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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Prüfung von gedruckte Schaltungen tragenden Leiterplatten, insbesondere Ein- oder Vielebenen-Leiterplatten, unter Verwendung von Indikatormaterialien, die nach elektrischer Feld- bzw. Stromeinwirkung an den davon betroffenen Stellen örtlich begrenzte Verfärbungen zeigen.
Ein- und auch zweiseitig mit Leiterzügen ausgestattete Leiterplatten lassen sich oftmals in einfacher Weise, beispielsweise durch Lupenbetrachtung, prüfen. Dieses Verfahren ist allerdings bereits relativ schwierig ausführbar, wenn es sich um Leiterplatten mit grosser Dichte an Leiterzügen handelt. Hiebei und auch bei Leiterplatten, deren Leiterzüge im Isoliermaterial eingebettet sind, kann man sich der elektrischen Durchgangsprüfung nach Art des "Ausklingelns", wie es beispielsweise auch zum Prüfen von Kabelbäumen üblich ist, bedienen. Grundsätzlich lässt sich das gleiche Prüfverfahren auch auf Vielebenen-Leiterplatten anwenden, bei denen beispielsweise die Leiterzüge in drei, vier oder auch wesentlich mehr Ebenen angeordnet sind, die voneinander durch Isolierzwischenlagen getrennt sind, aber mit diesen ein fest verbundenes Ganzes bilden.
Hiebei werden die Verbindungen zwischen Leiterzügen einzelner Lagen sowie zu Anschlüssen nach aussen beispielsweise mittels sogenannter metallplattierter Löcher, oder besser Lochwandungen, hergestellt.
Derartige Vielebenen-Leiterplatten sind nicht nur an sich kostspielig. Sie dienen auch in der Regel zum Herstellen von komplizierten und wertvollen elektrischen Geräten. Es ist deshalb erforderlich, solche Leiterplatten vor dem Bestücken auf einwandfreie Funktion zu prüfen. Wie bereits ausgeführt, kann diese Prüfung mittels Prüfspitzen, die mit einer Stromquelle und einem Anzeigeinstrument verbunden sind, vorgenommen werden. Hiebei wird sowohl Stromdurchgang zwischen Leiterzügen, welche nach dem Schaltbild im Inneren der Leiterplatte verbunden sein müssen, festgestellt als auch ausreichende Isolierung zwischen benachbarten Leiterzügen, die nicht miteinander in elektrischem Kontakt stehen sollen, geprüft.
Zur Ausführung dienen entweder Kennzeichnungen auf der Leiterplattenoberfläche oder eine Leiterzugskizze der betreffenden gedruckten Schaltung, oder eine Kombination beider Hilfsmittel. Als Hauptnachteil dieser Prüfmethode stört nicht nur der ausserordentlich hohe Zeitaufwand, den sie erfordert, sondern auch die Möglichkeit des Übersehens von zu prüfenden Verbindungen und das Fehlen einer bleibenden, der örtlichen Verteilung der Prüfpunkte der Leiterplatte entsprechenden Aufzeichnung des Prüfergebnisses.
Es wurde auch bereits automatische Prüfverfahren vorgeschlagen, bei denen mittels einer Vorrichtung mit entsprechenden Kontaktstiften od. dgl. die einzelnen Prüfstellen nach einem Programm in relativ schneller Folge maschinell abgetastet und dabei aufgefundene Fehler angezeigt werden. Solche Vorrichtungen sind jedoch ausserordentlich aufwendig und erfordern die Benutzung durch hochqualifiziertes Personal.
In der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung, nämlich zum Sichtbarmachen von bis zur Oberfläche durchgehenden Rissen oder Spalten in Metallstücken, ist es aus der deutschen Patentschrift Nr. 1109918 bekanntgeworden, durch eine Oxydation eine Verfärbung der Oberfläche des zu prüfenden Metallstückes vorzunehmen und einen elektrolytischen Vorgang an diese Oxydation anzuschliessen, um den Oxydationsvorgang wieder rückgängig zu machen. Auf Grund der Abschirmung der Feldlinien in den Fehlstellen bleibt die elektrolytische Einwirkung im wesentlichen auf die Oberfläche beschränkt. Als Elektrolyt wird eine dem jeweiligen Metall angepasste Beizlösung verwendet, die nur unter Mitwirkung des elektrischen Stromes mit der verfärbten Oberfläche reagiert.
Zur Feststellung der Polarität von elektrischen Leitungen ist die Verwendung von mit Indikatoren getränkten Papieren, sogenannten Polreagenspapieren, allgemein bekannt.
Weiters wurde es bekannt, bei der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung flächenartige Indikatormassen zur Feststellung von Schadstellen in korrosionsbeständigen Überzügen auf Eisengegenständen zu verwenden, dabei wird so verfahren, dass eine Indikatormasse, bestehend aus einem mit einer Metallsalzlösung (eines gegenüber Eisen edleren Metalles) getränkten Papier nach Befeuchten mit Wasser auf die zu prüfende Stelle gepresst wird.
Im Verlauf einiger Minuten geht an den Schadstellen des Überzuges das Eisen unter Reduktion des edleren Metalles in Lösung. Nach Abnehmen der Indikatormasse lässt sich das in ihr abgeschiedene Eisensalz leicht nachweisen. Eine Stromzufuhr von aussen findet bei dieser Methode der Werkstoffprüfung nicht statt.
Alle bekannten, vorstehend beschriebenen Prüfverfahren sind für die Prüfung von gedruckten Schaltungen nicht zufriedenstellend, da sie entweder umständlich und kostspielig oder überhaupt auf die Prüfung von gedruckten Schaltungen nicht anwendbar sind.
Nach der Erfindung gelingt es, alle diese Nachteile zu vermeiden und Leiterplatten, insbesondere auch Vielebenen-Leiterplatten in einfacher Weise auf das Vorhandensein der vorgesehenen Verbindungen und das Fehlen von Schlüssen zu prüfen und gleichzeitig eine archivierbare Prüfaufzeichnung zu erhalten.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass an die zu prüfende Leiterplatte zwei Platten aus leitfähigem Material, beispielsweise Metallplatten, angelegt werden, wobei die Leiterplatte zwischen die Platten aus leitfähigem Material gelegt wird oder die beiden Platten aus leitfähigem Material im Abstand voneinander auf einer der Oberflächen der Leiterplatte angeordnet werden, dass zwischen einer Oberfläche der Leiterplatte und der gegenüberliegenden Oberfläche der einen Platte aus leitfähigem Material eine Indikatorschichte, die aus wenigstens einer Folie aus porösem Material, vorzugsweise Papier, besteht und farbbildende Substanzen enthält, angeordnet wird und dass hernach an die zwei Platten aus leitfähigem Material
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ein elektrisches Potential angelegt bzw.
zwischen den beiden Platten ein elektrisches Feld aufgebaut wird.
