht zu gross wird, ist eine Alternative gemäss Fig. 8 vorgesehen.
Indem danach die Anpressrolle--lla--ein wenig konkav ausgebildet und ihre Längsachse mit Bezug auf die Längsachse der Maschine in entsprechend geringem Masse schräggestellt ist, ergibt sich, wenn die Anpressrolle--lla--in Richtung des Pfeiles gedreht wird, eine auf das Rohr wirkende Vorschubkraft, die einen geeigneten, niedrigen Andruck des Rohres gegen das Sägeblatt zur Folge hat. Die konkave Krümmung und die Schrägstellung der Anpressrolle sind in Fig. 8 zur anschaulicheren Darstellung übertrieben stark gezeichnet.
Soweit bisher beschrieben, erzeugt die Schneidvorrichtung ebene und gerade, rechtwinkelig zur Längsachse liegende Schnittflächen. Vielfach besteht aber die Forderung, dass gleichzeitig während des Abschneidens eine der Schnittflächen abgeschrägt werden soll. Ein solches Abschrägen ist z. B. dann erwünscht, wenn ein Rohrende in eine Hülse od. dgl. eingesteckt werden soll und dabei eine Abdichtung zwischen den beiden Rohrteilen z. B. in Form eines Gummiringes vorgesehen ist, der zwischen dem Rohr und der Hülse eingeklemmt wird und im unbelasteten Zustand einen Innendurchmesser hat, der kleiner ist als der Aussendurchmesser des Rohres. Bei diesen Abmessungen ist es schwierig, ein gerade abgeschnittenes, d. h. nicht abgeschrägtes Rohrende in die Dichtungslage einzustecken.
Auf die Ausgestaltung der Schneidvorrichtung zum gleichzeitigen Abschrägen einer Schnittfläche beziehen sich die Fig. 9, 10 und 11. In Fig. 12 ist ein herzustellendes Rohrstück mit einer Abschrägung --41-- dargestellt.
In Fig. 9, 10 und 11 ist das Sägeblatt mit--26--und ein daran angebrachter konischer Fräser mit --27-- bezeichnet. Ein Hebel--28--ist mittels eines Schwenklagers --29-- verschwenkbar am Rahmen --25-- der Maschine gelagert. Ein weiterer Hebel--30--, welcher das Sägeblatt --26-- und den Fräser
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trägt,--28-- begrenzt.
Die Vorrichtung nach Fig. 9, 10 und 11 funktioniert wie folgt :
Mit Hilfe des Druckluftzylinders --35-- wird der Hebel-30-in Richtung des pfeiles --40-- im
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werden das Sägeblatt und die Anpressrollen wieder angehoben und der nächste Schneidvorgang findet in derselben Weise, wie vorstehend beschrieben, statt, nachdem das abgeschnittene Stück Rohr entfernt und das Ausgangsmaterial weiter vorgeschoben worden ist.
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Grenzwert, bei welchem die Abschrägung ebenso tief ist wie die Wandstärke des Rohres, und eine scharfe Kante ergibt, und dem Grenzwert Null, wobei das Werkstück nur durchschnitten, aber überhaupt nicht abgeschrägt wird. Somit kann die Schrägungstiefe leicht jedem Bedarf angepasst werden, wie er sich z.
B. durch die Gestaltung einer Abdichtung ergibt.
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Wenn Werkstücke mit sehr verschiedenen Durchmessern geschnitten werden sollen, ist es zweckmässig, den in den Zeichnungen dargestellten oberen Teil des Rahmens--25--der Maschine in an sich bekannter Weise in der Höhe verstellbar an einem unteren Rahmenteil anzubringen, so dass sämtliche am oberen Rahmenteil gelagerten Vorrichtungen mit Bezug auf das Werkstück in senkrechter Richtung verstellt werden können.
Es ist vorstehend eine Vorrichtung zum Abschneiden von Rohren beschrieben worden. Es ist jedoch ohne weiteres klar, dass die Erfindung auch zum Abschneiden anderer Halbfabrikate, z. B. Stangen geeignet ist. Diese können ebenso wie die Rohre aus Holz, Papier, Plastikmaterial, Bakelit od. dgl. bestehen. Die dargestellte Ausführungsform wird durch Druckknopfbetätigung mittels pneumatischer Vorrichtungen und elektrischer Antriebsmotoren für die verschiedenen Arbeitsbewegungen gesteuert. Es steht jedoch nichts im Wege, die Schneidvorrichtung auch ganz manuell oder ganz oder teilweise automatisch zu steuern. Dabei können die pneumatischen Steuervorrichtungen auch durch mechanische oder elektrische (elektronische) Vorrichtungen ersetzt werden.
Da die Einzelantriebe, die Aufgabe- und Ausgabetische, der Maschinenrahmen, die Pneumatik, Schalter und Instrumente, welche zu einer vollständigen Schneidvorrichtung gehören, an sich bekannt sind, wurde auf ihre Darstellung verzichtet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schneidvorrichtung, insbesondere Kreissäge, für Ausgangsmaterial in Form von Stangen oder Rohren aus Holz, Papier, Plastikmaterial, Bakelit u. dgl. mit einer oder mehreren drehbaren Stützrollen oder Stützwalzen, auf denen das Ausgangsmaterial auflegbar und gegen welche es mittels darüber angeordneter drehbarer Anpressrollen
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(lla, llb) zu beiden Seiten des in an sich bekannter Weise oberhalb des Ausgangsmaterials (6) angebrachten Sägeblattes (12) angeordnet sind.
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