Im Stromkreis wird vorteilhafterweise ein Trennschalter vorgesehen. Beim Schliessen des Stromkreises tritt an den Stromaustrittsstellen auf der Indikatorschichte eine eindeutige Verfärbung auf. Das Fehlen einer solchen zeigt an, dass der betreffende Leiterzug eine Unterbrechung aufweist ; das Auftreten von Verfärbungen an Stellen, die nach dem Schaltplan nicht unter Strom stehen sollten, zeigt das Vorhandensein eines Schlusses innerhalb der Leiterplatte an.
Die beiden Platten aus leitfähigem Material, welche im Stromkreis die beiden Elektroden darstellen, können-wie bereits erwähnt-aus Metall bestehen. Andere geeignete Materialien sind Graphit oder filzartige Flächengebilde, Gewebe oder Kissen aus Kohlefäden u. dgl. Die Platten aus leitfähigem Material können vorteilhafterweise durch Federdruck angepresst werden. Leitende Kissen aus nachgiebigem Gewebe, etwa aus Kohlefäden, oder aus mit Graphit leitend gemachtem Filz können auch zusätzlich zu Platten aus leitfähigem Material, beispielsweise Metallplatten, verwendet werden.
Das gegebenenfalls für die Indikatorschichte verwendete Papier kann nach Art von Filtrierpapieren beschaffen sein. Dieses Papier kann mit einem Elektrolyt oder alternativ mit einem Elektrolyt in Verbindung mit einer Indikatorlösung getränkt sein.
Als Papiere für die Indikatorschichte eignen sich besonders solche, deren Fasern senkrecht zur Oberfläche stehen und möglichst dicht gepackt sind, da dies zu besonders scharfen Umrissen der Verfärbungen führt.
An Stelle von Papier können auch andere tränkbare Materialien, beispielsweise Gewebe, verwendet werden.
Gemäss der Erfindung kann demnach eine Indikatorschichte verwende werden, die eine mit einem Elektrolyt getränkte poröse Folie enthält, wobei der Elektrolyt selbst gefärbte Ionen bildet oder mit einer darin enthaltenen Substanz eine Verfärbung hervorruft.
Geeignete Elektrolyte sind beispielsweise Natronlauge, Salzsäure oder Essigsäure sowie die Alkali- und Erdalkalisalze der Mineralsäuren und der Chromsäure. Insbesondere verwendet man als Elektrolyte Kaliumnitrat, Kaliumsulfat, Natriumnitrat, Natriumsulfat, Natriumchlorid, aber auch Kupfersulfat, Nickelchromat oder Bleinitrat. Die Elektrolytkonzentration in der Indikatorschichte ist relativ hoch und wird zweckmässigerweise so gewählt, dass während des Prüfvorganges der Elektrolyt in Lösung bleibt. Im allgemeinen wird eine Konzentration zwischen 1 und 50 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Indikatorschichte bzw. des Papieres vor dem Tränken, eingehalten.
Als Lösungsmittel kann beispielsweise Wasser verwendet werden, doch können auch Alkohole und andere Lösungsmittel mit Erfolg eingesetzt werden.
Bei der vorstehend genannten Ausführungsform der Erfindung werden im Zuge einer elektrochemischen Reaktion Ionen gebildet.
Beispielsweise geht eine kleine Menge Metall aus den Oberflächen der Kontaktstellen der zu prüfenden Leiterplatte in Form von Metallionen in den Elektrolyt über und dieser kann so gewählt werden, dass bei Reaktion mit diesen Metallionen eine farbige Verbindung entsteht, beispielsweise Kupfersulfat, Kupfernitrat oder Nickelnitrat. Hiebei wirkt der Elektrolyt selbst als Indikator. Der Substanzabbau von dem Leitermaterial der Leiterplatte ist vernachlässigbar gering.
Alternativ kann die Indikatorschichte neben dem Elektrolyten einen besonderen Farbindikator enthalten, etwa Natriumrhodizonat, welches-falls die Kontaktstellen der Leiterplatte mit einer Zinn und Blei enthaltenden Lötmaske überzogen sind-mit den daraus freigesetzten Ionen intensiv blau gefärbtes Blei-Zinn-Rhodizonat bildet.
Unter Umständen ist es zweckmässig, zwei gesonderte Indikatorschichten vorzusehen und eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, dass eine Indikatorschichte verwendet wird, die eine mit einem Elektrolyt getränkte poröse Folie enthält und weiters eine zweite Folie enthält, in die aus dem Elektrolyt Ionen übertreten, wobei die Ionen selbst gefärbt sind oder mit einer in der zweiten Folie enthaltenen Substanz eine Verfärbung hervorrufen.
Als Indikatorschichten können auch handelsübliche, sogenannte"elektrosensitive"Indikatorpapiere verwendet werden. Derartige Papiere enthalten in der Regel farblose Verbindungen, welche bei Stromdurchgang oxydiert und bzw. oder reduziert werden und in der höheren bzw. niedrigeren Wertigkeitsstufe intensiv gefärbte Verbindungen ergeben. Ein Beispiel hiefür ist handelsübliches Jod-Stärke-Papier.
Die Prüfspannung liegt in der Regel zwischen 1 mV und 40 V. Zu Beginn des Prüfvorganges kann kurzzeitig ein relativ hoher Strom auftreten, abhängig im wesentlichen von der Art der eingesetzten Elektrolyten. Unter Umständen kann eine kurzzeitige Belastung der Leiterplatten mit hohen Störmen erwünscht sein, da dies zum Auffinden von fehlerhaften Kontakten dienlich sein kann. Momentanströme bis zu 20 A wurden mit Erfolg angewendet.
Das erfindungsgemässe Prüfverfahren zeichnet sich durch relativ hohe Schnelligkeit aus. Die eigentliche Stromeinwirkungszeit beträgt beispielsweise 1 bis 60 sec.
Für die einwandfreie Durchführung der Prüfung ist es erforderlich, dafür Sorge zu tragen, dass zwischen der Indikatorschichte und der Oberfläche der Leiterplatten-und bei Verwendung einer Indikatorschichte aus zwei Folien, auch zwischen diesen-ein guter mechanischer Kontakt vorhanden ist. Insbesondere muss vermieden
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aufnehmenden Folie enthaltenen Substanzen gefärbte Verbindungen bzw. Verfärbungen ergeben.
Beispielsweise können in der abgebenden Folie gefärbte Teilchen gelöst oder dispergiert werden, die unter der Einwirkung des elektrischen Feldes in die bis dahin von gefärbten Teilchen freie, aufnehmende Folie wandern und dort eine Verfärbung hervorrufen. Übereinstimmend damit tritt an den betroffenen Stellen der abgebenden Folie eine Aufhellung, d. h. eine Verarmung an gefärbten Teilchen ein. Somit kann auch die abgebende Folie einen Prüfungsbeleg darstellen.
Die gefärbten geladenen Teilchen können Farbstoffteilchen sein, wofür zahlreiche handelsübliche Farbstoffe in Frage kommen.
Bei andern Ausführungsformen des erfindungsgemässen Verfahrens können farblose Substanzen, die bei elektrophoretischer Wandung miteinander unter Bildung von Verfärbungen an der Indikatorschichte reagieren oder gefärbte Substanzen, die durch Reaktion miteinander ihre Farbe ändern, eingesetzt werden, wobei von derartigen Paaren von Substanzen wenigstens eine Substanz eine Ladung gegenüber ihrer Umgebung aufweist.
Folgende Chemikalienpaare bilden brauchbare Indikatorsysteme :
1. ss-Resorcylsäure und Ferrobromsulfit,
2. das Nitrososalz des Hydroxylamins und Phenylhydrazin,
3. Eisensulfit und das Ammoniumsalz des Nitrosophenylhydroxylamins.
Hievon wird jeweils die erste Verbindung zum Tränken der abgebenden Folie und die zweite Verbindung zum Tränken der aufnehmenden Folie verwendet.
Ferner besteht eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens darin, dass zum Prüfen von Leiterplatten auf innere Kurzschlüsse unter Anwendung der Elektrophorese die eine Oberfläche der Leiterplatte mit einer eine flüssige Phase enthaltenden, geladene bewegliche Teilchen aufnehmenden Folie in Berührung gebracht und diese Folie in Flächenberührung mit einer geladene bewegliche Teilchen abgebenden Folie gebracht wird, welche Teilchen in der Folie dispergiert und zur elektrophoretischen Wanderung sowie Bildung einer Verfärbung fähig sind, dass weiters über die andere Oberfläche der Leiterplatte eine isolierende Abdeckschablone gelegt wird, die Öffnungen für ausgewählte Kontaktstellen an dieser andern Oberfläche der Leiterplatte,
welche von einer Verbindung durch innere gedruckte Leiterwege mit Kontaktstellen an der der Indikatorschichte zugewendeten Oberfläche der Leiterplatte ausgenommen sind, aufweist, und dass die Abdeckschablone mit einem leitenden Kissen und dieses sowie die Indikatorschichte mit je einer Platte aus leitfähigem Material bedeckt werden, an welche ein elektrisches Potential angelegt wird, wodurch im Falle eines Kurzschlusses im Inneren der Leiterplatte ein Stromfluss von den Kontaktstellen an der einen Oberfläche der Leiterplatte zu den Kontaktstellen an der andern Oberfläche der Leiterplatte hervorgerufen und weiters ein elektrisches Feld zwischen den Kontaktstellen der der Indikatorschichte zugewendeten Oberfläche der Leiterplatte und der zugehörigen Platte aus leitfähigem Material aufgebaut wird,
wodurch eine elektrophoretische Wanderung von geladenen Teilchen aus der abgebenden Folie in die aufnehmende Folie hervorrufen und durch eine Verfärbung angezeigt wird.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, zum Auswerten des auf der Indikatorschichte vorliegenden Prüfungsergebnisses eine Schablone herzustellen, auf der das Prüfungsergebnis für eine einwandfreie Leiterplatte markiert ist. Dies kann beispielsweise eine Schablone aus durchsichtigem Material sein, welche die zu prüfenden Punkte entweder als Lochung oder als Farbmarkierung enthält.
Diese Schablone braucht lediglich auf die bei dem erfindungsgemässen Prüfverfahren erhaltene Indikatorschichte gelegt zu werden, um Abweichungen, die aus einer fehlerhaften Ausführung der Leiterplatte herrühren, festzustellen.
Die Erfindung wird in den folgenden Beispielen an Hand der Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen : Fig. l eine für das erfindungsgemässe Prüfverfahren vorbereitete Leiterplatte im Schnitt, wobei die Indikatorschichte aus einer einzigen Folie besteht und die Platten aus leitfähigem Material beiderseits der Leiterplatte angeordnet sind, Fig. 2 eine Prüfanordnung ähnlich wie in Fig. l, jedoch zusätzlich mit einer Schablone und einer Andrückschichte zur Prüfung ausgewählter Bereiche der Leiterplatte, Fig. 3 eine Prüfanordnung, bei der die Indikatorschichte aus einer einzigen Folie besteht und die beiden Platten aus leitfähigem Material an einer der Seiten der Leiterplatte angeordnet sind, Fig. 4 bis 6 Prüfanordnungen mit je aus zwei Folien bestehenden Indikatorschichten zur Anwendung der Elektrophorese, wobei in Fig.
4 und 5 die beiden Platten aus leitfähigem Material beiderseits der Leiterplatte angeordnet sind, Fig. 5 zusätzlich eine Schablone und eine Andrückschichte zur Prüfung ausgewählter Bereiche der Leiterplatte aufweist und in Fig. 6 die beiden Platten aus leitfähigem Material an einer der Seiten der Leiterplatte vorgesehen sind.
Die Prüfanordnungen in den Zeichnungen sind in vergrössertem Massstab dargestellt und die tatsächliche Dicke einer derart veranschaulichten Leiterplatte beträgt einen Bruchteil eines cm, in manchen Fällen etwa 1 und 3 mm.
Beispiel l : Dieses Beispiel wird an Hand der Fig. l erläutert. Darin ist eine Mehrebenenleiterplatte mit Schichten bzw. Isolierstoffplatten--2a bis c--ersichtlich.
Die Platte-2a-trägt an ihrer äusseren Oberfläche die Kontaktstellen--5 bis 8-und die Platte - -2c-- trägt an ihrer äusseren Oberfläche die Kontaktstellen-33 bis 38--.
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Verbindungen durch die gesamte Leiterplatte --2a bis c--hindurch bestehen von der Kontaktstelle --5-- über die "durchmetallisierten" Löcher --9, 18,19, 20,28, 29, 30-- und die gedruckten Schaltungen --13, 15,23, 24-- in bzw. zwischen den platten --2a, 2b, 2c-zu den Kontaktstellen --34 bis 36-und gesondert davon von der Kontaktstelle --7-- über die durchmetallisierten Löcher--11, 21, 31-- und die gedruckten Schaltungen--16, 25-- in bzw. zwischen den Platten --2a, 2b, 2c-zu der Kontaktstelle --37--.
Man beachte, dass eine Verbindung von der Kontaktstclle --33-- an der äusseren Schaltung --22-- an der einen Seite der Platte--2b--, jedoch keine Verbindung durch die Platte--2b--hindurch besteht. Ebenso besteht eine Verbindung von der Kontaktstelle --38-- an der äusseren Oberfläche der Platte--2c-- über das Loch--32--zur Schaltung--26--an der einen Seite der Platte--2b--, jedoch keine Verbindung durch die Platte--2b--hindurch. Weiters besteht eine Verbindung von der Kontaktstelle--6--
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der Indikatorschichte--3--von der andern Seite an die Leiterplatte --21 bis c--angelegt. Die Platten--l und 4--aus leitfähigem Material werden mit einer Stromquelle verbunden.
Von den Kontaktstellen an den äusseren Oberflächen der Leiterplatte --2a bis c-- werden nur jene unter Spannung stehen, die untereinander durch die Leiterplatte hindurch verbunden sind. Demzufolge werden die Kontaktstellen--33 und 38--nicht unter Spannung stehen und in der Indikatorschichte--3--keine Verfärbung hervorrufen.
Die Kontaktstellen--34 bis 36 und 37-- stehen mit den Kontaktstellen--5 bzw. 7--in Verbindung und demnach unter Spannung, so dass sie in der Indikatorschichte--3--an den Stellen--39 bis 41 bzw.
42-- Verfärbungen ergeben.
Die Kontaktstellen-34 bis 36 bzw. 37-bestehen bei diesem Beispiel aus Kupfer. De ; zum Tränken der Indikatorschichte--3--verwendete Elektrolyt besteht aus einer 10%igen Salzlösung, u. zw. je 5% Kaliumnitrat und Natriumsulfat, bezogen auf das Gewicht des trockenen Papiers. Die Gesamtdicke der Mehrebenenleiterplatte--2a bis c-- beträgt etwa 1 mm, die Dicke der Indikatorschichte 0, 02 mm. Die Indikatorschichte--3--besteht aus Papier, welches mit dem Elektrolyt getränkt ist, wobei die aufgenommene Flüssigkeit 30 bis 100%, bezogen auf das Gewicht des trockenen Papiers, beträgt.
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Material geht, ist sehr gering. Er beträgt anfänglich 1 bis 5 A, fällt aber sehr schnell ab.
Nach Abtrennung der Stromquelle wird die Indikatorschichte--3--entnommen, getrocknet und stellt in dieser Form einen archivierbaren Prüfungsbeleg dar.
Die ablaufende Reaktion ist so zu erklären, dass von den Kupferkontaktstellen geringste (die Qualität der Leiterplatte nicht vermindernde) Mengen Kupfer in Lösung gehen und nach Reaktion mit dem Elektrolyt in der Indikatorschichte--3--, d. h. auf dem Papier, eine tiefblaue Verfärbung hervorrufen. Somit ist in diesem Fall der Elektrolyt gleichzeitig der Farbindikator.
Beispiel 2 : Hierin wird auf Fig. 2 Bezug genommen. Die zu prüfende Leiterplatte --2a bis c-ist aufgebaut wie jene in Fig. 1. In der Leiterplatte --2a bis c-gemäss Fig. 2 bestehen wieder durchgehende Verbindungen von den Kontaktstellen--5 und 7-- an der äusseren Oberfläche der Platte --2a-- bis zu den Kontaktstellen--34 bis 36 bzw. 37--an der äusseren Oberfläche der Platte--2c--über die in bzw. zwischen den Platten --2a, 2b, 2c--vorgesehenen Löcher und Schaltungen wie bei Beispiel 1 beschrieben.
Auch jene Verbindungen, die sich nicht durch die gesamte Leiterplatte--2a bis c--hindurch erstrecken, sind gleich wie bei Beispiel 1 (Fig. l) beschrieben.
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--53-- lediglich--5-- der Platte--2a--, jedoch keine Öffnungen für die Kontaktstellen --7-- oder aber --6 und 8-der Platte--2a--.
Zur Erzielung eines zufriedenstellenden Kontaktes zwischen der Kontaktstelle --5-- und der Platte --l-- aus leitfähigem Material durch die Öffnung --53-- in der Schablone--52--hindurch wird zwischen der Abdeckschablone--52--und der Platte--l--aus leitfähigem Material ein mit Graphit durchsetztes und auf diese Weise leitfähig gemachtes, elastisches Filzkissen--51--angeordnet, welches nach Ausüben eines Druckes auf die Platten--l und 4-- aus leitfähigem Material die Öffnung --53-- durchdringt und an der Kontaktstelle--5--dicht anliegt.
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und die Kontaktstelle--5--und weiter durch die Leiterplatte --2a bis c--, die Kontaktstellen--34 bis 36--, die Indikatorschichte--3--und die Platte--4--aus leitfähigem Material. Die Kontaktstellen sind bei diesem Beispiel mit einer dünnen Goldschichte überzogen, um das Löten zu erleichtern.
Der zum Tränken der Indikatorschichte --3-- verwendete Elektrolyt ist eine 5 bis 10% ige Kaliumnitratlösung. Die Indikatorschichte--3--aus Papier ist 0, 3 mm dick und ihr Flüssigkeitsgehalt beträgt 40 bis 80%, bezogen auf das Gewicht des trockenen Papiers.
Auf die Platten--l und 4--aus leitfähigem Material wird während des Prüfverfahrens ein Druck ausgeübt, um einen guten Kontakt zu erzielen ; dann wird an die Platten--l, 4--eine Spannung von 12 V während 8 bis 20 sec angelegt, wobei ein sehr geringer Strom durch die Leiterplatte --2a bis c-- flicsst.
Hernach wird der Strom abgeschaltet und der Druck aufgehoben.
Die Indikatorschichte--3--zeigt an den den Kontaktstellen--34 bis 36-- gegenüberliegenden Stellen - 39 bis 41--eine violette Verfärbung, die sich bei Erwärmen und Trocknen des Papiers noch verstärkt. Die violette Färbung rührt von kolloidalem Gold her, da sich beim Einschalten des Stromes eine sehr geringe Menge Gold aus den Kontaktstellen löst und in dem in der Indikatorschichte--3--enthaltenen Elektrolyt dispergiert.
Da die Kontaktstelle--7--an der äusseren Oberfläche der Platte--2a--von der Stromzufuhr abgeschirmt ist, zeigt sich-obwohl eine durchgehende Verbindung bis zur Kontaktstelle--37--an der äusseren Oberfläche der Platte--2c--besteht-an der der Kontaktstelle--37--gegenüberliegenden Stelle - 42--der Indikatorschichte--3--keine Verfärbung. Es können also durch Zwischenschaltung einer Schablone einzelne Leiter geprüft werden.
Beispiel 3 : Diesem Beispiel entspricht Fig. 3 der Zeichnungen. Darin ist eine Mehrebenenleiterplatte mit Schichten bzw. Isolierstoffplatten-62a bis d-und einer Isolierstoffgrundplatte-89-ersichtlich. Die beiden Platten--61, 64--aus leitfähigem Material sind im Abstand voneinander auf einer der Oberfläche der Leiterplatte--62a bis d--angeordnet. Die Indikatorschichte--63--befindet sich zwischen dieser Oberfläche und der einen Platte --64-- aus leitfähigem Material. Die gleiche Oberfläche der Leiterplatte --62a bis d--, nämlich die äussere Oberfläche der Platte --62-- trägt Kontaktstellen --65,66-- im
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leitfähigem--64-- aus leitfähigem Material bzw. der Indikatorschichte--63--.
In der Leiterplatte --62a bis d--besteht eine Verbindung von der Kontaktstelle--65--durch die gesamte Leiterplatte --62a bis d--hindurch bis auf die der Isolierstoffgrundplatte--89--zugewendete
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--68-- über- über die durchmetallisierten Löcher--70, 75,76, 71--und die gedruckten Schaltungen - -77, 74, 78-in bzw. an den Platten --62a, 62b--.
Die Kontaktstellen--67, 68--bestehen aus Kupfer. Der zum Tränken der aus Papier bestehenden Indikatorschichte--63--verwendete Elektrolyt besteht aus 10% Natriumchlorid und 40 bis 80% Wasser, wobei zusätzlich als Farbindikator 25% Tetranatriumäthylendiamintetraacetat, alle Prozentangaben bezogen auf das Gewicht des trockenen Papieres, vorgesehen werden. Das Indikatorpapier hat eine Dicke von 0, 015 bis 0, 4 mm. Um gemäss der Erfindung die Leiterplatte --62a bis d-auf Stromdurchgang zu prüfen, wird zur Erzielung eines verbesserten Kontaktes ein Druck auf die Platten--61, 64--aus leitfähigem Material ausgeübt und diese Platten werden mit einer Stromquelle verbunden. Man wählt eine Spannung von 10 V, wobei sich für etwa 30 sec ein geringer Strom ergibt, der sogleich wieder abfällt.
Wird hierauf die Verbindung mit der Stromquelle gelöst, der Druck aufgehoben und die Indikatorschichte --63-- entnommen, zeigen sich auf dieser in den den Kontaktstellen --67,68-- entsprechenden Bereichen --90,91-- tiefblaue Verfärbungen, die aus einer Reaktion von aus den Kontaktstellen--67, 68--in sehr geringen Mengen in Lösung gegangenem Kupfer mit dem Äthylendiamintetraacetatkomplex herrühren.
Beispiel 4 : Dieses Beispiel wird in ähnlicher Weise durchgeführt wie Beispiel 1 und Fig. 1 findet ebenfalls Anwendung. Ein Unterschied besteht darin, dass ein mit Graphit imprägniertes Filzkissen von etwa 3 mm Dicke zwischen die Platte--l--aus leitfähigem Material und die äussere Oberfläche der Platte--2a-gelegt wird, um einen guten elektrischen Kontakt zwischen der Platte--l-aus leitfähigem Material und den Kontaktstellen--5 bis 8--zu sichern. Diese Kontaktstellen sind mit einer schützenden Blei-Lötmaske überzogen.
Die Indikatorschichte --3-- besteht aus Papier von etwa 0, 3 mm Dicke mit einem Flüssigkeitsgehalt von 40 bis 80%, wobei als Elektrolyt 20 Grew.-% Kaliumnitrat und als Farbindikator 1% Natriumhodizonat verwendet werden, alle Prozentzahlen bezogen auf das Gewicht des trockenen Papieres.
Die angelegte Spannung beträgt 10 bis 12 V und wird etwa 20 bis 30 sec wirken gelassen. Ein geringer Strom geht an den den Kontaktstellen--34 bis 36 und 37--entsprechenden Stellen--39 bis 41 und 42-durch das Indikatorpapier --3--. An diesen Stellen erhält man durch Reaktion der entstandenen Blei- und
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Zinnionen mit dem Rhodizonat blaue Verfärbungen. Diese Verfärbungen zeigen an, dass eine leitende Verbindung zu den Kontaktstellen--5 und 7--besteht. Die Kontaktstellen--33 und 38--haben keine Verbindung durch die gesamte Leiterplatte --2a bis c-hindurch zu der Platte-l-aus leitfähigem Material, weshalb im Bereich der Kontaktstellen--33 und 38-auf dem Indikatorpapier--3--keine Verfärbungen auftreten.
Beispiel 5 : Dieses Beispiel hat grosse Ähnlichkeit mit Beispiel l und wird an Hand der Fig. 1 erläutert. Insbesondere stimmen die Leiterzüge in der Leiterplatte --2a bis c--überein.
Wie bei Beispiel4 wird ein mit Graphit durchsetztes und auf diese Weise leitfähig gemachtes Filzkissen zwischen die Platte-l-aus leitfähigem Material und die äussere Oberfläche der platte --2a-- gelegt, um den Kontakt zwischen der Platte--l--und den Kontaktstellen--5 bis 8--zu verbessern.
Im vorliegenden Fall wird als Indikatorschichte sogenanntes"elektrosensitives"Papier (wie bereits erwähnt) verwendet. An den Kontaktstellen--33 bis 38--, die aus Kupfer sind, findet keine sichtbare Ablösung von Metall statt.
Das elektrosensitive Papier wird mit Elektrolyt getränkt, welcher aus 10% Natriumacetat besteht und zusätzlich als Farbindikator 7% Eisen (II)-ammoniumsulfat und weiters als Ferroionenkomplexbildner 5% Dinatriumäthylendiamintetraacetatazid enthält. Das Indikatorpapier ist etwa 0, 02 mm dick und mit Flüssigkeit gesättigt. Es enthält etwa 100% Flüssigkeit ; der pH-Wert liegt bei 4, 6. Alle vorstehenden Prozentangaben beziehen sich auf das Gewicht des trockenen Papiers.
Die angewendete Spannung beträgt 8 bis 9 V. Die Kontaktstellen-5 bis 8-werden zuerst 15 bis 20 sec lang als Anoden geschaltet und hernach für etwa 10 sec bei gleicher Spannung durch Umpolen als Kathoden geschaltet. Es tritt ein Strom von weniger als 1 A auf.
Obgleich in der Indikatorschichte--3--sofort eine Farbfänderung festgestellt werden kann, wird diese doch wesentlich vertieft, wenn man umpolt und den Strom noch etwa 10 sec in entgegengesetzter Richtung fliessen lässt. Der Farbumschlag wird in diesem Fall wahrscheinlich ausschliesslich durch die Oxydation des Eisens (II)-Ions zum Eisen (III)-Ion hervorgerufen, das als dunkelbraunes Eisen (III)-hydroxyd ausflockt.
Beispiel 6 : Zur Erläuterung dieses Beispieles dient Fig. 2. Allerdings wird im vorliegenden Fall die Schablone zur Prüfung auf Kurzschlüsse in der Leiterplatte --2a bis c--benutzt und als Indikatorschichte --3-- elektrosensitives Papier verwendet. Das Papier ist etwa 0, 1 mm dick und enthält als Elektrolyt 15% Kaliumchlorid und 15% Natriumchlorid, als Indikator 2% Eisen (II)-nitrit, als Komplexbildner für das Eisensalz 10% Dinatriumäthylendiamintetraacetatazid und weiters etwa 60 bis 70% Wasser, alle Prozentangaben bezogen auf das Gewicht des trockenen Papiers.
Die Prüfung auf Kurzschluss soll zwischen den gedruckten Schaltungen-13 und 22-sowie-16 und 17--vorgenommen werden, wogegen die Schaltungen--13 und 23--auf Stromdurchgang geprüft werden sollen.
Dabei wird so vorgegangen, dass eine Abdeckschablone ähnlich der bereits erwähnten Schablone--52-auf die äussere Oberfläche der Platte--2a--gelegt wird, die nur die Kontaktstellen--5 und 8--freilässt.
Eine zweite Abdeckschablone wird zwischen die Platte--2c--und das elektrosensitive Papier-3-- gelegt. Diese zweite Schablone weist Öffnungen nur an den den Kontaktstellen-33, 34, 37-entsprechenden Stellen auf. Ein mit Graphit leitend gemachtes Filzkissen, vergleichbar den FiIzkissen --51--, von etwa 3 mm Dicke wird zwischen die Schablone --52-- und die Platte-l-aus leitfähigem Material gelegt.
Die für 15 bis 20 sec zwischen den Platten--l und 4--aus leitfähigem Material angelegte Spannung beträgt 10 bis 12 V. Der geringe Strom, der durch die Prüfanordnung geht, sinkt rasch ab.
Nach dem Abschalten des Stromes wird eine Verfärbung ausschliesslich in dem der Kontaktstelle--34-entsprechenden Bereich--39--des Indikatorpapiers--3--gefunden ; in den den Kontaktstellen--33 und 37-entsprechenden Bereichen ist eine Verfärbung nicht feststellbar.
Die Verfärbung hat das gleiche Aussehen wie im Beispiel 5, sie ist von dunkelbrauner Farbe.
Goldionen oder kolloidales Gold, wie im Beispiel 2 beschrieben, wurden im Indikatorpapier--3--nicht gefunden.
Das Prüfergebnis zeigt an, dass zwischen den mit den Kontaktstellen--13 und 22--sowie--16 und 17--verbundenen Leitern keine Kurzschlüsse vorhanden sind und dass die Schaltungen--13 und 23-Stromdurchgang haben.
Allgemein konnte festgestellt werden, dass bei Verwendung von elektrosensitivem Papier auf mit Goldüberzug versehene Kontaktstellen die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn nach etwa der halben Versuchszeit die Polarität umgekehrt wird. In manchen Fällen erweist es sich als günstig, mit minus zu beginnen, dann auf plus und wieder zurück auf minus zu schalten ; in andern Fällen ist die umgekehrte Reihenfolge erfolgreicher. Es wird angenommen, dass dies vom Herstellungsverfahren des Goldüberzuges abhängt, u. zw. ob derselbe aus einem sauren oder cyanidischen Bad stammt.
Beispiel 7 : Für dieses Beispiel gilt Fig. 1. Hierin wird die gleiche Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens wie bei Beispiel 5 angewendet, jedoch sind die Kontaktstellen-33 bis 38-- mit Nickel überzogen. Weiters wird das gleiche elektrosensitive Indikatorpapier--3--wie bei Beispiel 5
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verwendet. Die Kontaktstellen--33 bis 38--werden während des Prüfverfahrens als Anoden geschaltet. An die Platten--l und 4-- aus leitfähigem Material wird für etwa 15 bis 230 sec eine Spannung von 8 bis 12 V gelegt. Der geringe Strom fällt sehr schnell ab.
Die Kontaktstellen--34 bis 36 und 37--an der äusseren Oberfläche der Platte--2c--, welche durch die gesamte Leiterplatte --2a bis c--hindurch Verbindung mit den Kontaktstellen--5 und 7--an der äusseren Oberfläche der Platte--2a--haben, ergeben auf dem elektrosensitiven Indikatorpapier --3-- Verfärbungen in den Bereichen-39 bis 41 und 42--. Eine Ablösung von Nickel aus den Kontaktstellen findet offensichtlich nicht statt. Die Verfärbung beruht ausschliesslich auf der durch den Stromdurchgang hervorgerufenen Reaktion in dem elektrosensitiven Indikatorpapier-3--, wobei die Fe (II)-ionen zu Fe (III)-ionen oxydiert werden und eine tiefe Braunfärbung von Eisen (III)-hydroxyd auftritt.
Ganz allgemein kann-je nachdem, ob die zur Verfärbung führende Reaktion umkehrbar ist-an Stelle von Gleichstrom auch Wechselstrom verwendet werden.
Ein weiterer geeigneter Indikator ist Kaliumeisen (II)-cyanid, das mit Kupfer, welches aus den Kontaktstellen herausgelöst wird, einen rotbraunen Komplex bildet.
Beispiel 8 : Dieses Beispiel betrifft eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemässen Prüfverfahrens unter Anwendung der Elektrophorese und bezieht sich auf Fig. 4. Darin ist eine Mehrebenenleiterplatte--2a bis c--veranschaulicht, welche die gleiche Beschaffenheit und die gleichen Leiterzüge wie in Fig. 1 und 2 ersichtlich aufweist (vgl. Beispiel 1). Die Platten--l und 4--aus leitfähigem Material sind beiderseits der Leiterplatten --2a bis c--angeordnet und die Indikatorschichte befindet sich zwischen der Platte--4--aus leitfähigem Material und der äusseren Oberfläche der Platte--2c--.
Die Indikatorschichte besteht aus zwei dicht aneinanderliegenden Folien, beispielsweise aus Papier, u. zw. der abgebenden Folie--400--und der aufnehmenden Folie--390--. In Fig. 4 ist die abgebende Folie --400-- nächst der Platte --4-- aus leitfähigem Material und die aufnehmende Folie-390-nächst der äusseren Oberfläche der Platte --2c--, bzw. den an dieser freiliegenden Kontaktstellen-33 bis 38-angeordnet. Nach einem Merkmal der Erfindung können die beiden Folien--400, 390--auch in vertauschter Anordnung vorgesehen werden.
Die abgebende Folie--400--besteht aus Spezialfilterpapier und ist mit einer wässerigen Lösung von 2%, bezogen auf das Gewicht des trockenen Papiers, eines roten Farbstoffes getränkt, welcher in wässeriger Lösung Farbstoffteilchen mit negativer Ladung ergibt. Die aufnehmende Folie besteht aus dem gleichen Papier und ist mit einer 0, 1-molaren Kaliumchloridlösung getränkt.
Zur Verbesserung des Kontaktes kann auf die Kombination aus Leiterplatte --2a bis c--, Indikatorfolien --400,390-- und Platten --1,4-- aus leitfähigem Material ein Druck ausgeübt werden. Die Platten --1, 4--werden mit einer Stromquelle verbunden, wobei die Platte--l--als Anode und die Platte--4-- als Kathode geschaltet wird, u. zw. für 60 sec bei einer Spannung von 15 bis 30 V.
Durch die gesamte Leiterplatte --2a bis c--hindurch bestehen Verbindungen von der Kontaktstelle --5-- an der äusseren Oberfläche der Platte --2a--zu den Kontaktstellen--34 bis 36--an der äusseren Oberfläche der Platte --2c-- und analog von der Kontaktstelle --7-- zu der Kontaktstelle--37--.
Dementsprechend bildet sich bei Anlegen der Prüfanordnung an eine Stromquelle ein elektrisches Feld zwischen den Kontaktstellen--34 bis 36 und 37--einerseits (positiv) und der Platte--4--aus leitfähigem Material anderseits (negativ) aus, in welchem Feld die negativ geladenen Farbstoffteilchen aus der abgebenden Folie --400-- in die aufnehmende Folie--390--elektrophoretisch wandern, so dass in der vorher von Farbstoffteilchen freien, aufnehmenden Folie--390--in den den Kontaktstellen--34 bis 36 und 37-entsprechenden Bereichen--420, 430 und 440--sowie--450--sich Verfärbungen bilden, wogegen in den übereinstimmenden Bereichen--460, 470 und 480 sowie 490--der abgebenden Folie--400--ein Verblassen der ursprünglichen Färbung,
bedingt durch das Abwandern der Farbstoffteilchen, auftritt und die ursprüngliche Färbung nur in den durch kein elektrisches Feld beeinflussten Bereichen --410-- erhalten bleibt.
Trennt man nach Abschalten der Prüfanordnung von der Stromquelle die beiden Folien voneinander, so erhält man als Prüfungsbelege die abgebende Folie mit einem Negativbild und die aufnehmende Folie mit einem Positivbild.
Beispiel 9 : Hierin wird auf Fig. 5 der Zeichnungen Bezug genommen. Wie bei Beispiel 2 (Fig. 2) werden eine Abdeckschablone--52--mit einer Öffnung--53--, die lediglich die Kontaktstelle --5-- an
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durch Graphit leitend gemachtes Filzkissen--51--verwendet. Im übrigen ist die Prüfanordnung gleich wie bei Beispiel 8 (Fig. 4) beschrieben.
Allerdings ist die Kontaktstelle-7-an der äusseren Oberfläche der Platte - durch die Schablone --52-- abgedeckt, so dass zwischen der mit der Kontaktstelle-7-durch die gesamte Leiterplatte --2a bis c--hindurch in Verbindung stehenden Kontaktstelle --37-- an der äusseren Oberfläche der Platte --2c-- und der Platte--4--aus leitfähigem Material sich kein elektrisches Feld aufbaut, also keine elektrophoretische Wanderung von Farbstoffteilchen und somit keine entsprechende Verfärbung in dem übereinstimmenden Bereich--450--der aufnehmenden Folie--390--der Indikatorschichte auftritt.
Die durch die Abdeckschablone--52--freigehaltene, einzige Kontaktstelle--5--
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steht durch die gesamte Leiterplatte --2a bis c--hindurch in Verbindung mit den Kontaktstellen--34 bis 36--an der äusseren Oberfläche der Platte--2c--und in den diesen Kontaktstellen gegenüberliegenden Bereichen--420, 430 und 440-- der aufnehmenden Folie--390--treten Verfärbungen auf, wogegen in der abgebenden Folie--400--in den übereinstimmenden Bereichen--460, 470 und 480-- ein Nachlassen der Farbtiefe eintritt und die ursprüngliche Färbung nur in den Bereichen--410--der abgebenden Folie --400-- erhalten bleibt.
Beispiel 10 : Hierin wird die in Fig. 6 veranschaulichte Ausführungsform erläutert. Unter Anwendung der Elektrophorese ist eine aus einer abgebenden Folie--510--und einer aufnehmenden Folie--500-- bestehende Indikatorschichte vorgesehen, wobei die abgebende Folie positiv geladene, zur elektrophoretischen Wanderung fähige Farbstoffteilchen--520--, beispielsweise Methylviolett, enthält. Die Farbstoffkonzentration beträgt 2%, bezogen auf das Gewicht des trockenen Papiers, aus dem die abgebende Folie (wie auch die aufnehmende Folie) besteht. Die aufnehmende Folie ist mit Wasser getränkt.
Die zu prüfende Leiterplatte --62a bis d-sowie die Isolierstoffgrundplatte --89-- und die Platten - 61 und 64--aus leitfähigem Material zeigen gleiche Beschaffenheit und Anordnung wie in Fig. 3 ersichtlich, mit dem Unterschied, dass im vorliegenden Fall die Platte--61--als Kathode und die Platte--64--als Anode geschaltet wird.
Die beiden Platten--61 und 64--aus leitfähigem Material befinden sich auf einer der beiden Oberflächen der zu prüfenden Leiterplatte, jedoch in einem Abstand voneinander.
Wenn die Prüfanordnung an die Stromquelle angeschlossen ist und die Platte--61--aus leitfähigem Material als Kathode geschaltet ist, sind die Kontaktstellen--65 und 66--an der äusseren Oberfläche der Platte --2a-- negativ und weiters sind auch die Kontaktstellen--67 und 68--negativ, die mit den Kontaktstellen--65 und 66--durch die Leiterplatte--62a bis c--hindurch in Verbindung stehen.
Zwischen den negativen Kontaktstellen--67 und 68--und der denselben gegenüberliegenden Platte--64-aus leitfähigem Material, welche als Anode geschaltet und somit positiv ist, baut sich ein elektrisches Feld auf, in welchem sich die aus den Folien--510 und 500--bestehende Indikatorschichte befindet. Unter dem Einfluss des elektrischen Feldes wandern die positiven Farbstoffteilchen aus der abgebenden Folie--510--in die aufnehmende Folie--500--und verursachen dort Verfärbungen in den den Kontaktstellen--67 und 68-entsprechenden Bereichen--530 und 540--, wogegen ein Verblassen der ursprünglichen Färbung in den
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als Positiv und die abgebende Folie als Negativ.
Beispiel 11 : Zur Veranschaulichung dient Fig. 5. Die hiebei angewendete Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens ist ähnlich jener gemäss Beispiel 9, mit dem Unterschied, dass hier die Leiterplatte sowohl auf Stromdurchgang als auch auf Kurzschlüsse geprüft wird. Die Kontaktstellen sind aus Kupfer. Für die Elektrophorese ist eine aus zwei Folien bestehende Indikatorschichte vorgesehen. Die abgebende Folie--400-- enthält eine Pontacylblauschwarzlösung (4%) und die aufnehmende Folie--390--ist mit einer 0, 1 molaren Kaliumchloridlösung gesättigt.
Es soll auf Kurzschlüsse zwischen den gedruckten Schaltungen--13 und 22--sowie zwischen--16 und 17--und weiters auf Stromdurchgang zwischen den gedruckten Schaltungen--13 und 23-- geprüft werden.
Dabei wird so verfahren, dass man eine Abdeckschablone ähnlich der Schablone --52-- jedoch mit Öffnungen an den Kontaktstellen-5 und 8-auf die Platte --2a-- und eine andere Schablone mit Öffnungen lediglich an den Kontaktstellen--33, 34 und 37--zwischen die Platte--2c--und die aufnehmende Folie --390-- der Indikatorschichte legt. Zwischen der Abdeckschablone--52--und der Platte--l--aus leitfähigem Material wird ein durch Graphit leitend gemachtes Filzkissen, vergleichbar dem Kissen--51--, angeordnet.
Eine Spannung von ausreichender Stärke wird für genügend lange Zeit angelegt, um ein elektrisches Feld zwischen den Platten--l und 4--aus leitfähigem Material aufzubauen, in welchem geladene Farbstoffteilchen
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stehenden Kontaktstellen positiv. Die Platte--4--aus leitfähigem Material ist als Kathode geschaltet. Die Farbstoffteilchen sind negativ.
Bei diesem Versuch zeigte sich eine Verfärbung lediglich im Bereich-420-gegenüber der Kontaktstelle --34--, jedoch keine Verfärbung in den Bereichen gegenüber den Kontaktstellen--33 und 37--. Daraus
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Das erfindungsgemässe Prüfverfahren kann auch zum Erkennen von Erd- oder Zuleitungsschlüssen angewendet werden. Man kann das Verfahren in Form von selektiven Einzelprüfungen oder in jeder gewünschten Kombination ausführen.
Wie bereits erwähnt, kann auch bei Anwendung der Elektrophorese mit einer aus einer einzigen Folie
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bestehenden Indikatorschichte gearbeitet werden, welche in diesem Fall mit einer Suspension geladener Teilchen einseitig getränkt ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Prüfung von gedruckte Schaltungen tragenden Leiterplatten, insbesondere Ein- oder Vielebenen-Leiterplatten, unter Verwendung von Indikatormaterialien, die nach elektrischer Feld- bzw. Stromeinwirkung an den davon betroffenen Stellen örtlich begrenzte Verfärbungen zeigen, dadurch ge- k e n n z ei c h n e t, dass an die zu prüfende Leiterplatte (2,62) zwei Platten (1, 4 ; 61,64) aus leitfähigem Material, beispielsweise Metallplatten, angelegt werden, wobei die Leiterplatte (2) zwischen die Platten (1, 4) aus leitfähigem Material gelegt wird oder die beiden Platten (61, 64) aus leitfähigem Material im Abstand voneinander auf einer der Oberflächen der Leiterplatte (62) angeordnet werden, dass zwischen einer Oberfläche
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